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Gesundheit von A-Z

Lungenentzündung

Bild das Lungenentzündung veranschaulicht.

Eine Lungenentzündung (lat. Pneumonie) ist eine häufige Erkrankung, bei der es durch Infektionen (meistens durch Bakterien), aber auch durch allergische Prozesse oder durch Vorerkrankungen (z.B. Herzschwäche) zu einer Entzündung der Lungenbläschen (Alveolen) oder des Lungen-Grundgewebes (Interstitium) führen. Die Pneumonie kann akut oder chronisch auftreten und in verschiedenste Kategorien eingeteilt werden, die die weitere Therapie bestimmt.

Wissenswert

In Deutschland finden sich circa 500 000 Lungenentzündungen pro Jahr, wobei bei ungefähr der Hälfte aller Betroffenen eine Behandlung im Krankenhaus notwendig ist. Weltweit gesehen stellen Pneumonien die 4. häufigste Todesursache dar. Nach Statistik der Weltgesundheitsorganisation (WHO) steht die Lungenentzündung allerdings an erster Stelle der zu Tode führenden Infektionskrankheiten.

Lungenentzündungen treten bei gesunden Erwachsenen selten auf. In der Mehrzahl der Fälle sind Personen mit geschwächtem Immunsystem betroffen. Dazu zählen Kinder und alte Leute, sowie Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist. Die Abwehrsystem-Schwäche kann durch Vorerkrankungen, von viralen Infektionen bis Krebskrankheiten, genauso wie durch Immunsystem-unterdrückende Medikamente entstehen. Auch eine Funktionsschwäche der Lunge oder eine Schwäche beim können die Entstehung von Pneumonien begünstigen.

Auch in westlichen Ländern zählt die Pneumonie immer noch zu jenen Erkrankungen, die trotz Ausschöpfung aller Therapieoptionen zu lebensbedrohlichen Zuständen führen kann – vor allem bei Patienten, deren körpereigenen Abwehrsystem schon vorher geschwächt war.

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren einer Lungenentzündung?

Grundsätzlich kommt es bei der Lungenentzündung zu einer Schädigung von Teilen der Lunge. Die Lunge ist verantwortlich, um Sauerstoff in unseren Körper aufzunehmen und Kohlendioxid abzugeben. Die Entzündung führt zu einer Beeinträchtigung des Gasaustausches – die Sauerstoffaufnahme wird reduziert, Kohlendioxid kann nicht mehr richtig entweichen. Das Resultat ist die Atemnot. Durch die Entzündung bildet sich außerdem Flüssigkeit und Schleim in den Lungenwegen, die durch gelockert werden können. Manche Patienten sind entweder von Grund auf oder aber durch die Lungenentzündung schon so geschwächt, dass das Abhusten des Schleims gar nicht erst möglich ist, was eine Aufnahme auf die Intensivstation wegen der schlechten Prognose meist notwendig macht.

Die füllt den Großteil des Brustkorbs aus und ist ein paariges Organ, das sich in einen rechten und linken Lungenflügel einteilen lässt. Die Lungenflügel werden dann weiter in Lungenlappen und die Lungenlappen wiederum in Lungensegmente und diese wieder weiter in Lungenläppchen unterteilt. Wichtig ist auch, dass das Organ nicht nur aus einer einzigen Zellmasse, sondern aus dem eigentlichen Lungengewebe („Lungenparenchym“) und aus Teilen der Atemwege, also der Luftröhre, die sich großteils innerhalb des Lungengewebes weiter in immer kleiner werdende Röhrchen aufteilt, besteht. Diese Röhrchen werden Bronchien, Bronchiolen und Bronchioli genannt. Am Ende der kleinsten Atemröhrchen liegen sogenannte Alveolen („Lungenbläschen“) – diese stellt man sich am besten als kleine, dünnhäutige Bläschen vor, die von ganz dünnen Blutgefäßen umgeben sind. Die Aufgabe der Atemwege ist es also, die sauerstoffreiche Luft bis zu den kleinsten Blutgefäßen zu leiten, sodass der Sauerstoff der Luft schlussendlich vom Blut aufgenommen und in den Körper verteilt werden kann.

Die Pneumonie kann durch viele verschiedene Faktoren eingeteilt werden:

  • Auslösende Ursache
  • Betroffenes Areal und Ausdehnung
  • Erwerbungsort
  • Verlaufsform
  • Klinische Ausprägung

Auslösende Ursache

Es gibt viele Gründe, die eine Lungenentzündung verursachen. Lungenentzündungen können in „primäre“ und „sekundäre“ Pneumonien eingeteilt werden. Die primäre Form entsteht dabei ohne erkennbare zugrundeliegende Vorerkrankung. Zu den sekundären Formen werden Lungenentzündungen gezählt, bei denen eine Grunderkrankung als begünstigender Faktor bekannt ist. Teilweise ist die Unterscheidung der beiden Formen äußerst schwierig und für den weiteren Therapieverlauf auch nicht näher relevant.

Streng genommen, wird nur die Lungenentzündung, die durch Infektionen ausgelöst wird als „Pneumonie“ bezeichnet. Da allerdings auch andere Ursachen zur Entzündung der Lunge oder Teile der Lunge führt, sind sie hier vollständigkeitshalber erwähnt.

