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Ist Endometriose vererbbar?

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Geschrieben von
Jessica Papic (Ärztin)

Bereits seit Jahren stellen sich Ärzte, Wissenschaftler und Patientinnen die Frage, ob eine Endometriose vererbbar sein könnte.

Tatsächlich gelang es bislang nicht, die genauen Ursachen für das Auftreten der versprengten Gebärmutterschleimhautzellen vollumfänglich zu klären.

Man geht mittlerweile davon aus, dass die Erkrankung durch verschiedene Faktoren provoziert wird. Einer dieser Faktoren könnte durchaus genetischer Natur sein.

Genetische Faktoren bei Endometriose

Außer Frage steht für Fachleute bereits seit langer Zeit, dass es nicht ausschließlich die Gene sind, die eine Endometriose hervorrufen.

Dennoch lässt sich im Kreise der betroffenen Frauen feststellen, dass die Erkrankung in einigen Familien besonders häufig auftritt. Aus diesem Grund liegt die Vermutung nahe, dass es neben den Hauptursachen auch eine genetische Beteiligung an der Krankheitsentstehung gibt.

Nahe Verwandte des weiblichen Geschlechts von Endometriose- Betroffenen weisen in der Regel ein doppelt so hohes Risiko diese Erkrankung ebenfalls zu entwickeln.

Forschungsergebnisse zur genetischen Vererbung

Eine Forschergruppe, die sich aus internationalen Wissenschaftlern und Dr. Krina Zondervan von der Oxford University in Großbritannien zusammensetzt, gelang es bereits im Jahr 2010, gleich zwei genetische Varianten zu identifizieren, die unter Umständen an der Entstehung der Endometriose beteiligt sein könnten.

Im Zuge einer umfangreichen Studie war es möglich, die DNA von 5.586 Frauen aus Europa, die an einer Endometriose leiden, zu untersuchen. Verglichen wurde deren DNA mit den Genen von 9.331 gesunden europäischen Frauen.

Dabei gelang es den Forschern, gleich zwei DNA-Regionen zu identifizieren, die sich zwischen beiden Gruppen deutlich unterscheiden.

Wissenswert

Forscher gehen davon aus, dass zwei spezifische Regionen des Genoms dafür verantwortlich sind, dass das Risiko für die Entstehung einer Endometriose steigt.

Die erste der beiden relevanten Varianten findet sich auf Chromosom 7. Man geht davon aus, dass dieser Abschnitt des Genom an der Regulierung nachfolgender Gene beteiligt sein kann. Eben diese Gene sind nachweislich an der Entwicklung der Gebärmutter und deren Schleimhaut beteiligt.

Die zweite, etwas schwächere Variante konnte auf Chromosom 1 ausgemacht werden. Das entdeckte Gen spielt vor allem bei der Synthese weichlicher Geschlechtshormone sowie bei der Entwicklung und Funktion der Geschlechtsorgane eine entscheidende Rolle.

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