Medisigel logo
Gesundheit von A-Z

Prostatakrebs

Geschrieben von Tim Schröter
Mann erhält Strahlentherapie zur Behandlung von Prostatakrebs.

Prostatakrebs Experten

Univ.-Prof. Dr. med. Axel S. Merseburger ist einer der international führenden Experten in der urologischen Onkologie, insbesondere in der Chirurgie v...

Zum Profil

Wissen stellt die wertvollste Ressource dar, um aktiv am eigenen Entscheidungsprozess teilzunehmen und Chancen sowie Risiken individuell abzuwägen zu ...

Zum Profil

Prostatakrebs Ratgeber durch deine Erkrankung

Interviews mit führenden Experten

Häufig gestellte Fragen

Ein Prostatakarzinom wird nicht operiert, wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist oder wenn das Karzinom so langsam wächst, dass es wahrscheinlich erscheint, dass zu Lebzeiten des Patienten keine Komplikationen auftreten werden.

Ein Prostatakarzinom streut vor allem in Knochen und Lymphknoten. Am häufigsten sind die Knochen der Lendenwirbelsäule und des Kreuzbeins betroffen. Bei einer Streuung in die Lymphknoten sind meist die Lymphknoten im Beckenbereich zuerst betroffen.

Wird die Therapie abgesetzt lässt die Wirkung der Medikamente innerhalb einiger Tage nach. Grundsätzlich wird die Therapie bis zu einer eventuellen Heilung oder Lebenslang fortgesetzt.

Abhängig vom Stadium des Tumors bei der Diagnose ist eine Heilung häufig möglich.

Das kommt sehr auf die Art des Tumors und dessen Verbreitung an. Etwa 9 von 10 Männern leben länger als 5 Jahre, nachdem sie die Diagnose erhalten haben. Auch eine Heilung und damit eine normale Lebenserwartung ist häufig möglich.

Das hängt vom Stadium des Tumors und dem Patienten ab. Es ist sogar relativ häufig der Fall, dass ein Prostatakarzinom erst einmal gar nicht behandelt, sondern nur genau beobachtet wird.

Medisiegel icon

Prostatakrebs einfach erklärt

Prostatakarzinom

Betroffene

Organe(e):

Prostata

Häufigkeit

  • mit 22.7% die häufigste Krebserkrankung von Männern
  • Inzidenz: ca 62.230 pro Jahr in Deutschland

Risikofaktoren

  • Alkohol
  • Nikotin
  • afrikanische Abstammung
  • Alter
  • Genetische Veranlagung
  • lokalen entzündliche Prozesse (Prostataentzündung)

Ursachen

  • lokalen entzündliche Prozesse (Prostataentzündung)
  • Alkohol- oder Nikotinkonsum
  • Alter
  • afrikanische Abstammung

Symptome

  • Dringender Harndrang
  • Schwierigkeiten zu Beginn des Wasserlassens
  • Harnverhalt
  • Intermittierender Urinfluss
  • Schmerzhafte Ejakulation
  • Blut im Urin
  • Blut in der Samenflüssigkeit
  • Rückenschmerzen

Komplikationen

  • Knochenbrüche
  • Einengung des Rückenmarks

Diagnose

  • Anamnese
    • Müssen sie häufig Wasserlassen?
    • Müssen sie Nachts häufig Wasserlassen?
    • Haben sie Schwierigkeiten mit dem Wasserlassen zu beginnen?
    • Haben sie Schwierigkeiten beim Wasserlassen?
    • Ist ihr Urinstrahl schwach oder unterbrochen?
    • Haben sie Schmerzen bei der Ejakulation?
    • Ist ihnen Blut in ihrem Urin aufgefallen?
    • Ist ihnen Blut in ihrer Samenflüssigkeit (Ejakulat) aufgefallen?
    • Leiden sie an Schmerzen im unteren Rücken?
    • Hatten sie in der Vergangenheit Entzündungen der Prostata?
    • Gibt es in Ihrer Familie Fälle von Prostatakrebs oder Brustkrebs?
    • Haben Sie Erektionsprobleme?
    • Haben Sie in letzter Zeit ungewollt an Gewicht verloren?
  • Körperliche Untersuchung
    • Beim Prostata-CA können Hoden und Lymphknoten anschwellen
    • Digital rektale Untersuchung (DRU)
  • Laboruntersuchung
    • PSA-Wert: nicht unbedingt aussagekräftig
    • PSA Verdopplungszeit: besserer Marker
  • Ultraschalluntersuchung
    • Transrektaler Ultraschall (TRUS)
    • Ultraschalluntersuchung der Prostata über den Enddarm
  • MRT
    • Tumornachweis
  • Biopsie
    • Stanzbiopsie von Prostatagewebe mit histopathologischer Untersuchung
    • Gleason-Score (Wie sehr weichen Tumorzellen vom normalen Gewebe ab?)

