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Müdigkeit vor der Periode

Profilbild von Jessica Papic Geschrieben von Jessica Papic
Müdigkeit vor der Periode

Welche Ursachen gibt es für die Müdigkeit bei PMS?

Frauen, die sehr stark von Menstruationsbeschwerden im Sinne des prämenstruellen Symptoms betroffen sind, entwickeln vor allem Schmerzen im Unterleib und im Kopf. Darüber hinaus kann sich die Erkrankung in den Tagen vor dem Einsatz einer Regelblutung auf die Leistungsfähigkeit auswirken. Betroffene fühlen sich deshalb häufig abgeschlagen und leiden an Müdigkeit. Die Ursachen für die Müdigkeit sind im Grunde die gleichen wie bei allen im Zusammenhang mit dem PMS auftretenden Symptomen. Auch wenn die genauen Gründe bislang noch nicht abschließend geklärt werden konnten, weiß man mittlerweile, dass das weibliche Hormonsystem eine entscheidende Rolle spielt. Nach dem Eisprung, also in der zweiten Zyklushälfte, kommt es zu einem Ungleichgewicht zwischen den Hormonen Östrogen und Progesteron. Neben seiner Wirkung im Unterleib wirkt sich der Botenstoff auch auf das zentrale Nervensystem aus. Durch den immensen Anstieg des Progesterons ist es möglich, dass die Schmerzrezeptoren sensibler werden und besonders stark auf Schmerzreize reagieren. Außerdem werden die typischen Regelschmerzen durch unregelmäßige Konzentration der Gebärmuskelmuskulatur provoziert. Grund für diese Kontraktion sind vor allem die sogenannten Prostaglandine, die ihre Wirkung im Bereich der Uterus-Schleimhaut entfalten. Nur mit Hilfe des Zusammenziehens und Entspannens der Muskeln ist es möglich, die gealterte Schleimhautschicht aus der Gebärmutter zu lösen und anschließend abzustoßen. Das kann für den Körper der Frau sehr anstrengend sein und stellt eine mögliche Ursache für ausgeprägte Müdigkeit während der Menstruation dar. Besonders wichtig im Zusammenhang mit der Müdigkeit und Abgeschlagenheit, von der viele Frauen, die an PMS leiden, berichten, ist auch der zyklusbedingte Verlauf des Hormons Serotonin. Wissenschaftler gehen nämlich davon aus, dass ein Ungleichgewicht zwischen dem Schlafhormon Melatonin und dem Glückshormon Serotonin für die Müdigkeit verantwortlich ist. Bei Frauen mit PMS ist zumeist ein erniedrigter Serotonin-Spiegel nachweisbar.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es für die Müdigkeit bei PMS?

Neben den Regelschmerzen wirken sich die ausgeprägten Müdigkeiten und Erschöpfung sehr belastend auf die erkrankten Frauen aus. In einigen Fällen sind die Symptome derart stark ausgeprägt, dass der gewöhnliche Alltag kaum noch zu bewältigen ist. Aus diesem Grund ist es wichtig, sowohl die Schmerzen im Unterleib, im Rücken und im Kopf, als auch die mit dem PMS einhergehende Müdigkeit zu behandeln. Diese Beschwerden lassen sich zum Beispiel durch eine Steigerung der Aktivität lindern. Vor allem in Bezug auf die Müdigkeit klingt das vielleicht seltsam, denn die meisten PMS-Patientinnen, die sich müde und abgeschlagen fühlen, möchten sich zurückziehen und schonen.

Gerade die körperliche Schonung sorgt jedoch dafür, dass die Menstruationsbeschwerden an Intensität zunehmen. Bereits ein längerer Spaziergang am Tag hilft hingegen dabei, sowohl die Schmerzen als auch die Müdigkeit zu behandeln. Dennoch sollten PMS-Patientinnen in den Tagen vor dem Einsetzen der Regelblutung auf ausreichende Schlaf- und regelmäßige Entspannungsphasen achten. Darüber hinaus kann eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten sinnvoll sein.

Um die mit dem PMS assoziierte Müdigkeit zu behandeln, sollte viel frisches Obst und Gemüse auf dem Speiseplan stehen. Auf zuckerhaltige Lebensmittel und fettige Speisen muss hingegen unbedingt verzichtet werden.

Wie kann man die Müdigkeit bei PMS durch Änderungen im Lebensstil lindern?

Nicht nur zur Behandlung der PMS-typischen Müdigkeit und Abgeschlagenheit, sondern auch zur Linderung der übrigen Menstruationsbeschwerden ist es sinnvoll, die eigenen Lebensgewohnheiten kritisch zu prüfen und gegebenenfalls anzupassen.

Obwohl man bis heute nicht sämtliche Ursachen, die zu einer PMS führen, aufdecken konnte, gibt es einige Faktoren, die man mittlerweile genau benennen kann. Neben den nicht beeinflussbaren Ursachen gibt es auch Auslöser des Prämenstruellen Syndroms, die sehr wohl durch eine Anpassung des Lebensstils beeinflusst werden können. Zu diesen Aspekten zählen vor allem mangelnde Aktivität. Um das Auftreten von ausgeprägten Menstruationsbeschwerden zu verhindern bzw. deren Intensität zu senken, ist es wichtig, täglich ausreichend Bewegung zu haben. Bereits ein durchschnittlich langer Spaziergang am Tag reicht dazu aus, um die mit der PMS assoziierten Schmerzen zu lindern. Regelmäßige sportliche Betätigung kann sogar dazu führen, dass die Menstruationsbeschwerden nur noch im geringen Ausmaß auftreten. Außerdem scheint die Ernährung einen maßgeblichen Einfluss auf die Ausprägung des PMS und die damit einhergehende Müdigkeit zu haben. Frauen, die sich ungesund ernähren, weisen in den meisten Fällen deutlich stärkere Symptome auf als Patientinnen mit einer ausgewogenen Ernährung.

Aus diesem Grund ist es für PMS-Betroffene sinnvoll, den Speiseplan zu prüfen und gegebenenfalls anzupassen. Dabei sollten vor allem viel Gemüse und Obst gegessen werden. Zuckerhaltige Speisen und fettige Gerichte hingegen können die Menstruationsbeschwerden negativ beeinflussen und sollten deshalb weitestgehend vermieden werden. Dass das Rauchen sich negativ auf die Ausprägung der Symptome des prämenstruellen Syndroms, also auf die Müdigkeit, auswirkt, ist schon seit langem bekannt. Raucherinnen leiden in den ersten Tagen vor dem Einsatz einer Regelblutung nachweislich wesentlich häufiger an starken Schmerzen im Kopf, im Unterleib und im Rücken und an ausgeprägter Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Gleiches gilt für den regelmäßigen Konsum alkoholischer Getränke.

Letzte Änderung: 14. März 2024

Quellen
  • Goerke K. et al. Klinikleitfaden Gynäkologie Geburtshilfe. Elsevier/Urban & Fischer Verlag, 10. Auflage, 2018
  • Uhl B. Gynäkologie und Geburtshilfe compact, Georg Thieme Verlag, 6. Auflage, 2017
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