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Nächtliche Rückenschmerzen beim Liegen und Umdrehen

Der Rückenschmerz zählt zu den häufigsten Beschwerdebildern der westlichen Bevölkerung. So zeigen Daten beispielsweise, dass bis zu 85% der deutschen BürgerInnen mindestens einmal im Leben unter Kreuzschmerzen - der häufigsten Form der Rückenschmerzen - leiden.

Bei dieser hohen Zahl an Betroffenen kann man sich schon gut vorstellen, dass es verschiedenste Formen von Rückenschmerzen je nach Lokalisation, zeitlichem Auftreten, begleitender Umständen oder Vorerkrankungen sowie Auslösern gibt.

Darunter fallen auch jene Rückenschmerzen, die hauptsächlich im Liegen oder beim nächtlichenUmdrehen bemerkt werden. Natürlich ergibt sich aus dieser Vielfalt in weiterer Folge eine Vielzahl an möglichen Behandlungsoptionen, die meistens durch eine Lebensstiländerung, Bewegungstherapie und medikamentöser Hilfe gut behandelt werden können.

Ursachen für Rückenschmerzen beim Liegen und Umdrehen im Bett

An sich reichen die verursachenden Umstände von Rückenschmerzen von harmlosen (wenn auch schmerzhaften) Verspannungen der Muskulatur über gröbere Verletzungen des Bewegungsapparats (beispielsweise einem Bandscheibenvorfall ) bis hin zu Erkrankungen von inneren Organen, wie dem Herzen oder der Leber .

Wissenswert

In den allermeisten Fällen verbirgt sich unter Rückenschmerzen keine schwerwiegende Erkrankung. Meistens verschwinden die Rückenschmerzen in einigen Tagen wieder von selbst.

Grundsätzlich wird bei den Ursachen aller Rückenschmerzen zwischen spezifischen und nicht-spezifischen Formen unterschieden. Rückenschmerzen beim Liegen und Umdrehen können dabei sowohl bei spezifischen, als auch bei nicht-spezifischen Formen auftreten. Dabei tritt der nicht-spezifische Rückenschmerz deutlich häufiger als der spezifische Schmerz auf.

Spezifische Rückenschmerzen entstehen durch eine erkennbare Ursache, die demnach auch gezielt behandelt werden kann. Bei dieser Form ist ein Verschwinden der Symptome von selbst zwar möglich, jedoch ist die Wahrscheinlichkeit von chronischen Beschwerden höher.

Einige Beispiele spezifischer Rückenschmerzen sind:

  • Bandscheibenvorfälle
  • Spinalkanalstenosen: Verengungen des Rückenmarks
  • Osteoporose : Knochenschwund
  • Entzündungen im Bereich der Wirbelsäule
  • Frakturen: Knochenbrüche

Dahingegen können bei nicht-spezifischen Formen keine klaren Ursachen gefunden werden. Die Behandlung kann daher nicht so gezielt durchgeführt werden, wie es bei spezifischen Rückenschmerzen oft der Fall ist. Dafür kommt es häufiger zur Spontanheilung - das heißt, die Schmerzen verschwinden meistens nach wenigen Tagen von selbst.

Wie genau es zu den häufig auftretenden nicht-spezifischen Rückenschmerzen kommt, ist bis heute nicht vollständig geklärt.

Allerdings lassen sich einige mögliche Ursachen nennen, die zumindest an der Entstehung dieser Rückenschmerzen beteiligt sein dürfen:

