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Lebermetastasen

Geschrieben von Bassem Maalouf
3d Illustration einer medizinischen Darstellung von Lebermetastasen.

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren von Lebermetastasen?

Lebermetastasen sind Tochtergeschwülste eines bösartigen Tumors. Mit „Tumor“ werden Geschwülste bezeichnet, die unkontrolliert wachsen. Es gibt gutartige und bösartige Tumoren. Meist bilden nur bösartige Tumoren („Krebs“) Metastasen aus. Metastasen entstehen, indem lebende Tumorzellen über das Blut- oder das Lymphsystem in andere Organe verschleppt werden. Sie bedeuten ein Fortschreiten der Krebserkrankung.

Bei Lebermetastasen liegt der Haupttumor in den meisten Fälle in der Lunge, in der Brust, im Magen, in der Bauchspeicheldrüse oder im Dickdarm. Manchmal ist der Haupttumor unbekannt und wird erst durch die Beschwerden der Lebermetastasen oder als Zufallsbefund entdeckt.

Was sind die Symptome von Lebermetastasen?

Die Beschwerden von Lebermetastasen richten sich nach deren Größe und Lage. Selbst kleinste Metastasen können Beschwerden machen, weil sie zum Beispiel einen Gallengang verschließen. Bei größeren Metastasen wird durch das verdrängende Wachstum die Leberfunktion eingeschränkt. Betroffene können über Oberbauchschmerzen oder ein Druckgefühl im rechten Oberbauch klagen. Des Weiteren kann es durch die eingeschränkte Leberfunktion zu einer Gelbfärbung des Augenweiß und der Haut („Ikterus“) oder zu einer Wasseransammlung im Bauch („Aszites“) kommen.

Wie werden Lebermetastasen diagnostiziert?

Bei Entdeckung einer Krebserkrankung wird in der Regel mit weiteren Untersuchungen nach Tochtergeschwülsten gesucht. Dafür stehen Ultraschall und Röntgenuntersuchungen zur Verfügung. In bestimmten Fällen werden auch kompliziertere Methoden angewandt (z.B. Szintigraphien oder PET-CTs). In allein Fällen können Untersuchungen ggf. mit Kontrastmittel durchgeführt werden.

Therapie bei Lebermetastasen

Die Therapie der Lebermetastasen ist abhängig von der Art des Haupttumors. Je nach Haupttumor werden unterschiedliche Behandlungskonzepte durchgeführt. Dazu gehören klassischerweise Chemotherapien und Bestrahlungen.

Eine Option ist die chirurgische Entfernung der Metastasen. Außerdem gibt es spezielle Kathether-Verfahren, die ohne große Operation die Größe und Anzahl der Metastasen verringern und Beschwerden lindern können. Häufig wird auch eine Kombination verschiedener Therapien angewandt, um bestmögliche Resultate zu erzielen.

Wie ist die Prognose von Lebermetastasen?

Die Ausbildung von Metastasen in der Leber oder anderen Organen verschlechtert die Prognose des zugrundeliegenden Krebsleidens meist. Trotzdem variiert die Lebenserwartung stark zwischen den unterschiedlichen Tumoren und den gewählten Behandlungen.

Empfehlungen zur Nachsorge bei Lebermetastasen

Betroffene mit bösartigen Tumoren sollten engmaschig ärztlich angebunden sein. Auch bei erfolgreicher Behandlung einzelner Lebermetastasen werden regelmäßige Kontrollen durchgeführt, um sicherzustellen, dass keine neuen Metastasen unbemerkt entstehen.

Zusammenfassung

Bei Lebermetastasen handelt es sich um Tochtergeschwülste bösartiger Tumoren. Sie können lebertypische Beschwerden machen, können aber auch beschwerdefrei bleiben. Es gibt verschiedene Therapieverfahren, die sich je nach Art des Haupttumors unterscheiden.

Quellen
  • Herold, G. 2019. Innere Medizin. De Gruyter.
  • Hübner, J. 2014. Onkologie interdisziplinär. 1 ed.: Schattauer.
  • McFadden, N. R., L. M. Perry, T. J. Ghalambor, R. C. Langan, and S. Gholami. 2022. "Locoregional Liver-Directed Therapies to Treat Unresectable Colorectal Liver Metastases: A Review." Oncology (Williston Park) 36 (2): 108-114. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/35180
  • Prinz, C. 2012. Basiswissen Innere Medizin. 1 ed.: Springer.

Häufig gestellte Fragen

Lebermetastasen sind Tochtergeschwülste eines anderen Haupttumors. Insgesamt sind Tochtergeschwülste ein ungünstiges Zeichen einer Krebserkrankung und oft nicht heilbar.

Betroffene können Beschwerden wie Oberbauchschmerzen oder Gelbsucht haben. Abhängig von der Größe und dem Standort der Lebermetastasen können auch gar keine Beschwerden auftreten.

Die Lebenserwartung ist sehr unterschiedlich. Sie hängt von der Art des Haupttumors, sowie der Anzahl und Größe der Metastasen ab.

Es gibt verschiedene Verfahren (u.a. eine operative Entfernung) um Lebermetastasen zu behandeln. Das Behandeln von Lebermetastasen heilt Betroffene aber nicht vollständig, da es nur Tochtergeschwülste eines anderen, bösartigen Tumors sind.

Betroffene können Beschwerden wie Oberbauchschmerzen oder Gelbsucht haben. Abhängig von der Größe und dem Standort der Lebermetastasen können auch gar keine Beschwerden auftreten.

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Lebermetastasen einfach erklärt

Tochtergeschwüre

Betroffene

Organe(e):

Leber

Häufigkeit

  • 95–97 % aller Tumore in der Leber
  • ca. 20-mal so häufig wie das primäre Leberzellkarzinom

Risikofaktoren

  • Übermäßiger Alkoholkonsum
  • Fettleber
  • Leberzirrhose
  • Hepatitis B und Hepatitis C

Ursachen

  • hämatogene Metastasierung (z.B. aus dem Darm)
  • lymphogene Metastasierung

Pathophysiologie

  • Absliedlung von Krebszellen aus dem Primärtumor > lymphogene oder hämatogener Abfluss > Leber > Ansiedlung und Wachstum

Symptome

  • Appetitverlust
  • Gewichtsverlust
  • Schwitzen
  • Übelkeit
  • Bauchschmerzen im rechten Oberbauch
  • Gelbsucht (Ikterus)

Komplikationen

  • Entstehung von Gallefisteln
  • Tod

Diagnose

  • Anamnese
    • Haben sie keinen Appetit mehr?
    • Haben sie ungewollt Gewicht verloren?
    • Schwitzen sie sehr stark?
    • Ist ihnen häufig übel?
    • Leiden sie an Druckschmerzen im rechten oder mittleren Oberbauch?
    • Sind ihre Haut und/oder das Weiß ihrer Augen gelblich verfärbt?
    • Wurde bei ihnen ein Tumor diagnostiziert?
  • Ultraschalluntersuchung
    • Sono Abdomen
  • Computertomografie
    • Genauere Darstellung der Metastase(n)
  • MRT
    • Genauere Darstellung der Metastase(n)
  • PET-CT
    • Genaue Lagebestimmung der Metastase(n)

Therapie

  • Operation
  • Chemotherapie
  • Antihormontherapie
  • Immuntherapie
  • Ablative Verfahren
  • Interventionelle Therapie

Prognose

  • häufig keine Heilung möglich

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