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Symptome bei Niereninsuffizienz

Profilbild von Dr. med. Danny  Jazmati Geschrieben von Dr. med. Danny Jazmati

Zu Beginn häufig milder bis stummer Verlauf, später schwere Symptome durch die Fehlende Filterfunktion mit dem Aufstau von Schädlichen Giften, die nicht ausgeschieden werden.

Wann kommt es bei Niereninsuffizienz zu den ersten Symptomen?

Unsere Nieren sind aus mehreren kleinen Funktionseinheiten aufgebaut, deren Hauptaufgaben es ist, das Blut, das durch unseren Körper fließt, von Schadstoffen zu reinigen und den Wasser- und Salzhaushalt unseres Körpers zu kontrollieren.

Bei einer Niereninsuffizienz kommt es zu einer Schädigung der Niere. Da die Niere aus vielen kleinen Funktionseinheiten aufgebaut ist, die alle die gleiche Funktion ausführen können, kann ein Schaden von einzelnen Funktionseinheiten der Niere kompensiert werden.

Zu diesem Zeitpunkt merkt der betroffene selbst häufig keine Nierenprobleme und die Nierenkrankheit verläuft ohne Symptome, die man erkennt.

Bei einer Niereninsuffizienz nimmt in der Regel der Schaden an Funktionseinheiten im Verlauf der Erkrankung weiter zu, bis die übrig gebliebenen funktionierenden Einheiten versagen und nicht mehr die Gesamtfunktion der Niere übernehmen können.

Es ist sehr schwierig, hier eine genaue Zeitangabe zu machen, da die Erkrankung über Monate und bei manchen Patient:innen sogar über Jahre stumm verlaufen kann.

Dann kann nur über Blutuntersuchungen mit einer Bestimmung von den Laborwerten. Die sogenannten Nierenwerte, die eine Schädigung anzeigen sind Harnstoff, Kreatinin, Cystatin C und die GFR. In der Regel wird die Niereninsuffizienz in frühen Stadien bei Routineblutuntersuchungen des Hausarztes festgestellt.

Bei einer üblichen Vorsorgeuntersuchung testen Ärzte häufig die Nierenwerte. Kreatinin und GFR helfen auch dabei Stadium und Grad der Niereninsuffizienz zu definierten, was die Wahl der richtigen Therapie entsprechend des Stadiums einfacher macht.

Eine gewisse Schädigung der Niere ist im Alter völlig normal. Der altersbedingte Abfall der Nierenfunktion kann aber in der Regel gut kompensiert werden.

Welche Symptome treten bei einer Niereninsuffizienz auf?

In frühen Phasen verläuft die Niereninsuffizienz häufig stumm und die Symptome können sowohl Ursache, als auch Folge der Nierenkrankheit sein. Erste Anzeichen der Nierenschwäche treten erst bei einem höheren Grad der Schädigung auf. Die Funktionsstörung der Niere bleibt daher in frühen Stadien häufig unentdeckt.

Bluthochdruck

  • Bluthochdruck kann sowohl eine Ursache als auch eine Folge der Niereninsuffizienz sein. Bei einer Schädigung der Niere mit einem Funktionsausfall kann die Fähigkeit der Niere, überschüssiges Wasser aus dem Körper zu entfernen, gestört sein. Dies führt zu einer Flüssigkeitsansammlung in unserem Körper. In den Blutgefäßen ist also mehr Flüssigkeit als normalerweise vorgesehen. Wenn nun die Blutgefäße mit Flüssigkeit überfüllt ist, führt dies im Umkehrschluss zu einer Erhöhung des Blutdrucks.
  • Auch ist die Fähigkeit der Niere zur Regulation des Salzhaushaltes in unserem Körper bei einer Niereninsuffizienz gestört. Wenn Salz nicht richtig ausgeschieden werden kann, führt dies zu einer Anhäufung von Salzen in unserem Blut. Salz hat die Fähigkeit, Wasser anzuziehen und führt zu einer weiteren Wasseransammlung in den Blutgefäßen, was zu einer Erhöhung des Blutdrucks führt.
  • Die Niere kann Hormone produzieren, die direkt auf den Blutdruck Einfluss nehmen können. Das wichtigste Hormon heißt Aldosteron. Ziel dieses Hormonsystems ist es die Durchblutung der Niere als wichtigste Entgiftungszentrale unseres Körpers aufrecht zu erhalten. Bei manchen Ursachen der Nierenschädigung ist die Durchblutung der Niere erniedrigt, was zu einer Steigerung des Blutdrucks über das Hormonsystem der Niere führt.
  • Die Niere produziert ein Hormon namens Erythropoetin. Dieses Hormon hilft zur Stimulation der roten Blutkörperchen in unserem Knochenmark. Die roten Blutkörperchen transportieren das Sauerstoff durch unser Blut. Wenn nicht genug Sauerstoff in unserem Blut ist, steigt die Herzfrequenz um das Blut schneller zu produzieren. Eine Steigerung der Herzfrequenz kann den Blutdruck erhöhen.