  1. 01
    Muskelverspannungen Fast jeder Mensch leidet im Laufe seines Lebens zumindest einmal an schmerzhaften Verspannungen der Muskulatur. Dadurch kommt es meist durch Fehlbelastung zur Erhöhung der Grundspannung im Muskel: Der betroffene Muskel verkürzt und verhärtet, was auf Dauer zu Schmerzen führt. Grob gesagt ist die Verhärtung und übermäßige Anspannung der Muskulatur immer der Grund der auftretenden Schmerzen. Wieso es jedoch zu diesen Muskelverspannungen kommt, kann verschiedene Ursachen haben.
  2. 02
    Fehlbelastung und Bewegungsmangel Sitzende Positionen und einseitige Bewegungsabläufe führen zur Minderaktivität der einen Muskelgruppen und gleichzeitiger Fehlbelastung anderer Muskelgruppen. Ein Ungleichgewicht entsteht, das auf lange Sicht zu schmerzhaften Muskelverspannungen führen kann. Auch eine Überbelastung, z.B. durch schwere, körperliche Arbeit ohne Ausgleichsbewegungen kann gewisse Muskelgruppen soweit beanspruchen, dass schmerzhafte Verspannungen ausgelöst werden.
  3. 03
    Schwache Muskulatur Vor allem die Rumpfmuskulatur unserer Körpermitte ist für die korrekte Haltung und damit die gleichmäßige Beanspruchung unserer Muskelgruppen essentiell. Wird die Muskulatur nicht regelmäßig beansprucht, können Fehlhaltungen und damit Verspannungen leichter auftreten.
  4. 04
    Falsche Schlafposition Daten zeigen, dass sich auch eine falsche Schlafgewohnheit negativ auf Rückenschmerzen auswirken kann. Dabei konnte bislang noch nicht herausgefunden werden, welche Schlafposition, Matratzenqualität oder unterstützende Maßnahmen (wie ein Seitenschläferkissen) im Allgemeinen als die beste Option gilt. Vielmehr geht man davon aus, dass für jeden Individuell die optimalen Maßnahmen gefunden werden muss, je nach bevorzugter Liegeposition und Härte der Unterlage. Auch wird davon ausgegangen, dass unterschiedliche Schlafpositionen sich auf verschiedene Bereiche des Rückens verschieden auswirken. So gibt es Hinweise darauf, dass das Schlafen in Rückenlage für den Nacken zwar Vorteile bringt, der untere Rücken dadurch jedoch eher belastet wird.
  5. 05
    Psychische Belastung Stress, Sorgen, Depressionen oder Angst- und Panikstörungen können zu einer Überanspannung der Muskulatur und in weiterer Folge zu Muskelverspannungen führen.

Hinweis

Es ist wichtig die Rückenschmerzen korrekt zuzuordnen, damit eine hilfreiche Behandlung begonnen werden kann.

Arten von Rückenschmerzen beim Liegen oder Umdrehen

Zur leichteren Diagnosefindung werden Rückenschmerzen typischerweise in Kategorien eingeteilt. Dabei legt man nicht nur auf die Ursache, sondern auch auf die exakte Lokalisation, die Qualität und den zeitlichen Verlauf besonderes Augenmerk.

Die verschiedenen Ursachen und die Einteilung nach spezifischen und nicht-spezifischen Rückenschmerzen wurde oben bereits geschrieben.

Hinweis

Glücklicherweise werden vor allem positions- oder bewegungsabhängig Rückenschmerzen, wie das klassischerweise bei nächtlichen Rückenschmerzen der Fall ist, durch harmlose Ursachen ausgelöst.

Lokalisation der Schmerzen im Rücken

Der Rücken erstreckt sich an der Rückseite des Körpers vom Bereich der Schulterblätter bis hinunter zum Gesäß. Der Nacken wird dahingegen nicht zum Rücken gezählt.

Schmerzen können demnach am gesamten Rückenbereich auftreten. Am häufigsten treten allerdings Kreuzschmerzen auf - also Beschwerden im Bereich des unteren Rückens (von unteren Rippenbogen bis zum Gesäß).

Auch Verspannungen im Trapezius - das ist der Muskel zwischen Schulterblättern und Nacken - ist für viele Menschen ein unangenehmer Begleiter.

Zeitlicher Verlauf der Rückenschmerzen

Beschwerden im Rücken kann man auch nach der Dauer und dem Verlauf einteilen.

