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Hormontherapie bei Prostatakrebs

Die Hormontherapie stellt eine etablierte Behandlungsoption bei Patienten mit Prostatakrebs dar. Die Hormontherapie wird einerseits angewendet bei Patienten, die aufgrund eines hohen Risikos eine Strahlentherapie erhalten.

Dies gilt für einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren und bei speziellen Risikopatienten in der mittleren Risikogruppe mit ungünstigem intermediärem Risiko für Prostatakrebs

Wie beeinflusst die Hormontherapie den Verlauf des Prostatakrebses?

Die Hormontherapie hat sich deshalb durchgesetzt, da männliche Geschlechtshormone den Prostatakrebs ernähren. Durch eine Blockierung oder Reduzierung der Produktion und Aktivität von Testosteron kann diese Nahrungszufuhr des Krebses unterbrochen werden.

Es gibt die medikamentöse und chirurgische Hormonablation. Bei der chirurgischen Hormonablation kommt es zu einer operativen Entfernung der Hoden, was zu einer dramatischen Senkung der Testosteronproduktion führt. Dieses Verfahren wird heute nur noch in seltenen Einzelfällen durchgeführt. In der Regel wird eine medikamentöse Hormonablation durchgeführt.

 

Wie funktioniert die Hormonablation mit Medikamenten?

Wie wirken GnRH-Agonisten und -Antagonisten auf die Testosteronproduktion?

GnRH Blocker Leuprorelin (GnRH-Agonist) und Degarelix (GnRH-Antagonist)

Dabei gibt es die sogenannten GnRH-Agonisten und Antagonisten. Die Testosteronproduktion in den Hoden wird durch einen Botenstoff, das Hormon Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH), reguliert. Durch Freisetzung von GnRH kommt es zu einer Testosteronproduktion in den Hoden.

Die Medikamente Leuprorelin und Degarelix verursachen eine Hemmung der GnRH-Produktion. Durch diese Blockade kommt es zu einer verminderten Wirkung von Testosteron, was die Ernährung des Krebses aussetzt.

Die Blockade des GnRHs kann über zwei Mechanismen erfolgen. Der eine Mechanismus ist, dass der Freisetzungsimpuls des Körpers über sogenannte GnRH-Antagonisten verhindert wird.

Der andere Mechanismus ist, dass dieser Freisetzungspunkt des Körpers stimuliert wird. Nach der Stimulation kommt es zu einer kurzzeitigen Dauerausscheidung von GnRH, was Tage bis Wochen später zum Erliegen kommt.

Bei der Einnahme von GnRH-Agonisten beginnt der Körper zunächst mit einer gesteigerten Freisetzung des Hormons GnRH. Im Umkehrschluss führt die vermehrte GnRH-Freisetzung zu einer erhöhten Produktion von Testosteron. Nach diesem kurzzeitigen Anstieg des Testosterons kommt es etwa Tage bis Wochen zu einer dauerhaften effektiven Unterdrückung.

Für diese Tage bis Wochen, in denen es zu einem Anstieg des Testosterons kommt, kann es natürlich zu einem kurzzeitigen Wachstum des Prostatakrebses kommen und es kann zu einer Verschlechterung der Symptomatik, zum Beispiel mit vermehrten Schmerzen oder Problemen beim Wasserlassen, kommen.

Achtung

Um dieses zu verhindern, bietet sich auch eine Kombination der GnRH-Agonisten mit anderen Medikamenten an, um diesen Übergangsanstieg verhindern zu können.

Was sind Antiandrogene?

Eine weitere Möglichkeit zur medikamentösen Hormonablation sind die sogenannten Antiandrogene. Dabei wird der Ansatzpunkt (Rezeptor), über den Testosteron seine Wirkung entfaltet, blockiert.

Diese Medikamente sind Bicalutamid und Flutamid. Um eine maximale Hormonblockade zu erreichen, gibt es Therapieschemata, bei denen die GnRH-Hemmung mit den Antiandrogenen zusammenverwendet wird.

 

Was ist die intermittierende Hormontherapie und wie kann sie die Lebensqualität von Patienten beeinflussen?

Um Nebenwirkungen zu verringern und die Lebensqualität der Patienten auf einem hohen Niveau erhalten zu können, gibt es Ansätze der sogenannten intermittierenden Hormontherapie.

Dabei werden zyklisch Hormontherapien eingesetzt und wieder abgesetzt, um dem Patienten auch eine Zeit ohne Medikament ermöglichen zu können. Neuere Medikamente können noch präziser Anteile der Hormonproduktion blockieren und damit Nebenwirkungen verringern.

 

Welche Nebenwirkungen treten bei der Hormontherapie auf?

Achtung

Die Hormontherapie ist mit Hitzewallungen verbunden und häufig auch mit einem starken Libidoverlust. Ferner kann es durch ein relatives Übergewicht an weiblichen Hormonen zu einem Brustwachstum bei Männern kommen, was teilweise auch sehr schmerzhaft sein kann.

Hier gibt es die Möglichkeit zur Bestrahlung der Brustdrüse oder einer medikamentösen Therapie. Ferner kann es durch den relativen Übergewicht von weiblichen Geschlechtshormonen zu einem Knochenverlust, der sogenannten Osteoporose , kommen.

Außerdem kann es bei der Hormontherapie zu einer Belastung des Herzkommen. Es gibt bei Patienten unter Hormontherapie eine erhöhte Herzsterblichkeit. Neben medikamentösen Maßnahmen und Lebensstilanpassungen ist eine ständige Kontrolle der Nebenwirkungen essentiell.

 

Was ist die drei Monats-Spritze?

Die GnRH-Agonisten wie Leuporelin oder Gosirelin können in Form einer 3-Monats-Spritze verabreicht werden. Das Medikament wird in die Muskulatur gespritzt und wird von dort aus langsam in den Körper zugeführt. Dies ist für die Patienten häufig bequemer, da die häufige Arztbesuche für die Medikamentenverabreichung nicht erforderlich sind.

Wie wirkt die drei Monatsspritze?

Der Wirkungsmechanismus ist vergleichbar mit anderen GnRH-Agonisten, nämlich dass über eine Hemmung der GnRH-Auslassung in den Körper die Produktion von Testosteron verhindert wird und damit der Wachstumsreiz für Prostatakrebszellen unterdrückt wird.

Wie ist die Nebenwirkungen der drei-Monatsspritze?

Die Nebenwirkungen sindHitzewallungen, starke Müdigkeit , Libidoverlust und Knochenverlust und Schmerzen der Brustdrüse.

Am Ende sollte die optimale Behandlung durch das gesamte Behandlungsteam entschieden werden und die Vor- und Nachteile jedes Medikaments gegeneinander abgewogen werden.

Wissenswert

Die Entscheidung für die optimale Behandlung ist ein wichtiger Schritt und sollte in enger Zusammenarbeit zwischen Patient und Behandlungsteam getroffen werden.

Zusammenfassung

Zusammenfassend ist die Hormontherapie ein wesentlicher Bestandteil in der multimodalen Therapie von Patienten mit Prostatakrebs und wird eingesetzt bei Patienten mit Hochrisikoprostatakrebs gemeinsam mit der Strahlentherapie und bei metastasierten Patienten.

Während nach Strahlentherapie die Einnahme auf zwei bis drei Jahre begrenzt ist, ist häufig die Einnahme bei gestreuten Tumoren lebenslang.

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