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COPD und Sexualität: Auswirkungen und Empfehlungen

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Geschrieben von
Jessica Papic (Ärztin)

Das Bedürfnis nach Liebe und körperlicher Nähe verschwindet auch bei Menschen, die an einer COPD leiden, nicht. Tatsächlich können Lungenerkrankungen wie COPD und Asthma das Liebesleben negativ beeinflussen und auf diese Weise zu psychischen Problemen bei den Erkrankten führen.

Nicht selten entwickelt sich deshalb eine Depression . Auch eine gesteigerte Reizbarkeit und Ängste treten bei Menschen mit einer Lungenerkrankung, die Probleme mit dem Sexualleben haben, auf.

Für die Betroffenen ist aber zu beachten, dass im Grunde nichts gegen ein ausgewogenes Liebesleben spricht. Wenn sie in der Lage dazu sind, eine Treppe zu bewältigen, sind sie körperlich auch zu Sex fähig. Bei Sorgen oder Ängsten sollte der behandelnde Arzt dringend hinzugezogen werden.

Hinweis

Auch Menschen mit COPD können ein efülltes Liebesleben haben.

Vor allem die für eine COPD typische Luftnot können dazu führen, dass die Freude an sexuellen Handlungen abnimmt oder gänzlich verschwindet. Es ist aber garnicht nötig, sich Sorgen zu machen, denn in der Regel klappt es mit dem erfüllten Liebesleben, wenn man die Sache langsam und vorsichtig angeht.

Wichtig ist auch, mit dem Partner über die Problematik zu sprechen und bestehende Sorgen mit ihm zu teilen. Nur auf diese Weise kann der Partner das notwendige Verständnis zeigen.

Führt die Erkrankung zu Problemen in der Beziehung, kann das Aufsuchen eines Paar- und Sexualtherapeutens sinnvoll sein.

Empfehlungen

Für Menschen mit COPD und deren Partner gibt es eine Reihe von Empfehlungen, die dabei helfen, das Liebesleben wieder in Schwung zu bringen. Die meisten dieser Empfehlungen sind ohne große Mühe umzusetzen.

  1. 01
    Stellungen Wenn eine Lungenerkrankung vorliegt, sollte Abstand von Sexualstellungen genommen werden, die Druck auf den Brustraum ausüben.
  2. 02
    Aktivität Hilfreich ist auch, wenn der Erkrankte beim Sex den eher passiven Part übernimmt. Der aktive Part führt nämlich zu deutlich mehr körperlicher Belastung als der Passive.
  3. 03
    Vorbereitung Natürlich ist es häufig schwer, sich auf Sex vorzubereiten. Menschen, die an COPD oder Asthma leiden, kann eine Planung jedoch helfen trotz Beschwerden sexuell aktiv zu bleiben. Etwa eine Stunde vor dem Sex sollte der Erkrankte auf kohlensäurehaltige Getränke verzichten.
  4. 04
    Medikamenteneinnahme Je nachdem welche Medikamente der Patient einnehmen muss, kann dies zu einer Beeinflussung des Sexuallebens führen. Wenn man das Liebesleben zeitlich auf die Einnahme von Arzneimitteln anpasst, kann eine deutlich höhere Leistungsfähigkeit erzielt werden. So ist zum Beispiel zu beachten, dass die Wirkung etwa eine Stunde nach der Einnahme am höchsten ist. Zudem können kurz vor dem Sex schnellwirksame Medikamente zur Bronchienerweiterung angewendet werden. Dies sollte jedoch unbedingt im Vorhinein mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.
  5. 05
    Sauerstofftherapie Auch wenn man auf die externe Zufuhr von Sauerstoff angewiesen ist, muss man nicht auf körperliche Nähe verzichten. Die Sauerstoffgabe kann problemlos auch während der sexuellen Aktivität weitergeführt werden. Folge ist eine bessere Atmung und mehr Entspannung.
  6. 06
    Kühle Luft Ein offenes Fenster, durch das kühle Luft ins Zimmer gelangt, kann während des Sexualakts sehr angenehm sein.
  7. 07
    Körperliche Nähe Bei einer sehr schweren COPD kann körperliche Nähe ohne sexuelle Handlungen durchaus befriedigend sein.

Auswirkungen auf das Verlangen

Es gibt viele Gründe dafür, weshalb sich das Sexualverlangen, bei Vorliegen einer Lungenerkrankung wie COPD oder Asthma, reduziert. Zu den vorherrschenden Gründen zählt zum Beispiel die Angst davor, dass während des Sex starke Atemnot auftritt, die das Verlangen umgehend erlöschen lässt.

Außerdem gehen viele der Erkrankten davon aus, dass einige Medikamente, die sie einnehmen müssen, das sexuelle Verlangen reduzieren. Diese Annahme ist nicht ganz von der Hand zu weisen.

Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, bei Problemen im Liebesleben den behandelnden Arzt aufzusuchen und um Rat zu bitten.

Neben den Ängsten des von der Lungenkrankheit betroffenen Patienten, spielen auch die Sorge der Partner eine entscheidende Rolle. Partner von Lungenpatienten glauben nämlich oft, dass Sex dem Erkrankten Schaden zufügen kann.

Tatsächlich ist jedoch bewiesen, dass gerade der Verzicht auf sexuelle Aktivität zu massiven psychischen Schäden führen kann. So kann sich zum Beispiel im Laufe der Zeit eine Depression ausbilden, die das Verlangen weiter reduziert.

Um dem Partner die Sorgen zu nehmen, ist eine offene Kommunikation unabdingbar.

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