Von akuten Rückenschmerzen spricht man beim Anhalten der Schmerzen bis zu 6 Wochen, während subakute Rückenschmerzen in einem Zeitraum von 6-12 Wochen liegen.

Chronische Schmerzen sind mit einer Dauer von über 12 Wochen definiert.

Von rezidivierenden Rückenschmerzen spricht man hingegen dann, wenn sie nach 6 Monaten Schmerzfreiheit erneut auftreten.

Daneben ist es natürlich noch von Relevanz, ob ein vorangegangenes Ereignis (wie ein Sturz, eine Verletzung, eine Operation) stattgefunden hat, oder ob die Schmerzen "wie aus dem Nichts" begonnen haben.

Die Unterscheidung ist deswegen wichtig, weil die Therapie sich vor allem zwischen akuten und chronischen Schmerzen massiv unterscheidet. Beim akuten Schmerz steht nämlich noch die auslösende Ursache und deren Behandlung im Vordergrund.

Ist es schon zu einer sogenannten Chronifizierung der Schmerzen gekommen, ist der Schmerz-Auslöser schon lange nicht mehr vorhanden. Es hat sich vereinfacht gesagt jedoch ein sogenanntes "Schmerzgedächtnis" ausgebildet: Die Schmerzwahrnehmung verändert sich dabei so weit, dass schon leichte Berührungen oder Bewegungsänderungen als überschießend schmerzhaft empfunden werden.

Zur Behandlung wird dann auf ein sogenanntes multimodales Modell gesetzt, bei dem die Schmerzen aus verschiedenen Gesichtspunkten (medikamentöser Behandlung, Psychotherapie, Bewegungstherapie,...) angegriffen werden.

Qualität der Rückenschmerzen

Die Qualität bzw. Ausprägung der Rückenschmerzen ist für die korrekte Diagnosefindung unbedingt notwendig.

Sind die Schmerzen drückend, stechend, bohrend, brennend, elektrisierend? Ist der Schmerz durchgehend vorspürbar oder kommt und geht er wie Wellen? Werden die Beschwerden durch bestimmte Bewegungen oder Positionen verstärkt oder abgeschwächt wahrgenommen? Bleibt der Schmerz an einer Stelle oder strahlt er in andere Bereiche, etwa Arme oder Beine aus?

Wissenswert

Für die häufigeren nicht-spezifischen Rückenschmerzen sprechen typischerweise folgende Symptome:

  • guter Allgemeinzustand
  • bewegungs- und positionsabhängiger Schmerz
  • keine Ausstrahlung
  • keine Lähmungserscheinungen
  • keine Störungen der Gefühlswahrnehmung (wie Kribbeln oder abgeschwächtes Berührungsempfinden)

Wissenswert

Spezifische Rückenschmerzen äußern sich je nach Ursache unterschiedlich. Es gibt jedoch einige Hinweise darauf, dass eine konkrete Ursache hinter den Beschwerden steckt. Die Symptome müssen dabei nicht gleichzeitig auftreten:

  • ausstrahlende Schmerzen vor allem Kreuzschmerzen, die ins Bein (unterhalb des Knies) ausstrahlen, deuten auf eine Verletzung der Bandscheiben mit Einklemmung von Nerven hin
  • Beinschmerz im Vordergrund auch das ist ein Hinweis auf eine Bandscheibenproblematik mit Nervenbeteiligung
  • Gefühlsausfälle oder Lähmungserscheinungen diese treten vor allem einseitig im Bein auf und sprechen ebenfalls für ein Nervenproblem durch Banscheibenbeschwerden
  • elektrisierender Schmerz an der Wirbelsäule entlang diese deuten auf eine Einengung des Rückenmarks (Vertebralstenose) hin
  • Schmerzzunahme beim Hinabsteigen von Treppen auch dieses Phänomen kann bei einer Vertebralstenose auftreten
  • Verletzungszeichen und lokale Druckpunkte an der Wirbelsäule können bei einem Trauma oder eine Fraktur auftreten

Was kann ich gegen Rückenschmerzen beim Liegen tun?

