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Diabetes mellitus

Geschrieben von Lena Rummler
Arzt benutzt Glukosemesser zur Überprüfung des Blutzuckerspiegels aus der Hand des Patienten.

Unter dem Begriff Diabetes mellitus versteht man eine Erkrankung, die durch eine Störung des Zuckerstoffwechsels (Glukosestoffwechsels) hervorgerufen wird. Betroffene Personen weisen einen mitunter deutlich erhöhten Blutzuckerspiegel auf, der langfristig die Entstehung einer Reihe von Folgeerkrankungen triggern kann.

Vor allem auf das Herz-Kreislauf-System wirken sich langfristig erhöhte Blutzuckerkonzentrationen besonders schädlich aus. Diabetes mellitus ist eine chronische Erkrankung, die einer dringenden und vor allem langfristigen Behandlung bedarf.

Bei gesunden Menschen liegt der sogenannte Nüchtern-Blutzucker, also die messbare Blutzuckerkonzentration, nachdem über mindestens 8 Stunden nichts gegessen und nur Wasser getrunken wurde, unter 100 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) beziehungsweise unter 5,5 Millimol pro Liter (mmol/l).

Von einem erhöhten Blutzuckerspiegel spricht man hingegen immer dann, wenn der Nüchterne auf 100 bis 125 Milligramm pro Deziliter angestiegen ist. Als Anzeichen eines bestehenden Diabetes wertet man Blutzuckerspiegel, die nüchtern 126 mg/dl erreichen oder sogar überschreiten.

Grundlagen:

Diese Grundlagen sind für das Verständnis der Krankheit sehr wichtig:

Um die Krankheit richtig verstehen und folglich korrekt mit ihr umgehen zu können, ist ein genaues Verständnis über die verschiedenen Wege des intermediären Stoffwechsels unseres Körpers notwendig. Doch was ist eigentlich ein Intermediär Stoffwechsel? Darunter versteht man den Stoffwechsel bestimmter Metaboliten geringer Molekülmassen.

Diese Metaboliten werden folglich in andere Metaboliten umgewandelt, zu bestimmten Orten des Körpers transportiert oder durch andere Moleküle reguliert. Man kann den Intermediär Stoffwechsel außerdem in Katabolismus (= Abbau von Stoffwechselprodukten zur Energiegewinnung) und Anabolismus (= Aufbau von Stoffwechselprodukten) aufteilen.

Verschiedene Gegebenheiten stellen dauerhaft Anforderungen an unseren Körper und seinen Stoffwechsel, diese Anforderungen müssen zu jeder Zeit gewährleistet sein:

In unserem Körper gibt es zahlreiche Gewebe, die keine Speicherkapazität für Energielieferanten besitzen. Dazu gehört beispielsweise unser Gehirn oder unser Herz. Trotzdem muss für diese lebenswichtigen Organe konstant eine Nährstoffkonzentration bereitgestellt sein. Dies passiert wie folgt: andere Organe stellen die benötigten Nährstoffe her und geben diese ins Blut ab, wodurch sich Herz und Gehirn ihre Energie dann beziehen können.

Die Niere verfügt über eine maximale Aufnahmefähigkeit für bestimmte Moleküle, unter anderem auch für die Glucose (=Traubenzucker). Werden diese Schwellen überschritten, so hat das einen Nährstoffverlust zur Folge. Deshalb ist es sehr wichtig, die Konzentration dieser Moleküle konstant im physiologischen Bereich zu halten.

Unser Körper benötigt dauerhaft und in jedem möglichen Zustand Energie. Dieser kontinuierliche Energieverbrauch steht im klaren Kontrast zu unseren periodischen Nahrungsaufnahmen. Deshalb ist es sehr wichtig, dass unser Körper bestimmte Energie speichern kann, die dann bei Bedarf entsprechend bezogen werden kann.

Des Weiteren wird der Körper oft mit verschiedenen extremen Zuständen belastet, wie beispielsweise durch Stress, durch Hunger oder durch eine intensive Muskelarbeit bei sportlichen Aktivitäten. Befinden wir uns gerade in einem dieser Belastungszustände, benötigen wir automatisch vermehrt Energie, welche durch einen ausreichenden Nährstoffspeicher gewährleistet sein muss.

Ein weiteres Hindernis stellt die Tatsache dar, dass unsere aufgenommene Nahrung sich nur sehr selten genau mit dem Bedarf an Nahrung des Körpers deckt. Deshalb ist es so wichtig, dass unser Körper Möglichkeiten hat, bestimmte Nährstofflieferanten ineinander umzuwandeln. Diese Umwandlung ist außerdem sehr wichtig, da es keine universelle Speicherform in unserem Körper gibt, aus dem die Energie bei Bedarf mobilisiert werden kann.

Speicherformen

Man unterscheidet zwischen drei verschiedenen Speicherformen und ihren entsprechenden Stoffwechseln:

Das Fettgewebe dient als Fettspeicher. Diese Art von Speicher verfügt über einen sehr hohen Energiegehalt. Für den Fettstoffwechsel relevante Komponenten sind das Fettgewebe und die Leber. In der Leber kann Glucose (=Traubenzucker, unser normaler Blutzucker) zu freien Fettsäuren umgewandelt werden.

Diese freien Fettsäuren können dann über direkten Weg durch die Blutbahn in das Fettgewebe gelangen. Im Fettgewebe können sowohl die freien Fettsäuren als auch Glucose selbst in sogenannte Triglyceride (=kurz TAG), spezielle Neutralfette, umgewandelt werden. Diese TAGs werden dann im Fettgewebe gespeichert und bei Bedarf mobilisiert. In der Leber gibt es allerdings auch noch einen indirekten Weg: aus den freien Fettsäuren können auch in der Leber TAGs hergestellt werden, die dann mit Hilfe von bestimmten Transportproteinen des Blutes (VLDL) zum Fettgewebe transportiert und dort mit Hilfe von spezifischen Rezeptoren aufgenommen werden.

Eine weitere Speicherform unseres Körpers ist das Glykogen, aus welchem dann durch verschiedene Umwandlungsprozesse Glucose freigesetzt werden kann. Zentrales Organ für den Stoffwechsel der Kohlenhydrate ist die Leber, die über eine sehr hohe Speicherkapazität verfügt.

Sie kann das hergestellte Glucose sowohl an das Fettgewebe abgeben (siehe Punkt 1), als auch an das Muskelgewebe (siehe Punkt 3). Außerdem ist die Leber fähig dazu, sowohl aus Glycerin als auch aus bestimmten Aminosäuren Glucose herzustellen.

Die dritte Speicherform sind die Proteine, die vor allem im Muskelgewebe in Form von bestimmten Proteinen (=Aktin und Myosin) gespeichert werden. Auch im Muskelgewebe kann die Glucose weiter verstoffwechselt werden, allerdings ist die Speicherfunktion hier eher sekundär. Primäre Funktion des Muskelgewebes sowie der entsprechenden Proteine sind die Kontraktion des Muskels.

Insulin und Glukagon

Viele wichtige Vorgänge im Körper unterliegen einer sehr genauen und kontrollierten Regulation, damit die Organe des Körpers im physiologischen Bereich arbeiten können. Auch der intermediäre Stoffwechsel, vor allem der Stoffwechsel der Kohlenhydrate, wird genauestens reguliert durch verschiedene Faktoren. Die wichtigsten beiden Hormone sind das Insulin und das Glukagon. Beide Hormone werden in der Bauchspeicheldrüse (=dem Pankreas) produziert.

