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Wie die richtige Ernährung Endometriose beeinflussen kann

Profilbild von Jessica Papic Geschrieben von Jessica Papic
Gesunde Ernährung bei Endometriose, verschiedene Lebensmittel wie Lachs, Öl, Tomaten, Beeren, Haferflocken, Körner

Viele Frauen, die von einer Endometriose betroffen sind, fragen nach Möglichkeiten, die Erkrankung selbst in den Griff zu bekommen und auf diese Weise die mitunter sehr starken Schmerzen zu lindern.

Immer wieder kommt dabei auch die Frage auf, ob und wie die richtige Ernährung eine Endometriose beeinflussen kann. Aus diesem Grund haben sich verschiedene Fachleute mit der optimalen Ernährung für Frauen mit Endometriose beschäftigt.

Grundsätzlich gilt, dass eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten nicht dazu führt, dass die Endometriose abheilt. Die Endometriose bleibt auch bei optimaler Ernährung nicht heilbar. Vor und während der monatlichen Regelblutung kann eine ausgewogene und gesunde Ernährung hingegen dabei helfen, das Wohlbefinden der Erkrankungen zu steigern.

Eine für das Vorliegen einer Endometriose geeignete Ernährung, ist garnicht schwer umzusetzen und neben deren Einfluss auf die Erkrankung, wirkt sie sich zudem auf andere Bereiche des Körpers aus. Die betroffenen Frauen fühlen sich durch die Ernährungsumstellung in vielen Fällen wacher und ausgeglichener.

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung kann dabei helfen, das Wohlbefinden der Erkrankten, vor allem während der Periode, zu steigern.

Es gibt einige Lebensmittel, die bei einer Endometriose vermehrt gegessen werden sollten. Zu diesen Lebensmitteln zählen vor allem frisches Gemüse und Obst. Brokkoli, Spinat, Kohl, Tomaten und Kartoffeln gelten dabei als optimale Gemüsesorten.

Wohingegen Beeren, Orangen, Grapefruits sowie Bananen Obstsorten sind, die von erkrankten Frauen ohne Einschränkung verzehrt werden können. Doch nicht bloß Obst und Gemüse kann dabei helfen das Wohlbefinden trotz Endometriose zu steigern.

Auch weißes Fleisch, etwa vom Huhn oder der Pute, gehört auf den Speiseplan einer von einer Endometriose betroffenen. Für Fisch- und Meeresfrüchte- Liebhaber sind Meeresfische wie der Lachs, Tunfisch, Sardellen, Sardinen und verschiedene Schalentiere besonders geeignet.

Welche Lebensmittel sind für Menschen, die an einer Endometriose leiden, besonders geeignet:

  • Frisches Gemüse (zum Beispiel Brokkol und Kartoffeln)
  • Frisches Obst (vor allem Beeren, Grapefruite Orangen und Bananen)
  • Fisch und Meeresfrüchte (zum Beispiel Lachs und verschiedene Schalentiere)
  • Weißes Fleisch (Pute und Huhn)
  • Sojaprodukte (Sojamehl, Sojasprossen sowie Sojabohnen)
  • Vollkornprodukte
  • Körner und Samen
  • Nahrungsmittel mit hohem Magnesiumanteil (wie Reis, Mais, Haferflocken und Weizenkeime)
  • Kaltgepresste Öle (zum Beispiel Olivenöl,Raps- oder Fischöl)

Darüber hinaus sollten Erkrankte auf Sojaprodukte wie Sojamehl, Sojasprossen sowie Sojabohnen zurück greifen. Auch Vollkornprodukte, Körner und Samen helfen dabei, das Wohlbefinden vor allem während der Regelblutung zu steigern.

Wichtig bei einer Ernährung, die eine Erkrankung wie die Endometriose positiv beeinflussen soll, sind die entzündungshemmenden Eigenschaften der einzelnen Lebensmittel.

Der menschliche Körper ist ausschließlich dazu in der Lage entzündungshemmende Postaglandine zu synthetisieren, wenn er über eine ausreichende Menge an ungesättigten Fettsäuren verfügt.

Ungesättigte Fettsäuren finden sich vor allem in Sesam, Leinsamen, Sonnenblumenkernen sowie Nüssen. Zudem enthalten auch kaltgepresste Öle einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren. Dabei gilt vor allem kaltgepresstes Olivenöl als besonders geeignet.

Auch Meeresfisch sowie Geflügel können bis zu drei mal pro Woche auf dem Ernährungsplan stehen. Im Allgemeinen sollte sogenanntes „weißes Fleisch“ stets rotem Fleisch vorgezogen werden.

Während sich ungesättigte Fettsäuren also besonders positiv auf die Erkrankung auswirken, gilt es für die Betroffenen unbedingt sogenannte „Transfette“ zu vermeiden.