Differenzial Diagnose

  • Benigne Prostatahyperplasie

Therapie

  • Operation
  • Chemotherapie
  • Strahlentherapie

Präventionsmaßnahmen

  • Alkoholkarrenz
  • Nikotinverzicht
  • Bewegung
  • gesunde Ernährung

Mögliche Vorsorgemaßnahmen

  • regelmäßige Prostatavorsorge

Prognose

  • Je früher die Behandlung eingeleitet wird desto besser ist die Prognose.
  • im Frühstadium heilbar

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren bei Prostatakrebs?

Beim Prostatakrebs, auch Prostatakarzinom genannt, handelt es sich um eine bösartige Vermehrung des Prostatagewebes. Eine Größenzunahme von Organen oder Gewebe allgemein wird als Tumor bezeichnet. In diesem Fall handelt es sich um einen bösartigen Tumor und damit um die geläufige Bezeichnung „Krebs“.

Der Prostatakrebs macht unter den bösartigen Tumoren der Männer den größten Teil aus. Es erkrankten 2016 in Deutschland etwa 92 von 100.000 Männern an einem Prostatakarzinom. Von allen Neuerkrankungen mit bösartigen Krebsarten macht Prostatakrebs etwa 23 % aus.

Bei der Prostata handelt es sich um die sogenannte Vorsteherdrüse. Sie befindet sich unterhalb der Harnblase und umgibt den anfänglichen Teil der Harnröhre. Die Vorsteherdrüse produziert ein saures Sekret, das sogenannte "saure Prostatasekret“. Dieses Sekret macht etwa 30 % des Ejakulats beim Samenerguss aus.

Da es sich bei der Prostata um eine Drüse handelt, ist der häufigste Tumor, welcher hier vorkommt, das sogenannte Adenokarzinom (aden = Drüse, karzinom = Krebsgeschwür). Als Adenokarzinome bezeichnet die Medizin bösartige Tumore, welche aus Drüsengewebe hervorgehen.

Solche Karzinome entstehen durch den Ausfall von wachstumshemmenden Funktionen der Zellen oder durch eine Überfunktion von wachstumsfördernden Funktionen. Bei gesunden Zellen stehen diese Funktionen in einem passenden Gleichgewicht und die Zellen teilen sich nur so oft, wie es der Körper braucht. Fehlen nun die bremsenden Einflüsse auf die Zellteilung oder es kommt zu vermehrten teilungsfördernden Einflüssen, vermehren sich die Zellen der Prostata unkontrolliert.

Zunächst wird durch ein solches Wachstum die Prostata selber größer. Im Verlauf kann es auch vorkommen, dass diese „entarteten“ Zellen über die Grenzen der Prostata hinweg, in die umliegenden Körperstrukturen wachsen. Dann spricht von einem "infiltrierenden" Wachstum.

Gelangen derart unkontrolliert wachsende Zellen an andere Stellen im Körper, können sie sich auch dort weiter teilen. Es entsteht ein weiterer Tumor. Solche Tumore werden als "Metastasen“ oder "Satellitentumore“ bezeichnet. Eine solche Verteilung von Tumorzellen findet vorwiegend über den Transport mit der Lymphflüssigkeit oder dem Blut statt.

Im Fall des Prostatakarzinoms findet eine solche Metastasierung am häufigsten in die Knochen oder in die Lymphknoten im Beckenbereich statt. Solch eine "Streuung" kann jedoch auch in jedes Organ des Körpers stattfinden.

