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Bauchspiegelung bei Endometriose

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Geschrieben von
Jessica Papic (Ärztin)

Da vor allem kleine Endometrioseherde nicht zuverlässig mittels Ultraschall gefunden werden können, stellt die Bauchspiegelung (Laparoskopie) das einzig zuverlässige diagnostische Mittel dar.

Die Bauchspiegelung ist im Falle der Endometriose nicht bloß ein ideales diagnostisches Verfahren. Auch bei der Behandlung der Erkrankung spielt die Laparoskopie eine entscheidende Rolle.

Denn mit ihrer Hilfe ist es möglich, unmittelbar nachdem der behandelnde Arzt die versprengten Gebärmutterschleimhautzellen gefunden hat, mit der Behandlung zu beginnen.

Wissenswert

Es ist nur ein Eingriff notwendig, um eine Endometriose sicher zu diagnostizieren und zu behandeln.

Bei der Laparoskopie handelt es sich um ein Operationsverfahren, das vollkommen schmerzfrei unter Vollnarkose durchgeführt wird. Dabei setzt der Operateur zwei bis drei kleine Schnitte, die den Zugang zum Bauchraum gewährleisten.

Über einen dieser Zugänge wird ein feines Rohr, das mit einer Kamera versehen ist, in den Bauchraum eingeführt.

Wissenswert

Über die übrigen Zugänge können anschließend verschiedene Instrumente in die Bereiche, die von Endometrioseherden betroffen sind, vorgeschoben werden.

Mithilfe der Bauchspiegelung können selbst kleinste Endometrioseherde ausfindig gemacht werden. Darüber hinaus ist es während des Eingriffs möglich, Verwachsungen, die im Zuge der Erkrankung häufig entstehen, aufzufinden.

Wissenswert

In einigen Fällen ist es notwendig, eine Gewebeprobe aus dem Bauchraum zu entnehmen. Auch das ist während eines laparoskopischen Eingriffs problemlos möglich.

Die Entnahme von Gewebeproben ist vor allem dann sinnvoll, wenn versprengte Schleimhautzellen im Bereich der Eierstöcke, Ovarien oder der Eileiter gefunden werden. Auch falls innerhalb des kleinen Beckens Knoten ausgemacht werden, ist die Entnahme von Gewebeproben notwendig.

Diese Gewebeproben werden im Anschluss an ein spezielles Labor gesendet und dort unter dem Mikroskop untersucht. Auf diese Weise ist es möglich, Endometriose-Herde sicher von Tumorzellen zu unterscheiden.

Vorteile der Bauchspiegelung

Wie bereits erwähnt, ist es mithilfe der Laparoskopie möglich, die Endometriose in nur einem Eingriff zu diagnostizieren und zu behandeln. Die Bauchdecke wird dabei nur durch zwei bis drei kleine Schnitte beeinträchtigt.

Aus diesem Grund gilt die Bauchspiegelung als minimalinvasiver Eingriff. Unter dem Begriff "minimalinvasiv" versteht man operative Eingriffe, bei denen lediglich kleine Einschnitte notwendig sind und das Gewebe deshalb nur geringgradig verletzt wird.

Im Gegensatz zu einer offenen Operation, bei der ein großer Einschnitt gesetzt werden muss, berichten die Patienten nach der Laparoskopie viel seltener von Schmerzen.

Wissenswert

Wenn überhaupt Schmerzen auftreten, sind diese nur von mäßiger Intensität. Auch die Zeit, die das Gewebe braucht, um vollständig abzuheilen, ist bei einer Bauchspiegelung deutlich geringer.

Unmittelbar nach der Operation sind die Patientinnen aufgrund der geringgradigen Schmerzen wieder mobil. Das senkt zum Beispiel das Risiko einer Thrombose .

Ein weiterer nicht zu vernachlässigender Vorteil der Bauchspiegelung ist deren Einfluss auf die Kosmetik. Da nur kleinste Schnitte notwendig sind, um den Zugang zum Bauchraum zu gewährleisten, entstehen für die Patientinnen viel seltener Narben .

Des Weiteren besteht ein großer Vorteil für die Patientinnen darin, dass eine Bauchspiegelung unter bestimmten Umständen auch als ambulanter Eingriff durchgeführt werden kann.

Das bedeutet, dass die Patientin nach der Operation nach Hause gehen kann. Voraussetzung dafür ist, dass sie kreislaufstabil ist.

Sollten während der Laparoskopie Endometrioseherde gefunden und sofort abgetragen werden, so muss die Betroffene jedoch über einige Tage stationär aufgenommen werden. Grund dafür ist unter anderem das Risiko, dass es zu Nachblutungen kommt.

