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Oxytocin: Das Liebeshormon für ihr Baby

Profilbild von Jessica Papic Geschrieben von Jessica Papic
Glückliche Familie beim Sonnenuntergang.

Oxytocin oder auch das Liebeshormon für Ihr Baby, ist ein natürliches Hormon und zählt zu den weiblichen Geschlechtshormonen.

Der Name rührt aus dem Altgriechischen her und bedeutet soviel wie „die schnelle Geburt“. Dabei hat das Hormon deutlich mehr Aufgabe als bloß die Auslösung von Wehen und Geburt. Es gilt vielmehr als wichtigstes Liebeshormon zwischen Mutter und Kind. Und schafft zudem eine Bindung zum Partner.

So wirkt das Hormon Oxytocin

Das Hormon Oxytocin wird im Gehirn, genau genommen im Hypothalamus, von Säugetieren gebildet. Im Anschluss daran gelangt es zur Hirnanhangsdrüse und wird von dieser in die Blutbahn freigesetzt. Seine Wirkung entfaltet das Hormon sowohl im Gehirn sebst als auch in anderen Organen des Körpers.

Unmittelbar im Gehirn bewirkt es vor allem sexuelle Erregung, steigert das Bindungsverhalten und nach einer Geburt die fürsorglichen Gefühle für das Neugeborene. Aus diesem Grund wird Oxytocin auch als Liebeshormon bezeichnet.

Während der Schwängerschaft

Einmal in die Blutbahn abgegeben, löst das Hormon am Ende einer Schwangerschaft Kontraktionen der Muskulatur der Gebärmutter, sogenannte Wehen, aus. Gemeinsam mit dem Oxytocin werden unter der Entbindung auch Endorphine in die Blutbahn der Mutter ausgeschüttet. Diese wirken vor allem angstlösend und beruhigend.

Während der Geburt

Auf Grund des Wechselspiels zwischen Östrogen und den anderen Glückshormonen soll die Geburt trotz stärkster Schmerzen für die werdende Mutter besser zu bewältigen sein. Darüber hinaus ist das Hormon dazu in der Lage, nach der Entbindung die Ablösung der Plazenta zu fördern und gleichzeitig das Auftreten starker Nachblutungen zu unterbinden.

Nach der Geburt

Unmittelbar nach der Geburt ist die Konzentration des Oxytocins am höchsten. Es regt dann die Brustdrüsen der Mutter dazu an Milch zu produzieren. In der anschließenden Stillzeit wird über das Hormon der sogenannte Milchspendereflex, also das Zusammenziehen und Entleeren der Milchdrüsen, hervorgerufen. Außerdem werden die Nachwehen, die für das Zusammenziehen der Gebärmutter nach der Geburt essenziell sind, durch das Hormon stimuliert.

Vorteile von Oxytocin

Neben dem natürlichen Hormon, kann Oxytocin auch künstlich hergestellt und per Infusioin verabreicht werden. Besonders häufig wird das künstliche Oxytocin als Wehentropf, zum Auslösen oder zur Steigerung der Geburtswehen, verwendet.

Kommt es im Anschluss an die Entbindung zu starken Blutungen, die sich nicht stoppen lassen, so kann die Verabreichung künstlichen Oxytocins ebenfalls hilfreich sein.

Besonders wichtig ist das Hormon aber auch für die essenzielle Bindung zwischen Mutter und Kind. Vor allem während des Stillens werden große Mengen an Oxytocin in die Blutbahn der Mutter ausgeschüttet. Für die Mutter hat dies ein Absinken von Stresshormonen und daraus resultierende Entspannung zur Folge.

Das Liebeshormon Oxytocin wird jedoch nicht bloß im Körper der Mutter ausgeschüttet. Auch das Baby produziert beim Trinken an der Brust große Mengen an Oxytocin. Auf diese Weise wird die Bindung zwischen Mutter und Säugling immer weiter gestärkt.

Ausschüttung von Oxytocin

In diesem Zusammenhang ist es besonders wichtig zu erwähnen, dass das Liebeshormon nicht ausschließlich im Körper stillender Mütter synthetisiert und ausgeschüttet wird. Neben dem eigentlichen Stillen, sorgen nämlich vor allem die körperliche Nähe, die Berührungen und Streicheleinheiten für eine starke Oxytocinausschüttung.

Es gibt nachweislich keine Unterschiede in der Menge des ausgeschütteten Oxytocins und der Stärke der Bindung zwischen stillenden und nicht stillenden Mutter-Kind-Paaren. Die Menge des bei körperlicher Nähe synthetisierten Oxytocins ist studien zufolge nicht einmal davon abhängig, ob es sich bei dem zu versorgenden Baby um das eigene Kind handelt oder nicht.

Diesen Studien zufolge lassen sich keine Konzentrationsunterschiede des Oxytocins im Blut von leiblichen Eltern und Adoptiveltern feststellen. Außerdem sei auch die Menge des Liebeshormons bei Vätern, die sich ähnlich intensiv mit ihrem Baby auseinandersetzen wie deren Mütter, in keinster Weise abweichend. Die Produktion des Hormons sei lediglich abhängig von der Entscheidung die Fürsorge für das Baby anzunehmen.

Nebenwirkungen

Bei der Verabreichung künstlichen Oxytocins ist jedoch Vorsicht geboten, denn häufig wird die Indikation nicht streng genug geprüft. Unter der Geburt kann die Verabreichung von synthetischem Oxytocin zum Beispiel zu einer Überstimulation der Gebärmutter (Uterus) führen.

In Folge dessen kommt es bei vielen der mit Oxytocin behandelten Gebährenden zu einem sogenannten Wehensturm ohne erholsame Pausen. Gleichzeitig wird während des Wehensturms die Blutzufuhr zum Fötus deutlich stärker und häufiger als normal gedrosselt.

Dies kann zu einem Sauerstoffmangel und auf diese Weise zu weitreichenden Problemen bei dem Ungeborenen führen. Außerdem führt die zu kräftige Kontraktion der Gebärmuttermuskulatur zu einer Übersäuerung, die sich in Form von veränderten PH-Werten des mütterlichen und des kindlichen Bluts nachweisen lässt. Neugeborenen haben nach einem Wehensturm in der Regel schlechtere APGAR-Werten.

Im Weiteren Verlauf kann die Substitution des künstlichen Oxytocins einen hemmenden Einfluss auf die Synthese des biologischen Liebeshormons haben. Dies führt in nicht wenigen Fällen zu einem deutlich verspäteten Milcheinschuss und einer Störung des Milchspendereflex.

Darüber hinaus wurde in mehrere Studien bewiesen, dass Frauen, die unter der Geburt synthetisches Oxytocin erhielten, ein deutlich höheres Risiko für einen verlängerten oder stark ausgeprägten Babyblues haben.

Auch die Wahrscheinlichkeit einer anschließenden postpartale Depression und Angststörung innerhalb des gesamten ersten Lebensjahres des Kindes steigt diesen Studien zufolge erheblich an.

Letzte Änderung: 28. Oktober 2022

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