Über Risikofaktoren ist bisher nicht viel bekannt. Als gesichert gilt, dass das Lebensalter den wichtigsten Risikofaktor darstellt und die Wahrscheinlichkeit an einem Prostatakarzinom zu erkranken mit dem Alter steigt. Vor dem 50. Lebensjahr zum Beispiel kommt es nur in den seltensten Fällen zur Entstehung eines Prostatakarzinoms.

Risikofaktor Vererbung

Darüber hinaus wird eine familiäre Belastung als Risikofaktor vermutet. Wenn bereits der Großvater, Vater oder Bruder an Prostatakrebs erkrankt ist, steigt die Wahrscheinlichkeit selbst einen solchen Tumor zu entwickeln deutlich an. Besonders gefährdet ist man immer dann, wenn sogar mehr als ein Blutsverwandter betroffen ist oder war. Außerdem scheint es einen Zusammenhang zwischen Frauen mit Brustkrebs und dem Auftreten eines Prostatakarzinoms bei deren männlichen Nachkommen zu geben.

Risikofaktor Ethnie

Schaut man sich genauer an, wie viele Neuerkrankungen es in welchen Regionen der Welt gibt, so fällt schnell auf, dass sich global ein Ost-West-Gefälle abzeichnet. Vor allem in den USA gibt es besonders viele Neuerkrankungen pro Jahr. Betroffen sind dort zumeist Afroamerikaner. In Asien hingegen gibt es vergleichsweise wenige Männer, die an einem Karzinom der Prostata erkranken. Innerhalb von Europa lässt sich feststellen, dass Nordeuropäer häufiger erkranken als Menschen, die aus dem Süden Europas stammen.

Die Gründe für diese Unterschiede sind wahrscheinlich in den Lebensgewohnheiten zu finden. Vor allem fettreiches Fleisch und ein Mangel an Obst und Gemüse, scheint die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung dieses Tumors zu steigern. Ein Einfluss genetischer Faktoren kann jedoch ebenfalls nicht ausgeschlossen werden.

Weitere Risikofaktoren

Seit vielen Jahren gibt es rund um das Thema Prostatakrebs eine Reihe von Vermutungen. Ob diese der Wahrheit entsprechen oder frei erfunden sind, kann nicht immer zuverlässig geklärt werden.

Früher ging man davon aus, dass das Sexualhormon Testosteron an der Entstehung des Prostata-CA beteiligt ist. Mittlerweile weiß man jedoch, dass das so nicht stimmt. Tatsächlich lässt sich aber nachweisen, dass der Tumor, nachdem er einmal entstanden ist, unter dem Einfluss des Hormons wächst. Testosteron fördert demnach das Wachstum eines bereits bestehenden Karzinoms der Prostata. Dessen Entstehung kann das Hormon hingegen nicht beeinflussen.

Außerdem hieß es lange Zeit, dass auch die Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs, beziehungsweise die Anzahl an Samenergüssen, eine Rolle spielt. Unabhängig davon, wie viele Ejakulationen ein Mann im Laufe seines Lebens hat, konnte bislang kein Zusammenhang zur Entstehung von Prostatakrebs gefunden werden.

Einen gewissen Zusammenhang zwischen Tumoren der Vorsteherdrüse und dem Genuss von Alkohol und Nikotin konnte jedoch sehr wohl nachgewiesen werden. Ebenso scheinen Entzündungen der Drüse die Wahrscheinlichkeit, an einem Tumor zu erkranken, zu steigern. Aus diesem Grund haben Männer, die an wiederkehrenden Entzündungen der Prostata leiden, ein höheres Tumorrisiko.

Es ist zu erkennen, dass Männer in Ländern wie in Nord- und Mitteleuropa oder den USA stärker von Prostatakarzinomen betroffen sind als beispielsweise in Asien oder Südamerika.

Anatomische Grundlagen

Die gesunde Prostata oder auch Vorsteherdrüse genannt, hat ungefähr die Größe einer Kastanie. Sie befindet sich unterhalb der männlichen Harnblase und umschließt dabei den oberen Anteil der Harnröhre vollständig. Aus diesem Grund führt eine Größenzunahme der Drüse, zum Beispiel im Zuge einer gutartigen Hyperplasie (benigne Prostatahyperplasie), in vielen Fällen zu einer Einengung der Harnröhre.