Die Bauchspeicheldrüse hat sowohl eine exokrine als auch eine endokrine Funktion. In Bezug auf den Stoffwechsel und auf die Diabetes Mellitus Erkrankung ist aber nur der endokrine Teil von Bedeutung, auf den nun genauer eingegangen werden soll: Die Aufgabe des endokrinen Pankreas besteht darin, vier verschiedene Hormone zu produzieren.

Diese Aufgabe wird erfüllt von den sogenannten Langerhans’schen Inseln, die in etwa 1 bis 2 Prozent des gesamten Pankreasgewebes ausmachen (Der endokrine Anteil des Pankreas ist also relativ gering). Die Langerhans’schen Inseln bestehen aus verschiedenen Zellen, die folglich ihre spezifischen Hormone produzieren.

Die A-Zellen des Pankreas machen circa 20 Prozent der Langerhans’schen Zellen aus und produzieren das Hormon Glukagon. Die B-Zellen produzieren das Hormon Insulin und machen etwa 70 Prozent der Langerhans’schen Zellen aus.

Das restliche Langerhans’sche Insel Gewebe besteht zum einen aus den D-Zellen, die Somatostation (ein für die Verdauung sehr relevantes Hormon) produzieren und zum anderen aus den F-Zellen, die das pankreatische Polypeptid herstellen. Die physiologische Rolle dieses Peptids ist noch nicht genau erforscht.

Der Name des Hormons Insulin leitet sich aus seinem Produktionsort ab, der „Insula“ (lat.). Die Synthese des Insulins in den B-Zellen der Langerhans’schen Inseln erfolgt in mehreren Schritten: Zunächst gibt es das sogenannte Präproinsulin, das aus vier Teilen besteht: Dem S Teil, dem B Teil, dem C Teil und dem A Teil. Man kann sich dieses als gerade Kette vorstellen.

Das Präproinsulin wird unter der Abspaltung des S Teils zu Proinsulin umgewandelt und erhält dadurch eine „geschlängelte“ Form, da zwischen dem A und dem B Teil des Proinsulins bestimmte chemische Bindungen ausgebildet werden. Anschließend wird zusätzlich noch der C Teil abgespalten, das fertige Insulin entsteht.

Dieses besteht nun nur noch aus dem A sowie aus dem B Teil. Der A Teil ist die kürzere Kette bestehend aus 21 Aminosäuren, der B Teil bildet die längere Kette mit 30 Aminosäuren. Die beiden Ketten sind weiterhin durch chemische Bindungen zusammengebunden. Der C Teil des unfertigen Insulins spielt eine wichtige Rolle in der Diagnostik, darauf wird unter dem Unterpunkt „Diagnose“ weiter unten genauer eingegangen.

Das fertige Insulin wird dann in den Zellen in kleinen Vesikeln (Bläschen) gespeichert und durch Exozytose (Ausschleusen aus der Zelle in den extrazellulären Raum) freigegeben. Die Ausschüttung erfolgt pulsatil, das heißt, nicht konstant über den ganzen Tag verteilt, sondern stoßweise circa alle 15 bis 20 Minuten. Im physiologischen Zustand werden pro Tag ungefähr 875 bis 1400 Mikrogramm Insulin ausgeschüttet.

Es gibt verschiedene Faktoren, die die Freisetzung des Insulins beeinflussen können. Allgemein wird Insulin nach der Nahrungsaufnahme oder bei zu hoher Blutzuckerkonzentration ausgeschüttet, um diese Konzentration des Blutzuckers zu vermindern. Die Glukose ist auf zellulärer Ebene der wichtigste Reiz für die Insulinausschüttung, diese Ausschüttung erfolgt „biphasisch“: Das bedeutet, dass es zwei Phasen der Insulinausschüttung gibt.

Steigt die Konzentration der Glukose im Blut an, so wird als schnelle Reaktion darauf das schon vorhandene, bereits hergestellte Insulin in Form von Vesikeln ausgeschüttet. Die Reaktionszeit hierbei ist sehr gering. Als zweite Phase wird dann erst neues Insulin hergestellt, was deutlich mehr Zeit in Anspruch nimmt.

Doch wie reagiert eine B Zelle eigentlich auf eine zu hohe Blutkonzentration von Glukose, damit folglich Insulin ausgeschüttet werden kann?

Die extrazelluläre Glukose wird mithilfe eines bestimmten Transporters, dem sogenannten GLUT2 Transporter, in die Zelle (hier: B-Zelle) transportiert. Intrazellulär wird die Glukose durch verschiedene Stoffwechselschritte metabolisiert, dadurch entsteht der Hauptenergiespeicher unserer Zellen: das ATP (Adenosintriphosphat).

Dieses ATP wiederum hemmt bestimmte Kaliumkanäle in den Membranen der B-Zelle, die sensitiv auf eine zu hohe ATP Konzentration innerhalb der Zelle reagieren. Steigt also durch eine zu hohe Glukosekonzentration analog auch die ATP Konzentration innerhalb der B-Zelle, so schließt sich der Kaliumkanal. Es kann dann kein Kalium mehr in die Zelle herein, oder aus der Zelle herausfließen.

Dadurch ändert sich die physiologische Spannung entlang der Zellmembran, und auf diese Spannungsänderung sensible, spannungsabhängige Calciumkanäle in der Membran öffnen sich, damit Calcium in die Zelle einströmen kann. Dieser Calcium Einstrom wirkt dann als Signal dafür, dass die Insulinvesikel freigesetzt werden sollen. Einige Antidiabetika greifen an bestimmten Stellen dieses Vorgangs ein, darauf wird unter dem Überpunkt „Therapie“ genauer eingegangen.

Allerdings gibt es auch einige Hormone, die die Freisetzung von Insulin vermindern können. Dazu zählen beispielsweise Hormone wie Adrenalin oder Noradrenalin, die vor allem bei Stress produziert und ins Blut abgegeben werden. Das liegt daran, dass der Körper während einer Stresssituation eine hohe Menge an Energie benötigt, die er sich aus der Glukose beziehen kann. Insulin würde das Angebot an Energie lediglich mindern, weshalb seine Funktion hierbei gehemmt wird.

Auch das Hormon Leptin, das von Fettgewebe produziert wird, wirkt hemmend auf die Insulinausschüttung. Leptin wird freigesetzt, wenn der Fettspeicher voll ist und somit keine weitere Speicherung von Energie erfolgen kann. Dadurch wird automatisch das Insulin gehemmt.

Welche Wirkungen hat Insulin?

Zunächst sorgt Insulin vor allem dafür, dass Glukose in die peripheren Zellen aufgenommen wird. Somit wird die Konzentration des Zuckers im Blut vermindert. Durch das Insulin werden vermehrt GLUT4 Transporter in die Zellmembranen eingebaut. Diese Transporter sorgen dafür, dass Glukose in die Zellen aufgenommen werden können. Je mehr Transporter es gibt, desto mehr Glukose kann in die Zelle aufgenommen werden.

Folglich sinkt die Glukosekonzentration im Blut. Der GLUT4 Transporter ist insulinabhängig, das heißt, er arbeitet nur in Anwesenheit von Insulin und ist dann für die Insulin-abhängige Glukoseaufnahme zuständig. Es gibt viele Gewebe, die nur GLUT4 besitzen und somit automatisch insulinabhängig sind. Darunter zählen das Fettgewebe, das Muskelgewebe und auch Teile des Pankreas Gewebes. Nerven, Leber- und Nierenzellen sind hingegen nicht insulinabhängig, sie besitzen andere Glukosetransporter (GLUT).

