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Endometriose: Empfehlungen zur Nachsorge nach der Operation

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Geschrieben von
Jessica Papic (Ärztin)

Frauen, die unter Endometriose leiden, sollten engen Kontakt zu ihrem Gynäkologen halten und an regelmäßigen Kontrolluntersuchungen teilnehmen.

Auf diese Weise kann geprüft werden, ob sich die Endometrioseherde ausbreiten oder zurückbilden. Wenn die Herde mithilfe eines chirurgischen Eingriffs entfernt wurden, ist es sinnvoll, in regelmäßigen Abständen zu prüfen, ob neue Stellen, an denen Gebärmutterschleimhautzellen sitzen, entstanden sind.

Da die Endometriose eine vor der Menopause oft wieder aufflammende Erkrankung darstellt, konzentriert sich die Nachsorge auf die Verhinderung bzw. Hinauszögerung des Wiederauftretens. Hierfür werden häufig kombinierte Hormonpräparate verschrieben.

Schmerzen nach der Endometriose-Operation

Schmerzen, die nach einer operativen Entfernung der Gebärmutterschleimhaut- Inseln in Erscheinung treten sind leider keine Seltenheit. Eine Vielzahl der betroffenen Patientinnen klagen unmittelbar nach dem operativen Eingriff über Schmerzen.

Ob es nach einer Endometriose- Operation zum Auftreten von Schmerzen kommt, hängt vor allem davon ab, wie Ausgeprägt die Erkrankung ist, ob alle Gebärmutterschleimhautinseln entfernt werden konnten und welcher chirurgische Zugangsweg gewählt wurde.

In der Regel haben Patienten, im Anschluss an eine Operation mittels großem Bauchschnitt deutlich länger Schmerzen, als Frauen, die laparoskopisch behandelt wurden.

Doch auch nach einer Laparoskopie bleiben viele Erkrankte nicht von Beschwerden verschont. Unter dem Begriff „Laparoskopie“ versteht man einen operativen Eingriff, bei dem lediglich ein bis drei kleine Schnitte die Zugänge zu den inneren Organen bilden.

Durch diese Zugänge können eine kleine Kamera sowie die für die Operation notwendigen Instrumente eingeführt werden. Die Laparoskopie dient in erster Linie der Untersuchung und Beurteilung des inneren Bauchraums.

Im Falle der Endometriose kann auf diese Weise festgestellt werden, wo sich die versprengten Schleimhautzellen der Gebärmutter festgesetzt haben.

Zudem ist es bei diesem Verfahren möglich, die entsprechenden Gebärmutterschleimhautinseln unmittelbar zu entfernen.

Wissenswert

Mit Hilfe der Laparoskopie kann der Bauchraum untersucht und beurteilt werden. Außerdem lassen sich aufgefundene Gebärmutterschleimhaut- Inseln unmittelbar während des Eingriffs abtragen.

Im Anschluss an eine laparoskopische Entfernung der Endometriose- Herde können Schmerzen auf verschiedenen Weisen entstehen. Zum Einen ist es möglich, dass nicht alle Schleimhautinseln gefunden und abgetragen wurden.

In diesem Fall ist es möglich, dass die Schmerzen über einen längeren Zeitraum anhalten. Da der Bauchraum während des Eingriffs zur besseren Beurteilbarkeit mit Kohlendioxid gefüllt wird, können die von vielen Patientinnen beschriebenen Beschwerden mit dem Aufblähen des Bauches in Zusammenhang stehen. In den meisten Fällen lassen diese Schmerzen aber binnen weniger Stunden wieder nach.

Darüber hinaus muss beachtet werden, dass es sich, obwohl die Schnitte vergleichsweise klein sind, auch bei der Laparoskopie um eine Operation handelt. Nach der Exploration und dem Abtragen der Endometrioseherde werden die kleinen Zugänge mit Hilfe einer Naht verschlossen. Dennoch kann es im Verlauf zu sogenannten Wundschmerzen im Bereich der Nähte kommen.

Wundschmerzen nach einem chirurgischen Eingriff können einige Tage anhalten, bevor sie zur Gänze verschwinden.

Hinweis

Wie lange die Schmerzen anhalten, kann ganz unterschiedlich sein. Bei einigen Frauen verschwinden sie bereits nach wenigen Stunden vollständig, anderen Patientinnen hingegen berichten auch Tage nach dem chirurgischen Eingriff von Schmerzen.

Gefühl von Luft im Bauch nach Endometriose-Behandlung

Ein laparoskopischer Eingriff dient nicht bloß der Behandlung, sondern vor allem auch der Diagnostik der Endometriose. Durch einen kleinen Schnitt kann eine Kamera in den Bauchraum eingeführt werden. Auf diese Weise ist es möglich, das Ausmaß der Endometriose sowie die Lokalisation der einzelnen Gebärmutterschleimhautinseln zu bestimmen.