Dies kann zu verschiedenen Problemen beim Wasserlassen und der Ejakulation führen. Bei einem zwanzigjährigen Mann hat die Prostata ein Gewicht von circa 20 Gramm. Ihr Gewicht nimmt im Laufe des Lebens zu und kann dabei auf über 100 Gramm ansteigen. Die Rückseite der Prostata grenzt an den Enddarm (Rektum).

Die Prostata zählt zu den inneren männlichen Geschlechtsorganen. Sie erfüllt eine wichtige Aufgabe bei der Fortpflanzung, denn die Drüse bildet ein Sekret, das der Samenflüssigkeit hinzugefügt und während der Ejakulation mit ausgestoßen wird. Das Sekret der Prostata sorgt dafür, dass das Ejakulat dünnflüssiger wird.

Das ist besonders wichtig, da diese Konsistenz die Beweglichkeit der Spermien und daher ihre Befruchtungsfähigkeit verbessert. Einer der essenziellen Bestandteile des Prostatasekrets ist das sogenannte prostataspezifische Antigen, kurz PSA. Ebendieses Antigen sorgt für die Konsistenzoptimierung des Ejakulats. In der Medizin wird es vor allem als Marker für die Diagnose und den Verlauf des Prostatakarzinoms verwendet.

Wenn es zu einem Samenerguss (Ejakulation) kommt, ziehen sich die Muskeln der Prostata ruckartig zusammen und pressen deren Sekret durch zahlreiche Ausführungsgänge in die Harnröhre. Gleichzeitig werden auch die von den Samenblasen gebildeten Sekrete sowie die im Hoden gereiften Spermien in die Harnröhre abgegeben. Die Prostata ist der Ort, an dem die Harn- und Samenwege zusammengeführt werden.

Stimuliert werden sowohl das Wachstum als auch die Funktion der Prostata über das männliche Geschlechtshormon Testosteron. Dieses wird zu einem Großteil im Hoden synthetisiert. Kommt es zu einem starken Abfall des Testosteronspiegels, so kann die Drüse nicht stimuliert werden und deshalb auch kein Sekret bilden.

Was sind die Symptome bei Prostatakrebs?

In vielen Fällen kann sich das Prostatakarzinom über einen langen Zeitraum entwickeln, ohne nennenswerte Beschwerden hervorzurufen. Wird ein Karzinom der Prostata in einem frühen Stadium gefunden, so geschieht dies in der Regel im Zuge einer Vorsorgeuntersuchung. Je früher der Tumor gefunden und eine Behandlung eingeleitet werden kann, desto besser ist die Prognose. Prostatakrebs ist in frühen Stadien heilbar.

Auf Grund der anatomischen Lage der Drüse kann es im weiteren Verlauf zu verschiedenen Symptomen kommen. Die Prostata sitzt am unteren Ende der Harnblase und umschließt dort die Harnröhre vollständig. Diese Tatsache macht deutlich, dass sich eine Vergrößerung vor allem auf die Harnröhre auswirkt. Mit zunehmender Prostatagröße wirkt mehr Druck auf die Harnröhre ein und dies führt im Laufe der Zeit zu einer mitunter enormen Einengung.

Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung macht sich der Tumor der Prostata vor allem durch Probleme beim Wasserlassen bemerkbar. Viele der betroffenen Männer haben Schwierigkeiten dabei, überhaupt Urin abzugeben. In der Medizin spricht man dann vom sogenannten Harnverhalt.

Es ist aber auch möglich, dass lediglich der Beginn des Wasserlassens erschwert ist. Außerdem wirkt sich die Einengung der Harnröhre auch auf den Urinstrahl aus. Typischerweise unterbricht dieser beim Wasserlassen und/oder es kommt zum Nachträufeln. Männer, die an Prostatakrebs leiden, haben zudem häufig das Gefühl, dass sie die Blase nicht vollständig entleeren können.

Sie leiden unter häufigem Harndrang, der sich vor allem nachts bemerkbar macht. Aus diesem Grund ist der Nachtschlaf gestört und die Betroffenen sind zunehmend müde und abgeschlagen.

Hält der Harnverhalt über einen längeren Zeitraum an, kann sich dies auch auf die Nieren auswirken. Ein Karzinom der Vorsteherdrüse kann allerdings auch dazu führen, dass ein unkontrollierter Urinverlust (Inkontinenz ) auftritt. Darüber hinaus kann es zu Blutbeimengungen im Urin kommen (sog. „Hämaturie“).

