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Hautausschlag und juckende Haut bei Niereninsuffizienz

Kurzgesagt
  • Hautveränderungen treten häufig bei chronischer Niereninsuffizienz auf
  • Juckreis (Pruitus) häufiges Symptom durch eine Ansammlung von Giftstoffen und trockene Haut
  • Juckreiz kann zu Wunden auf der trockenen Haut führen, die sich infizieren können.
  • Kalziumablagerungen führen zu harten, schmerzhaften Erhebungen
  • systemische Fibrose ist sehr selten.

Hautveränderungen treten bei fast allen Patienten mit fortgeschrittener Niereninsuffizienz auf und haben einen großen Einfluss auf die Lebensqualität.

Bereits die Hautfarbe ist bei Patienten mit fortgeschrittener Niereninsuffizienz häufig verändert, meistens gelblich-grau, als Ausdruck von einer Überdosierung von nicht ausgeschiedenen Giften.

Wodurch werden die Hautbeschwerden bei Niereninsuffizienz verursacht?

  • Bei der Niereninsuffizienz kommt es durch die fehlende Filterfunktion zu einer Ansammlung von Giften in unserem Körper. Gifte gelangen über das Blut in die Haut und lösen dort Entzündungen aus.
  • Durch eine fehlende Schweißproduktion bei Niereninsuffizienz wird die Haut trocken
  • Durch eine nicht ausreichende Ausscheidung von Phosphat steigt Phosphat an, dass auf die Haut wirkt.
  • Gifte können auch die Nerven schädigen. Die geschädigten Nerven können Ausfallsymptome zeigen.
  • Bei einer Niereninsuffizienz ist das Immunsystem geschwächt und Hautverletzungen oder Wunden können sich leichter infizieren
  • Die Behandlung kann einen Einfluss haben.

Wie sehen die Hautbeschwerden bei Niereninsuffizienz aus?

Hautausschlag

Häufig tritt Hautausschlag bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz auf. Durch den fehlenden Abbau von Giftstoffen sammeln sich diese im Blut an und gelangen über das Blut in die Haut. Hier können die Abfallprodukte entzündliche Reaktionen hervorrufen. Die Haut sieht dabei häufig rötlich, geschwollen und fahlgrau bis bräunlich aus. Manchmal gibt es auch kleine Ausschläge, die wie kleine rote Punkte auf dem grauen Untergrund aussehen.

Kalzifizierung

Da es zu einer Störung des Calcium-Phosphat-Haushaltes kommt, durch die fehlende Vitamin-D-Produktion bei eingeschränkter Nierenfunktion, kann es zu einer Ablagerung von Calcium in der Haut kommen. Es bilden sich kleine weiße Erhebungen oder Knoten in der Haut.

Wunden

Wunden und Wundinfektionen sind eine häufige Folge bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz. Durch den Juckreiz , (Pruitus), wird die juckende Haut stark durch Kratzen belastet. Ferner ist die Haut bei Patienten mit Niereninsuffizienz sehr trocken, was sie beim Kratzen anfälliger für Wunden macht.

Patienten mit einer schlechten Nierenfunktion haben auch insgesamt eine verlangsamte Wundheilung. Dadurch können kleine Wunden vom Körper nicht richtig bekämpft werden. Das Immunsystem ist insgesamt anfälliger für Infektionen und kleine Wunden können damit eine Eintrittspforte für Erreger darstellen. Die Behandlung von Wunden bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz stellt eine große Herausforderung dar. Bei diesen Hautproblemen müssen die Wunden regelmäßig kontrolliert und gepflegt werden. Dafür kann ein Team aus verschiedenen Fachrichtungen, einschließlich Wundspezialisten, erforderlich sein.

Juckreiz

Juckreiz ist ein sehr häufiges Symptom bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz. Im Endstadium der chronischen Niereninsuffizienz, wenn häufig eine Dialyse notwendig ist, leiden über 90% der Patienten an Juckreiz. Juckreiz hat einen enormen Einfluss auf die Lebensqualität der Betroffenen.

Ferner kann Juckreiz auch gefährlich sein, da durch das ständige Kratzen es zu Wunden in der Haut kommen kann, die sich infizieren und sich schweren Infektionen ausbilden können.

