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Endometriose

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Geschrieben von
Jessica Papic (Ärztin)

Interviews mit führenden Experten

Häufig gestellte Patientenfragen, beantwortet

Leichte Formen der Endometriose können medikamentös so gut unterdrückt werden, das sie das Leben der betroffenen Person nicht einschränken. Schwerer Formen, oder großflächige Endometriosen kann man mit einer Abtragung zunächst adäquat behandeln. Die Endometriose als Krankheit neigt jedoch dazu, häufig wieder aufzutreten.

Die Endometriose bereitet entsprechend ihrer Lokalisation Schmerzen. Da diese Lokalisation am häufigsten im Bereich der inneren Geschlechtsorgane bzw. im kleinen Becken ist geht die Endometriose häufig mit Schmerzen einher.

Familiäre werden gehäuft Fälle beobachtet, insgesamt ist über auslösende Faktoren jedoch relativ wenig bekannt.

Prinzipiell ist davon auszugehen, das eine unbehandelte Endometriose in ihrer Intensität zunimmt da sich die Endometriose-Herde vermehren. 

Ja, unter einer bestimmten Hormontherapie kann sich die Endometriosezyste verkleinern bzw. wird am Wachstum gehindert. 

Die Wahrscheinlichkeit mit einer Endometriose schwanger zu werden hängt vom betroffenen Organ ab und muss durch den Gynäkologen individuell ermittelt werden.

Ja.

In seltenen Fällen kann es dazu kommen, das es zu einer bösartigen Entwicklung der verteilten Endometriumszellen kommt. Insgesamt geht von einer Endometriose jedoch keine unmittelbare Gefahr aus, sie wird oft durch Zufall gefunden.

Ohne eine Abtragung der Endometriose bleibt zur symptomatischen Therapie nur die Einnahme von teils hochdosierten Medikamenten um die Beschwerden in den Griff zu bekommen. Es ist davon auszugehen, das sich die Beschwerden ohne eine adäquate Abtragung über die Zeit zunehmen.

Der genaue Entstehungsmechanismus ist bis heute ungeklärt. Die oben genannte "Transplantationstheorie" ist die gegenwärtig wahrscheinlichste Erklärung der Entstehung. Es finden sich familiäre Häufungen unter den Erkrankten.

Es gibt eine Reihe Diskussionen, die die Ernährung in den näheren Fokus nehmen. Eine gesunde Lebensweise auch in Hinsicht auf körperliche Bewgung und normalem Körpergewicht ist sicher eine essenzielle Maßnahme zur Vorbeugung. Auch hier fehlen jedoch belastbare Studien in größerem Umfang. 

Es wird allgemein empfohlen sein Körpergewicht in einem normalen Rahmen zu halten, besonders fettige, frittierte Speisen sowie auf Alkohol, Nikotin und Koffein möglichst zu verzichten. Dafür wird geraten auf eine besonders ausgewogene Ernährung zu achten. Ein wissenschaftlicher Nachweis des direkten Zusammenhangs fehlt an diesem Punkt.

Ja, aber zu endgültigen Diagnosesicherung ist eine Bauchspiegelung geeignet. Hier wird speziell das transvaginale Ultraschall eingesetzt, um den Eierstock gut betrachten zu können.

Diese Frage kann pauschal nicht seriös beantwortet werden, allerdings legen aktuelle Studien nahe, das der Zeitpunkt der Erstdiagnose und Behandlung mit der Anzahl der wiederkehrenden Endometriosen zusammenhängt.

Starke Regelbeschwerden, Zyklische Unterbauchschmerzen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Beschwerden beim Wasserlassen, Blutbeimengung beim Stuhlgang und weitere können auf eine Endometriose hinweisen.

Die Endometriose kann sich in der Muskelschicht der Gebärmutter, aber auch außerhalb der Gebärmutter z.B. an den Eierstöcken, der Blase aber auch der Lunge finden.

Da sich die Gebärmutterschleimhautzellen in allen umliegenden Geweben verteilen können, sorgen sie dort spezifisch für Probleme. Diese Endometriosen unterliegen wie normale Gebärmutterschleimhaut auch, der Kontrolle der Geschlechtshormone. Während des Zyklus sorgen diese Hormone für einen Aufbau der Schleimhaut und an einem bestimmten für eine Blutung. Kommt es an sensiblen Strukturen wie den Harnleitern oder der Harnblase zu Schleimhautverdickung und Blutung, verursacht das typische Symptome.

Es ist unter bestimmten Umständen möglich, Endometriosezysten von außen zu tasten. Bei sehr großen Befunden, die das  Bauchfell betreffen, kann es möglich leichte Vorwölbungen zu sehen. Diese Auffälligkeiten wären bei der Masse an Diagnosen die vorliegen könnten jedoch dringend abklärungsbedürftig. 