Da im Bereich der Prostata die Harn- und Samenwege zusammengeführt werden, wirkt sich die Einengung der Harnröhre auch auf die Ejakulation aus. Betroffene Patienten entwickeln im Zuge der Erkrankung häufig Probleme bei der Ejakulation oder sogar eine Impotenz. Wenn es zum Samenerguss kommt, so kann dieser sehr schmerzhaft sein. Eine Impotenz kann auch in jenen Fällen hervorgerufen werden, wenn der Tumor die Blutgefäße, welche zu den Schwellkörpern des Penis führen, beeinträchtigt.

Auch Schmerzen zählen zu den typischen Symptomen, die im Zuge des Prostatakrebs auftreten können. Diese Schmerzen sind in der Regel im Unterbauch, also im Bereich der Prostata oder im unteren Rücken lokalisiert. Sie können allerdings auch ins Becken, die Hüfte und/oder die Oberschenkel ausstrahlen.

Darüber hinaus lassen sich bei Männern mit einem solchen Tumor auch die allgemeinen Krebsanzeichen finden. So leiden sie an deutlichem Gewichtsverlust, haben eine stetig erhöhte Körpertemperatur bis hin zu Fieber und schwitzen in der Nacht enorm stark (Nachtschweiß).

Wie wird Prostatakrebs diagnostiziert?

Untersuchungen im Überblick

Die meisten Prostatakarzinome werden im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen festgestellt. Zu bemerken gilt es, dass der Nutzen der Vorsorgeuntersuchungen noch nicht abschließend geklärt ist.

Somit sollte jeder Mann über deren Vor- und Nachteile aufgeklärt werden, um selbst entscheiden zu können, ob das Vorsorgeprogramm für ihn sinnvoll und wünschenswert ist.

Dabei wird die Prostata durch das Rektum mit einem Finger abgetastet. Nach derzeitigem Wissen ist diese Untersuchung aber nicht aussagekräftig genug, um als alleinige Maßnahme der Früherkennung auszureichen.

Bei dieser Untersuchung sollte sich die Prostata gleichmäßig, kastaniengroß und prall-elastisch anfühlen. Verdächtig für ein Karzinom wäre es, wenn sich die Prostata sehr hart, groß oder unregelmäßig anfühlt.

Beim PSA-Wert handelt es sich um den Wert des sogenannten "Prostata-spezifischen Antigens“. Dies ist ein Stoff, welcher von der Prostata gebildet wird und dann im Blut nachgewiesen werden kann.

Dieser Wert ist bei Karzinomen der Prostata erhöht und wird dann als Marker bezeichnet. Allerdings kann auch eine gutartige Vergrößerung der Prostata ("benigne Prostatahyperplasie“) oder eine Entzündung der Prostata zu einer Erhöhung des PSA-Wertes führen.

Auch das Abtasten der Prostata kann den PSA-Wert erhöhen. Daher sollte das Blut für die PSA-Bestimmung immer vor der digital-rektalen Untersuchung abgenommen werden. Je nach Höhe des PSA-Wertes werden die Intervalle für die nächste Vorsorgeuntersuchung festgelegt. Sollte der PSA-Wert bei einer Messung sehr hoch sein oder im Verlauf von mehreren Messungen stark gestiegen sein, gilt der Befund als verdächtig.

Zusätzlich kann eine Ultraschalluntersuchung der Prostata zur Erkennung von Prostatakarzinomen beitragen: Hierbei wird eine spezielle Ultraschallsonde in das Rektum des Patienten eingeführt und damit die Prostata untersucht.

Weitere Diagnoseschritte

Sollte sich aus den Vorsorgeuntersuchungen ein Verdacht auf ein Prostatakarzinom ergeben, müssen weitere Diagnoseschritte durchgeführt werden:

MRT steht für "Magnet-Resonanz-Tomografie“. Hierbei werden Bilder des Körpers mithilfe von Magnetfeldern erzeugt. Damit ist diese Untersuchung mit keiner Strahlenbelastung für den Körper verbunden.