Ursachen, die eine Lungenentzündung auslösen:

Die wichtigste und häufigste Form der Lungenentzündung ist durch Infektionen bedingt: Eine Infektion erfolgt in den meisten Fällen über die Luft (Tröpfcheninfektion). Das bedeutet, dass erkrankte Personen den Erreger (meistens Bakterien, aber auch Viren oder Pilze) in sich tragen und beim , Niesen, Singen oder Reden mit dem Speichel in die Luft abgeben, wobei sie dann wiederum von anderen Personen eingeatmet werden, dort in die Atemwege gelangen und die Krankheit verursachen. Natürlich kann auch der direkte Speichelaustausch (z.B. Küssen) eine Infektion beim Gegenüber auslösen. In 40-50 % der Fälle handelt es sich um das Bakterium „Streptokokkus pneumoniae“, in weiteren Fällen um Haemophilus influenzae, Mykoplasmen oder Viren, wie Adeno- oder Influenzaviren oder auch andere, seltenere Erreger. COVID-19 ist ebenfalls ein viraler Erreger von Pneumonien. Lungenentzündungen durch Pilze entstehen fast ausschließlich bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem (z.B. durch Einnahme von immunsuppressiven Medikamenten oder im Rahmen einer Grunderkrankung wie AIDS). Es gibt einige Risikofaktoren, die eine Lungeninfektion durch Bakterien oder Viren wahrscheinlicher machen. Typische Beispiele sind – wie bereits erwähnt - Grunderkrankungen, wie (chronic obstructive pneumonal disease), AIDS, Tumorerkrankungen oder seltene, angeborene Krankheiten, wie die . Auch Kinder, deren Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet ist beziehungsweise alte Menschen, bei denen die Funktion des Abwehrsystems im Laufe des Lebens schon abgelassen hat, sind eher von einer infektbedingten Lungenentzündung betroffen.

Selten kann es im Rahmen von allergischen Reaktionen zu einer Entzündung der Lunge kommen. Die Lungenentzündung wird in diesem Fall dann „exogen-allergische Alveolitis“ oder „Hypersensitivitätspneumonitis“ genannt. Eine überschießende Reaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose, aber reizende Stoffe (z.B. Stäube, Metalldämpfe etc.) ist in diesem Fall für die Erkrankung ursächlich. Die exogen-allergische Alveolitis entsteht vor allem durch ständiger Aussetzung des verursachenden Reizes, weswegen sie häufig durch reizende Arbeitsstoffe (z.B. bei Landwirten oder Metallarbeitern) diagnostiziert wird. Der Beginn ist meistens akut und ähnelt demnach einer durch Infekte verursachten Pneumonie. Ein Übergang in eine chronische Form mit massiver Vernarbung des Lungengewebes und Funktionsverlust des Organs ist möglich – hauptsächlich dann, wenn der auslösende Reiz nicht gemieden wird.

Die Aspiration bezeichnet das Einatmen von flüssigen oder festen Stoffen. Häufig entstehen Aspirations-Pneumonien bei älteren Menschen mit Schluckbeschwerden oder neurologischen Grunderkrankungen. Auch Aspiration von Erbrochenem bei Bewusstlosigkeit oder das Einatmen von Wasser beim Ertrinken sind häufige Ursachen. Zudem werden Alkohol- oder Schlafmittel-Missbrauch mit der Gefahr einer Aspiration in Verbindung gebracht. Eine Aspirationspneumonie ist außerdem eine gefürchtete Komplikation von Vollnarkosen bei Operationen, da es im Rahmen der kurzen künstlichen Beatmung aus verschiedenen Gründen zu aufsteigen des Mageninhalts kommen kann, der dann in die Atemwege bis zur gelangt. Das ist im Übrigen der Grund, warum man vor einer bevorstehenden Operation keine Mahlzeiten zu sich nehmen sollte.

Im Rahmen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen können Lungenentzündungen entstehen. Die häufigsten Vorerkrankungen sind dabei der Lungeninfarkt und die Herzschwäche. Beim Lungeninfarkt werden kleine Blutgerinnsel (meist durch ein vorhergehendes größeres Blutgerinnsel () in den Beinen) in ein Blutgefäß der Lunge geschwemmt, wodurch betroffene Teile der Lunge durch Minderversorgung mit Blut funktionslos werden. Bei der Herzschwäche hingegen kann das Blut vom Herzen nicht mehr in den Körper gepumpt werden. Es staut sich deswegen in die Lunge zurück.

Die Lungengefäße sind überfüllt und gereizt – eine Entzündung entsteht. Auch sogenannte Autoimmunerkrankungen stellen einen Risikofaktor für die Entstehung von Lungenentzündungen dar. Es gibt eine Vielzahl an Autoimmunerkrankungen, die immer durch eine Fehlreaktion des Immunsystems entstehen: Das eigene Abwehrsystem erkennt Teile oder Strukturen des Körpers fälschlicherweise als „fremd“ und greift diese an. Dadurch entstehen Entzündungen und in weiterer Folge ein Absterben der Zellen oder des Organs. Das kann bis zum Funktionsverlust der betroffenen Körperteile führen. Auch Eiteransammlungen im Bauchraum oder der , die sich in der Nähe der Lunge befinden, können sich so weit ausdehnen, dass es zur Entzündung der Lunge kommt.

Selten verursachen Medikamente eine Pneumonie. Vor allem hochwirksame Tumor-Bekämpfungsmittel, aber auch seltener eingesetzte Antibiotika kommen dafür infrage.

Ein großes Problem für Patienten auf der Intensivstation stellt die sogenannte „Ventilation-assoziierte Pneumonie“ dar – also eine Form der Lungenentzündung, die durch die künstliche Beatmung entstehen kann.

Ganz selten führt radioaktive Strahlung, wie sie zum Beispiel im Rahmen von Krebs-Therapien Anwendung findet, zur Entzündung des Lungengewebes. Auf längere Sicht kann auch eine Vernarbung und damit ein Funktionsverlust der Lunge entstehen.

Betroffene Areale, Erwerbungsort, Verlaufsform und klinische Ausprägung

Pneumonien können abgesehen von der Ursache noch weiter unterteilt werden, nämlich in betroffene Areale der Lunge, den Erwerbungsort, die Verlaufsform bzw. die klinische Ausprägung.

