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Durchfall

Geschrieben von Julian Thomas
Mann hält mehrere Klopapierrollen in der Hand.

Durchfallerkrankungen sind häufig und treten in der allgemeinen Bevölkerung als regelmäßige Krankheit auf. Circa 30 % der deutschen Bevölkerung leiden mindestens einmal jährlich an einer Durchfallerkrankung.

Von Durchfall spricht man definitionsgemäß, wenn es zu einer häufigen Stuhlentleerung (>3x/Tag) kommt und/oder die Stuhlkonsistenz vermindert oder flüssig ist und/oder das Stuhlgewicht vermehrt ist (>250 g/ Tag).

Durchfall gilt im eigentlichen Sinne als Symptom und stellt eigentlich keine eigenständige Erkrankung dar. Es gibt diverse auslösende Erkrankungen, die Durchfall als Symptom zeigen können. Im Folgenden werden die wichtigsten Erkrankungen näher erläutert.

Bei dem Nachweis von möglichen auslösenden Krankheitserregern besteht unter Umständen Meldepflicht an das zuständige Gesundheitsamt.

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren bei Durchfall?

Medizinisch kann man die Durchfallerkrankung nach verschiedenen Merkmalen unterteilen. Zum einen nach der ursächlichen Erkrankung und zum anderen nach dem eigentlichen Krankheitsmechanismus. Darüber hinaus kann eine Einteilung nach dem Verlauf der Erkrankung erfolgen.

Einteilung nach der ursächlichen Erkrankung:

  • Infektionskrankheiten
  • Lebensmittelvergiftungen
  • Medikamentenzusammenhang (z.B. nach Antibiotikaeinnahme)
  • Vergiftungen (z.B. mit Blei)
  • Nahrungsmittelallergien oder Intoleranzen
  • Krankhaft veränderte Organe (z.B. Bauchspeicheldrüse)
  • chronisch entzündliche Darmerkrankungen (z.B. Colitis ulcerosa oder M. Crohn)
  • Reizdarmsyndrom
  • Hormonelle Ursachen

An dieser Stelle soll näher auf die häufig vorkommenden, Durchfall auslösenden Infektionskrankheiten eingegangen werden. Die Erreger der infektiösen Durchfallerkrankungen sind in den meisten Fällen bakterielle Erreger (z.B. E.coli, Shigellen, Salmonellen und Campylobacter Jejuni).

Auch Viren wie zum Beispiel die Rotaviren oder das Norovirus gehören regelmäßig zur auslösenden Ursache für Durchfall und teilweise auch Übelkeit und Erbrechen. Ihre durchfallerregende Wirkung entfalten die Mikroorganismen im Magen-Darm-Trakt auf unterschiedliche Weise.

Einige Erreger greifen die Darmwand direkt an und stören auf diese Weise die Aufnahmefähigkeit des Darmgewebes für Nährstoffe und Flüssigkeiten. Wieder andere Erreger produzieren sogenannte Toxine, die bestimmte Enzyme in der Darmwand an ihrer natürlichen Arbeit hindern.

Einteilung nach Krankheitsmechanismus

Die osmotische Diarrhöwird ausgelöst durch eine Unverträglichkeit gegen einzelne Nahrungsbestandteile. Besonders relevant sind dabei Kohlenhydrate, Fruktose oder Laktose → Nahrung kann nicht korrekt aufgespalten werden, wird nicht aufgenommen und zieht Flüssigkeit aus den umliegenden Zellen in den Darm → führt zu wässrigem Durchfall

Die sekretorische Diarrhö wird zum Beispiel ausgelöst durch den Befall des Darms von bakteriellen Erregern → Produktion von Bakterientoxinen, die diverse Enzyme in den Darmzellen in ihre Funktion stören → wässriger Durchfall

Die entzündliche Diarrhö wird zum Beispiel durch chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Befall durch Salmonellen oder Clostridium difficile, Chemotherapie, ionisierende Strahlung ausgelöst → Beschädigung der Darmschleimhaut → Blut, Schleim und Eiterbeimengung des Stuhlgangs

Auslöser z.B. Reizdarm-Syndrom, Magenentfernung, Hormonelle Ursachen → hyperaktiver Darm → Transportzeit durch den Darm ist sehr schnell, es verbleibt im Dickdarm keine Zeit dem Stuhlgang adäquat die Flüssigkeit zu entziehen

