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Ernährung bei Diabetes

Profilbild von Sophia Kandah M.Sc. Medizinisch geprüft von Sophia Kandah M.Sc. am 31. Oktober 2022 | Geschrieben von Anna Flisek
Frau isst ein Brot belegt mit Gemüse, danaben eine Tasse mit Tee.

Was ist Diabetes eigentlich und wie gehe ich damit am besten um?

Diabetes Mellitus ist eine Störung des Kohlenhydratstoffwechsels und eine der häufigsten endokrinen Krankheiten. Endokrin bedeutet, dass die jeweiligen Drüsenzellen ihr gebildetes Sekret in die Blutbahn abgeben. Sie wird auch oft als Zuckerkrankheit bezeichnet. Im Prinzip fehlt Betroffenen dieser Krankheit die Wirkung eines sehr wichtigen Hormons: dem Insulin.

Dieses Hormon wird von spezifischen Zellen in der Bauchspeicheldrüse gebildet und dient dazu, dass die Zellen unseres Körpers für Energie den Traubenzucker (=Glukose) aus dem Blut aufnehmen können. Funktioniert dies nicht richtig, hat man einen erhöhten Blutzuckerspiegel.

Generell unterscheidet man zwischen zwei verschiedenen Formen, Typ 1 und Typ 2. Ursache hierfür sind entweder ein Mangel des Insulinhormons oder eine Insulinresistenz.

Heutzutage sind die meisten Patienten von einer Insulinresistenz (Typ 2) betroffen. Insulinresistenz bedeutet, dass die Zellen unseres Körpers, vor allem die der insulinabhängigen Organe, mit verminderter Aktivität auf Insulin reagieren.

Egal ob Diabetes mellitus Typ 1 oder 2 – die Ernährung spielt immer eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, seine Krankheit im Griff zu haben. Vor allem um die Konzentration des Traubenzuckers in seinem Blut weitgehend in Normbereichen zu halten, da eine zu niedrige oder zu hohe Konzentration schwerwiegende Folgen mit sich bringen kann.

Ernährung bei Diabetes

Grundsätzlich können sich an Diabetes erkrankte Personen daran orientieren, was auch nicht erkrankten Menschen immer geraten wird: auf eine ausgewogene Ernährung mit vielen Vollkornprodukten, Obst und Gemüse achten und den Zuckerkonsum möglichst geringhalten.

Dieser Zuckerkonsum sollte etwa zehn Prozent der Gesamtenergiezufuhr pro Tag nicht überschreiten.

Menschen, die an Diabetes Typ 1 leiden, müssen mit alltäglichen Insulinspritzen leben – diese müssen richtig dosiert werden. Hierfür ist es notwendig zu wissen, aus wie vielen Kohlenhydraten, Ballaststoffen und Fetten die Nahrung besteht, die sie täglich zu sich nehmen.

Auch Personen, die an Typ 2 Diabetes erkrankt sind, sollten auf eine ausgewogene Ernährung achten und auf ein gesundes Essverhalten setzen. Dieses unterstützt vor allem auch bei empfohlenen Gewichtsreduzierungen.

Prinzipiell kann man sagen, dass bei beiden Diabetes Typen empfohlen wird, vor allem Zucker und Fette zu reduzieren. Da diese auch gerne etwas versteckt in Lebensmitteln sind und daher unbewusst zu sich genommen werden, sollte man bei folgenden Lebensmittelprodukten etwas genauer darauf achten: Fleisch, Fast Food, Wurst, Saucen und Käse sowie (Süß)-Gebäck. 

Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte werden empfohlen, da sie länger satt machen und den Blutzuckeranstieg verzögern.

Auch beim Trinken sollte man auf großen Konsum von gesüßten Softdrinks und Alkohols verzichten, sondern eher zu Wasser oder ungesüßten Tees greifen.

Wichtig ist allgemein, dass man auf nichts verzichten soll, sondern alles in Maßen genießen darf! So unterscheidet sich die empfohlene Ernährung bei Diabetes nicht grundlegend von einer normalen ausgewogenen Ernärhung.

Gute und schlechte Lebensmittel

Zusammenfassend kann man also bei der Ernährung die Lebensmittel in zwei Kategorien unterteilen:

  • Vollkornprodukte wie Vollkornnudel oder Reis und Bulgur, Quinoa, Hirse, Haferflocken
  • Obst mit einem geringen Fruchtzuckergehalt wie beispielsweise Aprikose, Pfirsich, Erdbeeren, Heidelbeeren, Papaya
  • Zuckerarmes Gemüse wie zum Beispiel grüne Bohnen, Kopfsalat, Feldsalat, Champignons, Broccoli, verschiedene Kohlarten, Spargel, Gurken, Spinat, Erbsen, Pilze, Radieschen, Tomaten
  • Ballaststoffreiches Gemüse wie Kartoffeln, Kürbis, Pastinake, Spinat oder Artischocken
  • Wasser und ungesüßte Tees, wenn Softdrinks, dann die Zero Version ohne Zucker!
  • Kohlenhydratreiche Lebensmittel
  • Saucen, Dips und ein übermäßiger Fleischkonsum
  • Obstsorten mit einem hohen Fruchtzuckergehalt wie beispielsweise Bananen, Ananas, Trauben oder Mandarinen
  • Smoothies und Softdrinks, Kakao, gesüßter Tee und Kaffee

Letzte Änderung: 31. Oktober 2022

Quellen
  • Physiologie Silbernagl von Stefan Silbernagl
  • Biochemie und Pathobiochemie Löffler und Petrides

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