Zum einen kann die Lungenentzündung als dadurch eingeteilt werden, welches Areal genau betroffen ist. Es können die Atemwege (Bronchopneumonie), die Lungenbläschen (alveoläre Pneumonie: oft bei bakteriellen Infektionen) oder das Lungengewebe (interstitielle Pneumonie: oft bei Virusinfektionen) und kleinere oder größere Teile der Lunge (lobuläre oder lobäre Pneumonie) betroffen sein. Obwohl sich die Symptome je nach betroffene Lungenteile stark unterscheiden können, hat das auf die Therapie im Normalfall keinen Einfluss.

Zusätzlich unterscheidet man zwischen ambulanten (außerhalb des Krankenhauses erworben) oder nosokomialen (im Krankenhaus erworben) Infektionen. Das ist wichtig zu wissen, da sich die Erregerwahrscheinlichkeit und damit die Therapie grundlegend unterscheidet. Ein großes Problem stellen nosokomial erworbene, sogenannte multiresistente Bakterien dar, bei denen die meisten herkömmlichen Antibiotika keine Wirkung zeigen. Eine solche Infektion hat oft einen langen, komplizierten Behandlungsweg zur Folge.

Je nach Verlauf spricht man von „akuter“ oder „chronischer Pneumonie“, die andere Therapiemaßnahmen beanspruchen. Im Normalfall beginnen Lungenentzündungen akut und heilen vollständig aus. Jedoch ist die Schwere der Erkrankung nicht zu unterschätzen: Eine plötzlich beginnende Lungenentzündung kann sich nämlich in eine chronische Form umwandeln, wodurch bleibende Schäden der Lunge mit Funktionsverlust und Atemproblemen mit sich bringen kann.

Hinweis

Im weiteren können Lungenentzündungen noch „typisch“ oder „atypisch“ verlaufen. Das hängt vor allem vom Erreger, aber auch dem Alter und Zustand des Patienten und dem Verlauf der Erkrankung und bedarf ebenfalls unterschiedlicher Behandlungen.

Risikofaktoren

Zusammengefasst finden sich einige begünstigende Faktoren für die Entstehung einer Lungenentzündung:

  • Immunschwäche (z.B. durch immunsuppressive Medikamenteneinnahme, Grunderkrankung wie HIV)
  • Vorausgegangene Virusinfektion (damit können einige Teile des Immunsystems geschwächt sein – eine Pneumonie wird leichter „zugelassen“)
  • Reduzierte Lungenfunktion (z.B. durch Rauchen, Hustenreflexstörung und Gendefekte)
  • Chronische Lungenerkrankungen (z.B. Bronchitis, COPD)
  • Faktoren von außen (ständige trockene, kalte Luft – vor allem im Winter)
  • Aspirationsgefahr (vor allem ältere Menschen)
  • Grunderkrankungen, die nicht die Lunge betreffen (, Herz- oder Nierenschwäche, Kollagenosen)
  • Infektionskrankheiten (z.B. , , Influenza, etc.)

Was sind die Symptome einer Lungenentzündung?

Durch die große Vielfalt der Ursachen, Formen und betroffenen Areale bei Pneumonien, sind auch die unterschiedlichsten Symptome vorhanden.

Von der „echten Pneumonie“ wird eigentlich nur dann gesprochen, wenn Erreger, also Bakterien, Viren oder Pilze die Auslöser für die Lungenentzündung sind.

Der Verlauf ist von einigen Faktoren abhängig. Unter anderem kann das individuelle Abwehrsystem genauso entscheidend wie der Allgemeinzustand des Patienten und die Art des Erregers sein.

Vor allem aber unterscheidet man zwischen „typischer und atypischer Lungenentzündung“:

Verursacht wird diese Form meistens durch die Bakterien Pneumokokken (auch „Streptokokkus pneumoniae“ genannt). Zu den klassischen Symptomen zählt ein plötzlicher Beginn mit Schüttelfrost, hohem (39-40°C), , Kopf- und Gliederschmerzen, Atemnot und Herzrasen. Der Hustenreiz ist meistens von rostbraun-gelblichen Auswurf begleitet, gelegentlich findet sich darin auch Blut. Die Patienten berichten gewöhnlich von deutlicher Niedergeschlagenheit, vermindertem Allgemeinzustand, häufiges starkes Schwitzen und dem Auftreten von Fieberblasen.

Auch Schmerzen im Brustkorb beim Atmen oder Husten werden oft beschrieben. Die Symptomatik ist bei unkomplizierten Verläufen für mindestens eine Woche anhaltend, danach kommt es nicht selten zu kritischem Körpertemperatur-Abfall und Verlangsamung des Herzschlags und eventuell bedrohlicher Herz-Kreislauf-Problematik. Vor allem bei alten Menschen, kann sich eine Pneumonie schnell durch Bewusstseinsverlust und schläfrigem Zustand zeigen, ohne dass die typischen Symptome davor aufgetreten sind.

Heutzutage kommt es bei Erwachsenen ohne Risikofaktoren nur noch sehr selten zu fulminanten, typischen Verläufen bei Lungenentzündungen, da die Prophylaxe durch Impfungen und die Therapie mit Antibiotika eine schwerwiegende Erkrankung sehr erfolgreich verhindern kann. Dennoch kann die Gefahr der Lungenveränderung nicht komplett abgewendet werden, weswegen unbedingt darauf zu achten ist, dass körperliche Überanstrengung erstmal vermieden wird, um ein Wiederauftreten oder andere Komplikationen zu vermeiden.

Anders ist das bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem. Für sie zählt die Lungenentzündung bis heute als eine lebensbedrohliche Komplikation, die auch durch ausreichender Therapie im Krankenhaus häufig zum Tod führt.