Einteilung nach Verlauf der Erkrankung:

  • Akuter Durchfall Tritt akut auf, limitiert sich meistens innerhalb von Tagen selbst, Dauer <2 Wochen
  • Anhaltender Durchfall Tritt über langen Zeitraum auf und limitiert sich nicht von selbst, Dauer >2 Wochen

Durchfall auf Reisen

Reisedurchfall ist ein weit verbreitetes Problem und verdirbt vielen Urlaubern jedes Jahr ihre Auszeit im Ausland. In den meisten Fällen wird Reisedurchfall von bakteriellen Erregern hervorgerufen. Diese gelangen über kontaminierte Lebensmittel oder per Schmierinfektion von einem Menschen zum Anderen.

Aufgrund des Übertragungsmechanismus kann einer Infektion in vielen Fällen vorgebeugt werden. Wichtig ist es, während des Auslandsaufenthalts einige wichtige Verhaltensregeln zu beachten.

Nach jedem Toilettengang und vor dem Essen sollten die Hände gründlich mit Seife und Wasser gewaschen werden. Besser noch ist es, die Hände ordentlich zu desinfizieren. Auch bei dem Genuss von Wasser ist Vorsicht geboten, denn dieses weist in einigen Ländern deutliche Kontaminationen auf. Aus diesem Grund sollte niemals aus dem Wasserhahn, sondern nur aus verschlossenen Flaschen getrunken werden.

Wichtig ist auch, dass Eiswürfel nicht aus Leitungswasser gefroren werden. Auch zur Körperhygiene, vor allem beim Zähneputzen und Mundspülen, sollte unbedingt Wasser aus Flaschen verwendet werden.

Obst, rohes Gemüse, Salate und Kräuter dürfen nur dann gegessen werden, wenn sie selbst geschält beziehungsweise mit nicht kontaminiertem Wasser aus einer Flasche gesäubert wurden. Fleisch sollte stets gut gekocht oder durchgebraten sein. Hält man sich an diese einfachen Regeln, so steht dem Urlaub nichts mehr im Wege.

Was sind die Symptome bei Durchfall?

Da die Diarrhö im Grunde keine eigenständige Krankheit darstellt, ist sie das Symptom selbst. Sie tritt unter anderem bei den oben genannten Grunderkrankungen auf und geht oft mit allgemeiner Schwäche, Zeichen von Austrocknung und allgemeinem Krankheitsgefühl einher. Nicht selten tritt der Durchfall zeitgleich mit Übelkeit und Erbrechen auf.

In diesen Fällen besteht der hochgradige Verdacht auf das Vorliegen einer infektiösen Erkrankung, die unter Umständen entsprechend meldepflichtig ist und eine Quarantäne sowie weitere Hygienemaßnahmen erforderlich macht.

Wann muss man bei Durchfall zum Arzt gehen?

Bei Durchfall ist es nicht unbedingt notwendig, einen Arzt aufzusuchen. Vor allem dann, wenn der Durchfall lediglich über ein paar Tage anhält, ist er in der Regel vollkommen harmlos und für gesunde Erwachsene körperlich leicht wegzustecken.

Der Körper gesunder Erwachsener ist normalerweise dazu in der Lage, den mit dem Durchfall einhergehenden Flüssigkeitsverlust zu kompensieren. Auch der Verlust an Elektrolyten stellt in den meisten Fällen kein Problem dar. Im Notfall kann die Einnahme spezieller Elektrolytlösungen unterstützend wirken.

Auch bei gesunden Kindern muss eine Durchfallerkrankung nicht zwangsweise ärztlich abgeklärt werden. Kinder sollten jedoch, wann immer sie an Durchfall leiden, aufmerksam beobachtet werden. Denn der kleine Körper, vor allem bei Schul- oder Kleinkindern, reagiert oftmals stärker auf den Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten.

Säuglinge hingegen sollten bei einer Durchfallerkrankung unbedingt einem Arzt vorgestellt werden. Grund dafür ist die Gefahr der Dekompensation. Der Zustand von Säuglingen kann sich binnen kürzester Zeit enorm verschlechtern.