Grund dafür ist vor allem die Tatsache, dass Transfette die Zellwände schädigen und gleichzeitig die Synthese der entzündungshemmenden Prostaglandine zu unterdrücken. Transfettsäuren finden sich zum Beispiel in frittierten Mahlzeiten und in gehärteten Fetten. Wer auf diese Lebensmittel nicht verzichten möchte, kann zu geeigneten Alternativen greifen.

Ungehärtete Fette wie Kokos und Palmfett, kann man auch auf hohe Temperaturen erhitzen. Sie sind im Gegensatz zu den gehärteten Fetten wirken sie sich positiv auf die Erkrankung und das Wohlbefinden der betroffenen Frauen aus.

Auf Transfette, die sich vor allem in frittierten Speisen und gehärteten Fetten finden lassen, sollten bei einer Endometriose unbedingt verzichtet werden.

Die entzündlichen Prozesse, die letztendlich für die Endometriose- typischen Schmerzen verantwortlich sind, können darüber hinaus mit sogenannten „Antioxidantien“ gehemmt werden. Vor allem die Vitamine C, E und A wirken sich besonders stark hemmend auf Entzündungen aus.

Antioxidantien sind zum Beispiel in frischem, ungekochten Gemüse und Obst enthalten. Deren Wirkung kann durch die Aufnahme von Zink sogar weiter gesteigert werden. Um die Zinkkonzentration im Organismus zu steigern, sollten regelmäßig Weizenkleie, Roggenkeime, Bierhefe und Sonnenblumenkerne verzehrt werden.

Es gibt aber auch Substanzen, die sich verstärkend auf die mit einer Endometriose einher gehenden entzündlichen Prozesse auswirken. Zu eben diesen Substanzen zählt der Botenstoff Histamin. Im Bereich der Gebärmutter lässt sich eine Vielzahl von spezifischen Rezeptoren für Histamin finden. Der Botenstoff sorgt dafür, dass das entzündete Gewebe abschwillt.

Für Frauen, die an einer Endometriose leiden ist es deshalb wichtig, nicht zuviel Histamin mit der Nahrung zu sich zu nehmen. Vor allem in den Tagen vor, während und ein bis zwei Tage nach der Regelblutung sollte Histamin nach Möglichkeit zur Gänze vermieden werden. Der entzündungsverstärkende Botenstoff findet sich zum Beispiel in Rotwein, Käse, Bier, Hefe sowie Wurst und Räucherware.

Frauen, die an einer Endometriose leiden, verspüren während der Regelblutung oft besonders ausgeprägte Schmerzen. Für sie ist es wichtig zu wissen, wie die Ernährung Einfluss auf Menstruationsbeschwerden wie Schmerzen und Krämpfe auswirken kann. Besonders das Wissen darüber, welche Substanzen dabei helfen die Beschwerden zu lindern und welche Inhaltsstoffe von Lebensmitteln eher schmerzsteigernd wirken.

Bei starken Schmerzen und Unterleibskrämpfen sollte unbedingt auf Milch und Milchprodukte verzichtet werden. Milch und Milchprodukte gelten seit langem als Schleim- und Krampffördernd.

Tatsächlich scheint es einen Zusammenhang zwischen der Endometriose und einer Unverträglichkeit gegen Kuhmilch zu geben. Viele der erkrankten Frauen leiden nämlich neben den versprengten Gebärmutterschleimhautzellen auch an einer Kuhmilchunverträglichkeit. Als für Endometriose Patienten geeignete Alternative zählen Schaf- sowie Ziegenmilch.

Der Mineralstoff Magnesium hingegen ist allseits für seine krampflösenden Eigenschaften bekannt. Diese Eigenschaft vermittelt der Mineralstoff durch eine Interaktion mit der verkrampften Muskulatur. Große Mengen an Magnesium finden sich in Weizenkeimen, Sojabohnen, Trockenfrüchten und grünem Blattgemüse.

Bei Vorliegen einer Endometriose sind nicht nur die Krämpfe, sondern auch die Stärke der Regelblutung, häufig besonders stark ausgeprägt. Einzelne Vitamine können dafür sorgen, dass sich starke Periodenblutungen deutlich reduzieren. Als hilfreich gilt vor allem Vitamin C, welches in frischen Obst, Gemüse, Schnittlauch und Hagebutten enthalten ist.

Zudem kann das Vitamin E dabei helfen, die Blutungsstärke zu mindern. Viel Vitamin E enthalten zum Beispiel Weizenkeim- und Olivenöl, Sojabohnen, Nüsse und Samen.

Die Intensität der Schmerzen sowie die Stärke der Regelblutung lassen sich durch die Vitamine C, E und B reduzieren.

Ausgeprägte Blutungen, die den Tagesablauf durchaus stören können, nehmen auch dann ab, wenn ausreichende Mengen an Vitamin B und Nachtkerzenöl im Organismus aufzufinden sind.

Neben der Blutungsstärke, wirkt sich Vitamin B auch positiv auf die typischen PMS- Beschwerden aus. Es kommt unter anderem in allen Vollkornprodukten vor.

Letzte Änderung: 13. April 2024

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