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Durchfall bei PMS

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Geschrieben von
Jessica Papic (Ärztin)

Wie kann PMS Durchfall verursachen?

Viele Frauen wissen, dass es in den Tagen vor und während der Regelblutung zu Durchfall , Verstopfungen, Bauchschmerzen oder Blähungen kommen kann. Das weibliche Hormonsystem scheint offenbar einen großen Einfluss auf den Verdauungstrakt zu haben.

Verschiedenen Studien zur Folge leiden rund 58% aller Frauen in den Tagen vor und 55% aller Frauen während der Menstruation unter starken Bauchschmerzen. Ungefähr 24% der gebärfähigen Frauen gaben zudem an, vor und während der Regelblutung häufig Durchfall zu haben. Das Hormonsystem der Frau macht auch, wenn keine Schwangerschaft eintritt, während eines jeden Zyklus einen enormen Konzentrationswechsel der einzelnen Hormone durch. Grund dafür sind die unterschiedlichen Ansprüche, die der Körper zum Schwangerwerden, dem Erhalt einer Schwangerschaft oder aber beim Abstoßen der alten Gebärmutterschleimhaut hat. Deshalb kommt es rhythmisch zu einem Wechselbad der Hormone. Dies wirkt sich neben der Psyche auch auf den Magen-Darm-Trakt aus. Besonders wichtig sind die sogenannten Prostaglandine. Dabei handelt es sich um Gewebshormone, die die Schmerzwahrnehmung steigern können. Im Rahmen der Menstruation bewirken sie im Bereich der Gebärmutter das Zusammenziehen und Entspannen der Muskulatur, wodurch Unterleibskrämpfe initiiert werden. Eben diese Krämpfe sind dafür notwendig, dass sich die alte Gebärmutterschleimhaut löst und im Anschluss aus dem Körper ausgeschieden werden kann. Für den Körper ist es allerdings nicht immer einfach, die einzelnen Signale richtig zu deuten. Aus diesem Grund können sich die Kontraktionen der Gebärmutter auch auf den Darm auswirken. Grund dafür ist vor allem, dass die Darmwand über die gleiche Muskelgruppe (glatte Muskulatur) verfügt wie die Gebärmutter.

Infolge der Kontraktionen passiert der Speisebrei den Darm deutlich schneller als sonst, was dazu führt, dass ihm weniger Flüssigkeit entzogen werden kann. Aus diesem Grund entstehen häufig Bauchschmerzen und Durchfall .

Wie kann man PMS-bedingten Durchfall behandeln oder lindern?

Wenn es im Zuge des prämenstruellen Syndroms zu Bauchschmerzen und Durchfall kommt, gibt es einige einfache Möglichkeiten, sich Linderung zu verschaffen. Betroffene Frauen berichten häufig davon, dass lokale Wärme gleich mehrere der PMS-typischen Beschwerden lindert.

Dies gilt neben den Unterleibsschmerzen und -krämpfen auch für den Durchfall. Es genügt schon, ein Wärmekissen oder eine Wärmflasche auf den Unterbauch zu legen und dort für etwa 20 Minuten zu belassen. Nach einer Weile nehmen die Krämpfe und Schmerzen spürbar ab, was sich wiederum auf die Aktivität des Darms auswirkt und den Durchfall stoppen kann. Wer Durchfall hat, muss außerdem dafür sorgen, dass der Flüssigkeitshaushalt des Körpers wieder aufgefüllt wird. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, viel zu trinken. Am besten geeignet sind dabei Fenchel- und Kamillentee. Zudem sollte bei starkem Durchfall auch auf den Salzhaushalt geachtet werden. Um den Durchfall, der bei der PMS entstehen kann, nicht zu verstärken, ist es wichtig, sich bezüglich der Ernährung an einige Regeln zu halten. Vor allem fettige und scharfe Nahrungsmittel sind bei einer solchen Symptomatik nicht geeignet. Frauen, die in den Tagen vor und während der Menstruation an Durchfall leiden, sollten vor allem auf schonende Kost zurückgreifen. Besonders gut für den gereizten Magen-Darm-Trakt sind abgekochte, weiche Karotten, Apfel- oder Kartoffelbrei. Sollte es zu sehr starkem Durchfall kommen, der sich auch durch die bereits genannten Maßnahmen nicht lindern lässt, kann auch auf ein Arzneimittel zurückgegriffen werden. Besonders gut geeignet ist der Wirkstoff Loperamid.

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