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RS-Virus

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Geschrieben von
Leonard Schwarz

Die Lunge liegt geschützt innerhalb des Brustkorbs unter den Rippen in der Brusthöhle. Die eingeatmete Luft wird über die Luftröhre in die Lunge geleitet. Die Luftröhre zweigt sich in 2 große Äste auf.

Diese verzweigen sich wie die Äste eines Baumes schließlich immer weiter und werden dabei immer kleiner. Die großen und mittelgroßen Abzweigungen werden Bronchien genannt. Die kleinen und kleinsten abzweigenden Luftwege nennt man auch Bronchiolen. An den Bronchiolen sitzen kleine Lungenbläschen.

In den Lungenbläschen findet der eigentliche Gasaustausch (die Atmung) statt. Sie sind mit einer feuchten Haut ausgekleidet, der Schleimhaut. In der Lunge wird Sauerstoff aus der eingeatmeten Luft in das Blut aufgenommen. Kohlenstoffdioxid aus dem Blut wird hingegen an die Luft abgegeben und ausgeatmet.

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren eines RS-Virus?

Das RS-Virus (Humanes Respiratorisches Synzytial-Virus) ist, wie der Name sagt, eine Virus-Erkrankung. Es handelt sich um den häufigsten nachgewiesenen Erreger von Atemwegsinfektionen bei Kindern unter 2 Jahren. Weltweit gibt es jährlich 48,5 Fälle pro 1.000 Kinder, die jünger als 1 Jahr sind.

Auch Menschen mit geschwächtem Immunsystem und/oder ältere Menschen sind häufiger vom RS-Virus betroffen. Von schweren Verläufen, die eine Krankenhausbehandlung erfordern, sind bei Kindern doppelt so häufig Jungen betroffen. Zwischen der Ansteckung und dem Auftreten von Symptomen vergehen zwischen 2 und 8 Tagen.

Das RS-Virus ist ein umhüllter Erreger, in dessen Kern sich das Erbgut in Form von einsträngiger minus-RNA findet. Es zählt zu der Familie der Pneumoviridae. In den meisten Fällen können die Virus-Subtypen Typ A oder B nachgewiesen werden. Deutlich seltener werden Infektionen durch die Virus-Subtypen S2 und RSS-2 diagnostiziert.

Das RS-Virus siedelt vor allem im Bereich der oberen Atemwege und befällt dort die Schleimhaut und das Flimmerepithel von Luftröhre und Bronchien. In der Regel erfolgt die Übertragung von einem Menschen zum Anderen per Schmier- und Tröpfcheninfektion. Das RV-Virus gilt als hochinfektiös.

Eine Infektion mit dem RS-Virus kann grundsätzlich Menschen eines jeden Alters betreffen. Klinisch zeigt sich jedoch, dass sich vor allem Säuglinge, Kleinkinder und Kinder mit dem Virus anstecken. Studien zufolge sind bis zum ersten Geburtstag bereits rund 50 bis 70 Prozent der Kinder mit dem viralen Erreger in Kontakt gekommen. Bis zum Ende des zweiten Lebensjahres ist davon auszugehen, dass nahezu 100 Prozent der Kinder durchseucht.

Es konnten einige Faktoren identifiziert werden, die das Risiko für eine symptomatische Infektion mit dem RS-Virus deutlich steigern. Diese Faktoren werden in der Medizin als Risikofaktoren bezeichnet.

Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen Frühgeburtlichkeit und Vorerkrankungen der Lunge. Von besonderer Relevanz sind dabei broncholpulmonale Dysplasien, Mukoviszidose (zystische Fibrose) und angeborene Anomalien der Atemwege. Auch Kinder mit neurologischen und/oder muskulären Erkrankungen, die dazu führen, dass die Belüftung der Lunge abnimmt, sind besonders gefährdet. Gleiches gilt für Kinder und Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern.

Weitere wichtige Risikofaktoren sind schwere Immundefekte, immunsuppressive Behandlungsmaßnahmen und chromosomale Erkrankungen wie das Down-Syndrom . Zudem entwickeln Säuglinge, die jünger als sechs Monate sind, als Mehrlinge geboren werden und/oder männlich sind, ein deutlich erhöhtes Risiko für einen komplizierten Verlauf auf.