Auch das Glukagon ist ein sehr wichtiges Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse produziert wird. Es besteht aus 29 Aminosäuren und wird von den spezifischen A-Zellen produziert. Die Vorstufe des Glukagons ist das sogenannte Präproglukagon, anschließend wird es durch bestimmte Spaltungen zu dem eigentlichen, physiologisch aktiven Glukagon modifiziert.

Auf welche Art und Weise das Glukagon genau freigesetzt wird, ist bis zum heutigen Tag noch nicht genau erforscht. Man vermutet aber stark, dass der Mechanismus der Glukagon Freisetzung sehr dem Mechanismus der Insulinfreisetzung ähnelt.

Das Hormon Glukagon ist gemeinsam mit dem Insulin der wichtigste Regulator der Blutglukosekonzentration. Allgemein kann man sagen, dass es antagonistisch dem Insulin gegenüber wirkt, das heißt, es hat die umgekehrte Wirkung: Bei steigender Blutglukosekonzentration sinkt die Freisetzung des Glukagons. Glukagon wirkt somit allgemein Glukose hemmend.

Welche Wirkungen hat Glukagon?

Grundsätzlich kann man sagen, dass Glukagon eine energiemobilisierende Wirkung hat. Das heißt, dass ein Glukagon Anstieg immer einen Glukose Anstieg im Blut zur Folge hat. Seine Wirkungen entfaltet das Hormon Glukagon hierbei vor allem in der Leber.

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren bei Diabetes mellitus

Diabetes Mellitus ist ein Überbegriff für bestimmte Stoffwechselerkrankungen des menschlichen Körpers und bedeutet übersetzt so viel wie Zuckerkrankheit. Wie der Name schon verrät, sind Menschen mit dieser Krankheit hauptsächlich von Störungen des Zuckerstoffwechsels (=Kohlenhydratstoffwechsel) betroffen.

Die Diabetes Mellitus Erkrankung gehört neben den Erkrankungen des Schilddrüsenstoffwechsels zu den häufigsten endokrinen Erkrankungen. Endokrin bedeutet, dass die jeweiligen Drüsenzellen ihr produziertes Sekret in die Blutbahn abgeben.

Die Erkrankung korreliert häufig mit dem Alter und ist mit sehr hohen therapeutischen Kosten verbunden. Grund der Erkrankung an der Zuckerkrankheit ist, dass die Wirkung eines speziellen Hormons fehlt: dem Insulin.

Dieses Hormon wird in der Bauchspeicheldrüse (=Pankreas) von spezifischen Zellen gebildet und sorgt dafür, dass verschiedene Zellen unseres Körpers je nach Bedarf den Traubenzucker aus dem Blut aufnehmen können, um daraus Energie zu beziehen. Als Ursache für die fehlende Wirkung kommt entweder ein Insulinmangel oder eine Insulinresistenz infrage.

Typen von Diabetes

Man unterscheidet zwischen zwei verschiedenen Typen:

Diabetes Mellitus Typ 1 tritt sehr häufig schon im Kindesalter auf und ist die seltenere von den beiden Varianten. Patienten, die von DM1 betroffen sind, leiden an einem vollständigen Insulinmangel, nicht an einer Insulinresistenz. Grund dafür ist eine Autoimmunerkrankung: Das bedeutet, dass das Immunsystem körpereigene Zellen als fremd ansieht und versucht, diese zu zerstören.

Der Körper ist aufgrund der Autoimmunerkrankung nicht selbst fähig dazu, Insulin herzustellen: die hierfür zuständigen B-Zellen des Pankreas (genaueres dazu siehe weiter unten) sterben ab. Betroffene Patienten und Patientinnen erlangen diese Erkrankung meist aufgrund von genetischen Faktoren und leiden allgemein nicht an einer Fettsucht.

Diabetes Mellitus Typ 2 hingegen tritt sehr häufig im späten Erwachsenenalter auf und ist eine Erkrankung, die sich immer häufiger manifestiert. Grundlage dieses Erkrankungstyps ist die „Erschöpfung“ der Insulin produzierenden Pankreaszellen, die meist eine Insulinresistenz als Folge hat.

Insulinresistenz bedeutet, dass die Zellen unseres Körpers, primär die der insulinabhängigen Organe, mit verminderter Aktivität auf Insulin reagieren. Die meisten Patienten und Patientinnen leiden bei DM2 an Fettsucht.

Auch dieser Typ Diabetes ist genetisch prädispositioniert, viele verschiedene Faktoren haben Einfluss auf die Erkrankung. Erstaunlicherweise ist die genetische Komponente beim Diabetes Mellitus Typ 2 sogar entscheidender, als die beim Diabetes Mellitus Typ 2.

Ob dafür wirklich rein genetische Faktoren ursächlich sind oder auch eine unzureichende Erklärung über gute und schlechte Ernährung in betroffenen Familien ist weiterhin unklar und Gegenstand aktueller Forschung.

Außerdem gibt es zwei weitere Sonderformen des Diabetes Mellitus: Schwangerschaftsdiabetes und MODY Diabetes. Diese beiden Sonderformen werden genauer erläutert als Unterpunkt. Auf die korrekte Behandlung der verschiedenen Diabetes Mellitus Typen wird ebenso weiter unten genauer eingegangen.

Für eine Erkrankung an Diabetes Mellitus gibt es eine enorme Vielzahl von Ursachen. Mögliche Gründe können unter anderem Defekte der Herstellung oder der Freigabe von Insulin ins Blut sein, aber auch Antikörper gegen Insulin oder gegen die B-Zellen des Pankreas, sowie bestimmte Virusdefekte und viele weitere Prozesse können dafür verantwortlich sein, dass der Körper seine wichtigen B-Zellen verliert (oder zumindest deren Funktion) und somit an Diabetes Mellitus erkrankt.

Sonderformen des Diabetes mellitus

Außerdem gibt es weitere Sonderformen des Diabetes mellitus:

Es gibt eine bestimmte Sonderform des Diabetes Mellitus: das Schwangerschafts- oder auch Gestationsdiabetes. Darunter versteht man eine nicht physiologische Glukosekonzentration des Blutes, die erstmalig, während der Schwangerschaft auftritt. Am häufigsten sind Schwangere während des zweiten oder dritten Trimesters davon betroffen.

Grund dafür sind die immer stärkeren hormonellen Veränderungen im Körper der Frau während einer Schwangerschaft. Wichtig ist es, Diabetes während der Schwangerschaft so schnell und so früh wie möglich festzustellen. Unbehandelt kann es aufgrund hormoneller Strukturen zu schwerwiegenden Folgen für die Mutter und das ungeborene Kind führen.

So gibt es nämlich einen insulinähnlichen Wachstumsfaktor, das IGF-1 oder IGF-2. Das bedeutet, dass die Struktur des Hormons sowie auch die Rezeptoren große Ähnlichkeiten mit denen des Insulins haben. Leidet eine werdende Mutter während ihrer Schwangerschaft an unbehandeltem Diabetes Mellitus, so steigt folglich die Konzentration des Blutzuckers rasant an.

Aufgrund der Plazentadurchlässigkeit resultiert dies in der Erhöhung des Blutzuckerspiegels im Fetus. Im Fetus werden dann die fetalen B-Zellen aktiviert, damit in dem Körper des Fetus vermehrt Insulin produziert und freigesetzt werden kann. In manchen Fällen kann es dann zu Kreuzreaktionen zwischen dem Insulin und dem IGF-Rezeptor kommen.

