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Normale Körpertemperatur beim Baby

Profilbild von Jessica Papic Geschrieben von Jessica Papic
Ärztin misst die Körpertemperatur beim Baby.

Wenn ein Baby zur Welt kommt ist es häufig noch nicht sofort dazu in der Lage, seine Körpertemperatur zu halten. Aus diesem Grund ist es in vielen Fällen notwendig, das Neugeborenen mit Hilfe eines Wärmebettchens zu unterstützen. Die normale Körpertemperatur beim Baby wird also meist erst nach einer Zeit selbständig erreicht und dann gelernt beibehalten zu können.

Eine Erhöhung der Körpertemperatur und/oder Fieber ist für Neugeborene und Kleinkinder keine Seltenheit.

Das Fieber selbst ist jedoch keine Krankheit. Es stellt vielmehr eine normale und sinnvolle Reaktion des körpereigenen Immunsystems auf einen krankmachenden Reiz dar. Wenn es zu einer Infektion mit bakteriellen oder viralen Krankheitserregern kommt, sorgt das Abwehrsystem dafür, dass die Körpertemperatur ansteigt.

Grund dafür ist die Tatsache, dass sich Viren und Bakterien bei hohen Temperaturen weniger gut vermehren können. Gerade weil die Erhöhung der Körpertemperatur eine wichtige Strategie der Immunabwehr ist, sollten fiebersenkende Maßnahmen nicht zu früh angewendet werden.

Wann spricht man bei einem Baby eigentlich von einer erhöhten Körpertemperatur oder Fieber?

Die normale Körpertemperatur bei Säuglingen und Kleinkindern liegt im Bereich zwischen 36,5 und 37 Grad Celsius. Dabei sind Schwankungen auch ohne, dass sie einen Krankheitswert aufweisen, vollkommen normal. In der Regel weisen Kinder am Abend ungefähr ein halbes Grad höhere Temperaturen auf, als morgens.

Außerdem sollte stets bedacht werden, dass der kleine Körper auch bei Aktivität aufheizt. Aus diesem Grund kann nach dem Toben im Freien, dem Sport oder auch wenn sie zu warme Kleidung tragen, in der Regel eine höhere Körpertemperatur gemessen werden.

Von einer erhöhten Körpertemperatur spricht man immer dann, wenn beim Fiebermessen Werte zwischen 37,5 und 38,4 Grad Celsius erfasst werden. Die Erhöhung der Körpertemperatur eines Säuglings oder Kleinkindes muss nicht zwangsweise ein Hinweis auf eine bestehende Erkrankung sein. In vielen Fällen hat eine Temperatur zwischen 37,5 und 38,4 Grad Celsius vollkommen harmlose Ursachen.

Steigt die Körpertemperatur bei einem Säugling oder Kleinkind bis zu einem Messwert von 39 Grad Celsius, so spricht man von Fieber. In der Regel reagieren sowohl Säuglinge und Kleinkinder als auch größere Kinder auf Infekte wesentlich häufiger mit Fieber, als Jugendliche und Erwachsene. Die mit Abstand häufigsten Ursachen für Fieber im Kindesalter sind grippale Infekte, Mittelohrentzündungen oder Magen-Darm-Infektionen.

Darüber hinaus ist es keine Seltenheit, dass kleine Kinder abends oder während der Nacht plötzlich Fieber entwickeln, ohne zusätzliche Krankheitszeichen zu zeigen. Am nächsten Tag verschwindet dieses Fieber dann typischerweise ohne jedwede Intervention.

Die in diesem Artikel angegebenen Grenzen gelten nicht für Neugeborene. Wenn ein Neugeborenes oder ein sehr junger Säugling fiebert, muss stets bedacht werden, dass ihnen häufig noch die Fähigkeit fehlt adäquat auf das Fieber zu reagieren. Deshalb kann es sehr wohl sein, dass ein Neugeborenes nur eine leicht erhöhte Körpertemperatur hat, obwohl es schwerst erkrankt ist.

Aus diesem Grund wird bei einem Baby innenhalb der ersten Lebenswochen schon bei einer Temperatur ab 38 Grad Celsius von Fieber gesprochen. Ein Neugeborenes darf solche Körpertemperaturen normalerweise nicht haben.

Aus diesem Grund sollte bei jedweder Steigerung der Temperatur auf werten von 38 oder mehr Grad Celsius, ein Kinderarzt aufgesucht werden. Grund dafür ist auch, dass sich die Verfassung derart kleine Kinder binnen kürzester Zeit bedrohlich verschlechtern kann.

Körpertemperatur prüfen

Wenn ein Säugling oder Kleinkind wärmer wirkt als dies normalerweise der Fall ist, sollte die exakte Körpertemperatur ermittelt werden. Um zu erkennen, ob das Kind eine normale Körpertemperatur, erhöhte Messwerte oder sogar Fieber aufweist, nutzt man im Idealfall ein rektales Thermometer.

Bei der Messung über die Hautoberfläche oder das Ohr, kann es zu immensen Abweichungen kommen. Bei einem Säugling ist der Gehörgang deutlich zu klein, um ein Ohrthermometer richtig anwenden zu können. Aus diesem Grund können sich bei der Messung über das Ohr Temperaturunterschiede von bis zu 1 Grad Celsius zeigen.

Viele Kinder empfinden die Temperaturmessung im Po, auch wenn diese mit einem modernen Thermometer nur wenige Sekunden dauert, als unangenehm. Deshalb ist zu empfehlen, während des Messens beruhigend auf das Kind einzureden und es mit Spielzeug oder anderen Gegenständen abzulenken.

Alternativ kann die Körpertemperatur bei älteren Kinder im Mund gemessen werden. Dies empfiehlt sich allerdings erst dann, wenn das Kind dazu in der Lage ist, den Mund zuverlässig zu schließen und ausschließlich durch die Nase zu atmen. Außerdem darf während des Messvorgange keinesfalls mit den Zähnen auf das Thermometer gebissen werden. Kinderärzte empfehlen die orale Fiebermessung erst ab einem Alter von fünf bis sechs Jahren.

Eine Messung unter der Achsel ist bei Säuglingen und Kleinkindern in der Regel zu ungenau. Bei Schulkindern kann auch diese Art die Körpertemperatur zu ermitteln, eine Alternative sein. Wichtig ist dabei aber, dass zu der gemessenen Temperatur 0,5 Grad Celsius hinzugerechnet werden.

Beträgt die Körpertemperatur eines Schulkindes laut Messung unter der Achsel zum Beispiel 37,8 Grad, so kann von einem tatsächlichen Wert von 38,3 Grad Celsius ausgegangen werden.

Letzte Änderung: 30. Mai 2023

Quellen

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