Da sie früher und häufiger in den Kontakt mit Krankheitserregern wie dem RS-Virus in Kontakt kommen, sind Kinder mit älteren Geschwistern und solche, die eine Krippe oder den Kindergarten besuche, besonders häufig betroffen.

Risikofaktoren

  • Frühgeburtlichkeit
  • Alter kleiner 6 Monate
  • Mehrlinge
  • angeborene Herzfehler
  • ältere Geschwisterkinder
  • Besuch von Kita/Kindergarten
  • Immundefekte
  • immunsuppressive Therapie
  • männliches Geschlecht
  • angeborene Anomalien der Atemwege
  • broncholpulmonale Dysplasien
  • Mukoviszidose (zystische Fibrose)

Wissenswert

Übertragen wird das Virus durch Schmierinfektionen und Tröpfcheninfektion. Ansteckend (infektiös) sind Betroffene circa 3 bis 8 Tage. Patienten mit geschwächtem Immunsystem können das Virus aber unter Umständen wochenlang ausscheiden und sind dementsprechend auch länger ansteckend.

Was sind die Symptome eines RS-Virus?

Die Symptome, die im Zuge einer Infektion mit dem RS-Virus in Erscheinung treten, können sich von Mensch zu Mensch stark voneinander unterscheiden. In einigen Fällen verläuft die Infektion sogar ohne jedwede Beschwerden. Eine solche Infektion bezeichnet man in der medizinischen Fachsprache als asymptomatisch.

Wenn es hingegen zu Beschwerden kommt, so entwickeln die meisten Patienten Schnupfen und trockenen Husten . Darüber hinaus müssen sie häufig niesen und leiden unter Halsschmerzen und Schluckbeschwerden. Für immunkompetente Erwachsene verläuft eine Infektion mit dem RS-Virus in den meisten Fällen problemlos.

Bei Säuglingen und kleinen Kindern kann die Erkrankung hingegen deutlich schwerwiegender verlaufen. Grund dafür ist die Tatsache, dass es neben der Beeinträchtigung der oberen Atemwege in vielen Fällen auch zu einer Beteiligung der unteren Atemwege, also der Bronchien, und der Lunge kommt. Im Zuge dieser Beteiligung kommt es zur Ausbildung einer etwas anderen und vor allem sehr viel ausgeprägteren Symptomatik.

Kinder, die sich mit RSV infizieren, entwickeln bei Lungenbeteiligung in der Regel hohes Fieber und eine erhöhte Atemfrequenz. Sie leiden unter Husten mit Auswurf, der sich oftmals nur sehr schwer abhusten lässt. Beim Abhören der Bronchien und der Lunge fallen deutliche Rasselgeräusche auf und beim Ausatmen ist oftmals bereits mit bloßen Ohren ein Giemen zu hören.

Da es aufgrund der Infektion in vielen Fällen zur Atemnot kommt, zeigen sich bei den betroffenen Kindern Einziehungen im Bereich des Brustkorbs und im Bauchraum. Diese Einziehungen sind ein deutliches Anzeichen dafür, dass die sogenannte Atemhilfsmuskulatur zur Unterstützung der Atmung eingesetzt werden muss.

Bei ausgeprägter Atemnot zeigt sich zudem eine Blaufärbung der Haut und/oder Schleimhäute im Sinne einer Zyanose. Grund für diese Blaufärbung ist ein akuter Sauerstoffmangel. Die Haut der erkrankten Kinder ist häufig trocken, kalt und blass.

Zudem wirken sie abgeschlagen, kraftlos und schlapp. In vielen Fällen verweigern die mit dem RS-Virus infizierten Kinder die Flüssigkeitsaufnahme. Dies birgt die Gefahr einer Dehydratation .

Auch bei Frauen, die schwanger sind, kann es zu einer Infektion mit dem RS-Virus kommen. Da viele der werdenden Mütter bereits ältere Geschwisterkinder haben, die gegebenenfalls eine Kita oder einen Kindergarten besuchen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie mit dem Virus in Kontakt kommen, sogar sehr hoch.

Im Zuge einer Schwangerschaft wird das Immunsystem jedoch deutlich gehemmt. Diese körpereigene Maßnahme ist sehr wichtig, damit die Schwangerschaft aufrechterhalten werden kann und der Fetus nicht als fremd anerkennt und deshalb abgestoßen wird.

