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Prostatakrebs Ursachen

Die wichtigsten Risikofaktoren zur Entstehung eines Prostatakrebs sind Alter, Herkunft und familiäre Vorbelastung.

 

Wie hoch ist das Risiko für Prostatakrebs im Alter?

Das Alter scheint den wichtigsten Risikofaktor für die Entstehung eines Prostatakrebs darzustellen. Während bei jungen Menschen ein Prostatakrebs eine absolute Rarität darstellt, aber nicht ausgeschlossen ist, werden etwa 60% der Betroffenen in einem Alter über 65 Jahre diagnostiziert.

Das teilweise sehr fortgeschrittene Alter der Betroffenen kann individuelle Abwägungen und besondere Herausforderungen bei Medizin und Pflege darstellen.

Welche Rolle spielt die familiäre Vorbelastung bei Prostatakrebs?

Familien teilen sich gemeinsame Gene und gemeinsame Risikofaktoren. Bei Prostatakrebs spielt die familiäre Vorbelastung eine entscheidende Rolle und etwa 20% aller Betroffenen mit Prostatakrebs haben einen engen Verwandten, der bereits an dem Krebs erkrankt ist.

Neben diesen eher allgemeinen familiären Risikofaktoren gibt es auch spezifische genetische Syndrome, die mit einem Prostatakrebs in Verbindung gebracht werden können.

Charakteristisch sind in diesen Familien drei oder mehr erstgradige Verwandten mit einem Prostatakrebs betroffen. Patienten mit einem genetischen Prostatakrebs werden häufig auch früher bzw. in einem jüngeren Lebensalter diagnostiziert.

In der Regel liegen von den dreien zwei vor, die bereits vor dem 55. Lebensalter diagnostiziert werden.

 

Welche genetischen Faktoren erhöhen das Prostatakrebsrisiko?

Ein klassisches hereditäres Syndrom ist eine genetische Veränderung der Gene BRCA1 und BRCA2. BRC steht eigentlich für Breast Cancer, also Brustkrebs .

Dieses Syndrom ist in der Regel mit Krebserkrankungen in der Brust und in den Ovarien bei Frauen verbunden. Nichtsdestotrotz gibt es auch ein erhöhtes Risiko für Prostatakrebs .

Andere genetische Expositionen sind HPC1, HPCX, CAPB, ATM, FANCA und Veränderungen in sogenannten Mismatch Repair Genes. Das sind Gene, die eigentlich zur Reparatur von DNA-Schäden beitragen.

 

Welchen Einfluss hat die Herkunft auf das Prostatakrebsrisiko?

Interessanterweise scheint die schwarze Bevölkerung in Amerika ein höheres Risiko für die Entwicklung eines Prostatakrebs zu haben als die weiße. Darüber hinaus scheint der Prostatakrebs bei der schwarzen Bevölkerung häufig aggressiver zu verlaufen.

In Europa scheint es ein Nord-Süd-Gefälle zu geben, während Prostatakrebs häufiger im Norden diagnostiziert wird.

Interessanterweise scheint das Risiko bei der asiatischen Bevölkerung, die innerhalb ihres Herkunftslandes verbleiben, deutlich reduziert zu sein, während sich das Risiko an das höhere Risiko der Europäer und Amerikaner angleicht, wenn Asiaten in Europa oder Amerika leben.

Dieses impliziert, dass Prostatakrebs auch abhängig sein kann vom persönlichen Lebensstil.

 

Hat Ernährung Einfluss auf Prostatakrebs?

Auch wenn es keine belastbaren Studien-Daten gibt, scheint die Rolle von Ernährung und Sport einen Einfluss auf die Entstehung und die Aggressivität des Prostatakrebs zu haben.

So scheint eine Ernährung mit weniger Fleisch und mehr Gemüse eine entscheidende Rolle zu spielen und mit einem niedrigeren Risiko für ein aggressives Prostatakarzinom verbunden zu sein. Insbesondere Brokkoli kann das Risiko anscheinend reduzieren.

 

Hat Rauchen und Übergewicht wirklich Einfluss auf Prostatakrebs?

Es gibt auch Studien, die zeigen, dass Rauchen einen Einfluss für ein Hochrisikoprostatakarzinom haben könnte. Dieses sind aber eher Hinweise als Beweise.