Die häufigsten Erregern der atypischen Lungenentzündungen sind seltenere Bakterien (z.B. , Legionellen) oder Viren. Bei alten Menschen, oder Kindern findet man häufiger eine atypische Pneumonie, die sich grundlegend von den typischen Symptomen unterscheidet. Der Beginn bei atypischen Lungenentzündungen ist meistens langsam, mit nur leichtem und ohne Schüttelfrost. Das Fieber kann unterschiedlich lang andauern, immer wieder abflachen und wieder auftreten. Im Gegensatz zur typischen Symptomatik sind hier häufiger Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen zu finden. Der trockene Reizhusten tritt mit sehr wenig schleimig-eitrig Auswurf auf. Das Allgemeinbefinden ist häufig nicht oder nur gering beeinträchtigt, je nach Ausdehnung des betroffenen Lungenteils.

Jede Form der Lungenentzündung muss best- und schnellstmöglich behandelt werden, da schwerwiegende Komplikationen bei unzureichender Therapie auftreten können.

Im Rahmen von Pneumonien können verschiedene Komplikationen an verschiedenen Organen auftreten. Zum einen können natürlich Lungen-Problematiken entstehen, wie beispielsweise eitrige Ergüsse im Brustfell (Empyeme), Entzündungen des Lungenfells (Pleuritis) oder eitrige Einschmelzungen des Lungengewebes (Lungenabszess). Es könnte auch passieren, dass sich die Lunge so weit verändert, dass es zu Problemen beim Gasaustausch kommt (respiratorische Insuffizienz.) Allerdings können die Keime auch weiter in andere Organe verschleppt werden, sodass eitrige Verschmelzungen (z.B. Gehirnabszess) oder Entzündungen der Knochen (Osteomyelitis) oder des Herzens (Karditis) mit weiteren schwerwiegenden Symptomen entstehen können. Falls die Erreger ins Blut gelangen, sich dort vermehren und schwere körperliche Reaktionen verursachen, wird das oder Sepsis genannt. In weiterer Folge kann es zu Organversagen kommen, wobei hier hauptsächlich oder betroffen sind.

Wie wird die Lungenentzündung diagnostiziert?

Bei Auftreten von plötzlichem starkem Krankheitsgefühl mit hohem Fieber, Husten mit Auswurf und eventuellem Herzrasen sollte auf alle Fälle ein Arzt aufgesucht werden.

Der Mediziner wird zuerst eine ausführliche Anamnese, also eine Krankheitsgeschichte, erheben, bei der Fragen zur aktuellen Symptomatik (Schwere, Beginn, Nebensymptome, Selbsttherapie, etc.), Vorerkrankungen und Operationen, Sozial-, Arbeits- und Familienumfeld, etwaige Medikamenteneinnahme und Ähnlichem gefragt werden. Auch Informationen über etwaige zuvor stattgefundene Fernreisen sind wichtig, um die Möglichkeit von in Mitteleuropa seltenen Erregern ein- oder auszuschließen.

Im Weiteren wird der Arzt eine körperliche Untersuchung durchführen, bei der vor allem auf den Allgemein- und Ernährungszustand sowie die Lunge und das geachtet wird. Mit einem Stethoskop kann der Arzt die Lunge abhören und Hinweise für eine Lungenentzündung sammeln. Im Rahmen des Anamnesegesprächs und der körperlichen Untersuchung wird der Arzt/die Ärztin Hinweise auf mögliche Risikofaktoren sammeln.

Bei der Diagnosestellung sind eine Blutabnahme und eine Durchführung eines Lungenröntgens unbedingt notwendig. Im Blut können erhöhte Entzündungszeichen (erhöhte Anzahl an weißen Blutkörperchen, CRP-Erhöhung) nachgewiesen werden. Außerdem können noch weitere Blutuntersuchungen, wie eine Blutkultur, für den direkten Erregernachweis notwendig sein. Die endgültige Diagnose stellt man dann durch das Begutachten des Röntgenbilds: Es finden sich bei Bestehen einer Pneumonie sogenannte Verschattungen in der Lunge, die auf Flüssigkeitsansammlungen durch Entzündungen hinweisen.

Weitere Maßnahmen, um die Ursache der Lungenentzündung besser einschätzen zu können, sind das Durchführen eines CTs (Computertomografie = Schnittbildröntgen), Untersuchungen von Sputum (also dem Auswurf beim ), des Sekrets in der Lunge oder die Entnahme kleiner Teile der Lunge (Lungenbiopsie). Dabei ist wichtig zu wissen, dass das Lungensekret nur im Rahmen einer sogenannten Bronchoskopie (Lungenspiegelung) entnommen werden kann. Das ist ein Verfahren, bei dem mithilfe einer Kamera, die auf einem langen Rohr oder Schlauch befestigt ist, in die Atemwege der Lunge Einsicht genommen und daraufhin eine kleine Probe des Sekrets entnommen werden kann. Patienten bekommen dafür eine lokale Betäubung der Atemwege, damit keine Schmerzen entstehen. In manchen Fällen wird dabei auch eine „bronchoalveoläre Lavage“ durchgeführt, die dazu dient, zusätzlich Zellmaterial der Atemwege zu gewinnen. Hierbei wird eine Flüssigkeit in die Lungenwege eingespült und anschließend abgesaugt.

Hinweis

Um eine Lungenbiopsie zu entnehmen, werden im Verlauf der Bronchoskopie mithilfe einer kleinen Zange kleine Gewebeproben abgezwickt. Kleine harmlose Blutungen können dabei auftreten, ein großer Blutverlust ist allerdings keinesfalls zu erwarten.

Differenzialdiagnosen

Manchmal lässt sich die Lungenentzündung durch ihr Erscheinungsbild nur schwer von anderen Erkrankungen unterscheiden. Man muss vor allem dann aufpassen, wenn trotz ausreichend langer und dosierter Antibiotika-Gabe keine Besserung erzielt werden kann. In diesem Fall sollte das weitere Vorgehen auf jeden Fall ausführlich mit einem Arzt ausführlich besprochen und weitere eventuell erforderliche Diagnoseschritte bzw. Therapien eingeleitet werden.