Durch die Kreuzreaktion löst das Insulin Wachstumsschübe aus und es kommt zu einem sogenannten pathologischen „Riesenbaby“ (=fetale Makrosomie). Außerdem kann es zu weiteren Komplikationen nach der Geburt führen: nach der Geburt wird die Verbindung zur Mutter durch die Plazenta gestoppt. Folglich muss der fetale Körper auch nicht mehr versuchen, den zu hohen Blutzucker der Mutter auszugleichen.

Allerdings enthält der Körper des Fetus noch zu viel Insulin für einen gesunden Blutzucker. Dadurch wird der Blutzucker des Fetus pathologisch vermindert und es kann zu schweren Folgen kommen. Deshalb ist es sehr wichtig, dass eine werdende Mutter während der Schwangerschaft sehr gut mit Insulin behandelt wird.

Eine weitere Sonderform einer Diabetes Mellitus Erkrankung ist das sogenannte MODY, eine Abkürzung für die Bezeichnung Maturity Onset Diabetes of the Young. Wie der Name schon ein wenig verrät, handelt es sich hierbei um eine Art von Diabetes Mellitus, die vor allem bei jungen Personen auftritt, also vor allem bei Menschen, die noch nicht das 25. Lebensjahr erreicht haben.

Die Art von Diabetes ähnelt dabei aber eher einer DM2 Erkrankung, also dem „Altersdiabetes“, und nicht dem herkömmlichen DM1, der eher für junge Leute typisch ist. Auch diese Art von Zuckerkrankheit ist auf einen Defekt der B-Zell Funktion der Langerhans’schen Inseln der Bauchspeicheldrüse zurückzuführen.

Eine MODY Erkrankung wird meist autosomal dominant vererbt und kann anfangs noch mit oralen Medikamenten behandelt werden. Früher oder später muss aber höchstwahrscheinlich bei jeder erkrankten Person Insulin gespritzt werden.

Was sind die Symptome bei Diabetes mellitus?

Zu den ersten typischen Beschwerden, die im Falle einer Diabetes Mellitus Erkrankung auftreten können, gehören Polyphagie (vermehrtes Hungergefühl), Polydipsie (vermehrtes Durstgefühl) und Polyurie (vermehrte Urinausscheidung).

Das liegt daran, dass bei einer Diabetes mellitus Erkrankung die Glukosekonzentration im Blut die Nierenschwelle überschreitet. Die Nieren können dann nicht mehr die gesamte Glukose aus dem Blut filtern und wieder resorbieren. Dadurch verliert der Patient Glukose durch die Harnausscheidung.

Die Glukose zieht allerdings H2O mit sich, weshalb die Patienten und Patientinnen an Wasser- und Energieverlust leiden. Durch diesen Energieverlust leiden betroffene Patienten und Patientinnen außerdem an Konzentrationsschwierigkeiten, Müdigkeit und allgemeinen Schwächeanfällen. Auch extreme Gewichtsabnahmen, Juckreiz oder Wadenkrämpfe können ein Zeichen auf eine Diabetes Mellitus Erkrankung sein.

Unbehandelt kann die Diabetes Mellitus Erkrankung zu weiteren schweren Folgen führen, auf die weiter unten genauer eingegangen wird.

Schädigungen des Körpers, die durch Diabetes Mellitus auftreten können:

Durch eine Diabetes Mellitus Erkrankung können sowohl kurzfristige als auch langfristige Schädigungen des Körpers entstehen.

Eine kurzfristige Schädigung, die entstehen kann, ist das sogenannte hyperglykämische Koma. Hyper bedeutet „zu viel“, das heißt also, dass Patienten aufgrund ihrer zu hohen Blutzuckerwerte in ein Koma verfallen können. Diesen Zustand bezeichnet man auch als diabetische Ketoazidose. Dieses Koma tritt vor allem bei nicht diagnostizierten oder ungenügend behandelten DM Patienten auf, häufiger betroffen sind Erkrankte an DM1.

Grund für das Koma ist ein erhöhter Insulinbedarf bei einem Insulinmangel (zum Beispiel bei extremen Stresssituationen oder schlimmen Infektionen). Dieser Zustand kann lebensgefährlich werden, da oft extrem hohe Blutzuckerwerte auftreten. Betroffene Patienten und Patientinnen müssen auf der Intensivstation behandelt werden, brauchen Insulin und der Elektrolythaushalt muss mit Hilfe von Infusionen wieder ins Gleichgewicht gebracht werden.

Im Gegensatz zu einem hyperglykämischen Koma kann auch ein hypoglykämisches Koma als Folge einer falschen Diabetes Mellitus Therapie auftreten. Wichtig bei dieser Art von Koma ist, dass dieses nur bei bekannten Diabetikern auftritt, die während einer ungenügenden Nahrungsaufnahme gleichzeitig zu viel Insulin oder orale Antidiabetika zu sich nehmen. Der Blutzucker sinkt dadurch auf eine pathologische, lebensgefährliche Konzentration ab. Therapiert wird diese Komplikation durch Glukose oder Glukagon Gabe.

Zu den langfristigen Schäden einer Diabetes Mellitus Erkrankung zählen vor allem Gefäßschädigungen. Bei diesen unterscheidet man weiter in Mikro- und Makroangiopathien, also ob diese Schädigungen eher an großen oder an kleinen Gefäßen auftreten.

Schädigung der kleinen Gefäße im Körper:

  • Retinopathie (Blindheit) Patienten mit unbehandeltem oder schlecht behandeltem Diabetes Mellitus leiden an Sehstörungen, die bis zur Erblindung führen können. Das liegt daran, dass sich die Linse durch die starken Blutzuckerschwankungen pathologisch verändern kann und sich im Laufe der Zeit sowohl Sehschärfe als auch die Brechkraft des Auges immer mehr verschlechtern.
  • Neuropathie (Sensibilitätsfunktionsstörungen vor allem an den peripheren Nerven) Betroffene Patienten oder Patientinnen leiden an vermindertem Schmerzempfinden oder Unempfindlichkeiten, die sich meistens an den Extremitäten äußern.
  • Nephropathie (auch Noduläre Glomerulosklerose oder Morbus Kimmelstiel-Wilson genannt) Eine typische Erkrankung der Nieren bei an DM erkrankten Personen, die in einer Niereninsuffizienz enden kann.
  • Geschwüre des Fußes aufgrund von mangelnder Durchblutung, die aber aufgrund der Schmerzminderung und Unempfindlichkeit lange unbemerkt bleiben und leider oft in Amputationen resultieren. Makroangiopathien äußern sich vor allem im System der Coronararterien, also der Herzgefäße, was folglich in einem Herzinfarkt resultieren auch. Auch die Hirngefäße sind im Falle einer DM Erkrankung häufig betroffen und führen nicht gerade selten zu Schlaganfällen.

Weitere Komplikationen, die durch eine Diabetes Mellitus Erkrankung entstehen können, sind ein geschwächtes Immunsystem, Verdauungsprobleme oder Durchfall sowie Depressionen. Vor allem bei Männern kann außerdem noch eine Impotenz entstehen. Das ist ebenso auf die Gefäßschädigungen zurückzuführen, die eine physiologische Anschwellung des Penis nicht mehr gewährleisten können und somit zu erektilen Dysfunktionen führen.

Wann sollte man damit zum Arzt gehen?

Je früher ein Diabetes behandelt wird, desto besser sind die Prognosen in Bezug auf eine gute, lange Lebensqualität. Deshalb gilt: sollte man erste Anzeichen und Symptome für einen Diabetes Mellitus vermuten, sollte man sofort einen Arzt aufsuchen.

Wie wird Diabetes mellitus diagnostiziert?