Für größere Kinder und Erwachsene gilt, dass man immer dann zum Arzt gehen sollte, wenn der Durchfall in Verbindung mit krampfartigen Bauchschmerzen und/oder starken Kreislaufproblemen steht und im Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme steht.

Das bedeutet, wenn man immer wieder auf den Verzehr einer bestimmten Speise mit Durchfall reagiert, sollte dies besser abgeklärt werden. In diesen Fällen kann es sein, dass bestimmte Nahrungsbestandteile nicht vertragen werden.

Wie wird der Durchfall diagnostiziert?

Untersuchungen bei Durchfall

Die Diagnostik bei Patienten, die unter Durchfall leiden, gliedert sich in verschiedene Abschnitte.

Zu Beginn findet in der Regel ein ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch (Anamnese) statt. Im Zuge dieses Gesprächs sollte das bei den betroffenen Patienten vorliegende Symptom so genau wie möglich besprochen werden.

Dabei sind vor allem die Dauer, die Frequenz, die Konsistenz, die Farbe und mögliche Beimengungen des Stuhlganges von Interesse . Des Weiteren kann es hilfreich sein, eine Stuhlprobe abzugeben, um das Vorhandensein von Krankheitserregern und Blut nachzuweisen.

Das aktuelle Essverhalten und Stuhlverhalten wird abgefragt und kann durch den Patienten idealerweise vor dem Arztbesuch bereits dokumentiert werden, um die entstandenen Beschwerden besser einordnen zu können. Der Wohnort und das Reiseverhalten in der letzten Zeit können auch Anhalte für bestimmte Durchfallursachen ergeben.

Nach dieser ausführlichen Befragung schließt sich eine umfangreiche körperliche Untersuchung des Patienten an. Bei diesem diagnostischen Schritt liegt der Fokus deutlich auf der Untersuchung des Bauches. Es ist sinnvoll, den Bauch zuerst mit dem Stethoskop abzuhören und dabei auf die Darm- und Gefäßgeräusche in jedem der vier Quadranten des Bauches zu achten. Um eine Fehldiagnose zu vermeiden, sollte das Stethoskop eine Weile aufliegen, denn Darmgeräusche sind nicht ununterbrochen wahrnehmbar.

Im Anschluss daran sollte der Bauch perkutiert (abgeklopft) werden. Dabei kann anhand des Klopfschalls festgestellt werden, ob zum Beispiel viel Luft im Darm vorhanden ist. Besonders wichtig ist außerdem das Abtasten alles vier Quadranten. Dabei sollte auf mögliche Verhärtungen geachtet werden.

Wenn das Abtasten bei dem von Durchfall betroffenen Patienten Schmerzen hervorrufen, so kann auch das einen wichtigen Hinweis auf die zugrunde liegende Erkrankung liefern. Bei der abdominellen Untersuchung ist es unerlässlich, dass die Auskultation vor dem Abtasten erfolgt.

Die Untersuchung wird unter Umständen durch den Einsatz des Ultraschalls ergänzt. Die allgemeinen Vitalwerte inklusive der Körpertemperatur werden erhoben und können Hinweis auf eine entzündliche Erkrankung geben. Sollte die Ursache für das Auftreten des Durchfalls auch nach dem Arzt-Patienten-Gespräch und der umfangreichen körperlichen Untersuchung nicht zweifelsfrei ermittelt worden sein, können weitere diagnostische Verfahren eingeleitet werden.

Bei der weiterführenden Diagnostik bei Patienten, die unter Durchfall leiden, spielen bildgebende Verfahren eine wichtige Rolle. Je nach Verdachtsdiagnose (zum Beispiel bei Verdacht auf das Vorliegen eines Tumors), kann die Durchführung einer Magnetresonanz- (MRT ) oder Computertomografie (CT) sinnvoll sein.

Bei dem speziellen Verdacht auf das Vorliegen einer bestimmten Erkrankung, kann der Hausarzt zur Diagnosesicherung eine Überweisung zu einem Gastroenterologen anweisen. Hier können ergänzende Untersuchungen wie Magenspiegelung, Darmspiegelung und Spezialtests auf das Vorliegen und Nahrungsmittelunverträglichkeiten durchgeführt werden.