Rückenschmerzen im Liegen sollten genauso wie alle Formen von Rückenschmerzen behandelt werden. Es gibt einige Basismaßnahmen, die in erster Linie eingehalten werden sollten und der Schmerzlinderung dienen.

Akute Rückenschmerzen

Wer plötzlich unter nicht-spezifischen Schmerzen im Bereich des Rücken leidet, sollte erstmal nicht in Angst verfallen, denn häufig vergeht der Schmerz unter Berücksichtigung einiger Aspekte von selbst. Traten die Beschwerden in den letzten 6 Wochen auf, sollten folgende Punkte beachtet werden:

  1. 01
    In Bewegung bleiben! Allgemein gilt die Empfehlung, dass der Körper bei Rückenschmerzen in Bewegung gehalten werden sollte. Alltagsbewegungen sollten daher so gut wie möglich durchgeführt werden. Moderate zyklische Bewegung, wie Spazieren, Radfahren oder Schwimmen helfen besonders gut bei Rückenschmerzen. Ruckartige Bewegungen oder schweres Heben sollten allerdings vermieden werden. Genauso sind Bettruhe und extreme Schonung für den Genesungsprozess NICHT förderlich!
  2. 02
    Wärmebehandlung Wärme wirkt entspannend und wohltuend für verkrampfte Muskeln. Deswegen kann das Auflegen von Wärmeflaschen oder -kissen in der akuten Phase zur Schmerzlinderung beitragen. Kälte sollte dahingegen keine Anwendung zur Linderung der Schmerzen finden.
  3. 03
    Entspannungsverfahren Gerade wenn Rückenschmerzen in Phasen von hohem Stress ausgelöst werden, können Entspannungsverfahren zur Bewältigung der Beschwerden helfen. Das neue Erlernen von Entspannungstechniken kann allerdings einige Wochen an Übung beanspruchen, weswegen diese Option bei akuten Schmerzen oft nur gering einsetzbar ist. Wer allerdings mit Entspannungsverfahren bereits vertraut ist, profitiert auch bei Rückenschmerzen davon.
  4. 04
    Richtige Lagerung zur kurzzeitigen Schmerzlinderung Bei akuten Rückenschmerzen wird häufig die sogenannte Stufenlagerung zur kurzzeitigen Linderung empfohlen. Dazu legt man sich auf den Rücken auf einen flachen Untergrund und positioniert die Beine so auf eine Erhöhung (beispielsweise einen Stuhl oder ein Sofa), dass sowohl die Hüfte als auch die Knie in zirka 90° abgewinkelt sind. Die Bandscheiben werden damit entlastet, der Schmerz nimmt ab.
  5. 05
    Informationen einholen Oft werden Schmerzen durch die Ungewissheit der Gefährlichkeit, des Schweregrads oder der Ursache verstärkt wahrgenommen. Deswegen sollte man sich über die so häufig auftretenden und meistens harmlosen Rückenbeschwerden gut informieren. Vor allem Rückenschmerzen , die bewegungs- und positionsabhängig sind und dabei keine Ausstrahlungen oder Änderungen der Gefühlswahrnehmung mit sich bringen, stellen meist keine Gefahr dar. Am besten informiert man sich durch qualifizierte Ratgeber oder seinen Hausarzt/ seine Hausärztin.
  6. 06
    Schmerzmittel Bei akuten Rückenschmerzen können Schmerzmittel als Linderung dienen. Dabei sollte auf sogenannte nicht-steroidale Antirheumatika - wie Ibuprofen oder Diclofenac - in Tablettenform zurückgegriffen werden. Diese wirken nämlich nicht nur schmerzlindernd, sondern reduzieren auch Entzündungen. Wichtig ist, dass Schmerzmittel nur nach genauer Anweisung und allen voran nicht zu häufig und zu lange eingesetzt werden, da sie viele Nebenwirkungen mit sich bringen können. Deswegen sollte vor allem bei längerer Anwendung unbedingt ein Arzt/ eine Ärztin aufgesucht werden.