Wissenswert

Ein schnellerer Heilungsprozess und weniger Narbenbildung sind nur einige der Vorteile der Bauchspiegelung.

Vorteile der Laparoskopie

Die wichtigsten Vorteile der Bauchspiegelung gegenüber einer offenen Operation sind:

  • weniger Schmerzen
  • schnellere Abheilzeit
  • zügige Mobilisation der Patienten
  • weniger Narbenbildung
  • ggf. ambulant durchführbar

Dauer einer gynäkologischen Laparoskopie

Wenn im Bereich der Gynäkologie eine Bauchspiegelung durchgeführt werden soll, umfasst der Eingriff in den meisten Fällen einen Zeitraum von 10 bis 30 Minuten. Wie lange die gynäkologische Laparoskopie tatsächlich dauert, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Zum einen kann sich die Operationszeit verlängern, wenn ausgedehnte Verwachsungen den Zugang zum Bauchraum behindern. Zum anderen dauert eine rein diagnostische Bauchspiegelung weniger lange als eine therapeutische Laparoskopie.

Hinweis

Sobald Endometrioseherde aufgefunden und entfernt werden, verlängert sich die Dauer des Eingriffs.

Vorgespräch und Vorbereitung

Eine Bauchspiegelung ist, wie die offene Operationsmethode, ein Eingriff, der unter Vollnarkose durchgeführt wird. Aus diesem Grund muss vor dem Operationstermin ein Gespräch zwischen der Patientin und einem Anästhesisten erfolgen.

Im Zuge dieses Gesprächs befragt der Arzt die Patientin hinsichtlich möglicher Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahmen und Allergien. Außerdem bringt er in Erfahrung, ob bei der Patientin in der Vergangenheit bereits eine Narkose durchgeführt wurde und wie sie diese vertragen hat.

Des Weiteren muss die Patientin mindestens 24 Stunden vor der Bauchspiegelung über mögliche Risiken des Eingriffs und der Narkose aufgeklärt werden.

Achtung

Findet eine solche Aufklärung nicht ordnungsgemäß statt, darf die Laparoskopie nicht durchgeführt werden.

In einem Vorgespräch erfährt die Patientin zudem, welche Medikamente sie möglicherweise vor dem Eingriff absetzen muss und wie sie sich nach der Operation verhalten sollte.

Ablauf der Laparoskopie

Bevor die eigentliche Bauchspiegelung begonnen werden kann, müssen zuerst Zugänge zur Bauchhülle geschaffen werden. Dazu wird eine dicke Spezialnadel im Bereich der sogenannten Bauchnabelgrube durch die Bauchdecke gestochen. Damit dabei keine Gefäße oder Organe verletzt werden, muss der Operateur im Vorhinein sicherstellen, dass der Zugang zum Bauchraum frei ist.

Nachdem die Bauchdecke durchstochen wurde, wird der Bauch der Patientin mit Kohlendioxid aufgebläht. Auf diese Weise verschafft sich der Arzt einen besseren Überblick.

Wissenswert

In Abhängigkeit von der Größe der Patientin können dabei ungefähr 2,5 bis 7 Liter Kohlendioxid in den Bauchraum geleitet werden.

Um letztendlich eine kleine Kamera sowie die notwendigen Instrumente einführen zu können, muss der Zugang erweitert werden. Zu diesem Zwecke wird die zuerst vorgeschobene Kanüle durch einen sogenannten Trokar ersetzt.

Bei einem Trokar handelt es sich um eine Plastik- oder Metallhülse mit einem Durchmesser von 5 bis 12 Millimetern. Sobald der Zugang zum Bauchraum in einem ausreichenden Maß erweitert wurde, kann das Laparoskop eingeführt werden.

Hinweis

Um keine Gefäße oder Organe zu verletzen, ist es wichtig, dass der Operateur im Vorhinein sicherstellt, dass der Zugang zum Bauchraum frei ist.

Ein Laparoskop ist ein rohrförmiges Instrument, an dessen Ende sich eine kleine Kamera befindet. Erst mit Hilfe dieser Kamera kann der Operateur einen Überblick über den Bauchraum und die darin befindlichen Organe gewinnen.

Da der Darm die Sicht im Bauch oftmals einschränkt, wird die Patientin während des Eingriffs in eine spezielle Lagerung gebracht. Bei dieser Lagerung wird sie auf dem Operationstisch mit dem Kopf nach unten gekippt. Auf diese Weise rutscht der Darm der Schwerkraft folgend nach oben und der Unterleib kann problemlos eingesehen werden.

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