Therapie bei Durchfall

Die Wahl der am besten geeigneten Behandlungsstrategie bei Patienten, die unter Durchfall leiden, richtet sich vor allem nach dem Ausmaß und der Ursache der Diarrhö.

Es gibt eine Vielzahl von Methoden, die dabei helfen können, den Durchfall zu stoppen. Damit dieser aber nicht immer wieder auftritt, sollte die ursächliche Erkrankung immer mitbehandelt werden.

Leichte Formen der Diarrhö können in aller Regel vom Patienten selbst oder in ambulanter Abklärung (z.B. beim Hausarzt, ärztlicher Bereitschaftsdienst oder Notaufnahme) behandelt werden. Bei dieser leichten Form ist auf die ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten.

Diese sollte unter Umständen mit bestimmten "Präparaten zur oralen Rehydration" ergänzt werden, um verlorengegangene Elektrolyte zu ersetzen. Wird der Durchfall vermutlich durch bestimmte Medikamente verursacht, wie z.B. durch Antibiotika, kann es Sinn machen, diese abzusetzen bzw. umzustellen.

In Eigentherapie sollte der Betroffene auf besonders fettige Speisen, sowie süße Säfte, Alkohol und Kaffee gänzlich verzichten.

Dafür können besonders "stopfende" Lebensmittel zu sich genommen werden. Hierzu zählen z.B. Zwieback, Reis und Kartoffeln. In Ergänzung hierzu können von Ihrem Arzt Medikamente gegen Übelkeit und ähnliche Beschwerden verschrieben bekommen.

Medikamente gegen akuten Durchfall sollten dem Durchfall auf Reisen vorbehalten bleiben. Diese Medikamente verlangsamen die Darmpassage, und damit auch die Ausscheidung möglicher Krankheitserreger massiv. Die Krankheitsdauer kann sich hierdurch verlängern.

Schwere Formen der Diarrhö bedürfen in der Regel einer stationären Aufnahme in einem Krankenhaus. Hier erfolgt die Gabe von Flüssigkeit zunächst über die Vene, ggf. in Kombination mit Medikamenten gegen Übelkeit.

Zunächst kann es sinnvoll sein, auf Nahrung zu verzichten und dann einen schonenden Kostaufbau zu betreiben. Besonders in diesem Umfeld werden beim Verdacht auf infektiöse Durchfallerkrankungen besondere Maßnahmen zum Schutze anderer getroffen.

Wie ist die Prognose bei Durchfall?

Wird die Durchfallerkrankung bzw. die auslösende Ursache rechtzeitig diagnostiziert und behandelt, kommt es zu einer folgenlosen "Ausheilung". Durchfallerkrankungen sind besonders häufig problematisch in Entwicklungsländern bzw. in Ländern mit schlechten hygienischen Zuständen und einer mangelhaften Krankenversorgung.

Alternativmedizinische Behandlungsmöglichkeiten und Haushaltsmittel bei Durchfall

Gut gegen Durchfall wirkende Hausmittel sind "stopfende" Speisen sowie der Verzicht auf besonders fettiges oder sehr süßes Essen und Getränke. Auf Kaffee und Alkohol sollte während einer Durchfallerkrankung auch gänzlich verzichtet werden.

Der bekannte Effekt von Salzstangen und Cola beruht vermutlich auf dem Prinzip des stopfenden Effekts durch die Salzstangen, die Zufuhr von Salz und Versorgung mit Glucose. Der Placeboeffekt findet sich hier jedoch auch wieder.

Empfehlungen zur Nachsorge bei Durchfall

Ist die Durchfallerkrankung abgeklungen, kann es sinnvoll sein auf Ursachensuche für die Diarrhö zu gehen, um ein Wiederauftreten zu verhindern. Besonders im Rahmen von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und Reizdarm-Syndrom können sich Zustandsveränderungen der Krankheit schnell im Stuhlverhalten widerspiegeln.

Zusammenfassung

Die Diarrhö stellt eine die Allgemeinbevölkerung häufig betreffendes Symptom dar. Die Definition der Diarrhö ist eng gefasst und umfasst drei Konstellationen. Leichte Fälle der Diarrhö lassen sich häufig zu Hause selbst behandeln und bessern sich innerhalb von Tagen, bei schweren und anhaltenden Beschwerden kann eine stationäre Krankenhausaufnahme notwendig sein.