Ursachen für Juckreiz bei chronischer Niereninsuffizienz

Die genaue Ursache für Juckreiz bei chronischer Niereninsuffizienz ist unklar. Durch die Ansammlung an Giften, die bei einer chronischen Nierenerkrankung auftreten, kann es zu einer Hautreizung kommen. Außerdem leiden Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz unter sehr trockener Haut. Die schlechte Nierenfunktion beeinträchtigt die Schweißdrüsen unserer Haut und trockene Haut ist anfälliger für Juckreiz.

Außerdem führt Phosphat in unserem Blut zu Juckreiz. Bei einer Niereninsuffizienz kann Phosphat nicht mehr ausreichend ausgeschieden werden, was zu einer Ansammlung von Phosphat in unserem Blut führt.

Therapie von Juckreiz bei chronischer Niereninsuffizienz

Die Therapie des Juckreizes stellt in erster Linie eine optimale Therapie der chronischen Niereninsuffizienz dar. Speziell für den Juckreiz sollten Medikamente wie Antihistaminika, Gabapentin, Pregabalin, Sertalin und Menitoclast eingesetzt werden, die in der Lage sind, den systemischen Juckreiz zu reduzieren. Es gibt auch Studien, die vorteilhafte Effekte für eine UVB-Bestrahlung zeigen, die Vorläuferzellen von Entzündungsreaktionen reduzieren können. Hierbei muss insbesondere darauf geachtet werden, dass die UVB-Bestrahlung mit einem erhöhten Krebsrisiko verbunden ist und dieses insbesondere bei Patienten berücksichtigt werden muss, die eine immunsuppressive Therapie einnehmen.

Nephrogene systemische Fibrose (NSF)

Die Nephrogenesystemische Fibrose ist eine seltene, aber sehr gefährliche Erkrankung, die eigentlich ausschließlich bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz oder akutem Nierenversagen auftritt. Ein besonderes Charakteristikum dieser Erkrankung ist eine zunehmende Vernarbung durch überschießendes Bindegewebe, was zu einer Funktionseinschränkung der Extremitäten führt. In vielen Fällen sind auch Organsysteme wie Lunge , Herz und Leber betroffen. Die zunehmende Fibrose zeigt sich an der Haut am auffälligsten. Dort ähnelt die Haut einer Orangenhaut. Sie ist dick und hart und weniger elastisch, vergleichbar mit der Haut einer Orange. Es gibt keine direkte Therapie der Nephrogenesystemischen Fibrose. Besondere Vorsicht ist in jedem Fall bei der Applikation von MRT-Kontrastmittel Gadolinium geboten, was bei diesen Patienten tödlich sein kann.

Wie lange dauern die Beschwerden der Haut an und sind diese heilbar?

Die Hautveränderungen bei einer Niereninsuffizienz sind Ausdruck einer chronischen, nicht heilbaren Nierenerkrankung. Durch eine optimale Therapie, kann das Fortschreiten der Erkrankung aufgehalten werden. Hautbeschwerden können häufig sehr langwierig sein.

Bei einer optimalen Therapie der Niereninsuffizienz können Hautveränderungen jedoch deutlich verbessert werden. Dies sieht man zum Beispiel bei Patienten im Endstadium der Nierenerkrankung, wo es zu einer Verbesserung der Hautveränderung bei Dialyse kommt. Hier muss jedoch angemerkt werden, dass durch die Dialyse andere Hauterkrankungen entstehen und so die typischen Hautveränderungen der Niereninsuffizienz von den charakteristischen Hautkomplikationen der Dialyse abgelöst werden.

Meist verschlimmert sich der Juckreiz infolge der Dialyse und es kommt zu einer Veränderung der Hautfarbe und einer Veränderung der Fingernägel.

Wie kann man Hautbeschwerden bei Nierenproblemen vorbeugen?

Die beste Prävention zur Vermeidung von Hauterkrankungen bei Nierenproblemen ist eine optimale Therapie der Grunderkrankungen. Cremes und Lotionen können dabei helfen, die Haut maximal zu schonen. Letztendlich ist aber prognosebestimmend, wie die Grunderkrankungen und die Ursachen, wie Diabetes mellitus und Bluthochdruck , eingestellt sind.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen, wenn man unter Hautbeschwerden aufgrund von Niereninsuffizienz leidet?

Hautveränderungen haben einen großen Einfluss auf die Lebensqualität bei Niereninsuffizienz können aber auch die Folge einer anderen Erkrankung darstellen. Jede neu aufgetretene Veränderung der Haut sollte bei Patienten mit Niereninsuffizienz daher ärztlich abgeklärt werden.

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