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Schmerzen im Rücken bei Lungenkrebs

Wissenswert

Rückenschmerzen spielen eine wesentliche Rolle, sowohl bei der Diagnose von Lungenkrebs als auch im Verlauf der Erkrankung. Etwa 25% der Patienten geben an, dass sie vor der Diagnosestellung von Lungenkrebs bereits Rückenschmerzen hatten.

Rückenschmerzen sind jedoch ein sehr allgemeines Symptom, das einen großen Anteil der Bevölkerung betrifft, und sind nur ein sehr unspezifisches Symptom für Lungenkrebs .

Hinweis

Es ist denkbar, dass ein Tumor, der in der Lunge wächst oder bis an die Wirbelsäule heranreicht (die Lunge grenzt bis zur Wirbelsäule auf beiden Seiten), zu einer Verletzung von Nerven führt, da Tumore infiltrierendes (ins Gewebe hereinwachsendes) Wachstum aufweisen.

Dieser verletzte Nerv könnte dann zu Schmerzen führen. Aber auch Metastasen können Rückenschmerzen verursachen. Dabei sind verschiedene Lokalisationen denkbar; eine häufige Lokalisation sind die Wirbelkörper der Wirbelsäule.

Achtung

Eine besondere Gefahr besteht hierbei für eine Kompression des Rückenmarks. Die Wirbelkörper ummanteln das Rückenmark, welches die Verbindungsstrecke zwischen dem zentralen Nervensystem im Gehirn und dem Rest des Körpers darstellt.

Ein Tumor, der vom Wirbelkörper ins Rückenmark wächst, kann zu einer Kompression oder Verletzung der dortigen Nerven führen, was neben Rückenschmerzen auch zu Ausfallserscheinungen führen kann, wie z.B. Lähmungen oder Sensibilitätsausfälle.

Bei Metastasen im Knochen kann es zu einer Verletzung des Knochens und einer resultierenden Hyperkalzämie kommen – einem erhöhten Kalziumlevel im Blut. Dies kann zu Übelkeit, Erbrechen, Schwäche und Muskelproblemen führen

Leptomeningealer Befall

Eine andere Lokalisation des gestreuten Tumors können die Meningen sein. Ein Befall der Meningen (Auskleidung von Gehirn und Rückenmark) durch Lungenkrebs ist zwar selten, kommt jedoch bei einigen Patienten vor. Die Reizung der Meningen kann Schmerzen verursachen, die wie Rückenschmerzen wirken. .

Diagnostische Maßnahmen bei Rückenschmerzen

Bei anhaltenden Rückenschmerzen sollte man immer einen Arzt konsultieren. Eine Bildgebung, häufig eine Röntgenuntersuchung, wird in der Regel durchgeführt, aber ein CT oder MRT kann oft genauere Ergebnisse liefern. Bei Verdacht auf Lungenkrebs kann auch eine PET-CT hilfreich sein.

Dabei wird ein nicht abbaubarer Zucker mit einem Radiopharmakon markiert und in den Körper eingebracht. Da Krebszellen einen erhöhten Stoffwechsel haben, nehmen sie den Zucker auf. Durch das markierte Radiopharmakon können die Krebszellen dann sichtbar gemacht werden.

Therapieoptionen bei Knochenmetastasen

Strahlentherapie kann ebenfalls eingesetzt werden, um den durch den Krebs geschädigten Knochen zu regenerieren. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Schmerztherapie.

Die Schmerzen bei Knochenmetastasen eines Lungenkarzinoms sind in der Regel sehr intensiv, daher kann eine morphinhaltige Therapie, z.B. mit Hydromorphon, notwendig sein. Diese kann mit anderen Schmerzmitteln wie Ibuprofen, Novalgin oder Paracetamol kombiniert werden.

Zusätzlich gibt es Medikamente, die speziell für neuropathische Schmerzen geeignet sind, z.B. Antiepileptika wie Gabapentin oder Pregabalin. Diese können jedoch Schläfrigkeit verursachen, weshalb das Fahren während ihrer Einnahme nicht empfohlen wird.

Bei einem erhötem Calziumspiegel besteht die Therapie in der Verdünnung des Bluts durch Trinken oder, bei stark erhöhten Spiegeln im Blut, durch eine intravenöse Natriumchlorid-Lösung. Parallel dazu können im Krankenhaus Medikamente wie Zometa oder Denosumab verabreicht werden, um den Calciumspiegel zu senken.

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