Quellen
  • Körner, U. 2020. Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten 2ed.: Thieme.
  • Mader, F. 2018. Allgemeinmedizin und Praxis. 8 ed.: Springer.
  • Riedl, B. 2017. Basiswissen Allgemeinmedizin 1ed.: Springer.
  • Suter, P. 2008. Checkliste Ernährung. 3 ed.: Thieme.

Durchfall Ratgeber durch deine Erkrankung

Häufig gestellte Fragen

Akuter Durchfall dauert in der Regel nicht länger als zwei Wochen am Stück. Es muss ständig auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, ggf. mit Zusatzstoffen zur Rehydration versetzt, geachtet werden.

Sollte der Durchfall mehrere Tage anhalten und man allgemeine Symptome eingeschränkter Leistungsfähigkeit und Fieber verspürt sollte man sich nach Vorankündigung bei einem Arzt vorstellen.

Definitionsgemäß ist eine verminderte oder flüssige Stuhlkonsistenz mit einem Wassergehalt von >75% als Durchfall anzusehen.

Bei der akuten Reisediarrhö helfen Medikamente wie Loperamid die Durchfallbeschwerden rasch zu lindern. Diese Medikamente sollten allerdings nicht dauerhaft eingesetzt werden, da sie die Ausscheidung von Krankheitserregern behindern und somit die Krankheitsdauer verlängern können.

Tritt Durchfall direkt nach dem Essen auf, gibt es vermutlich einen direkten Zusammenhang zum aufgenommenen Lebensmittel. Dies kann zum einen an einer Verunreinigung des Lebensmittels z.B. bei der Verarbeitung liegen. Eine andere Möglichkeit ist eine Unverträglichkeit gegen ein Lebensmittel oder dessen Bestandteil.

Grundsätzlich sollte kein Essen zu Durchfall führen. Wird Durchfall durch Nahrungsmittel ausgelöst kann das mehrere Gründe haben. Zum einen können die Lebensmittel verunreinigt sein oder fehlerhaft zubereitet worden sein. In diesem Fall würden die Durchfallbeschwerden durch Bakterien oder Viren verursacht werden. Zum anderen kann eine Unverträglichkeit gegen bestimmte Lebensmittel oder Lebensmittelbestandteile bestehen, wie z.B. bei der Zöliakie (Glutenunverträglichkeit). Hier kommt es im Rahmen einer Autoimmunerkrankung zur Zerstörung von Darmgewebe bei Kontakt zu Gluten.

Ein Arzt kann bei akutem Durchfall Medikamente verschreiben, die die Aktivität des Darms in gewisser weise lähmen, und somit eine zu schnelle Passage des Stuhlgangs durch den Darm verhindern. Hierdurch wird die Kontaktzeit vom Stuhlgang erhöht und es kann mehr Wasser entzogen werden. Diese Medikamente sind streng nach ärztlicher Anordnung einzunehmen und nicht für Kinder geeignet (z.B. Loperamid).  Der Nachteil dieser Medikamente ist, das auch der ggf. auslösende Stoff länger im Darm verbleibt ohne ausgeschieden zu werden.

Durchfall wird definiert als >3x / Tag Stuhlentleerung und/oder verminderte Stuhlkonsistenz und/oder erhöhtes Stuhlgewicht (>250g). Trifft eines oder mehrere dieser Fälle zu, spricht man definitionsgemäß von Durchfall.

Bestimmte Lebensmittel, wie solche die einen hohen Fettanteil enthalten können eine Durchfallerkrankung unter Umständen verschlimmern. Ebenso kann die Einnahme bestimmter Medikamente das auftreten und die Intensität von Durchfall verschlimmern.

Es gibt eine Reihe von Medikamenten, sog. Laxantien (Abführmittel), die über bestimmte Mechanismen im Darm zu einer Vermehrten Stuhlausscheidung führen. Eine Reihe weiterer Medikamente sorgt als unerwünschte Arzneimittelwirkung für Durchfälle.

Durchfall von der Dauer <2 Wochen bezeichnet man als akuten Durchfall. Alles darüber hinaus bezeichnet man als chronischen Durchfall. Der akute Durchfall limitiert sich in der Regel nach wenigen Tagen selbst und kann zu Hause vom Betroffenen gut behandelt werden.

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