Häufige Erkrankungen, die sich hinter den Lungen-Symptomen verbergen können, sind ein Lungeninfarkt, , COPD und seltenere Autoimmunerkrankungen, wie die eosinophile mit Polyangiitis oder die .

Der Lungeninfarkt entsteht, wenn kleine Blutgerinnsel (meist durch ein vorhergehendes größeres Blutgerinnsel in den Beinen) in ein Blutgefäß der Lunge geschwemmt wird, wodurch betroffene Teile der Lunge durch Minderversorgung mit Blut funktionslos werden. Klassische Symptome sind schnelles Atmen und Atemnot, und Brustschmerz, hoher Puls und . Als Folge des Lungeninfarkts kann allerdings durch die Reizung des Lungengewebes eine Pneumonie entstehen.

Lungenkrebs ist nicht gleich Lungenkrebs: Da die Lunge selbst aus verschiedenen Gewebearten entsteht, kann sich auch der Tumor aus verschiedenen Geweben entwickeln. Je nach Art und Ursache sind auch die Symptome und Therapie verschieden. Allgemein kann man allerdings sagen, dass sich Lungentumore durch chronische Entzündungen der Lunge langsam entwickeln. Risikofaktoren für die chronische Reizung und Entzündung stellen das ständige Einatmen von Tabak – sowohl beim aktiven als auch beim passiven Rauchen – sowie radioaktive (z.B. Radon) oder andere reizende Stoffe (z.B. Asbest, Arsen, Chrom, Nickel etc.) dar. Durch die chronische Entzündung werden die Zellen der Lunge so lange geschädigt, bis sie ihre eigentliche Funktion verlieren und zu Tumorzellen ausarten können. Anfangs zeigt sich ein Tumor in der Lunge meistens durch chronischen , eventuell mit Blutbeimengungen, Atemschwierigkeiten und . Dazu kommen allgemeine Symptome wie , Gewichtsverlust und Leistungsknick, was insgesamt leicht mit einer Pneumonie verwechselt werden kann. Es kann aber auch unter gewissen Umständen durch den Tumor eine Infekt-bedingte Pneumonie entstehen, was als „poststenotische Pneumonie“ oder „Retentionspneumonie“ bezeichnet wird.

Die Abkürzung COPD steht für chronic obstructive pulmonary Disease – als zu Deutsch: chronisch obstruktive Lungenerkrankung. „Obstruktiv“ bedeutet, dass die Atemwege verengt werden, weswegen der Widerstand in den Atemwegen wächst, wodurch die Atemarbeit zunimmt. Das heißt, für Betroffene wird es anstrengender, genug Luft in die Lunge einzuatmen. Zudem kommt es durch die Erkrankung zur dauerhaften Entzündung der Schleimhaut in den Luftwegen, was über längere Zeit zu Zerstörung des Lungengewebes führt. Ausgelöst wird die COPD oft durch das wiederholte Einatmen von Reizen, wie Zigarettenrauch, Gase und Stäube. Auch häufige Infekte der Lunge und genetische Faktoren spielen eine Rolle. Symptome zeigen sich in Form von chronischem mit Atemnot. In manchen Fällen kann es zu „Atemnot-Anfällen“ kommen.

Autoimmunerkrankungen, die auch die Lunge betreffen, sind vergleichsweise selten. Autoimmunerkrankungen entstehen, wenn das Abwehrsystem körpereigene Strukturen fälschlicherweise als fremd erkennt, diese angreift und zerstört. Im Rahmen von einigen Autoimmunerkrankungen sind eben auch Teile der Lunge betroffen. Beispielsweise ist das der Fall bei oder autoimmunbedingten Entzündungen von Gefäßen (Vaskulitiden), wie zum Beispiel der mit Polyangiitis. In der Lunge kommt es dabei typischerweise zur Entzündung der kleinen Lungenwege (Bronchiolitis) und Lungenbläschen (Alveolitis), einer interstitiellen Pneumonie und einer Vernarbung des Lungengewebes ().

Therapie bei Lungenentzündung

Bei Verdacht auf Lungenentzündungen sind für die bestmöglichen Behandlungserfolge einige Allgemeinmaßnahmen durchzuführen:

An erster Stelle steht die körperliche Schonung und Bettruhe: Um schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden, ist es wichtig, dem Körper Ruhe und Zeit zu gewähren. Gleichzeitig muss an die Gefahr der Blutgerinnselbildung bei Immobilität gedacht werden, weswegen in schweren Fällen eine Spritzentherapie mit blutverdünnenden Medikamenten oder das Tragen von Kompressionsstrümpfen durchgeführt werden sollte.

Ausreichende Flüssigkeitszufuhr steht ebenfalls hoch oben auf der Liste der unbedingt einzuhaltenden Maßnahmen. Bei jeglicher Erkrankung verbraucht der Körper sowohl mehr Energie als auch mehr Flüssigkeit. Außerdem geht viel Flüssigkeit beim Schwitzens verloren. Deswegen gibt es die große Empfehlung, viel ungesüßten Tee und Wasser in kleinen Schlucken zu sich zu nehmen.

Um die Lungenfunktion bestmöglich zu unterstützen, kann eine spezielle Atemgymnastik und Inhalationstherapie beim Auftreten von Atembeschwerden helfen. Diese Form der unterstützenden Behandlung wird auch bei einem möglicherweise notwendigen Krankenhausaufenthalt routinemäßig durchgeführt.

Zu guter Letzt ist zu erwähnen, dass trockene Umgebungsluft die Lungen zusätzlich reizt. Aus diesem Grund sollte die Raumluft möglichst feucht gehalten werden. Beispielsweise kann ein Raumluft-Befeuchter verwendet oder als Alternative können nasse Tücher im Raum aufgehängt werden.