Subakute und chronische Schmerzen

Bestehen die Schmerzen seit mehr als 6 Wochen, müssen teilweise etwas andere Behandlungsmaßnahmen in Erwägung gezogen werden.

  1. 01
    Weiter in Bewegung bleiben Gleich wie bei akuten Schmerzen gilt: Sport, Bewegung und Alltagsbewältigungen sind die wichtigsten Maßnahmen zur Bekämpfung der chronischen Schmerzen.
  2. 02
    Physiotherapie Wenn die Rückenschmerzen länger als 6 Wochen bestehen, sollte ein körperliches Training unter physiotherapeutischer Anleitung begonnen werden. Hierbei wird versucht die verhärtete Muskulatur zu lockern und Betroffene erlernen gezielte Bewegungen zur Stärkung der Muskulatur zur weiteren selsbtständigen Fortführung. Im Vordergrund steht zumeist die Stärkung der Rumpf- und Rückenmuskulatur.
  3. 03
    Gezielte Bewegungstherapie oder Rehabilitationstherapie Ergänzend zur Physiotherapie ist eine gezielte Bewegungstherapie als geführter Gruppensport, beispielsweise in Reha-Zentren empfehlenswert. Dies gilt vor allem dann, wenn Alltagsaktivitäten oder die Berufsausübung eingeschränkt sind und eine Wiedereingliederung erfolgen soll.
  4. 04
    Ergotherapie Eine Ergotherapie kann dann in Erwägung gezogen werden, wenn Alltagsaktivitäten und die Ausübung des Berufs wegen der starken Schmerzen nicht möglich sind. Die Ergotherapie beschäftigt sich vor allem mit dem Wiedererlangen von körperlichen Alltags-Aktivitäten zur Wiedereingliederung in das gesellschaftliche und berufliche Umfeld.
  5. 05
    Wärmetherapie Wie bei akuten Schmerzen gilt auch hier, dass das Auflegen von Wärmeflaschen oder -kissen Linderung bringt.
  6. 06
    Entspannungsverfahren Entspannungsverfahren, allen voran die Progressive Muskelentspannung, sind geprüfte Verfahren, die vor allem bei chronischen Schmerzsyndromen als unterstützende Maßnahme Anerkennung finden. Die progressive Muskelentspannung kann in Kursen erlernt werden und zuhause im Selbsttraining weitergeführt und perfektioniert werden.
  7. 07
    Massagen Massagen können als begleitende Maßnahmen bei chronischen Schmerzen angewandt werden, während sie bei akuter Symptomatik auf jeden Fall unterlassen werden sollten.
  8. 08
    Verhaltenstherapie Die Verhaltenstherapie stellt eine wichtige Behandlungssäule bei chronischen Schmerzen dar. Dies gilt vor allem dann, wenn Stress und psychosoziale Belastungen zu den Rückenschmerzen beitragen.
  9. 09
    Akupunktur Sowohl bei akuten als auch vor allem bei chronischen Rückenschmerzen kann die Akupunktur bei einem ausgebildeten Spezialisten/ Spezialistin zur Verbesserung der Symptomatik beitragen.

Wie schlafen bei Rückenschmerzen?

Besonders bei Rückenschmerzen, die beim Liegen, im Schlaf oder nach dem morgendlichen Erwachen auftreten, stellen sich viele Betroffene die Frage, wie denn die richtige Schlafposition wäre.

Leider gibt es nach dem heutigen Stand der Forschung nicht DIE EINE beste Schlafposition. Viel mehr sollte jede/r individuell für sich die optimale Schlafatmosphäre herausfinden. Dazu soll natürlich besonderes Augenmerk auf die Wahl der Matratze, des Polsters und der Liegeposition gelegt werden.