Zur Untersuchung der Prostata kommt ein spezielles Untersuchungsverfahren zum Einsatz: Das multiparametrische MRT. Hierbei werden nicht nur Bilder des Gewebes aufgenommen, sondern auch die Zelldichte, die Durchblutung und Stoffwechselvorgänge sichtbar gemacht.

Biopsie beschreibt die Gewebeentnahme aus einem Organ. Diese Gewebeproben werden mithilfe eines scharfen Zylinders aus der Prostata gestanzt. Um die Gewebeproben zu entnehmen, gelangen die Ärztin oder der Arzt durch das Rektum oder vom Damm aus in die Nähe der Prostata und können dann die Gewebeproben aus der Prostata entnehmen.

Diese Prozedur findet selbstverständlich unter örtlicher Betäubung statt. Um an den richtigen Stellen Proben zu entnehmen, erfolgt die Entnahme unter Beobachtung mithilfe eines Ultraschallgerätes.

Die gewonnenen Proben können nun durch einen Pathologen unter dem Mikroskop beurteilt werden. Wie meistens in der Medizin wird das Ergebnis der mikroskopischen Untersuchung mit einer Klassifikation versehen. Im Falle des Prostatakarzinoms erfolgt die Einteilung nach dem sogenannten Gleason-Score.

Hierbei werden die Veränderungen des Drüsengewebes nach festgeschriebenen Parametern beurteilt und klassifiziert. Entscheidend für die Einteilung ist dabei, welche Entartungsstufe in den Proben am häufigsten vorkommt und welche Entartungsstufe die schlimmste festzustellende in den Proben ist.

Wird ein Prostatakarzinom festgestellt, wird ein sogenanntes "Staging“ durchgeführt. Hierbei wird die Krebserkrankung in Stadien eingeteilt. Diese Einteilung dient zum einen der Therapieentscheidung und zum anderen kann anhand der Stadien die Prognose für den Patienten abgeschätzt werden.

Für diese Stadieneinteilung werden vor allem drei Dinge berücksichtigt:

  • Größe und regionale Ausbreitung des Tumors.
  • Befall von Lymphkonten mit Tumorzellen.
  • Sind Fernmetastasen vorhanden?

Um eine Harnstauung oder Lebermetastasen zu erkennen.

Dabei wird dem Patienten eine Substanz verabreicht, welche sich verstärkt in Tumorzellen des Prostatakarzinoms sammelt und mit einem radioaktiven Marker versehen ist. Dabei sind diese radioaktiven Marker in Stoffe eingefügt, welche sich besonders in Zellen mit hohem Energieverbrauch ansammeln. Dabei macht man sich zunutze, dass Tumorzellen durch ihre gesteigerte Vermehrungsrate viel Energie verbrauchen.

Dieser radioaktive Marker kann auf den speziellen Röntgenaufnahmen sichtbar gemacht werden. Speziell werden hier alle Knochen des Körpers untersucht, um Knochenmetastasen zu finden. Die Ganzkörperknochenszintigrafie soll nach neusten Empfehlungen aber durch die PSMA-PET CT ersetzt werden:

Ähnlich wie die Gankörperknochenszintigrafie, sollen auch bei der PSMA-PET CT Metastasen sichtbar gemacht werden. Der Unterschied besteht darin, dass hier die Metastasen nicht nur im Knochen, sondern im ganzen Körper dargestellt werden können. PSMA steht hierbei für das Prostataspezifische Membranantigen.

Dabei handelt es sich um ein Eiweiß, welches in der Zellmembran, also der Hülle, der Prostatazellen vorkommt. Das PSMA kommt zwar in allen Prostatazellen vor, wird aber in Tumorzellen verstärkt gebildet. 

PET ist die Abkürzung für die Positronenemissionstomografie. Hierfür kommen leicht radioaktive Stoffe zum Einsatz. Diese leichte Strahlung kann dann in CT-Geräten sichtbar gemacht werden.

Bei einem CT (Computertomografen) handelt es sich um ein spezielles Röntgengerät. In diesem werden viele dünne Schnittbilder des Körpers angefertigt und durch ein Computerprogramm zu einem großen Gesamtbild zusammengefügt.

Im Fall der PSMA-PET CT Untersuchung, werden diese drei Teilaspekte miteinander verbunden, indem die radioaktiven Marker so gewählt werden, dass sie speziell an das PSMA binden.

