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Sicher im Internet über Gesundheit informieren: Ratschläge von Daniela Mahl

Profilbild von Dr. med. Danny  Jazmati Geschrieben von Dr. med. Danny Jazmati
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Interview mit Daniela Mahl

Über Daniela Mahl:

Daniela Mahl, M.A., ist Doktorandin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung (IKMZ) der Universität Zürich . In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit den sozio-technologischen Auswirkungen digitaler Plattformen auf Phänomene wie Verschwörungstheorien, Fehl- und Desinformation

Welche Strategien empfehlen Sie dem Einzelnen, um sicherzustellen, dass die Informationen, die über Gesundheit und Krankheit auf einer Internetseite stehen, korrekt und objektiv sind?

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Vertrauenswürdige Gesundheitsinformationen im Internet zu finden ist nicht einfach. Bei der Bewertung von Gesundheitsinformationen können folgende Qualitätsmerkmale helfen: (1) Sprache – Eine vertrauenswürdige Internetseite vermittelt ausgewogen, objektiv und neutral Wissen und erläutert Fachbegriffe verständlich; (2) Inhalt – Über derzeit empfohlene Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten sowie deren Nutzen, Risiken und Nebenwirkungen wird aufgeklärt, Unsicherheiten und Wissenslücken werden transparent dargelegt und auf weiterführende Informationen oder Anlaufstellen wird hingewiesen. Vertrauenswürdige Informationen sind zudem frei von Werbung für bestimmte Produkte oder Medikamente; (3) Quellen – Der Text verweist auf die verwendeten Quellen, gibt den Inhalt wissenschaftlicher Artikel korrekt wieder und nutzt keine Erfahrungsberichte als Belege für die Wirksamkeit von Behandlungsmöglichkeiten; (4) Aktualität – Eine vertrauenswürdige Seite gibt das Veröffentlichungs- oder Aktualisierungsdatum der Information wieder.

Wie hat sich der Trend von sozialen Medien und Online-Plattformen auf die Verbreitung von gesundheitsbezogenen Mythen und Fehlinformationen ausgewirkt?

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Einerseits helfen soziale Medien und Online-Plattformen den Menschen, sich schnell und unkompliziert zu informieren. Andererseits erleichtern sie die ungefilterte Verbreitung von Gesundheitsmythen, Fehlinformationen, Desinformationen und Verschwörungstheorien. Unabhängig von ihrer Expertise können Nutzer:innen in Sekundenschnelle und mit nur wenigen Klicks eigene Inhalte erstellen, ihre Meinung in Diskussionen kundtun oder Inhalte von anderen Nutzer:innen teilen. Auf diese Weise können Fehlinformationen absichtlich oder unabsichtlich verbreitet werden. Doch auch inhaltsempfehlende Algorithmen sozialer Medien spielen eine wichtige Rolle. Informationen, die wir immer wieder sehen, können uns glaubwürdiger erscheinen. Zudem schenken wir Informationen, die von uns nahestehenden Personen geteilt werden, mehr Glaubwürdigkeit.

Welche Rolle spielen Gesundheitsexperten und Fachleute bei der Aufklärung über gesundheitsbezogene Fehlinformationen?

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In akuten Gesundheitskrisen ist die Informationslage oft unübersichtlich, unsicher und stetig in Bewegung. Gleichzeitig stehen Expert:innen vor der Herausforderung, Informationsdefizite und Ängste der Bevölkerung möglichst rasch zu reduzieren. Forschungsergebnisse und -prozesse sowie aktuelle Unsicherheiten über wissenschaftliche Erkenntnisse sollten offen und transparent kommuniziert werden. Zudem sollten die Kommunikationsbedürfnisse der Gesellschaft einbezogen werden, um durch eine zielgruppengerechte Ansprache Ängste antizipieren und Gerüchte entkräftigen zu können. So kann schliesslich das Vertrauen in Gesundheitsorganisationen gestärkt werden. In Zusammenarbeit mit Online-Plattformen und Journalist:innen können Gesundheitsexpert:innen Richtigstellungen von falschen Informationen kommunizieren und korrekte Informationen zur Einordung bieten.

Letzte Änderung: 18. August 2023

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