Gesunder Schlaf liegt dann vor, wenn man erholt und munter am Morgen erwacht, ohne sich gerädert zu fühlen oder Schmerzen zu verspüren.

Es gibt allerdings schon einige allgemeine Tipps, die eingehalten werden können um Schmerzen beim Liegen möglichst zu reduzieren:

  1. 01
    Die richtige Schlafposition Jede/r muss für sich die angenehmste und entspannendste Schlafposition herausfinden. Es gibt leider nicht die eine empfehlenswerte Schlafposition. Im Allgemeinen gilt, dass das Schlafen in Bauchlage eher zu Problemen im Bewegungsapparat führt, da so die natürliche Krümmung der Wirbelsäule am wenigsten unterstützt werden kann.
  2. 02
    Richtige Matratzenwahl Auch hier gilt, dass es nicht die eine zu empfehlende Matratze gilt. Die richtige Matratzenwahl erfolgt individuell. Mit der richtigen Matratze erwacht man möglichst ausgeruht und schmerzreduziert/ -frei. Der Untergrund sollte die natürlichen Kurven der Wirbelsäule gut unterstützen. Besonders häufig sind auch ALTE Matratzen die Ursache der Schmerzen. Jede Matratze sollte spätestens nach 10 Jahren erneuert werden!
  3. 03
    Der richtige Kopfpolster Ein Polster sollte unabhängig von der Schlafposition die Wirbelsäule in der natürlichen Stellung halten. Für Schlaf in Bauchlage heißt das, dass der Polster möglichst flach sein sollte oder ganz weggelassen werden kann. In Rücken- und Seitenlage sollte der Polster so gewählt werden, dass die Wirbelsäule im Nacken der natürlichen Halteposition entspricht. In Seitenlage gilt außerdem, dass die Schultern nicht auf dem Polster liegen sollten! Auch der Kopfpolster sollte alle paar Jahre erneuert werden.
  4. 04
    Unterstützende Polster für den Körper Manchmal hilft ein weiterer Polster um die korrekte Schlafposition zu finden. In Rückenlage könnte ein zusätzlicher Polster unter den Kniekehlen den Rücken beispielsweise entlasten. In Seitlage sollten die Beine angewinkelt werden um die natürliche Krümmung der Wirbelsäule bestmöglich beibehalten zu können. Hier hilft ein Polster zwischen den angewinkelten Beinen um eine Schiefstellung im Becken zu vermeiden. Beim Schlaf in Bauchlage kann ein flacher Polster unter der Bauch-/Beckenregion einer zu starken Krümmung der unteren Wirbelsäule entgegenwirken.

Was sollte man bei Rückenschmerzen NICHT tun?

Es gibt einige Behandlungsmethoden, die bei Rückenschmerzen im Allgemeinen nicht empfohlen werden oder sogar Komplikationen mit sich bringen.

Bettruhe

Sowohl bei akuten, als auch bei chronischen Rückenschmerzen wird von der Bettruhe abgeraten. Auch bei Schmerzen sollte ein wichtiges Ziel die Beibehaltung oder baldige Wiedererlangung der alltäglichen Mobilität (oder darüber hinaus) sein. Bei kompletter Bewegungsunfähigkeit muss unbedingt medizinischer Rat aufgesucht werden.

Schmerzmittel bei chronischen Rückenschmerzen

Eine längere regelmäßige Einnahme von Schmerztabletten muss unbedingt mit einem Arzt/einer Ärztin abgeklärt werden. Schmerzmedikamente verursachen bei längerer Einnahme unerwünschte Wirkungen, unter anderem Magenschmerzen und Nierenprobleme.

Außerdem können sie mit anderen Medikamenten oder sogar Nahrungsmittel wechselwirken, das heißt, dass die Wirkung beider Substanzen ungewollt abgeschwächt oder verstärkt werden könnte.

Mit Schmerzmittel sollten daher auf längere Sicht möglichst sparsam umgegangen werden. Jede längere Einnahme muss mit dem Arzt/der Ärztin abgesprochen werden.