Nach der Injektion der Marker, erfolgt eine PET CT Untersuchung, in der dann Prostatazellen und auch Tumorzellen der Prostata angezeigt werden.

Vor allem die Wirbelsäule kann mithilfe eines einfachen Röntgenbildes auf das Vorhandsein von Knochenmetastasen untersucht werden.

Hierbei wird die Ausbreitung des Tumors und die Möglichkeit einer Operation beurteilt.

Therapie bei Prostatakrebs

Wie bei jeder Krebserkrankung ist es sehr wichtig, dass der Patient zusammen mit seiner Ärztin oder seinem Arzt entscheidet, welche Therapie für ihn die beste ist. Neben der aktiven Behandlung, kann es gerade beim Prostatakarzinom eine gute Option sein, erst einmal abzuwarten. Die Therapiemöglichkeiten richten sich nach der Größe und Ausbreitung des Tumors und nach dem Vorhandensein von Metastasen.

Therapieoptionen, wenn keine Metastasen vorliegen

Hierbei werden meistens auch alle umliegenden Lymphknoten entfernt, für den Fall, dass diese bereits Metastasen enthalten. Hierfür kommen unterschiedliche Operationstechniken infrage. Ein eindeutiger Beweis für den Vorteil einer bestimmten Operationstechnik konnte bisher nicht erbracht werden.

Somit sollte die Operationstechnik im Einzelfall mit dem Patienten abgestimmt werden und sich nach dessen Wünschen und den Erfahrungen des Operateurs richten.

Dazu wird dir Prostata von außerhalb des Körpers mit speziellen Geräten mit Strahlung beschossen. Diese Bestrahlung führt zu einem Absterben der Zellen. Möglich ist es auch Strahlenquellen, wie sogenannte "Iod-Seeds“ in die Prostata zu implantieren. Diese verstrahlen das umliegende Gewebe und hemmen so dessen Wachstum.

Ob eine Bestrahlung oder eine Operation durchgeführt wird, hat bisher keinen Unterschied im Ergebnis der Behandlung erkennen lassen. Auch diese Wahl muss individuell und unter Berücksichtigung der jeweiligen Vor- und Nachteile getroffen werden.

Therapieoptionen, wenn bereits Metastasen vorhanden sind:

Es werden Medikamente verabreicht, welche zu einer chemischen Kastration führen. Dabei wird die Bildung oder Wirkung von Geschlechtshormonen, insbesondere des Testosterons, vollkommen unterdrückt, da diese die Prostatazellen zum Wachstum anregen.

Die Bildung der Geschlechtshormone kann durch Medikamente wie Buserelin oder Abarelix unterdrückt werden. Auch ist es möglich, durch die operative Entfernung beider Hoden eine Bildung von Geschlechtshormonen zu beenden.

Hierbei werden Zellgifte verabreicht. Diese Gifte werden so gewählt, dass sie vor allem (aber leider nie ausschließlich) Tumorzellen schädigen. Beim Prostatakarzinom wird vor allem Docetaxel eingesetzt.

Es kann auch eine Option sein, erst einmal keine Behandlung zu starten. Dann spricht man von "Active Surveillance“ oder "watchfull waiting“. Gemeint ist ein Abwarten, wie sich der Krebs weiterentwickelt. Währenddessen werden regelmäßig Kontrolluntersuchungen durchgeführt.

Infrage kommt dieses abwartende Vorgehen vor allem bei frühen Stadien, welche sich nur langsam weiterentwickeln oder bei späten Stadien, bei denen die Nebenwirkungen für andere Therapien den Nutzen übersteigen.

Wie ist die Prognose bei Prostatakrebs?

Die Prognose des Prostatakarzinoms hängt von vielen Faktoren ab. Vor allem spielt das Stadium, in welchem das Karzinom entdeckt wird, eine große Rolle. Hierbei ist entscheidend, wie stark sich der Tumor lokal ausgebreitet hat, aber vor allem auch, ob bereits Fernmetastasen vorhanden sind.

Zusätzlich spielt das Verhalten des Karzinoms eine entscheidende Rolle. Es gibt Prostatakarzinome, welche nur sehr langsam wachsen und welche, die eher schnell wachsen.