Aufgrund dieser Immunsuppression reagieren schwangere Frauen empfindlicher auf das RS-Virus. Sie weisen ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf auf, als andere Erwachsene.

Darüber hinaus kann das RS-Virus über die Plazenta an das ungeborene Kind übertragen werden. Inwiefern der Virus das Kind schädigen kann, konnte bislang nicht ermittelt werden. Außerdem liegen derzeit keine handfesten Informationen darüber vor, ob das Virus zu Früh- oder Fehlgeburten führen kann. Auch eine Beeinträchtigung der kindlichen Entwicklung im Mutterleib kann bislang nicht ausgeschlossen werden.

Achtung

Das RS-Virus schädigt die Schleimhautzellen der Atemwege. So kommt es zum Zerfall der betroffenen Zellen. Diese Zellüberreste, Zellen des Immunsystems und Schleim sammeln sich an und können die Atemwege einengen und so die Atmung behindern.

Außerdem kann es zu Entzündungen der Bronchien kommen. Die Erkrankung kann zum Beispiel zu Husten und Atemnot führen. Es kann auch zu Besonders bei Infektionen in den ersten 6 Lebensmonaten oder bei Frühgeborenen kann es zu Atemstillständen (Apnoe) kommen. 

Wie wird das RS-Virus diagnostiziert?

Untersuchungen im Überblick

Die Diagnostik bei dem Verdacht auf das Vorliegen eines RS-Virus gliedert sich in der Regel in verschiedene Schritte:

Zu Beginn findet ein ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch statt. Während dieses Gesprächs sollten die vorliegenden Beschwerden beschrieben werden. Menschen, die sich mit dem RS-Virus infiziert haben, entwickeln in der Regel starken Husten , Schnupfen, Halsschmerzen und Schluckbeschwerden.

Außerdem erfragt der Arzt gezielt solche Symptome, die einen Hinweis auf eine bronchiale oder pulmonale Beteiligen darstellen. Auf diese Weise kann er das Ausmaß der Infektion bereits etwas abschätzen.

Falls es im nahen Umfeld (zum Beispiel in der Krippe oder Kita) Personen gibt, die am RS-Virus erkrankt sind, sollte dies dem Arzt nach Möglichkeit mitgeteilt werden. Auf Grundlage dieser Information kann er die weitere Diagnostik anpassen und den Patienten unter anderem genau auf dieses Virus hin testen. Natürlich dürfen auch dann Differenzialdiagnosen nicht außer Acht gelassen werden.

Im Anschluss an das Arzt-Patienten-Gespräch findet eine körperliche Untersuchung statt. Aufgrund der Symptomatik bezieht sich diese Untersuchung vor allem auf die Atemwege und die Lunge . Schon beim Abhören von Bronchien und Lunge können im Falle der Lungen-/Bronchienbeteilung bei RS-Infektion deutliche Rasselgeräusche wahrgenommen werden.

Außerdem achtet der Arzt im Zuge der körperlichen Untersuchung auf Anzeichen für einen Sauerstoffmangel und/oder eine Dehydratation. Auch die Ermittlung der Atemfrequenz, des Pulses, des Blutdrucks und der Sauerstoffsättigung sind Gegenstand der körperlichen Untersuchung bei Patienten mit vermeintlicher RS-Infektion.

Die Sauerstoffsättigung kann man über einen kleinen Sensor durch die Haut messen. Die Messung kann an Fingern, dem Handgelenk oder besonders bei Säuglingen an den Füßen erfolgen. Die Sauerstoffsättigung ist ein Messwert dafür, wie gut das Blut mit Sauerstoff versorgt ist.

Nachgewiesen wird der Erreger letztendlich mithilfe eines Abstrichs des Rachenraums. Bei einem Abstrich wird eine Probe mit einem Wattestäbchen abgestrichen. Im Anschluss kann der virale Erreger dann in einem Labor mittels ELISA oder mithilfe der Polymerase-Kettenreaktion (PCR) nachgewiesen werden.

In Abhängigkeit der Ergebnisse des Arzt-Patienten-Gesprächs, der körperlichen Untersuchung sowie dem Laborbefund, können weitere diagnostische Verfahren eingeleitet werden. Bei dem Verdacht auf das Vorliegen einer Lungenentzündung kann zum Beispiel eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs in zwei Ebenen sinnvoll sein.