Auch der Body Mass Index scheint eine Rolle zu spielen. Übergewichtige Patienten haben in der Regel einen niedrigeren PSA-Wert (Organmarker der von der Prostata gebildet wird und bei Prostatakrebs vermehrt produziert wird).

Durch das Übergewicht besteht ein größeres Blutvolumen und innerhalb von diesem Blutvolumen kommt es zu einer stärkeren Verdünnung des PSA-Wertes. Nichtsdestotrotz scheinen übergewichtige Männer ein höheres Risiko für einen aggressiven Prostatakrebs zu haben.

Erhöht sexuelle Aktivität das Prostatakrebsrisiko?

Sexuelle Aktivität wurde lange in Korrelation zum Prostatakrebs gesehen. Es gibt keine Daten, die Hinweise darauf geben würden, dass eine höhere sexuelle Aktivität oder eine häufige Ejakulation das Risiko an Prostatakrebs zu erkranken erhöhen würde.

Im Gegensatz scheinen Männer mit einer regelmäßigen Ejakulation ein eher niedriges Risiko für die Entwicklung eines Prostatakrebs zu haben.

 

Vorerkrankungen an der Prostata

Lange Zeit wurde diskutiert, ob verschiedene Vorerkrankungen an der Prostata mit einem erhöhten Risiko für Prostatakrebs verbunden sind.

Es wurde insbesondere festgestellt, dass Patienten, die eine Entzündung der Prostata hatten, häufiger ein Prostatakrebs diagnostiziert werden.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Prostatitis und Prostatakrebs? (Entzündung der Prostata)

Eine Entzündung der Prostata ist häufig eine Folge von Harnwegsinfekten, die zu starken Schmerzen und Problemen beim Wasserlassen führen, häufig verbunden mit Fieber .

Lange hat man vermutet, dass eine Prostatitis das Risiko für einen Prostatakrebs erhöht, da bei Männern mit einer Vorgeschichte von Prostatitis häufiger ein Prostatakrebs festgestellt wurde.

Diese Studien sind allerdings nicht belastbar. Die Entzündung der Prostata scheint kein Risikofaktor für die Entwicklung von Prostatakrebs zu sein. Eher werden die betroffenen Männer, die an einer Infektion erkrankt sind, häufiger an urologische Ärzte angeschlossen und es finden somit wahrscheinlich häufiger Prostata-Vorsorgeuntersuchungen statt.

Bei diesen Patienten wird in der Regel eher ein Prostatakrebs diagnostiziert, das heißt aber nicht das er häufiger auftritt.

 

Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Benignen Prostata-Hyperplasie und Prostatakrebs?

Das gleiche gilt für die benigne Prostata-Hyperplasie. Dabei handelt es sich um eine nichtbösartige Vergrößerung der Prostata, die häufig dazu führt, dass sie die Harnwege komprimiert und damit das Wasserlassen erschwert.

Auch hier sind die Patienten urologisch angebunden, sodass Vorsorgeuntersuchungen einschließlich einer PSA-Untersuchung in dieser Bevölkerung häufiger durchgeführt werden.

  

Welchen Einfluss haben Medikamente oder Supplemente auf Prostatakrebs?

In Zusammenschau mit der Häufigkeit des Tumors wurden Medikamente oder Supplemente untersucht und die Möglichkeit, mit diesen das Risiko für Prostatakrebs zu reduzieren.

Vitamin E und Selenium wurden von verschiedenen Studien als Prävention für Prostatakrebs propagiert. Bis heute gibt es jedoch keine Studien, die zeigen könnten, dass Vitamin E oder Selenium einen klinischen Vorteil zur Reduktion des Risikos für Prostatakrebs haben könnten.

Die Medikamente Aspirin und Statin wurden in verschiedenen Studiengruppen untersucht. Aspirin wird standardmäßig entweder als Schmerzmittel oder zur Verdünnung des Blutes angewendet, während Statin zur Senkung des Cholesterins verschrieben wird.

Manche Studien können zeigen, dass die Einnahme dieser Medikamente das Risiko an Prostatakrebs zu erkranken bis zu 15% reduzieren kann.

Nichtsdestotrotz sind diese Daten sehr vorläufig und lassen heute noch keine Schlüsse zu, sodass die Einnahme zur reinen Vorsorge eines Prostatakrebses nicht empfohlen wird.

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Univ.-Prof. Dr. med. Axel S. Merseburger ist einer der international führenden Experten in der urologischen Onkologie, insbesondere in der Chirurgie v...

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