Untersuchungen im Überblick

Besteht der Verdacht auf eine Erkrankung an Diabetes Mellitus, so sollte man seinen Hausarzt aufsuchen.

Dieser wird erst einmal damit beginnen, die Krankengeschichte (=Anamnese) zu erheben. Hierbei kann man mit typischen Fragen wie zum Beispiel „Haben Sie in letzter Zeit oft Durst und müssen vermehrt Wasserlassen?“, „Essen Sie in oft gesüßte Lebensmittel?“, oder „Gibt es in Ihrer Familie Personen, die an Diabetes Mellitus erkrankt sind?“ rechnen.

Anschließend folgt die körperliche Untersuchung, bei der sich der behandelnde Arzt vor allem einen Überblick über den allgemeinen Zustand des Patienten machen möchte. Hierfür wird der Arzt zum Beispiel das Körpergewicht, die Körpergröße und/oder den Bauchumfang messen.

Eine wichtige diagnostische Relevanz spielt die Untersuchung des Blutes. Mithilfe der Labordiagnostik kann das Blutplasma des Patienten untersucht werden. Wichtig ist hierbei, dass der Patient bei der Blutentnahme nüchtern war, da die Konzentration im nüchternen Zustand in mmol gemessen wird. Hierbei sind meistens Werte zwischen 3,3 – 5,6 mmol physiologisch gesund. Ein weiterer wichtiger Parameter, der untersucht werden kann, ist das sogenannte HbA1c.

Dieser Wert dient praktisch dazu, den „Langzeitzucker“ zu bestimmen, also die durchschnittlichen Zuckerwerte der letzten acht bis zwölf Wochen. HbA steht hierbei für Hämoglobin, den roten Farbstoff unserer roten Blutkörperchen. Hämoglobin kann im Blut glykiert werden, das heißt, ein Zucker bindet daran. Dies bezeichnet man dann als HbA1. Da der Zucker vor allem an der Untereinheit c des Hämoglobins bindet, entsteht die Gesamtbezeichnung HbA1c. Bei gesunden Personen sind circa 4-6 Prozent des Hämoglobins glykiert.

Ab einem Hba1c von 6.5 gilt die Diagnose eines Diabetes Mellitus als gestellt. In neueren Untersuchungen scheint dieser der wichtigste Wert zu sein. Während der orale Glukosetoleranztest eine hohe Bedeutung beim Schwangerschaftsdiabetes hat, ist der HBA1c bei allen anderen Unterformen bzw. den Hauptformen der richtungsweisende Befund.

Unabhängig von allen anderen Parametern, kann hiermit die Diagnose gestellt werden. Es handelt sich also nicht nur um einen Wert zur Kontrolle, da man so gut die Einstellung der letzten Monate darüber ablesen kann, sondern insbesondere auch um einen Wert, der bei der Diagnosestellung helfen kann.

Wenn Sie also die Sorge haben, Sie könnten an einer Diabetes Mellitus Erkrankung leiden oder Ihr Arzt oder auch Ihr Umfeld hat Sorge bezüglich einer Diabetes Erkrankung, dann ist es ratsam, denn Hausarzt zu bitten, diesen Wert zu kontrollieren.

Eine weitere Möglichkeit zur Diagnose eines Diabetes Mellitus ist der orale Glukosetoleranztest. Beim oralen Glukosetoleranztest (auch Glukose Belastungstests oder oGTT genannt) nimmt der Patient 75 Gramm Glukose oral auf und anschließend wird der Blutglukosespiegel für 2 Stunden überwacht.

Bei einem gesunden Menschen beträgt der Ausgangswert der Glukosekonzentration circa 5 mM. Der Ausgangswert steigt zunächst immer mehr an, bis nach ungefähr einer Stunde das Maximum erreicht wird. Bei einem Gesunden beträgt dies maximal 8mM Glukose. Anschließend sinkt die Glukosekonzentration wieder ab, bis sie spätestens nach 2 Stunden erneut den normalen Ausgangswert erreicht hat.

Bei Patienten mit Diabetes Mellitus sehen die Werte allerdings ganz anders aus. Schon der Ausgangswert, also die Glukosekonzentration in Ruhe, ist deutlich über 5mM. Folglich wird auch der Maximalwert weit über 8mM liegen und der Ausgangswert wird nach 2 Stunden nicht wieder erreicht sein. In diesem Falle steigt der Blutzucker meist über die sogenannte „Nierenschwelle“.

Darunter versteht man die maximale Konzentration von Glukose im Blut, die die Niere bei ihrem Filtervorgang wieder aufnehmen kann. Die Schwelle liegt in etwa bei 11mM. Steigt die Blutglukosekonzentration über diesen Wert, so wird die restliche Konzentration an Glukose über den Urin ausgeschieden, was dann als Glucosurie bezeichnet wird. Dieser „honigsüße Durchfluss“ ist typisch für eine Diabetes Mellitus Erkrankung.

Insgesamt bezeichnet man einen Patienten als gesund, wenn die Plasmaglukosekonzentration nüchtern unter 6,1 mM und nach 2 Stunden eines Glukosebelastungstests unter 7,8 mM liegt. Ein Diabetes Mellitus liegt vor bei Werten eines Nüchternglukosezustandes von über 6,9 mM oder nach einem Belastungstest über 11 mM.

Werte zwischen diesen beiden Fällen deuten auf ein „Prädiabetes“ hin. Hierbei ist es wichtig, den Blutzucker so schnell wie möglich in den physiologischen Bereich zu bekommen, da sich sonst mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein Diabetes mellitus manifestiert.

Diagnostisch kann man außerdem die Konzentration des C Teils des Insulinvorläufers Präproinsulin messen. Insulin selbst wird im menschlichen Körper sehr schnell abgebaut, deshalb kann man die Produktion des Hormons nicht messen, die Werte wären verfälscht.

Allerdings kann man die Konzentration des C Peptids messen. Da dieses C Peptid in der gleichen Menge hergestellt und ausgeschüttet wird wie Insulin, lässt sich dadurch analog auf die Konzentration des hergestellten Insulins schließen.

Besteht der Verdacht auf eine Erkrankung an Diabetes Mellitus Typ 1, so kann es sich zudem noch lohnen, das Blut zusätzlich auf bestimmte Antikörper zu untersuchen. Das liegt daran, dass eine DM1 Erkrankung eine Autoimmunerkrankung ist, bei der die B-Zellen des Pankreas zerstört werden oder das Insulin direkt. Findet man im Blut Antikörper gegen B-Zellen oder Insulin Antikörper, so kann man sicher einen Diabetes Mellitus Typ 1 diagnostizieren.

Therapie bei Diabetes mellitus

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, einen Diabetes Mellitus zu therapieren. Diese verschiedenen Therapieansätze variieren stark und sind vor allem davon abhängig, welcher Typ von Diabetes Mellitus vorliegt. Prinzipiell unterscheidet man mit zwischen konservativen Therapien (Gewichtsreduktion, Ernährungsumstellung) und einer Insulintherapie .

Patienten und Patientinnen, die an Diabetes Mellitus Typ 1 erkrankt sind, verfügen über kein Insulin im eigenen Körper. Hierbei ist es deshalb notwendig, künstlich hergestelltes Insulin zu verabreichen. Diese Personen sind auf die Insulin Injektionen angewiesen, eine konservative Therapie würde keine heilende Wirkung erzeugen, sie ist prinzipiell unwirksam.