Der Arzt wird bei Auftreten von Fieber, Husten und Krankheitsgefühl jeglicher Ursache erstmals Medikamente empfehlen, die rein die Symptome bekämpfen: Hustenlindernde Tabletten, Schmerzmedikamente oder Mittel, die die Atemwege erweitern und so die Atmung wieder erleichtern, werden häufig verschrieben.

Die Lungenentzündung-spezifischen Behandlungsmaßnahmen werden je nach Schweregrad der Pneumonie sowie Alter, Nebenerkrankungen und Allgemeinzustand der Patienten gesetzt. Nach Ermessen des Arztes kann eine stationäre Aufnahme im Krankenhaus (oder sogar auf der Intensivstation) notwendig sein.

Eine Lungenentzündung kann folgendermaßen therapiert werden:

Grundsätzlich erfolgt die Therapie immer mit Antibiotika, die schnellstmöglich verabreicht werden sollten, um schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden – auch wenn der genaue Erreger beziehungsweise die genaue Ursache noch nicht feststeht. Die Wahl des Antibiotikums ist dann wieder individuell abzuwägen. Eine Erreger-spezifische Umstellung auf ein anderes Antibiotikum kann je nach Ergebnis der durchgeführten Sputumuntersuchung oder der Blutkultur erfolgen. Das ist bei nicht-stationären Betroffenen meistens aber gar nicht notwendig, da das erste Antibiotikum bei der Vielzahl der Fälle schon gute Erfolge erzielt.

Häufig angewandte Antibiotika sind (Penicillin), Makrolide und Fluorchinolone. Die Verabreichung kann in Tablettenform oder auch als Infusion über die Vene erfolgen, falls eine Krankenhausaufnahme erfolgen musste. Die Nebenwirkungen richten sich nach Art des Antibiotikums, im Allgemeinen kommen als unerwünschte Wirkungen der angewandten Antibiotika allergische Reaktionen, Übelkeit, Erbrechen, oder seltener Leber- oder Nierenschäden, Herzprobleme oder in ganz außergewöhnlichen Fällen Hirn- oder Hirnhautentzündungen vor.

Nicht-bakterielle Lungenentzündungen (z.B. durch Viren oder Pilze ausgelöste oder allergische sowie sekundäre Formen) sind in der Regel schwieriger zu behandeln, da es meistens keine spezifischen Medikamente dafür gibt. Das Durchführen von Allgemeinmaßnahmen und symptomlindernden Mittel sind die beste Behandlungsmethode. In einigen Fällen von nicht-Infekt-bedingten Entzündungen der Lunge wird darüber hinaus Cortison oder andere Immunsystemunterdrückende Medikamente als bestes Mittel der Wahl verwendet. Das ist zum Beispiel bei autoimmunbedingten Lungenschädigungen der Fall.

Bei sekundären Lungenentzündungen, also jenen, die im Rahmen von anderen Erkrankungen (z.B. Lungeninfarkt oder Lungentumore) entstehen, wird in erster Linie die Grunderkrankung behandelt. Schmerzmittel, Antibiotika oder entzündungshemmende Medikamente können zusätzlich eingesetzt werden.

Unabhängig von der Ursache der Lungenentzündung kann in schweren Fällen eine Aufnahme auf die Intensivstation notwendig sein. Dort können die lebenswichtigen Funktionen des Körpers bestmöglich kontrolliert werden. Im Bedarfsfall können rasch Therapien, wie eine Atemhilfe oder künstliche Beatmung beim Versagen der Lungenfunktion oder kreislaufunterstützende Medikamente bei Abfall des Blutdrucks verabreicht werden.

Achtung

Um dies zu vermeiden, sind prophylaktische Maßnahmen (z.B. Influenza-Impfungen) umso wichtiger.

Prophylaktische Therapie

Um das Risiko an einer Lungenentzündung in erster Linie zu reduzieren, ist das Durchführen von Impfungen laut aktuellem Impfplan die beste Möglichkeit.

Aktuelle Leitlinien der ständigen Impfkommission empfehlen für die häufigsten Erreger – die Pneumokokken – folgendes Impfschema:

  • 1. Grundimmunisierung im Alter von 2 Monaten
  • 2. Grundimmunisierung im Alter von 4 Monaten
  • 3. Grundimmunisierung im Alter von 11 Monaten
  • Weitere Impfungen sind ab dem 61. Lebensjahr wieder empfohlen.
Hinweis

Für den Influenzavirus (Grippe-Virus) sind folgende Empfehlungen ausgeschrieben:

  • Jährliche Impfungen für alle Personen über 60 Jahren
  • Jährliche Impfungen für Personen (älter als 6 Monate) mit Grunderkrankungen(z.B. chronische Erkrankung der Lunge, chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen, , HIV-Infektion etc.)
  • Jährliche Impfungen für Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen
  • Jährliche Impfung für Personen mit erhöhter Gefährdung (z.B. medizinisches Personal)
  • Einmalige Impfung für Schwangere im 2. Trimenon

Je nach Risikoprofil bzw. Grunderkrankung werden weitere vorbeugende Maßnahmen empfohlen. So sollte bei HIV-positive Patienten ein pilzbekämpfendes Mittel (Clotrimoxazol) prophylaktisch eingenommen werden, da diese Patienten-Gruppe häufiger Lungenentzündungen entwickeln, die durch einen Pilz namens Pneumocystis-jiroveci verursacht werden. Krebspatienten können bei Bedarf ein Medikament bekommen, dass die körpereigene Produktion von Immunzellen ankurbelt, sodass das Abwehrsystem gestärkt wird.

Wie ist die Prognose einer Lungenentzündung?

Der Verlauf und das Risiko für schwerwiegende Komplikationen hängen sehr vom Erreger (häufige oder seltene Erreger) sowie den individuellen Gegebenheiten (Alter, Grunderkrankungen, Allgemeinzustand etc.) und der Behandlung (wie schnell wurden Antibiotika verabreicht?) ab. In den meisten Fällen heilt die Lungenentzündung bei richtiger Behandlung innerhalb von 1-2 Wochen folgenlos ab.