Wassereinlagerung (Ödeme)

Es gibt zwei Gegenspieler, die Beeinflussen ob das Blut in den Gefäßen bleibt. Der Blutdruck drückt die Flüssigkeit aus den Blutgefäßen heraus und Proteine haben eine Anziehungskraft, die Flüssigkeit innerhalb der Gefäße zu halten.

Das bedeutet, bei einem Verlust der Proteine oder bei einer zu starken Steigerung des Blutdruckes kann es zu Wasserverlusten, insbesondere an den kleinen Gefäßen, den sogenannten Kapillaren, kommen. Dieses führt zu Wassereinlagerungen, die wir als dicke Füße oder Unterschenkel kennen. Bei der Nierenschwäche kommt es zu beiden Ursachen.

Die Niere kann bei einer Schädigung die Proteine, insbesondere das Albumin, nicht mehr im Körper halten, da die Filteranlage zwischen Blut und Urin zerstört wurde. Damit kommt es zu einer Ausscheidung von Albumin (Albuminurie).

Durch den Mangel dieser Proteine wird das Blut nicht ausreichend im Gefäß gehalten. Durch die fehlende Regulierung des Wasser- und Salzhaushaltes kommt es zu überschüssigem Wasser und Salz.

Damit gibt es einen erhöhten Blutdruck bei einer niedrigen Anziehungskraft der Proteine, was zu einer Wassereinlagerung führt. Ödeme sind daher ein typisches Symptom der Nierenerkrankung.

Schäumender Urin

Proteine, die sich im Urin befinden, führen zu einem schäumenden Urin. Proteine werden von einer kranken Niere nicht in den Urin überführt. Daher kann ein schäumender Urin ein Hinweis auf eine Nierenerkrankung sein.

Nichtsdestotrotz können auch völlig harmlose und weniger gefährliche Ursachen einen schäumenden Urin erklären.Die Hauptaufgabe der Niere ist es, das Blut von Giften zu befreien.

Die Niere macht dies über ein hochkomplexes Filtersystem. Dabei ist das Ziel, die guten Stoffe für den Körper in der Niere zu behalten und die schlechten Stoffe wie Gifte in den Urin zu überführen. Proteine sind sehr wichtige Stoffe für unseren Körper und werden von einer gesunden Niere nicht ausgeschieden. Bei einer Nierenerkrankung wie der chronischen Niereninsuffizienz ist das Filtersystem häufig angegriffen. Insbesondere wenn die Niereninsuffizienz durch Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder eine Entzündung der Filteranlagen, die Glomerulonephritis, entsteht. Am Anfang ist ein wichtiges Protein, das man nachweisen kann, das sogenannte Albumin. Dieses gelangt bei einer Nierenschädigung in den Urin.

Ganz am Anfang ist die Albuminmenge so niedrig, dass sie in Standardurintests nicht nachgewiesen werden kann. Da sie aber durch spezielle Tests festgestellt werden kann, spricht man von einer Mikroalbuminurie. Wenn größere Mengen von Albumin mit dem Urin ausgeschieden werden, Experten sprechen von einer Albuminausscheidung von 300 mg pro Tag, liegt eine Makroalbuminurie vor.

Roter Urin (Hämaturie)

Roter Urin kann ein Ausdruck von Blut im Urin sein.

Bei einer Nierenschwäche, wenn die Nieren nicht mehr richtig arbeiten können, kann die Filteranlage der Niere zerstört sein und Blutzellen können in den Urin gelangen.

Bei der sogenannten mikroskopischen Hämaturie kann man Blutbestandteile in der Laboruntersuchung feststellen. Bei der makroskopischen Hämaturie kann man das Blut bzw. die rötliche Verfärbung auch mit den Augen sehen.

Es gibt viele Gründe, auch gefährliche Krankheiten, die zu Blut im Urin führen können. Bis zum Beweis des Gegenteils muss nicht nur an eine Nierenerkrankung gedacht werden, sondern auch an eine Krebserkrankung in Niere und Blase.