An Diabetes Mellitus Typ 1 erkrankte Personen bekommen also eine sogenannte „Insulintherapie“. Die richtige Dosis, die einem Patienten gespritzt werden muss, ist sehr individuell und von vielen Faktoren abhängig. Die Dosierung sollte von einem Spezialisten, einem Diabetologen, festgesetzt werden. Es gibt verschiedene Arten von Insulintherapien: Man unterscheidet zwischen der konventionellen und der intensivierten Insulintherapie.

Bei der konventionellen Therapieform bekommt der Patient oder die Patientin zweimal pro Tag eine bestimmte Dosis Insulin verabreicht. Diese Injektionen passieren morgens und abends. Vorteile dieser Art von Therapie liegen darin, dass die Therapie sehr zeitsparend ist und man eine feste Routine hat, an die man sich halten kann. Letzteres ist allerdings gleichzeitig auch ein Nachteil, da sich die betroffenen Personen exakt an ihren Ernährungsplan halten müssen, da es sonst schnell zu Hyper- oder Hypoglykämien (Über- oder Unterzuckerungen) kommen kann.

Bei der intensivierten Insulintherapie hingegen erfolgt eher eine Orientierung am physiologischen Zuckerstoffwechsel und es wird versucht, diesen so annähernd wie möglich zu erreichen. Das heißt also, dass die Häufigkeit und Dosierung der Insulininjektionen von dem jetzigen Blutzuckerwert, der Nahrung und den sportlichen Aktivitäten abhängig sind.

Das heißt, dass die Patienten oder Patientinnen neben den zweimal täglichen Insulininjektionen (morgens und abends) je nach Bedarf bei bestimmten Mahlzeiten oder größeren sportlichen Aktivitäten eine weitere Insulininjektion bekommen.

Vorteil dieser Art von Therapie ist es, dass die erkrankten Personen sich nicht an einen strikten Ernährungsplan halten müssen, sondern spontan entscheiden können, wie viel sie an einem Tag essen oder wie viel Sport sie an einem Tag treiben müssen. Ein Nachteil hiervon ist es allerdings, dass diese Methode aufgrund von sehr starkem Variieren sehr zeitaufwendig sein kann.

Bei Menschen, die an einem Diabetes Mellitus Typ 2 leiden, sieht die Therapie etwas anders aus. Wird die Erkrankung festgestellt und die Werte sind vorerst nur leicht außerhalb der Normbereiche, so lohnt es sich, erst einmal zu versuchen, seine Lebensweise etwas umzustellen: viel Bewegung und Sport fördert die Synthese von GLUT2 Transportern, wodurch mehr Glukose in die Zellen aufgenommen werden kann.

Außerdem wirkt eine entsprechende Diät mit gesunder, ausgewogener Ernährung einer Insulinresistenz entgegen. Körperliche Aktivität mit einer Reduzierung des Körpergewichts sowie eine alkoholfreie, tabakfreie, zuckerfreie Ernährung sind also die ersten wichtigen Schritte bei einer Behandlung eines DM2.

Hat die Änderung des Lebensstils nicht die erwünschten Ziele erfüllt, so kann man zu ersten Medikamenten, den oralen Antidiabetika, greifen. Es gibt viele orale Antidiabetika, die an verschiedenen Stellen des Stoffwechsels eingreifen: Die erste Wahl fällt allerdings meist auf das Medikament Metformin: Es begünstigt vor allem die Insulinempfindlichkeit, indem das Medikament den vermehrten Einbau von GLUT4 fördert.

Weitere Medikamente, zu denen gegriffen werden kann, wenn noch immer nicht die gewünschten Werte erreicht werden, sind beispielsweise Sulphonylharnstoffe. Diese hemmen die auf ATP sensitiv reagierenden Kaliumkanäle in den Membranen der B-Zellen, sodass vermehrt Insulin freigesetzt wird. Sogenannte SGLT2 Hemmstoffe führen durch ihren Angriffspunkt an der Niere zur vermehrter Glukoseausscheidung.

Sollten all diese Therapieansätze immer noch keine ausreichende Senkung der Blutzuckerwerte bewirken, so gibt es auch für die Typ 2 Diabetiker als letzte Möglichkeit außerdem die Insulinspritzen. Diese müssen auch bei diesem Typ von Diabetes in ihrer Dosis individuell für jeden Patienten bestimmt werden. Deshalb lohnt es sich auch hier, bei einer fortgeschrittenen Diabetes Mellitus Erkrankung einen Spezialisten, also einen Diabetologen, aufzusuchen. Bei einer Diabetes Mellitus Typ 2 Erkrankung wird meist zu einer intensivierten Insulintherapie geraten.

Wie ist die Prognose bei Diabetes mellitus?

Allgemein ist die Prognose von verschiedenen Faktoren abhängig. Prinzipiell haben Patienten mit einem Diabetes Mellitus Typ 1 eine höhere Lebensqualität als Menschen mit einem DM2. Das liegt vor allem daran, dass an DM1 erkrankte Personen nicht übergewichtig sind und somit viele Risikofaktoren wie beispielsweise die Angiopathien reduziert werden.

Grundsätzlich gilt, dass je früher eine Diabetes Mellitus Erkrankung erkannt und entsprechend behandelt wird, desto besser die Aussicht auf ein annähernd normales Leben mit guter Lebensqualität. Im Falle einer ungesunden Lebensweise bessert eine Umstellung dieser Lebensweise zu einer gesünderen, sportlicheren Art und somit eine Verbesserung der Lebensqualität, die Prognose ebenso.

Alternativmedizinische Behandlungsmöglichkeiten und Haushaltsmittel bei Diabetes mellitus

Gegen Diabetes Mellitus Typ 1 gibt es leider keine Möglichkeiten, einem möglichen Ausbrechen der Krankheit entgegenzuwirken, da diese Art meist genetisch bedingt ist. Anders sieht es allerdings bei der Diabetes Mellitus Typ 2 Erkrankung aus: Man sollte auf seine Ernährung achten und ausreichend Sport treiben. Vor allem sollte man auch blutzuckersenkende Lebensmittel zu sich nehmen wie frischer Fisch, Knoblauch oder Olivenöl und zuckerreiche Lebensmittel vermindern.

Empfehlungen zur Nachsorge bei Diabetes mellitus

Leider ist es bis zum heutigen Tag noch nicht möglich, eine Diabetes Mellitus Erkrankung zu heilen. Eine gesunde und gute Lebensqualität ist gesichert durch eine richtig eingestellte Therapie. Deshalb ist es essenziell, dass Patienten und Patientinnen in regelmäßigen Abständen ihre Blutzuckerwerte (sowohl Nüchternglukose als auch Langzeitzucker) bei ihrem Hausarzt kontrollieren lassen.

Richtige Ernährung bei Diabetes Mellitus:

Egal ob Diabetes mellitus Typ 1 oder 2 – die Ernährung spielt immer eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, seine Krankheit in den Griff zu bekommen. Hauptziel einer gezielten Ernährung ist es, die Konzentration der Glukose im Blut weitestgehend konstant und im physiologischen Bereich zu halten, um schwerwiegende Folgen zu vermeiden, die eine Entgleisung der Werte als Folge haben kann.

Grundsätzlich können sich an Diabetes erkrankte Personen daran orientieren, was auch nicht erkrankten Menschen immer geraten wird: auf eine ausgewogene Ernährung mit vielen Vollkornprodukten, Obst und Gemüse achten und den Zuckerkonsum möglichst gering zu halten. Dieser Zuckerkonsum sollte etwa zehn Prozent der Gesamtenergiezufuhr pro Tag nicht überschreiten, darf aber gerne noch geringer gehalten werden.

