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Maskengesicht bei Parkinson

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Geschrieben von
Sonja Schulte

Was ist das Maskengesicht bei Parkinson?

Der Fachbegriff für das Maskengesicht bei Parkinson ist Hypomimie oder Amimie, also wörtlich übersetzt verringerte oder keine Mimik.

Dies beschreibt die verminderte Aktivität der Muskeln im Gesicht, was dazu führt, dass das Gesicht aussehen kann, als wäre es eine Maske. Gesichtsausdrücke können gar nicht mehr, oder nicht mehr so gut wie vorher, gezeigt werden. Das Gesicht wirkt wie erstarrt. Ein Maskengesicht ist typisch für die Parkinson-Erkrankung. Es kann das erste Zeichen dieser Erkrankung sein, aber auch erst im Verlauf auftreten.

Zusammenhängend mit dem Maskengesicht können Symptome wie Schluckschwierigkeiten oder Sprachprobleme auftreten, die ebenfalls behandelt werden sollten.

Welche Ursachen führen zum Maskengesicht bei Parkinson?

Das Maskengesicht bei Parkinson wird vor allem durch die muskuläre Seite der Erkrankung erklärt. Diese muskulären Symptome werden durch den Verlust von Zellen in einer bestimmten Gehirnregion - die substantia nigra, wörtlich übersetzt: schwarze Masse- verursacht.

Die Region wirkt normalerweise mithilfe vom Botenstoff Dopamin fördernd auf das Anspannen von Muskulatur. Bei der Parkinson-Erkrankung ist diese Förderung nicht mehr vorhanden und die Muskelanspannung verlangsamt sich oder wird in der Ausprägung geringer, wie im Fall des Maskengesichts.

Zu diesen muskulären Symptomen gehören zum Beispiel die Verlangsamung von Bewegungen (Fachwort: Bradykinesie), ein kleinschrittiger Gang, eine gebeugte Körperhaltung und eben das Maskengesicht.

Es gibt allerdings auch nicht-muskuläre Gründe für das Maskengesicht, die im Gehirn selbst liegen. So können zum Beispiel Regionen des Gehirns, die für das Verstehen und damit auch das Reproduzieren von Gesichtsausdrücken verantwortlich sind, ebenfalls von der Krankheit beeinflusst sein und zu einem Maskengesicht führen.

Wie wirkt sich das Maskengesicht auf die Kommunikation und soziale Interaktion bei Parkinson-Patienten aus?

Oft werden Patient:innen mit Maskengesicht von Angehörigen und medizinischem Personal missverstanden. Unsere Mimik macht einen großen Teil unserer Kommunikation aus, dies vor allem unbewusst. Wenn dieser Teil fehlt, kann es zu Missverständnissen kommen.

Ein Maskengesicht könnte zum Beispiel als ein Fehlen von Interesse verstanden werden oder sogar als ein depressives Symptom, während die Patient:innen eigentlich etwas ganz anderes ausdrücken wollen.

Außerdem gibt es Studien, die zeigen, dass Patient:innen mit Maskengesicht auch schlechter die Gesichtsausdrücke von anderen Menschen auseinanderhalten können. So könnte also auch in diesem Sinne die soziale Interaktion von Parkinson-Patient:innen mit Maskengesicht beeinträchtigt sein.

Wie beeinflusst das Maskengesicht die Lebensqualität von Parkinson-Patienten?

Die Reduktion von Gesichtsausdrücken, wie es beim Maskengesicht der Fall ist, hat einen schlechten Einfluss auf die Lebensqualität von Patient:innen. Vor allem Kommunikation und tägliche Aktivitäten mit sozialem Austausch sind beeinträchtigt. Insbesondere enge Beziehungen, wie zum Beispiel zu Ehepartner:innen können negativ beeinflusst werden, was Auswirkungen auf das psychologische Wohlergehen der Patient:innen haben kann.

Damit könnte ein Maskengesicht zum sozialen Rückzug führen, der weitere Beeinträchtigungen der Lebensqualität zur Folge haben kann. Es ist also sehr wichtig, dass dieses Symptom erkannt und behandelt wird.

Das Vorhandensein eines Maskengesichts kann außerdem ein Hinweis darauf sein, dass weitere muskuläre Symptome vorhanden sind und kann auch mit dementen Symptomen zusammenhängen.

Menschen mit Parkinson, die dement sind, haben häufiger ein Maskengesicht, als Menschen mit Parkinson ohne Demenz . Die Lebensqualität kann also sowohl vom Maskengesicht selber eingeschränkt werden, als auch von Symptomen, die damit zusammenhängen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten oder Übungen gibt es für das Maskengesicht bei Parkinson?

Generell kann Parkinson nicht geheilt, sondern nur die Symptome behandelt werden, dazu gehört die Behandlung eines Maskengesichts. Die Ursache ist vor allem dem muskulären Teil der Erkrankung zuzuschreiben, die mit dem Absterben von Dopamin-produzierenden Zellen in einem bestimmten Bereich des Gehirns zu tun hat. Dopamin ist ein Nervenbotenstoff, der durch Medikamente ersetzt werden kann:

Levodopa, auch L-Dopa genannt wird im Gehirn zu Dopamin umgewandelt und übernimmt dort die ursprüngliche Funktion. So kann die Muskelanspannung wieder gefördert und Symptome wie ein maskenartiges Gesicht verbessert werden. Patient:innen mit Maskengesicht bei Parkinson profitieren deutlich von Levodopa.

Es gibt weitere Medikamente, die zum Vorhandensein von Dopamin im Gehirn führen, die alle zum Ziel haben, muskuläre Symptome zu verringern.

Bei besonders stark ausgeprägten Symptomen können Ergotherapie oder Logopädie helfen. Die Ergotherapie hilft bei Störungen der muskulären Funktion im Rahmen von Krankheiten wie Parkinson. Die Logopädie behandelt Funktionen im Bereich des Sprech-und Schluckapparats, die oft mit verminderter Gesichtsausdrucksfähigkeit zusammenhängen.

Außerdem können Patient:innen aktiv vor dem Spiegel üben, verschiedenste Gefühle zu zeigen. Dabei kann die Hilfe von Angehörigen wichtig sein, da oft auch das Wahrnehmen von Gesichtsausdrücken beeinflusst ist. Auch dies kann gezielt geübt werden, indem Angehörige Gesichtsausdrücke zeigen und ändern und dies von den Patient:innen als Emotion bezeichnet werden muss.

All diese Übungen ersetzen aber nicht die medikamentöse Behandlung und können nur begleitend eingesetzt werden.

Wie kann man als Angehöriger einen Parkinson-Patienten mit Maskengesicht unterstützen?

Da Parkinson-Patient:innen ihre Emotionen nicht mehr so eindeutig über ihre Mimik ausdrücken können, wird sprachliche Kommunikation umso wichtiger. Emotionen sollten häufiger ausgesprochen werden, was anfangs schwerfallen kann, den Betroffenen aber sehr weiterhelfen kann.

Oft werden Gesichtsausdrücke als Traurigkeit oder fehlendes Interesse wahrgenommen, was nicht immer der Fall ist. Trotzdem sollte auch darüber gesprochen werden, da Depression eine Begleiterkrankung von Parkinson sein und auch behandelt werden kann!

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