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Inositol

Profilbild von Sophia Kandah M.Sc. Medizinisch geprüft von Sophia Kandah M.Sc. am 30. Mai 2023 | Geschrieben von Jessica Papic
Illustration von Inositol und verschiedenen Gemüse

Was ist Inositol?

Unter dem Namen Inositol versteht man einen Zuckeralkohol, also ein sogenanntes Isomer der Glukose. Glukose wiederum ist die einfachste Einheit des Zuckers und stellt den Grundbrennstoff für die Zellen des menschlichen Körpers dar.

Im Gegensatz zu Glukose wird Inositol jedoch auf anderem Wege verstoffwechselt und kann deshalb nicht zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels führen. Das birgt eine Reihe von Vorteilen, die sich vor allem Menschen, die an Diabetes mellitus leiden, zu Nutze machen können.

Über einen langen Zeitraum wurde Inositol ( Inosit, Cyclohexanol) der Gruppe der sogenannten B- Vitaminen zugeordnet. Als jedoch bekannt wurde, dass das Glukose Isomer auch vom Körper selbst gebildet werden kann, wurde es den Vitaminoiden zugeteilt. Vitaminoide sind vitaminähnliche Substanzen, die im Gegensatz zu Vitaminen nicht essenziell sind.

Der Grund dafür ist die Fähigkeit des Organismus diese Substanzen selbst in ausreichenden Mengen zu synthetisieren. Bei einem erhöhten Bedarf kann es aber dennoch sinnvoll sein, Vitaminoide von außen als Supplement aufzunehmen.

Chemisch betrachtet zählt Inositol zur Gruppe der Alkohole, weißt also mindestens eine -OH-Gruppe auf.

Mit dem Genussmittel Alkohol hat das Inositol jedoch nichts zutun.

Im menschlichen Organismus hat das Inositol eine Reihe wichtiger Funktionen. Die Substanz ist zum Beispiel an der Aufrechterhaltung der Abläufe des Fettstoffwechsels beteiligt. Außerdem spielt Inositol im Hormonhaushalt eine wichtige Rolle. Auf Grund dieser Tatsache kann die externe Aufnahme von Inositol vor allem beim Menschen, die an einer Hormonstörung leiden, als wichtiges Nahrungsergänzungsmittel dienen. So wird es zum Beispiel regelmäßig bei der Behandlung des Polycystischen Ovarialsyndroms (PCO) eingesetzt.

Myo-Inositol vs Inositol: Wo ist der Unterschied?

Inositol kommt im menschlichen Körper in verschiedenen Formen vor. Insgesamt unterscheidet man zwischen neun verschiedenen Inositol-Varianten. Diese Varianten werden auch Isomere genannt. Isomere sind chemische Strukturen, die die gleichen Atome aufweisen. Jedoch sind diese Atome anders um das zentrale Atom herum angeordnet.

Das wichtigste Isomer des Inositols ist das sogenannte Myo-Inositol. Oft verwendet man diesen Namen als Synonym für Isonitol. Tatsächlich handelt es sich dabei jedoch um ein Isomer des Vitaminoids.

Vorkommen- Wo kommt Inositol im Körper vor?

Im menschlichen Körper wird Insoitol vor allem in den Nieren synthetisiert. Zusätzlich sind jedoch auch andere Organe, zum Beispiel die Leber, dazu fähig das Vitaminoid in hohen Mengen zu synthetisieren.

Die mit Abstand höchste Konzentration an Inositol lässt sich im menschlichen Gehirn finden. Dort fällt es als Zwischenprodukt verschiedener Stoffwechselvorgänge der Zellen an. Die Konzentration an Inositol im Gehirn sollte jedoch relativ stabil gehalten werden. Beobachtungen zur Folge kann sich sowohl eine zu hohe als auch eine zu geringe Insolitol- Konzentration negativ auf das neuronale Gewebe auswirken. Es wird sogar ein Zusammenhang zwischen Abweichungen der Inositolmenge und Erkrankungen wie Alzheimer, Angststörungen und Depressionen vermutet. Auch mit der Entstehung von Hirntumoren kann die Substanz höchst wahrscheinlich in Verbindung gebracht werden.

Lebensmittel, die Inositol enthalten

Während einige Nahrungsmittel kein beziehungsweise kaum Inositol enthalten, gibt es andere Lebensmittel, die über hohe Mengen des Vitaminoids verfügen. Zu diesen Lebensmitteln zählen vor allem Grapefruit, Grüne Bohnen, Rosenkohl, Vollkornweizenbrot, Schinken und Magermilch. Allgemein findet sich Inositol vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln. In tierischen Produkten kommt das Vitaminoid eher selten vor.