Menschen, die an Diabetes Typ 1 leiden, müssen mit alltäglichen Insulinspritzen leben – diese müssen richtig dosiert werden. Hierfür ist es notwendig zu wissen, aus wie vielen Kohlenhydraten, Ballaststoffen und Fetten die Nahrung besteht, die sie täglich zu sich nehmen.

Auch Personen, die an Typ 2 Diabetes erkrankt sind, sollten auf eine ausgewogene Ernährung achten und auf ein gesundes Essverhalten setzen. Dieses unterstützt vor allem auch bei empfohlenen Gewichtsreduzierungen. Wichtig ist darauf zu achten, dass man nicht wenige große Mahlzeiten am Tag zu sich nimmt, sondern viele kleine Mahlzeiten mit reichlich Ballaststoffen und wenig Kohlenhydraten.

Grundsätzlich kann man sagen, dass bei beiden Diabetes Typen empfohlen wird, vor allem Zucker und Fette zu reduzieren. Da diese auch gerne etwas versteckt in Lebensmitteln sind und daher unbewusst zu sich genommen werden, sollte man bei folgenden Lebensmittelprodukten etwas genauer darauf achten: Fleisch, Fast Food, Wurst, Soßen und Käse sowie (Süß)-Gebäck.

Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte werden empfohlen, da sie länger satt machen und den Blutzuckeranstieg verzögern.

Auch beim Trinken sollte man auf großen Konsum von gesüßten Softdrinks und Alkohols verzichten, sondern eher zu Wasser oder ungesüßten Tees greifen.

Wichtig ist allgemein, dass man auf nichts verzichten soll, sondern alles in Maßen genießen darf!

Ernährung bei Diabetes Mellitus

Zusammenfassend kann man also bei der Ernährung die Lebensmittel in zwei Kategorien unterteilen:

  • Vollkornprodukte wie Vollkornnudel oder Reis und Bulgur, Quinoa, Hirse, Haferflocken
  • Obst mit einem geringen Fruchtzuckergehalt wie beispielsweise Aprikose, Pfirsich, Erdbeeren, Heidelbeeren, Papaya
  • Zuckerarmes Gemüse wie zum Beispiel grüne Bohnen, Kopfsalat, Feldsalat, Champignons, Brokkoli, verschiedene Kohlarten, Spargel, Gurken, Spinat, Erbsen, Pilze, Radieschen, Tomaten
  • Ballaststoffreiches Gemüse wie Kartoffeln, Kürbis, Pastinake, Spinat oder Artischocken
  • Wasser und ungesüßte Tees, wenn Softdrinks, dann die Zero Version ohne Zucker!
  • Kohlenhydratreiche Lebensmittel
  • Soßen, Dips und ein übermäßiger Fleischkonsum
  • Obstsorten mit einem hohen Fruchtzuckergehalt wie beispielsweise Bananen, Ananas, Trauben oder Mandarinen
  • Smoothies und Softdrinks, Kakao, gesüßter Tee und Kaffee

Zusammenfassung

Diabetes mellitus ist die (Blut-)Zucker-Erkrankung. Durch Störung der Insulin-Freisetzung kommt es zu einer Fehlregulierung des Blutzuckerspiegels mit ernsthaften Folgen. Diabetes mellitus kann medikamentös behandelt werden. Ebenso wichtig ist aber die Anpassung des persönlichen Lebensstils.

Quellen
  • Ahmad, S. 2013. Diabetes- An Old disease, a New Insight. 1 ed.: Springer.
  • Haak, T. 2012. Diabetologie für die Praxis. 1 ed.: Thieme.
  • Herold, G. 2019. Innere Medizin. De Gruyter.
  • Riedl, B. 2017. Basiswissen Allgemeinmedizin 1ed.: Springer.
  • Silbernagl, Stefan. (2009) Physiologie Silbernagl (6. Auflage) Thieme.

Diabetes mellitus Ratgeber durch deine Erkrankung

Häufig gestellte Fragen

Bei einer Diabetes Mellitus Erkrankung sollte man vor allem auf eine kohlenhydratreiche, zuckerreiche Ernährung verzichten. Es sollte eher zu Vollkornprodukten und zuckerfreien Alternativen gegriffen werden. Ballaststoffreiche Ernährung wird wärmstens empfohlen. Man sollte außerdem mehrere kleine Mahlzeiten anstatt wenige große Mahlzeiten am Tag konsumieren. Auch auf Alkohol und Tabakkonsum sollte verzichtet werden. Gesunde Lebensmittel wie Obst und Gemüse sind zu empfehlen, hierbei sollte aber auch eher zu den zuckerarmen Varianten gegriffen werden wie beispielsweise Erdbeeren oder Heidelbeeren. Bananen hingegen haben einen sehr hohen Zuckergehalt! Auch Soßen und Smoothies sollten eher vermieden werden.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen verschiedenen Typen des Diabetes Mellitus. Dieseunterschiedlichen Formen haben auch unterschiedliche Entstehungs-Weisen. Diabetes Mellitus Typ 1 entsteht aufgrund von absolutem Insulinmangel. Diabetes Mellitus Typ 2 hingegen entsteht durch eine Resistenz gegenüber der Hormonwirkungen des Insulins. Schwangerschaftsdiabetes entsteht, wie der Name schon verrät, während der Schwangerschaft aufgrund von den vielen hormonellen Änderungen und Anpassungen, die ein schwangerer Körper durchläuft. Das MODY Diabetes wird meist vererbt.

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten. Man kann beispielsweise einen oralen Glukosebelastungstest (oGTT) durchführen oder auch mit Hilfe einer Blutentnahme bestimmte Blutwerte auf ihre Konzentration untersuchen.

Sobald der Blutzuckerwert trotz ausgewogener Ernährung, genügend Sport und eventuellen oralen Diabetes Tabletten nicht sinkt.

Diabetes Mellitus kann unbehandelt oder bei nicht ausreichender Behandlung schwerwiegende Spätfolgen haben. Es können verschiedene Organsysteme betroffen sein, die Spätfolgen variieren sehr. Grundsätzlich möglich sind: Hyperglykämisch (zu hohe Konzentration des BlutZuckers) oder hypoglykämisch (zu geringe Blutzuckerkonzentration) bedingtes Koma und Gefäßschädigungen, die sich wie folgt äußern können: Retinopathie (Blindheit), Neuropathie (Sensibilitäts- und Schmerzempfindungsstörungen), Nephropathie (mit resultierender Niereninsuffizienz) und Geschwüren.

Kurzfristige Schäden treten vor allem bei nichtdiagnostizierten Diabetikern oder bei ungenügender Therapie auf. Diese kann schlimmstenfalls zu Dehydrierung, zu großem Verlust von Wasser und Elektrolyten und schlimmstenfalls zum Koma führen.

Ja, auf jeden Fall! Grundsätzlich gilt, dass je früher die Erkrankung entdeckt und folglich behandelt wird, desto besser die Aussichten auf ein weitgehend unkompliziertes Leben mit dieser Krankheit. Manchmal wird die Krankheit ungenügend behandelt: trotz Behandlung ist der Blutzucker nicht im physiologischen Bereich. Hier muss umgehend eine Anpassung der Therapie erfolgen, denn auch eine ungenügende Behandlung begünstigt die Entstehung von Spätfolgen.