In vielen Fällen ist es jedoch schwierig, genug Überblick im Bauchraum zu bekommen. Aus diesem Grund wird während des Eingriffs Kohlenstoffdioxid eingeleitet. Durch das Gas, bläht der Bauch auf und die Übersicht im inneren Bauchraum wird deutlich besser.

Das Gas kann sich sehr schnell zurückbilden. In einigen Fällen dauert es jedoch bis zu sechs Wochen, bis der Kohlenstoffdioxid abgebaut ist. Um es nach dem chirurgischen Eingriff aus dem Körper zu entfernen, wird das Gas aufgenommen, zur Lunge transportiert und dort einfach abgeatmet.

Da einige Patientinnen nach der operativen Behandlung der Endometriose auf Grund des Gases starke Schmerzen und Krämpfe haben, fragen sie sich, ob es Möglichkeiten gibt, das Gas schneller abzutransportieren.

Diese Frage kann ganz klar mit „Ja“ beantwortet werden. Alle Maßnahmen, die die Verdauung nach der Operation wieder ankurbeln, helfen auch dabei, das Gas aus dem Bauchraum auszuschleusen.

Wer zum Beispiel nach dem Eingriff Kaugummi kaut, kann den Abtransport deutlich beschleunigen. Wichtig ist es auch, nach der Operation so früh wie möglich wieder auf die Beine zu kommen und sich zu bewegen.

Auch Trinken kann die Darmtätigkeit fördern. Gleiches gilt fürs Essen. Wichtig dabei ist jedoch, dass man langsam mit der Nahrungsaufnahme beginnt. Es gibt einige Menschen, die nach einer Operation sehr empfindlich auf Essen reagieren.

"Höre auf deinen Körper": Die Bedeutung des Körpergefühls bei Endometriose-Betroffenen

Viele Menschen, auch jene, die nicht an einer Endometriose erkrankt sind, leiden unter einer verzerrten Körperwahrnehmung und nehmen sich und den eigenen Körper vollkommen anders wahr als ihre Mitmenschen.

Tatsächlich sehen sich die Betroffenen auf Grund der Verzerrung häufig als unförmig oder gar missgestaltet, obwohl sie das im Grunde gar nicht brauchen. Schuld an diesem Phänomen sind vor allem die Werbung sowie die sozialen Medien.

Dort werden oft Schönheitsideale dargestellt, die normale Menschen unter Druck setzen. Zudem werden Ideale geschaffen, die es so tatsächlich garnicht gibt, da in Werbung und den sozialen Medien sehr viel bearbeitet und retuschiert wird.

Vor allem unsichere Menschen neigen dann dazu, den vermeidlichen Idealen zu entsprechen. Das geht unter Umständen so weit, dass die Maßnahmen (zum Beispiel um Gewicht zu verlieren), die Gesundheit massiv schädigen. Im Allgemeinen gelten Personen, die viel Zeit vor dem Bildschirm verbringen als besonders gefährdet.

Auch Menschen, die an einer chronischen Erkrankung wie der Endometriose leiden, neigen häufig dazu, ein negatives Bild ihres Körpers zu schaffen. Betroffen sind neben den Frauen, die eine Endometriose aufweisen, vor allem Menschen, die an chronischen Erkrankungen wie Übergewicht, Diabetes mellitus oder Asthma leiden.

Umfangreichen Studien zu Folge konnte nachgewiesen werden, dass auch das Selbstbewusstsein von Menschen mit chronischen Erkrankungen schlechter ausgebildet ist als bei Gesunden.

Tendenziell sind Frauen deutlich häufiger von Störungen des Selbstwertgefühls und einer verzerrten Wahrnehmung des eigenen Körpers betroffen.

Achtung

Menschen mit chronischen Erkrankungen wie der Endometriose weisen oft ein deutlich geringeres Selbstwertgefühl auf.

Da die Endometriose- Erkrankten häufig unter Schmerzen und anderen Beschwerden leiden, sind sie in vielen Fällen generell unzufrieden mit ihrem Körper.

Das betrifft vor allem Frauen, die es auf Grund der Endometriose nicht einfach haben schwanger zu werden und/oder eine Schwangerschaft aufrecht zu erhalten.

In wiefern sich der für die Endometriose typische Schmerz auf die Selbstwahrnehmung und die Zufriedenheit der Patientinnen auswirkt, konnte in weiteren Studien geprüft werden.

Man fand heraus, dass die Intensität der Schmerzen mit dem Grad der Unzufriedenheit korreliert. Je stärker die Schmerzen einer Patientin sind, desto unzufriedener ist sie mit ihrem Körper. Diese Tatsache spiegelt sich auch darin wieder, dass Endometriose-Patientinnen nicht selten unter Depressionen leiden. Tatsächlich sind sie dafür deutlich anfälliger als gesunde Menschen.