Lebensmittel mit viel Inositol:

  • Grapefruit
  • Brüne Bohnen
  • Rosenkohl
  • Vollkornweizenbrot
  • Schniken
  • Magermilch

Inositol verbessert die Qualität von Eizellen und Spermien

Für einen ungewollten Kinderwunsch kann es eine Vielzahl von Ursachen geben. Diese Ursachen können entweder an der Frau, am Mann oder an beiden Partnern gleichzeitig liegen. In ungefähr 40 Prozent der Fälle kann die Ursache der ungewollten Kinderlosigkeit beim Mann gefunden werden.

Für die männliche Fruchtbarkeit spielen nämlich eine Reihe von Faktoren eine große Rolle. Mangelt es dem Körper des Mannes an wichtigen Substanzen, so kann die zu Schäden an den Spermien führen, die Folge ist ein verfrühtes Absterben, eine zu geringe Bildung oder aber das Vorkommen von deformierten Spermien. Bei den betroffenen Männern liegt dann eine geringe Spermienqualität vor, die Grund für den unerfüllten Kinderwunsch sein kann.

Aus diesem Grund rät man schon vor dem Beginn der Zeugungsphase besonderen Wert auf eine gesunde und vor allem ausgewogene Ernährung zu legen. Vor allem Mikronährstoffe wie Zink und Selen zählen zu den für die Spermienproduktion unverzichtbaren Substanzen. Ein weiterer wichtiger Stoff ist das Myo-Insoitol, also eines der wichtigsten Isomere von Inositol.

Inositol und vor allem dessen Isomer Myo-Isonitol sind dazu in der Lage die Spermienqualität und damit auch deren Überlebensdauer zu steigern. Dies wirkt sich positiv auf die Erfüllung des Kinderwunschs auch.

Darüber hinaus hat Inositol einen ähnlichen Effekt auf die weiblichen Einzellen. Auch deren Qualität wird durch eine ausreichende Konzentration des Vitaminoids deutlich verbessert.

Egal ob der Grund der Kinderlosigkeit beim Mann oder der Frau liegt, die zusätzliche Einnahme von Isonitol als Supplement kann hilfreich sein.

Inositol in der Krebstherapie

Auch in der Behandlung von Tumorerkrankungen kann Insoitol hilfreich sein. Den erkrankten Personen wird zwar nicht das Vitaminoid direkt, sondern mit Phosphat gebunden als Inositol-Trispyrophosphat (ITPP) verabreicht.

Bislang war ein wichtiger Punkt in der Behandlung von Tumoren, die Reduktion der Sauerstoffzufuhr des Tumors. Auf diese Weise sollte sein Wachstum gehemmt und seine Größe reduziert werden. Die ITPP-Therapie geht einen anderen Weg. Mit ihr soll die Sauerstoffzufuhr zum Krebs erhöht statt reduziert werden.

Im Frühstadium einer jeden Krebserkrankung gelangt Sauerstoff per Diffusion in die veränderten Zellen. Mit Hilfe dieses Verfahrens kann sich der Tumor jedoch nur bis zu einer bestimmten Größe versorgen, gelingt es ihm nicht einen anderen Weg zu finden, folgt eine Hypoxie. Daraufhin verändert der Tumor wichtige Mechanismen und setzt Metastasen ab.

ITPP wird nun als ein sogenannter allosterischer Effektor am Hämoglobin, also dem roten Blutfarbstoff, eingesetzt. Auf diese Weise kann deutlich mehr Sauerstoff in den Tumor gelangen, es kommt weniger früh zur Bildung von Metastasen, was letztendlich die Prognose der Patienten enorm verbessert.

Inositol beim polyzystischen Ovar-Syndrom

Inositol wird bislang vor allem in der Behandlung des polycystischen Ovarialsyndroms eingesetzt. Bei diesem Syndrom handelt es sich um eine der häufigsten Hormonstörungen der Frau, die sich durch die Bildung multipler Ovarialzysten bemerkbar macht.

Zu den typischen Symptomen für das PCO zählen Hautveränderungen wie Akne, Haarausfall, zunehmende Körperbehaarung, Übergewicht und eine sogenannte Insulinresistenz. Häufig fällt das Syndrom auf, weil sich bei den Betroffenen bei Kinderwunsch auch nach mehreren Zyklen keine Schwangerschaft einstellt.

Die Anwendung von Inositol in der Behandlung der Erkrankung zeigt deutliche Vorteile gegenüber einer Therapie ohne das Vitaminoid.

Darüber hinaus lässt sich in vielfachen Studien nachweisen, dass Inositol sowohl die Qualität von Einzellen als auch die Überlebenszeit von Spermien steigern kann.

Letzte Änderung: 30. Mai 2023

Quellen
  • Lexikon der Ernährung: Phytinsäure, Spektrum
  • Ein radikal neuer Weg Krebs zu besiegen- Uni Zürich

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