Die Symptomkonstellation aus: Regelschmerzen, zyklischen Unterbauchschmerzen, Blutungsstörungen und ungewollte Kinderlosigkeit sollte an eine Endometriose denken lassen. Stellen Sie sich bei jeglichen Bedenken mit den Beschwerden bei Ihrer Gynäkologin/ ihrem Gynäkologen vor.

Endometriose Karteikarte

Erkrankung zusammengefasst

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Endometriose

Betroffene

Organe(e):

Gebärmutter
Magen-Darm-Trakt
Blase

Epidemiologie

  • Inzidenz: ca 40.000 Neuerkrankungen/ Jahr
  • Prävalenz: 2-30% aller Frauen
  • Manifestationsgipfel: 35-45 Jahre
  • familiäre Häufung typisch

Risikofaktoren

  • genetische Veranlagung
  • kurze Zyklen
  • lange Periodenblutung
  • keine/wenige Schwangerschaften
  • späte erste Schwangerschaft
  • frühe erste Periode
  • verschiedene Umwelteinflüsse

Ursachen

  • nicht bekannt
  • vermutlich Zusammenspiel verschiedener Faktoren

Pathophysiologie

  • Transplantationstheorie: retrograde Menstruation > Verschleppung von Endometriumzellen > keine Entfernung durch Makrophagen > Infiltration des Gewebes > Endometriumzellen durchlaufen Zyklus > Endometriose
  • „Tissue-Injury-and-Repair-Theorie“: kleinste Traumata im Bereich des basalen Endometriums > Ablösung der Endometriumzellen > Verstreuung der Zellen > Endometriose

Symptome

  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Schmerzen beim Stuhlgang
  • Unerfüllter Kinderwunsch
  • Menometrorrhagie
  • Schmierblutungen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Schmerzen
  • Rückenschmerzen

Komplikationen

  • Sterilität durch Verhinderung der Ovulation
  • Sterilität durch Verklebung der Tuben
  • Extrauteringravidität
  • Abort
  • Frühgeburtlichkeit
  • Plazenta praevia
  • vorzeitige Plazentaablösung
  • vorzeitiger Blasensprung
  • Wachstumsrestriktion
  • Hypertonie
  • Gestationsdiabetes
  • Steigerung der Sektio-Wahrscheinlichkeit
  • Obstipation
  • (Sub-) ileus
  • Harnstau
  • Niereninsuffizienz

Diagnose

  • Gynäkologische Untersuchung
    • Vaginale Untersuchung mit Spekulumeinstellung und bimanueller Palpation
    • Digital rektale Untersuchung
  • Ultraschalluntersuchung
    • Transvaginale Sonografie
    • Adenomyosis utri, Endometriome ("Schokoladenzysten")
  • MRT
    • Beurteilung des Befalls
  • explorative Laparoskopie
    • Laparoklopie mit Probeabnahme aus den Endometrioseherden zur histologischen Diagnosesicherung
  • Hysteroskopie
    • Vor allem zur Abklärung einer bestehenden Sterilität.
  • Anamnese
    • Haben sie vor dem 13. Lebensjahr ihre erste Periode bekommen?
    • Ist ihr Zyklus kürzer als 28 Tage?
    • Ist ihre Periodenblutung besonders stark?
    • Gibt es in ihrer Familie Fälle von Endometriose?
    • Haben sie Kinder?
    • Wenn ja, wurden diese vaginal entbunden?
    • Haben sie während ihrer Periode starke Schmerzen?
    • Sind die Schmerzen auch außerhalb der Menstruation vorhanden?
    • Leiden sie unter Schmerzen im Unterleib?
    • Sind diese Schmerzen dauerhaft vorhanden?
    • Treten diese Schmerzen zyklisch auf?
    • Sind diese Schmerzen besonders stark wenn sie ihre Periode haben?
    • Strahlen die Schmerzen bis in die Beine aus?
    • Leiden sie unter Rückenschmerzen?
    • Haben sie Schmerzen beim Wasserlassen?
    • Haben sie Schmerzen beim Stuhlgang?
    • Besteht bei ihnen ein Kinderwunsch?
    • Versuchen sie bereits seit mehr als 12 Monaten vergeblich schwanger zu werden?
    • Ist ihre Regelblutung besonders lang und stark?
    • Treten bei ihnen zwischen den Regelblutungen Zwischenblutungen auf?
    • Ist ihnen übel, wenn die Unterleibsschmerzen einsetzen?
    • Müssen sie sich übergeben wenn die Unterleibsschmerzen einsetzen?
    • Ist ihnen oft schwindelig wenn die Unterleibsschmerzen einsetzen?
    • Leiden sie an Kopfschmerzen wenn die Unterleibsschmerzen einsetzen?

Differenzial Diagnose

  • Reizdarm
  • Uterusmyom

Therapie

  • Medikamente
  • Operation

Prognose

  • Hohe Rezidivrate (20-80%)
  • Besserung nach Menopause zu erwarten

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