Primär ist bei einer Diabetes Mellitus Erkrankung erst einmal die Bauchspeicheldrüse (= der Pankreas) betroffen. Dieses Organ produziert nämlich das Hormon Insulin. Insulin ist mit das wichtigste Hormon, wenn es um die Regulation und Konstant Haltung des Blutzuckerspiegels geht: bei der Diabetes Mellitus Erkrankung ist diese Regulation nicht mehr gesichert, da das Insulin nicht mehr seine physiologische Wirkung entfalten kann. Sekundär können aber aufgrund der pathologischen Blutzuckerwerte noch viele weitere Organe im Sinne von Spätfolgen betroffen sein. Dazu gehören beispielsweise die Niere, das Herz, die Nervenzellen und vieles weiter.

Ja, allerdings gibt es noch einige andere Arten von Diabetes Mellitus: dem Schwangerschaftsdiabetes, das während der Schwangerschaft das erste Mal auftritt oder das MODY Diabetes, welches bei Personen unter dem 25. Lebensjahr auftritt aber sich wie ein Typ 2 Diabetes äußert.

Es gibt tatsächlich kompakte Geräte, mit denen man seinen Blutzucker selbst messen kann. Hierfür tropft man einen Tropfen Blut aus der Fingerbeere auf einen Teststreifen, den man danach dann in das Gerät einführt. Dieses Gerät kann mit Hilfe des Teststreifens lesen, welche Blutzuckerkonzentration der Patient gerade hat.

Ja, durchaus. Es gibt verschiedene Werte, die man mit Hilfe einer Blutentnahme kontrollieren kann und mit Hilfe dieser Werte einen Rückschluss auf eine Diabetes Mellitus Erkrankung ziehen kann. Das sind zum einen die Konzentration von Glukose im Blut in einem nüchternen Zustand (mindestens 8 Stunden keine Nahrungszunahme) oder auch die Bestimmung des Langzeitzuckers HbA1c, mit welchem man einen guten Überblick über die Zuckerwerte der vergangenen 8 bis 12 Wochen erlangen kann.

Da vor allem der Diabetes Mellitus Typ 2 überwiegend bei Erwachsenen auftritt, die an Fettsucht leiden, wird diesen Betroffenen empfohlen, das Körpergewicht zu reduzieren. Sport fördert zum einen die Aufnahme des Blutzuckers in die Zellen und zum anderen verleitet es die Patienten dazu, generell etwas aktiver auf die Ernährung zu achten und allgemein weniger Zucker durch Nahrung zu sich zu nehmen.

Die wohl größte und wichtigste Gemeinsamkeit besteht darin, dass bei beiden Typen von Diabetes das Hormon Insulin nicht seiner physiologischen Wirkung nachgehen kann und betroffene Patienten und Patientinnen deshalb einen zu hohen Blutzucker haben. Die Behandlungen unterscheiden sich allerdings.

Anfängliche typische Symptome einer Diabetes Mellitus Erkrankung sind vermehrter Durst, vermehrter Harndrang und verminderte Konzentration sowie Leistungsfähigkeit. Auch vermehrter Appetit und eine ungewollte Gewichtsabnahme können Zeichen für eine Zuckerkrankheit sein.

Die Diabetes Mellitus ist eine Erkrankung, bei der der Zuckerstoffwechsel pathologisch verändert ist. Durch eine fehlende oder mangelnde Wirkung eines lebenswichtigen Hormons (dem Insulin), das in der Bauchspeicheldrüse produziert wird, können die Zellen des menschlichen Körpers nicht mehr richtig den Traubenzucker (=Glukose) aus dem Blut aufnehmen, um daraus folglich durch dessen Verstoffwechslung Energie zu gewinnen. Der Zucker verbleibt im Blut, hier liegt dann eine pathologisch erhöhte Konzentration vor. (=erhöhter Blutzucker).

Ja, in den meisten Fällen ist es üblich, dass sich nach der Schwangerschaft der Hormonhaushalt der Frau wieder so reguliert, dass der Blutzucker wieder in den physiologischen Bereich fällt und keine weitere Behandlung eines Diabetes Mellitus nötig ist.

Nahrungsmittel mit einem hohen Anteil an Ballaststoffen führen dazu, dass das Sättigungsgefühl länger anhält und man nicht so viele „Heißhungerattacken“ erlebt und somit den Blutzuckerspiegel durch Nahrungsaufnahme nicht nutzlos zum Schwanken bringt.

Sowohl Fett als auch Muskelgewebe ist insulinabhängig.

Der Unterschied besteht darin, dass bei einer DM1 Erkrankung kein Insulin vorhanden ist, also man hat einen Mangel des Hormons Insulin. Bei DM2 hingegen ist noch eine gewisse Menge an Insulin im Körper vorhanden, allerdings kann das Hormon in diesem Falle aufgrund Resistenzen nicht mehr seine physiologischen Funktionen ausüben. Außerdem leiden junge Personen vor allem an Typ 1, während DM2 als „Altersdiabetes“ bezeichnet wird.

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Diabetes mellitus einfach erklärt

Zuckerkrankheit

Betroffene

Organe(e):

Bauchspeicheldrüse
Pankreas

Häufigkeit

  • stetig steigende Prävalenz
  • Lebzeitprävalenz: Ca. 8%

Risikofaktoren

  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • ungesunde Ernährung
  • Fettstoffwechselstörungen (Erhöhte TAG erhöhtes LDL)

Ursachen

  • Autoimmun HLA assoziiert (Typ1)
  • Assoziation zu anderen Autoimmunerkrankungen (Typ 1)
  • genetisch
  • Metabolisches Syndrom

Symptome

  • verminderte Leistungsfähigkeit
  • Müdigkeit
  • Polyurie
  • Polydispsie
  • Wadenkrämpfe
  • Juckreiz
  • Sehstörung

Komplikationen

  • diabetische Nephropathie
  • diabetische Retinopathie
  • diabetische Neuropathie
  • diabetisches Fußsyndrom
  • Schlaganfall
  • KHK
  • pAVK

Diagnose

  • Anamnese
    • Hat ihre Leistungsfähigkeit abgenommen?
    • Sind sie müde und abgeschlagen?
    • Müssen sie sehr häufig Wasser lassen?
    • Haben sie stetig durst?
    • Leiden sie häufig unter Wadenkrämpfen?
    • Leiden sie unter starkem Juckreiz am ganzen Körper?
    • Leiden sie an Sehstörungen?
    • Haben sie Übergewicht?
    • Bewegen sie sich zu wenig?
  • Laboruntersuchung
    • Blutuntersuchunge: klinische Chemie> nüchtern Blutzucker >/= 126 mg/dl HbA1C >/= 6.5% 2-h-Wert des OGT >/= 200 mg/dl
    • Urinuntersuchung: - Mikroalbuminurie - Glucosurie
    • Testung auf Autoantikörper bei Typ 1: -GAD65-AK (gegen Glutamatdecarboxylase, GAD65A) - IA-2-AK (gegen Tyrosinphosphatase 2) - Zytoplasmatische Inselzell-AK (gegen Ganglioside, ICA) - Insulin-Autoantikörper (IAA) - Zink-T8-AK: Autoantikörper gegen den Zinktransporter 8 (ZnT8)
    • C-Peptid-Bestimmung:
  • Genetische Testung
    • ggf. Nachweis der relevanten Mutationen

Laborwerte

  • HbA1c Erhöht
  • Blutzucker nüchtern Erhöht

Therapie

  • Lebensstiländerung
  • Medikamente

Präventionsmaßnahmen

  • Bewegung
  • Gewichtsreduktion
  • gesunde ausgewogene Ernährung

Mögliche Vorsorgemaßnahmen

  • regelmäßiges Screening

Prognose

  • Entscheidend für die Prognose ist die Blutzuckereinstellung

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