Bei frühen Stadien, ohne Metastasierung, überleben etwa 90 % der Männer mehr als 5 Jahre. Mit fortgeschrittenen Stadien nimmt die Überlebenswahrscheinlichkeit ab. Aber auch Männer mit fortgeschrittenem und metastasiertem Prostatakarzinom überleben nicht selten noch einige Jahre.

Da die Wahrscheinlichkeit an Prostatakrebs zu erkranken mit zunehmendem Alter steigt und das durchschnittliche Erkrankungsalter bei etwa 70 Jahren liegt, ist es häufig so, dass Patienten nicht an ihrem Tumorleiden versterben, sondern an anderen Ursachen. Dies ist auch einer der Gründe, warum eine Therapieentscheidung sehr sorgfältig getroffen werden muss.

Wie kann man Prostatakrebs vorbeugen?

Da die bekannten Risikofaktoren, mit wenigen Ausnahmen nicht beeinflusst werden können, ist auch kaum eine Vorbeugung gegen das Prostatakarzinom möglich. Empfohlen wird dennoch eine gesunde und ausgewogene Ernährung.

Vorsorgeuntersuchung

Bei Männern, die 45 Jahre oder älter sind, empfiehlt es sich, einmal pro Jahr an einer Vorsorge- beziehungsweise Früherkennungsuntersuchung teilzunehmen. Im Zuge dieser speziellen Krebsvorsorge findet zuerst ein ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch, die sogenannte Anamnese, statt.

Im Zuge dieses Gesprächs erfragt der Arzt, ob es möglicherweise Auffälligkeiten gibt, die auf einen Tumor der Prostata hinweisen. Zudem ist es wichtig, auf Vorerkrankungen und die Einnahme von Medikamenten einzugehen. Da eine genetische Komponente bei der Entstehung von Tumoren im Bereich der Prostata nicht ausgeschlossen werden kann, spielt auch die Krankengeschichte der Familie bei der Anamnese eine wichtige Rolle.

Im Anschluss daran erfolgt eine Tastuntersuchung, bei der die Prostata komplett abgetastet wird. Der Arzt befühlt bei dieser Untersuchung die Prostata des Patienten von rektal aus. Man nennt das Abtasten aus diesem Grund auch „digital-rektale Untersuchung“. Mithilfe dieser Methode lassen sich sowohl Vergrößerungen als auch knotige Verhärtungen im Bereich der Drüse frühzeitig entdecken.

Die digital-rektale Untersuchung gehört zu den wichtigsten und zugleich am wenigsten aufwendigen Krebsvorsorgemaßnahmen. Je früher ein Tumor der Prostata entdeckt wird, desto eher kann man eine geeignete Behandlung einleiten. Wenn die Behandlung im Frühstadium stattfindet ist der Prostatakrebs heilbar.

Empfehlungen zur Nachsorge bei Prostatakrebs

Eine Nachsorge wird nötig, wenn eine Behandlung mit der Absicht der Heilung durchgeführt wurde. Dabei soll 12 Wochen nach der Behandlung eine Nachsorgeuntersuchung durchgeführt werden.

Im weiteren Verlauf sollen vierteljährliche Kontrollen für zwei Jahre und halbjährliche Kontrollen im dritten und vierten Jahr stattfinden. Ab dem fünften Jahr soll eine jährliche Kontrolle durchgeführt werden.

Im Rahmen dieser Kontrollen wird vor allem der PSA-Wert überprüft. Sollte der PSA-Wert nicht mehr steigen, ist auch keine regelmäßige digital-rektale Untersuchung empfohlen.

Zusammenfassung

Das Prostatakarzinom stellt die häufigste bösartige Krebserkrankung von Männern dar. Es stehen unterschiedliche Therapien zur Verfügung, wobei nicht selten keine Behandlung erfolgen muss. Die Prognose ist, für eine bösartige Krebserkrankung, gut.

Zuletzt aktualisiert am 2023-10-25T23:04:33.248Z

Quellen

Medisiegel

Newsletter anmelden

Unsere Artikel sollen Ihnen einen ersten Eindruck von einem medizinischen Thema vermitteln. Sie ersetzen keine ärztliche Untersuchung und Beratung.
Wir übernehmen keine Gewähr für die inhaltliche Richtigkeit und Vollständigkeit der Darstellung.

Copyright © 2022, Medisiegel. All rights reserved.