Spritzentherapie

Bei nicht-spezifischen Rückenschmerzen wird von einer Spritzentherapie abgeraten. Dahingegen können Spritzen mit lokalem Betäubungsmittel und entzündungsreduzierenden Inhalten bei spezifischen Schmerzen Abhilfe verschaffen.

Diese Form der Medikamentenanwendung darf nur von SpezialistInnen (bsp. OrthopädInnen) nach genauer Nutzen-Risiko-Abwägung durchgeführt werden.

Anwendung weiterer Hilfsmittel

Laut akutellen Empfehlungen wird von der Anwendung weiterer Hilfsmittel, wie Kinesio-Taping, Stromtherapie, Lasertherapie, Ultraschallbehandlungen, Magnetfeldtherapie und medizinisch-orthopädische Hilfsmittel (Orthesen, Schuheilnagen,..) abgeraten.

Ab wann sollte ich bei nächtlichen Rückenschmerzen zum Arzt?

Rückenschmerzen sind häufig auftretende, oft von selbst verschwindende und meist harmlose Beschwerden. Nicht bei jedem Rückenschmerz muss der Arzt aufgesucht werden, oft reicht das Einhalten der genannten Basismaßnahmen, damit die Symptome nach einigen Tagen wieder verschwinden.

Medizinische Hilfe sollte vor allem bei einer massiven Einschränkung der Beweglichkeit, Anhalten der Symptomatik über 2 Wochen, plötzlichem Auftreten von massiven Beschwerden oder wenn Zusatzsymptomen, wie unerklärliches Fieber oder ungewollter Gewichtsverlust auftritt.

Achtung

Es gibt einige "Red Flags", bei deren Auftreten sofort das Krankenhaus aufgesucht werden sollte:

  • Ausstrahlung der Schmerzen (meist ins Bein) mit Gefühlsausfällen (Kribbelgefühl, vermindertes Berührungsempfinden)
  • Lähmungserscheinungen
  • plötzliche Blasen- oder Darmentleerungsstörungen (Inkontinenz oder erschwerter Toilletten-Gang)
  • Schmerzen durch vorangegangenes Trauma (Verletzung, Sturz, Schlag,...)
  • massiver Klopfschmerz über der Wirbelsäule
  • Einschränkung der Innen- oder Außenrotation eines Beins

Medizinischer Ablauf bei Rückenschmerzen

Diagnostik

Der behandelnde Arzt/ die behandelnde Ärztin wird zuerst ein Anamnesegespräch über die genaue Symptomatik, die Umstände, die medizinische Vorgeschichte und weitere relevante Informationen führen.

Dann erfolgt eine körperliche Untersuchung, wo mit Hilfe von verschiedenen Tests eine korrekte Diagnose bzw. allen voran die Ursache gefunden werden sollte. Dabei ist vor allem die Unterscheidung zwischen spezifischen und unspezifischen Rückenschmerzen von großer Bedeutung für die weitere Therapie.

Meist kann der Mediziner/ die Medizinerin schon dadurch weitere Behandlungsmaßnahmen setzen, sodass eine weiterführende Diagnostik mittels Bildgebung normal nicht notwendig ist.

Ein Röntgen, eine Computertomographie oder eine Magnetresonanztomographie finden dann Anwendung, wenn es zu neurologischen Ausfällen (Gefühlsstörungen, Lähmungserscheinungen oder Störungen in der Blasen- und Darmfunktion, Hinweisen von spezifischen Kreuzschmerzen (bsp. nach Sturz) oder bleibenden Beschwerden trotz Behandlung kommt.

Therapie

Bei akuten Kreuzschmerzen wird vor allem auf die Einhaltung der Basismaßnahmen hingewiesen. Die wichtigste Aufgabe der MedizinerInnen ist die Vermittlung der richtigen Informationen zu Rückenschmerzen : In den allermeisten Fällen sind sie harmlos und verschwinden von selbst.