Therapie bei RS-Virus

Das RS-Virus kann nicht kausal, also im Sinne einer antivitalen Therapie behandelt werden. Aus diesem Grund ist es umso wichtiger, die durch die Infektion in Erscheinung tretenden Beschwerden zu lindern und die körpereigene Abwehr zu unterstützen. Es findet also eine symptomatische Therapie statt.

Im Zuge der symptomatischen Behandlung der Infektion ist vor allem die ausreichende Hydrierung der betroffenen Patienten essenziell. Flüssigkeitsmangel verschlechtert den Zustand des Patienten und sorgt dafür, dass der Schleim in den Atemwegen eindickt und kaum noch abgehustet werden kann. Wird dem Körper hingegen ausreichend Flüssigkeit zugeführt, so kann der Schleim verdünnt und besser abgehustet werden.

Bei Säuglingen und Kleinkindern muss die Hydrierung häufig intravenös im Krankenhaus erfolgen. Außerdem ist es hilfreich, den Oberkörper in einem Winkel von ungefähr 45 Grad hochzulagern. Zum einen kann durch diese Maßnahme der Schleim noch besser abgehustet werden, zum anderen nimmt durch die Hochlagerung in der Regel die Atemnot ab.

Ein wichtiges Kriterium während der Behandlung ist zudem die Kontrolle der Sauerstoffsättigung und falls notwendig die Versorgung mit zusätzlichem Sauerstoff, zum Beispiel über eine sogenannte Nasenbrille (ein kleiner Kunststoffschlauch, der vor dem Naseneingang liegt).

Bei stärkeren Symptomen können Medikamente wie Salbutamol zum Einsatz kommen. Das ist ein Medikament, das die Bronchien erweitert. Dieses Medikament wird bevorzugt inhaliert. Ebenso kann die Inhalation von Kochsalz helfen. Diese kann unter anderem die Schleimlösung fördern und das Abhusten so erleichtern.

Patienten, die mit dem RS-Virus infiziert sind, leiden typischerweise unter Schnupfen und damit einhergehenden Schwellungen im Bereich der Nasenschleimhaut. Um diese Beschwerden zu lindern, sollten mehrmals täglich Nasentropfen mit Kochsalz und/oder abschwellende Nasentropfen angewendet werden.

Den Schleim im Bereich der Nase kann man mithilfe einer sogenannten Nasendusche ausspülen. Der für den RS-Virus typische Husten kann mithilfe einer Dampfinhalation gelindert werden. Dazu reicht schon ein Topf mit heißem Wasser, über den man den Kopf beim Einatmen hält. Es muss aber beachtet werden, dass Säuglinge und Kleinkinder auf diese Weise nicht inhalieren dürfen!

Zur Senkung des Fiebers können in erster Linie fiebersenkende Medikamente wie Ibuprofen und Paracetamol eingenommen werden. Die größten Erfolge erzielt man mit einer wechselnden Einnahme beider Wirkstoffe.

Sollte das Fieber durch die Medikamente nicht ausreichend gesenkt werden, so können zusätzlich Wadenwickel genutzt werden. Allerdings können auch Wadenwickel bei sehr kleinen Kindern problematisch sein. Grund dafür ist die Tatsache, dass sie trotz Fieber sehr schnell auskühlen können.

Hinweis

Sind Kinder betroffen und erfordert der Erkrankungsverlauf eine Behandlung im Krankenhaus, dann gilt das Prinzip des Minimal Handlings. Kinder werden so gut wie möglich geschont und so wenig wie möglich gestört in ihrer Erholung und Genesung.

Ist die Atmung so stark eingeschränkt, dass diese nicht mehr ausreicht, um den Körper selbstständig oder unter Sauerstoffgabe zu versorgen, kann eine vorübergehende künstliche notwendig werden.

Wie ist die Prognose eines RS-Virus?

Schwere Verläufe der RS-Infektion sind möglich, unter Umständen kann die Erkrankung tödlich enden. Zu schweren Verläufen kommt es innerhalb des 1. Lebensjahres in 5,6 Fällen pro 1.000 Kindern. Meistens heilt die Krankheit aber von allein innerhalb weniger Tage aus.