Hinweis

Endometriose-Patientinnen leiden häufig unter starken Schmerzen. Dabei korreliert die Intensität der Schmerzen mit dem Grad der Unzufriedenheit. Je stärker die Schmerzen einer Betroffenen sind, desto unzufriedener ist sie mit ihrem Körper.

Tipps, um sich nach einer Endometriose-OP schnell zu erholen

Je nach Möglichkeit findet eine Operation zur Behandlung der Endometriose in Form einer sogenannten Bauchspiegelung (Laparoskopie) statt. Die Laparoskopie gilt als besonders sicherer Eingriff, der das Gewebe schont. Auch die Wundheilungszeit ist nach einer Bauchspiegelung deutlich kürzer als bei einer offenen Bauch- OP.

Diese Form der Endometriose- Therapie kann sowohl stationär als auch ambulant durchgeführt werden. Entscheidet sich die betroffene Patientin gemeinsam mit den behandelnden Ärzten für einen Eingriff ohne stationäre Aufnahme, so sind einige wichtige Dinge bei der Nachsorge zu beachten.

Wissenswert

Die wichtigsten Vorteile einer minimal invasiven Operation wie der Laparoskopie sind ein deutlich verkürzter Krankenhausaufenthalt und eine um ein Vielfaches schnellere Erholung.

Außerdem existieren eine Reihe von Tipps, die dabei helfen sollen, sich bereits kurze Zeit nach der Operation vollständig zu erholen. Obwohl sich bis heute oftmals das Gerücht, Ruhe sei das beste Hilfsmittel um die Erholungszeit zu fördern, konnten mittlerweile gegenteilige Studienergebnisse gesichert werden.

Wissenswertes über AHB und Krankschreibung nach einer Endometriose-Operation

Frauen, bei denen eine Endometriose operativ therapiert wird, haben im Anschluss daran den Anspruch auf eine Anschlussheilbehandlung (kurz: AHB) Tatsächlich nehmen aber nur etwa 2,8 Prozent der Erkrankten eine solche Behandlung wahr.

Grund dafür ist schlicht, dass die meisten Krankenkassen die notwendige Anschlussheilbehandlung nicht genehmigen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Endometriose-Patientinnen genau wissen, was eine Anschlussheilbehandlung ist und welche Vorteile sie bringt. Auf diese Weise können sie den Bearbeitern souverän gegenüber treten.

Grundsätzlich gibt es die Reha und die Anschlussheilbehandlung. Eine Anschlussheilbehandlung, die auch unter dem Begriff „Anschlussrehabilitation“ bekannt ist, sollte innerhalb von zwei Wochen nach dem operativen Eingriff stattfinden.

Im Gegensatz dazu muss eine Reha nicht unmittelbar nach der Operation angetreten werden. Zudem ist ein chirurgischer Eingriff keine Voraussetzung für eine Reha. Eine Reha kann jeder beantragen, der an einer chronischen Erkrankung leidet und/oder chronische Schmerzen hat.

Hinweis

Eine AHB muss innerhalb von vierzehn Tagen nach dem operativen Eingriff angetreten werden.

Gemeinsam haben beide Formen, dass sowohl Reha als auch AHB ambulant und stationär durchgeführt werden können. Eine AHB, die auf Grund einer Endometriose- Behandlung durchgeführt wird, umfasst in der Regel einen Zeitraum von drei Wochen. Gleiches gilt für eine vergleichbare Reha.

Empfehlungen für die Ernährung nach einer Endometriose-OP und während des Krankenhausaufenthalts

Nach einer Endometriose Operation, genau wie bei allen chirurgischen Eingriffen, dauert es in der Regel eine Weile, bis der Darm wieder in Schwung kommt. Da es dabei auch passieren kann, dass langfristig Verdauungsstörungen bestehen, ist es für die Behandelnden so wichtig zu wissen, ob die Patientin bereits Stuhl abgesetzt hat. Denn dies ist ein sicheres Zeichen dafür, dass der Darm seine Arbeit wieder aufgenommen hat.

Frauen, deren Endometriose auf dem operativen Weg therapiert wurde, müssen im Anschluss an den Eingriff damit rechnen, dass sie vorerst sehr empfindlich auf manche Nahrungsmittel reagieren.

Vor allem bei Speisen, die stopfen und schwer verdaulich sind, kann es zu Schwierigkeiten kommen. Aus diesem Grund ist es wichtig, nach der Operation mit leichter Schonkost zu beginnen.

Erst wenn diese ohne Probleme vertragen wird, kann die gewöhnliche Ernährung langsam und schrittweise wieder aufgenommen werden.

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