Wissenswert

Bei nicht im Krankenhaus erworbenen Pneumonien, die junge, immunkompetente Patienten betreffen, liegt das Sterberisiko unter 5 %. Das Sterberisiko bei intensivpflichtigen, künstlich beatmeten, alten Patienten mit Vorerkrankung liegt hingegeben bei über 80 %.

Insgesamt gesehen ist die Lungenentzündung in Industrieländern mit 11 % die häufigste Todesursache unter den Infektionskrankheiten.

Lungenentzündungen, die nicht nur durch Erreger, sondern auch anderen Ursachen – wie einer Grunderkrankung heraus – entstehen, haben unterschiedliche Prognosen und sind stark von Verlauf der Krankheit und patientenbezogenen Faktoren abhängig.

Alternativmedizinische Behandlungsmöglichkeiten und Haushaltsmittel bei einer Lungenentzündung

Die Lungenentzündung stellt eine schwerwiegende, eventuell tödlich verlaufende Erkrankung dar, weswegen von der alleinigen Anwendung von alternativmedizinischen Heilmitteln unbedingt abgeraten wird.

Im Folgenden sind nochmals unterstützende Maßnahmen, die auf jeden Fall durchgeführt werden sollten, zusammengefasst:

  • Körperliche Schonung und Bettruhe: Um schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden, ist es wichtig, dem Körper Ruhe und Zeit zu gewähren. Gleichzeitig muss an die Gefahr der Blutgerinnselbildung bei Immobilität gedacht werden, weswegen in schweren Fällen eine Spritzentherapie mit blutverdünnenden Medikamenten oder das Tragen von Kompressionsstrümpfen durchgeführt werden sollte.
  • Atemgymnastik und Inhalationstherapie kann beim Auftreten von Atembeschwerden helfen
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
  • Raumluft-Befeuchtung

Die aktuelle Impfempfehlung sollte außerdem unbedingt beachtet werden, um fulminante Verläufe zu verhindern.

Falls Grunderkrankungen bekannt sind, sind regelmäßige medizinische Untersuchungen auf jeden Fall sinnvoll, um jegliche Komplikationen (z.B. Lungenentzündungen) bestmöglich zu vermeiden!

Empfehlungen zur Nachsorge bei einer Lungenentzündung

Allgemein ist eine regelmäßige Nachsorge nach erfolgreichem Abklingen der Lungenentzündung nicht notwendig. Grundsätzlich heilt eine Pneumonie in unkomplizierten Fällen folgenlos ab. Eine Lungenschwäche kann allerdings auch noch Monate nach Erkrankungsende, vor allem bei sportlichen Tätigkeiten, bemerkt werden. Sollte es, z.B. durch frühzeitige Belastung nach Erkrankung, zum chronischen Verlauf kommen, kann das Lungengewebe im Laufe der Zeit vernarben (), was zu Problemen beim Gasaustausch in der Lunge führt. In diesem Fall wären regelmäßige Kontrollen bei einem Lungenfacharzt empfehlenswert.

Bei komplizierteren Verläufen mit eventueller Beteiligung anderer Organe (Gehirnhautentzündung, Knochenentzündungen) sind je nach Zustand der Betroffenen unter Umständen weitere Nachsorgen notwendig. Das liegt allerdings im Ermessen des behandelten Arztes.

Bei Lungenentzündungen, die durch Grunderkrankungen hervorgerufen werden (sekundäre Lungenentzündungen) müssen Nachsorge-Termine unter Absprache mit dem behandelten Arzt eingehalten werden, um die systemische Erkrankung bestmöglich behandeln zu können.

Zusammenfassung

Die Lungenentzündung (Pneumonie) stellt eine häufige, schwerwiegende Erkrankung der Lunge dar, die meistens durch Bakterien, seltener auch von Viren oder Pilzen oder auch durch allergische Reaktionen, Grunderkrankungen oder Medikamenten-Nebenwirkungen entsteht. Meistens beginnt die Erkrankung plötzlich mit hohem , , rostbraunem Sputum (Hustenauswurf) und starkem Krankheitsgefühl, wobei (vor allem bei Alten, Vorerkrankten und Kindern) ein atypischer Verlauf ebenfalls vorkommen kann.

Die Therapie besteht aus Basismaßnahmen (ausreichend Flüssigkeitszufuhr, Bettruhe, fiebersenkende und schmerzstillende Medikamenten etc.) und der Gabe von Antibiotika. Die Prophylaxe durch die Impfung gegen Pneumokokken und stellt allerdings die bestmögliche Behandlung dar.

Häufig gestellte Patientenfragen, beantwortet

Eine Lungenentzündung stellt immer eine schwerwiegende Erkrankung dar, die schnellstmöglich behandelt werden sollte. Deswegen sollte bei plötzlichem Krankheitsgefühl, hohem Fieber, Husten und Gliederschmerzen unbedingt gleich der Hausarzt/die Hausärztin aufgesucht werden. In den meisten Fällen klingen die Symptome nach Antibiotika-Einnahme allmählich ab. Sollten sich die Symptome trotz Medikation verschlimmern, eine Atemnot oder ein schläfriger-komatöser Zustand entwickeln, ist die sofortige Vorstellung im Krankenhaus unbedingt durchzuführen!

Ja, Impfungen gegen den häufigsten Erreger („Streptokokkus pneumoniae“ oder auch „Pneumokokken“ genannt) und gegebenenfalls gegen den Influenza-Virus („Grippe-Virus“) sind auf jeden Fall laut aktuellem Impfschema empfohlen!

In vielen Fällen heilt eine Lungenentzündung bei richtigen Behandlung in 1-2 Wochen folgenlos ab. Die Therapie besteht aus Basismaßnahmen (ausreichend Flüssigkeitszufuhr, Bettruhe, fiebersenkende und schmerzstillende Medikamente …) und der Verabreichung von Antibiotika, die je nach Schweregrad und individuellen Gegebenheiten ausgewählt werden.