Besonders gefährdet für schwere Verläufe der Erkrankung sind beispielsweise Kinder mit dauerhaften (chronischen) Lungenerkrankungen oder angeborenen Herzfehlern. Die Schleimhautzellen der Lunge benötigen durchschnittlich 4 bis 8 Wochen, um sich wieder zu erholen/zu regenerieren.

Bei immunkompetenten Erwachsenen verläuft die RS-Infektion in der Regel unkompliziert.

Wie kann man einem RS-Virus vorbeugen?

Erkrankte sollten, wenn möglich, isoliert werden, um weitere Ansteckung zu verhindern.

Für Säuglinge und Kinder mit erhöhtem Risiko für Infektionskrankheiten (wie zum Beispiel bei geschwächtem Immunsystem) besteht die Möglichkeit einer passiven Immunisierung mit dem künstlich hergestellten Antikörper (Palivizumab). 

Das dieser Schutz nur in speziellen Risikofällen Anwendung findet, ist in den Kosten dieser Antikörperbehandlung geschuldet. Der Schutz durch diese Antikörper hält nur für wenige Wochen an und muss deshalb während der RSV-Saison (Oktober/November bis März/April) monatlich wiederholt werden.

Alternativmedizinische Behandlungsmöglichkeiten und Haushaltsmittel bei einem RS-Virus

Erkältungssymptome können mit Kräutertees unterstützt werden. Bettruhe und bei hohem Fieber und entsprechender Verträglichkeit können auch Wadenwickel zur Linderung beitragen. Vorsicht gilt hier bei Säuglingen - aufgrund der anderen Körperproportionen kühlen Babys deutlich schneller aus. Hier bietet sich die Fiebersenkung eher medikamentös an. Sie sollten dafür den Rat Ihres Kinderarztes einholen.

Empfehlungen zur Nachsorge bei einem RS-Virus

Bei unkomplizierten Verläufen kommt es in der Regel zur folgenlosen Ausheilung. Es ist in diesen Fällen keine spezielle Nachsorge erforderlich. Bei schweren Verläufen ist die Nachsorge von den bestehenden Beschwerden abhängig. Beispielsweise kann eine Weiterbehandlung bei einem Kinder-Lungen-Arzt sinnvoll sein.

Zusammenfassung

Das RS-Virus (Humanes Respiratorisches Synzytial-Virus) ist, wie der Name sagt, eine Virus-Erkrankung. Es handelt sich um den häufigsten nachgewiesenen Erreger von Atemwegsinfektionen bei Kindern unter 2 Jahren.

Es kann von Erkältungssymptomen bis zum Atemstillstand kommen. Meist verläuft die Erkrankung aber leicht und heilt vollständig aus.

Häufig gestellte Patientenfragen, beantwortet

Dass tatsächlich der RS-Virus der Auslöser der Beschwerden ist, kann nur im Labor nachgewiesen werden. Beschwerden, die eine eindeutige Zuordnung zum RS-Virus ermöglichen würden, gibt es nicht.

Meistens heilt die Krankheit aber von allein innerhalb weniger Tage aus.

In Zweifelsfall sollte ein Arzt (Hausarzt, Kinderarzt) aufgesucht werden. In Notfällen rufen Sie bitte den Rettungsdienst (Deutschland weit unter der Telefonnummer 112) oder suchen Sie die nächstgelegene Rettungsstelle/ Notaufnahme auf.

Das RSV-Infektion ist eine Erkrankung der Atemwege (obere und/ oder untere). Der RS-Virus ist der häufigste nachgewiesene Erreger solcher Infektionen bei Kindern innerhalb der ersten 2 Lebensjahre.