Müdigkeit und Kopfschmerzen

Blutarmut

Müdigkeit ist ein sehr häufiges Symptom einer Nierenerkrankung. Bei Nierenkrankheiten kommt es zum Abfall von Erythropoethin. Dabei handelt es sich um einen Blutwert, der die Hämoglobin-Produktion anregt. Hämoglobin transportiert den Sauerstoff durch unser Blut. Wenn es zu einer Reduktion des Hämoglobins kommt, wird unser Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Dies kann Müdigkeit zur Folge haben. Eine weitere Ursache kann die Anhäufung von hohen Mengen an Abfallstoffen sein. Da die Niere nicht mehr richtig das Blut filtern kann, bleiben unter Umständen gefährliche Substanzen im Blut, dies kann durch eine Belastung des Gehirns mit diesen Giften zu psychischen Folgen einschließlich Müdigkeit führen.

Welche Symptome treten im Endstadium der Niereninsuffizienz auf?

Bei dem Endstadium der Niereninsuffizienz kommt es dazu, dass sich Abfallstoffe und überschüssige Flüssigkeit nicht mehr aus dem Blut entfernen lassen.

Hierbei handelt es sich um eine ernsthafte und gefährliche Komplikation von Nierenerkrankungen, da es zu einem plötzlichen Stau von gefährlichen Substanzen kommt. Urämie bedeutet wörtlich übersetzt, Urin im Blut und meint damit, dass die Abfallstoffe aus dem Urin im Blut sind.

Die Urämie wird als Endstadium des Nierenerkrankungen wie der Niereninsuffizienz eingestuft und stellen bei einer Ausgeprägen Funktionsstörung der Niere eine schlechte Prognose mit hohem Leidensdruck dar.

Ein wichtiges Abbauprodukt ist Harnstoff, ein Abbauprodukt von Proteinen, dass normalerweise mit dem Urin über die Nieren ausgeschieden wird. Bei einer fortgeschrittenen Niereninsuffizienz (Grad 4) steigt die Harnstoffkonzentration stark an.

In diesem fortgeschrittenen Stadium ist unabhängig von den Ursachen der Niereninsuffizienz der Leidensdruck der betroffenen Frauen und Männer sehr groß. Im Vergleich zu leichten Formen arbeitet die Niere bei diesem Grad der Niereninsuffizienz kaum noch.

1. Neurologische und Psychische Ausfälligkeiten

Diese Abfallstoffe führen zu psychischen und neurologischen Erkrankungen. Durch das Versagen der Nieren mit erhöhter Konzentration von Giften kommt es zu einem Anstieg dieser im Gehirn.

Die Symptome reichten von einer verminderten mentalen Wachsamkeit über Verwirrung bis zu schweren Fällen mit Koma. Durch eine Schädigung der Nerven kann es auch zu einer Polyneuropathie kommen.

Häufig sind die längsten Nerven am schnellsten betroffenen, da das Gift dann an vielen Stellen wirken kann. Gift meint die Abbaustoffe des Urin die nun im Körper sind. Die Symptome einer Polyneuropathie ist ein kribbeln in den Beinen.

2. Magenbeschwerden

Wenn die Konzentration von Harnstoff besonders hoch ist, kann dieses auch auf den Magen schlagen und führt zu Übelkeit Erbrechen und Appetitlosigkeit

3. Mundgeruch

Die erhöhte Konzentration von Harnstoff im ganzen Körper wird im Mund durch den Kontakt mit dem Speichel zu Ammoniak umgewandelt. Ammoniak hat einen üblen Geruch nach Urin und löst bei den Patienten einen schlechten Geschmack aus, der sich krank anfühlt.

4. Hautveränderungen

Die Nierenerkrankung kann zu einer trockenen Hautführen, da es zu Veränderungen in der Schweißproduktion kommt. Trockene Haut ist viel anfälliger für Irritationen und damit für Juckreiz.

Das Versagen der Filtration der Niere mit einem Anstieg an harnpflichten Substanzen wie Kreatinin und Harnstoff führt weiterhin zu einer gräulichen Verfärbung der Haut.

5. Knochenbrüche

Die Nieren speilen eine große Rolle bei der Produktion von Vitamin D in unserem Körper. Wenn die Funktion der Nieren Versagen, wird weniger Vitamin D produziert. Vitamin D ist wichtig für den Knochen und kann zu schweren Symptomen der Knochenbildung führen.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Eine Niereninsuffizienz ist immer eine ernstzunehmende Erkrankung. Bei auffälligen Laborwerten oder kritischen Symptomen sollte ein Arzt kontaktiert werden.

Letzte Änderung: 14. Januar 2024

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