Die Lungenentzündung geht mit Fieber, Husten und schwerem Krankheitsgefühl einher. Schmerzen können im Rahmen der Erkrankung vielerorts auftreten: Durch Reizung der Lungenhäute kann die Lunge stechend schmerzen (vor allem beim Husten oder tiefen Einatmen bemerkbar). Durch das hohe Fieber sind Glieder- und Muskelschmerzen sowie Kopfweh häufige Begleiterscheinungen.

Eine Lungenentzündung stellt in jedem Fall eine schwerwiegende Erkrankung dar. Einen tödlichen Verlauf nimmt sie hauptsächlich bei alten, geschwächten Patienten/Innen mit Vorerkrankungen. Patienten/Innen, die durch die Schwere der Erkrankung auf der Intensivstation behandelt werden müssen, haben zudem ebenfalls ein erhöhtes Risiko an der Pneumonie zu sterben. Die besten Chancen ohne weitere Komplikationen davonzukommen, haben junge, immunstabile und gesunde Patienten/Innen.

Zu den klassischen Symptomen zählt ein plötzlicher Beginn mit Schüttelfrost, hohem Fieber (39-40 °C), Husten (mit rostbraun-gelblichen Auswurf), Atemnot und Herzrasenbegleitet, deutlicher Niedergeschlagenheit, vermindertem Allgemeinzustand, häufiges starkes Schwitzen und Schmerzen im Brustkorb beim Atmen oder Husten.

Auch atypische Verläufe werden beschrieben, die durch langsamen Krankheitsbeginn, trockenem Husten und nur leichtem Fieber charakterisiert sind.

Bei rechtzeitiger Diagnosestellung und antibiotischer Behandlung dauert es zirka 1-2 Wochen, bis die Lungenentzündung abgeheilt ist. Schwächegefühl oder Leistungsminderung sind in der Regel auch noch einige Tage bis Wochen nach Abklingen der Symptome spürbar, weswegen von körperlicher Schwerstarbeit vorerst abgeraten ist. In einigen schweren Fällen kann die Lungenentzündung natürlich einen längeren Verlauf mit sich bringen.

Die Lungenentzündung stellt weltweit die 4. häufigste Todesursache dar. Das Problem dabei sind vor allem die häufigen, schwerwiegenden Komplikationen, die von Lungenproblemen (z. B. Abszessen), über Verschleppung der Keime in andere Organe (z. B. Knochen, Gehirn, Herz oder Blut) bis hin zu Atemproblematik, Intensiv-Pflichtigkeit und schlussendlich Multiorganversagen führen können. Aus diesem Grund ist ein schnellstmöglicher Therapiebeginn unbedingt notwendig!

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Lungenentzündung

Pneumonie
Betroffene

Organ(e):

Lunge

Epidemiologie

  • Inzidenz: etwa 400.000 bis 600.000 pro Jahr
  • Mortalität: vier bis dreizehn Prozent der Betroffenen

Risikofaktoren

Immunschwäche
Krankenhausaufenthalt
Alter
Lungenerkrankungen
Immobilität
Kardiopulmonale Vorerkrankungen
Influenza-Infektion
Schluckstörungen (Dysphagie)
Beatmung
Nikotingenuss

Ursachen

Bakterien
Viren
Pilze

Symptome

Fieber
Husten
Schnellatmigkeit
Atemnot
Kopfschmerzen
Gliederschmerzen
Reizhusten

Komplikationen

Pleuritis
Erguss
Pleuraempyem
Lungenabszess

Diagnose

Anamnese
  • Leiden sie an hohem Fieber?
  • Haben sie Husten?
  • Ist der Husten produktiv? Geht der Husten mit Auswurf einher?
  • Ist ihre Atmung schneller als sonst?
  • Bekommen sie schlecht Luft?
  • Leiden sie an Atemnot?
  • Haben sie Kopfschmerzen? (atypische Pneumonie)
  • Haben sie Gliederschmerzen? (atypische Pneumonie)
  • Leiden sie an trockenem Husten? (atypische Pneumonie)
  • Waren sie vor kurzem in stationärer Behandlung?
Körperliche Untersuchung
  • Untersuchung der Lunge
  • Auskultation: RGs
  • Perkussion: gedämpfter Klopfschall
  • verstärkte Bronchophonie
  • Anzeichen der Dyspnoe (z.B. Einziehungen)
Laboruntersuchung
  • Blutuntersuchung: CRP, Leukozyten, BSG, PCT
  • Erregerbestimmung (z.B. aus dem Sputum)
  • Blutkulturen: 2 mal aerob + 2 mal anaerob
  • Urinuntersuchung: Nachweis von Pneumokokken Antigen, Nachweis Legionellen Antigen
Röntgen-Thorax
  • Großflächige Verschattung mit sichtbaren Bronchialbaum (Bronchopneumogramm)
Computertomografie
  • Verschattungen

Laborwerte

Leukozyten
Erhöht
CRP
Erhöht
BSG
Erhöht
PCT
Erhöht

Differenzial Diagnose

Sarkoidose
Grippe

Therapie

  • Körperliche Schonung und Sportverbot
  • Konservative Behandlung
  • Medikamente

Präventionsmaßnahmen

  • Impfung (Pneumokokken. Grippe)
  • allgemeine Hygienemaßnahmen
  • gesunde Ernährung
  • Bewegung
  • Gewichtsreduktion
  • Nikotinverzicht

Prognose

  • sehr unterschiedlich

Begriffe

  • Blutvergiftung

    Unter dem Begriff "Blutvergiftung" (Sepsis), versteht man ein lebensbedrohliches Multiorganversagen, das aufgrund einer fehlgesteuerten, systemischen Immunreaktion hervorgerufen wird.

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