RS-Virus Karteikarte

Erkrankung zusammengefasst

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RS-Virus

HRSV, RSV

Betroffene

Organe(e):

Respirationstrakt

Epidemiologie

  • Inzidenz: 48.5 Fälle pro 1000 Kinder im ersten Lebensjahr
  • bis zum 2. Geb. nahezu 100% der Kinder betroffen

Risikofaktoren

  • Frühgeburtlichkeit
  • angeborene Herzfehler
  • Chromosomale Störungen (z.B. Down Syndrom)
  • Untergewicht
  • Immunschwäche
  • Immunsuppressive Therapie
  • angeborene neuronale Erkrankungen
  • angeborene muskuläre Erkrankungen
  • Besuch von KITA/Krippe
  • ältere Geschwisterkinder
  • broncholpulmonale Dysplasien
  • Mukoviszidose (zystische Fibrose)

Ursachen

  • Humanes Respiratorisches Synzytial-Virus

Symptome

  • Schnupfen
  • Husten
  • Schmerzhaftes Schlucken
  • Halsschmerzen
  • Fieber
  • Abgeschlagenheit
  • Atemnot
  • Zyanose

Komplikationen

  • Bronchitis
  • Pneumonie

Diagnose

  • Anamnese
    • Leiden sie/Leidet ihr Kind an Schnupfen?
    • Leiden sie/Leidet ihr Kind an Husten?
    • Ist der Husten trocken?
    • Leiden sie/Leidet ihr Kind an Schluckbeschwerden?
    • Leiden sie/Leidet ihr Kind an Halsschmerzen?
    • Haben sie/ Hat ihr Kind Fieber?
    • Fühlen sie sich/ Wirkt ihr Kind auf sie abgeschlagen und müde?
    • Haben sie/ Hat ihr Kind Atemnot?
    • Zieht ihr Kind beim Atmen auffällig die Haut zwischen den Rippen ein (sogenannte Einziehungen)?
    • Haben sie/ Hat ihr Kind blau verfärbte Haut oder Schleimhäute?
    • Gibt es in ihrem Umfeld Personen mit einer RSV-Infektion?
  • Körperliche Untersuchung
    • Untersuchung der Atemwege und Lunge: bei Lungenbeteiligung und/oder Bronchitis > Rasselgeräusche
    • Inspektion: Zyanose, Einziehungen, Zeichen der Dehydratation
  • Laboruntersuchung
    • Erregernachweis mittels ELISA oder PCR
  • Röntgen-Thorax
    • bei Verdacht auf Pneumonie

Differenzial Diagnose

  • Grippe

Therapie

  • Flüssigkeitssubstitution
  • Symptomatische Therapie
  • Medikamente

Präventionsmaßnahmen

  • Impfung
  • allgemeine Hygieneregeln

Mögliche Vorsorgemaßnahmen

  • Impfung

Prognose

  • häufig asymptomatisch
  • bei Erwachsenen in der Regel komplikationsloser Verlauf
  • bei Säuglingen/ Kleinkindern kommt es häufiger zu komplizierten Verläufen

Begriffe

Dehydratation

Die Dehydratation, oft chemisch falsch als Dehydrierung bezeichnet, beschreibt den Zustand der Abnahme des Körperwassers eines Organismus.
Unter dem Begriff Down Syndrom versteht man eine Erkrankung, die auf Grund einer angeborenen Veränderung der Chromosomenanzahl hervorgerufen wird.
Von Fieber spricht man immer dann, wenn die Körpertemperatur über das normale Maß hinaus erhöht ist. Normalerweise liegt die Körpertemperatur des Menschen zwischen 36,0 und 37,4 Grad Celsius.
Als Husten bezeichnet man die Reaktion des Körpers, auf eine Reizung des Rachens oder der Atemwege.
Ibuprofen ist als entzündungshemmendes, fiebersenkendes und schmerzlinderndes Mittel unverzichtbar ist. Die Behandlung sollte jedoch so kurz wie möglich erfolgen. Von langfristiger Anwendung sollte man, wenn es möglich ist, absehen.
Eine Lungenentzündung (lat. Pneumonie) ist eine häufige Erkrankung, bei der es durch Infektionen (meistens durch Bakterien), aber auch durch allergische Prozesse oder durch Vorerkrankungen (z.B. Herzschwäche) zu einer Entzündung der Lungenbläschen („Alveolen“) oder des Lungen-Grundgewebes („Interstitium“) führen.
„Mukoviszidose: Der Mukus ist zu viskös.“ Das bedeutet, dass das Sekret, welches in unserem Körper gebildet wird, wie zum Beispiel im Darm, in der Leber oder in der Bauchspeicheldrüse, zu dickflüssig ist.
Salbutamol ist ein sehr schnell wirksames und weitgehend sicheres Medikament zur Behandlung von COPD und Asthma bronchiale.

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