Schmerzmittel in Tablettenform können vom Arzt/der Ärztin verschrieben werden. Eventuell sind Begleitmedikamente wie "Magenschoner" (Protonenpumpeninhibitoren) oder Antidepressiva bei entsprechendem Risikoprofil von Vorteil.

Lokal aufzutragende Salben werden bei nicht-spezifischen Rückenschmerzen genauso wenig empfohlen wie Schmerzmittel die in die Vene oder den Muskel verabreicht werden.

Dahingegen kann bei spezifischen Kreuzschmerzen mit gezielten Infiltrationen (Spritzentherapie in den Muskel/Gelenksbereich) oder durch Schmerzmittelgabe über die Venen über SpezialistenInnen Linderung geschaffen werden.

Nach einigen Wochen sollte eine nochmalige Lagebesprechung zur aktuellen Symptomatik erfolgen. Bestehen die Schmerzen weiterhin, werden weitere Schritte gesetzt. Dazu zählen allen voran die gezielte Bewegungstherapie mittels Physiotherapie.

Gegebenenfalls kann eine Verhaltenstherapie durch Psychotherapeuten begonnen werden. Akupunktur, Massage und Rückenschulungen können unterstützend angewandt werden, erzielen aber weniger gute Erfolge wie aktive Bewegung.

Um den Berufseinstieg wieder bewältigen zu können ist eine Ergotherapie oder eine Rehabilitation zielführend.

Operationen an der Wirbelsäule sind nur in den seltensten Fällen unter genauer Abklärung und nach langem Leidensweg zu empfehlen. Sie sollten nur bei Lähmungserscheinungen oder Gefühlsausfällen durchgeführt werden. Diese Option sollte immer mit dem behandelnden Arzt/ der behandelnden Ärztin genauestens abgewogen werden.

Nächtliche Rückenschmerzen in der Schwangerschaft

Eine besondere Situation stellen nächtliche Rückenschmerzen bei Schwangeren dar. Bis zu 80% der Schwangeren klagen über zeitweilig auftretende Rückenschmerzen.

In der Schwangerschaft tendiert frau generell eher zu Rückenschmerzen. Das hat mit der hormonellen und mechanischen Veränderung des weiblichen Körpers zu tun.

Gut zu erkennende Änderungen in der Schwangerschaft sind natürlich die Zunahme des Bauchumfangs und der Wachstum der Brüste. So kann man sich leicht vorstellen, dass sich der Körperschwerpunkt und das zu tragende Gewicht innerhalb kürzester Zeit ändert. Damit verbunden sind jedoch weitere Änderungen, die hauptsächlich für die Schmerzen im Rückenbereich verantwortlich sind:

In der Schwangerschaft entwickelt sich natürlicherweise ein Hohlkreuz im unteren Bereich der Wirbelsäule, während sich die Brustwirbelsäule verstärkt krümmt. Das führt unter anderem zu einer anderen Statik, einem höheren Druck auf die Bandscheiben und einer veränderten Beanspruchung an die Muskulatur.

Zusätzlich führt eine hormonelle Umstellung zu eine Lockerung der Bandstrukturen, wodurch es weiter zu Instabilität kommt. Dies ist allerdings äußerst wichtig, denn nur so ist das knöcherne Becken elastisch genug für einen reibungsfreien Geburtsablauf.

So wichtig diese Veränderungen auch für die Vorbereitung der Geburt sind, sind sie wegen der daraus resultierenden muskulären Verspannungen und Nervenreizungen die Auslöser der so häufigen Rückenschmerzen in der Schwangerschaft .

1/3 aller Schwangeren mit Rückenschmerzen klagen vor allem über nächtlich auftretende Schmerzen. Diese entstehen einerseits durch die veränderte Belastung im Liegen. Andererseits nehmen viele Menschen ihre Schmerzen erst in Ruhe wahr, wenn ihnen die Ablenkung durch den natürlichen Alltag fehlt.

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