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Open Science: Mehr Qualität durch Transparenz

Interview mit Dr Tobias Dienlin

Interview mit Dr Tobias Dienlin

Über Dr Tobias Dienlin:

Dr. Tobias Dienlin ist Assistenz-Professor für Interaktive Kommunikation am Institut für Kommunikationswissenschaft der Universität Wien. Seine Forschungsschwerpunkte sind soziale Medien, Privatheit, Wohlbefinden und Open Science.

Was ist Open Science und wie kann es dazu beitragen, die Qualität der Forschung zu verbessern?

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Open Science versucht die Wissenschaft zugänglicher und offener zu gestalten. Zum einen, in dem die Forschungsergebnisse, also Publikationen, kostenlos öffentlich geteilt werden. Aktuell sind sie meist hinter teuren Bezahlschranken. Ebenso geht es darum, den Forschungsprozess transparenter zu gestalten. Beispielsweise, in dem Forschungsdaten und Materialien geteilt werden. So können zum einen Ergebnisse besser geprüft werden. Zum anderen können so bereits erhobene Daten auch für andere Fragestellungen genutzt werden.

Wie können Datenschutzbestimmungen und -richtlinien in der digitalen Gesundheitsforschung mit den Prinzipien von Open Science in Einklang gebracht werden?

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Personenbezogene Daten, wie bspw. Namen, E-Mail-Adresse oder Anschrift, aber auch medizinische Daten bspw. zur Genetik, sollten nicht offen geteilt werden. Es ist in vielen Fällen möglich, Datensätze in anonymisierter Form zu teilen, so dass eine Identifizierung nahezu ausgeschlossen werden kann. Ebenso gibt es sogenannte „non-comsumptive use“ Modelle: Hier werden die Daten nicht öffentlich geteilt. Außenstehenden ist es aber nach Akkreditierung möglich, gewisse Analysen auszuführen. So können die Daten wissenschaftlich genutzt werden, ohne die Rohdaten einzusehen. Das Teilen von Daten sollte immer unter expliziter Zustimmung der Teilnehmenden erfolgen.

Welche Rolle spielen wissenschaftliche Fachzeitschriften bei der Förderung von Open Science?

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Eine sehr große. Leider aber häufig in einer verhindernden Rolle, zumindest in Bezug auf den Forschungszugang. Denn viele Fachzeitschriften werden von großen Verlagen wie bspw. Elsevier oder Springer veröffentlicht, die damit viel Geld verdienen. Diese Verlage haben kein Interesse daran, die Erkenntnisse kostenlos zur Verfügung zu stellen. Wissenschaftler publizieren in diesen Fachzeitschriften wegen des großen Renommees. Wären die Fachzeitschriften in der Hand von Fachgesellschaften, Universitäten oder Vereinen, könnte dasselbe Wissen geteilt werden, aber für einen Bruchteil der Kosten, die hier für die Zivilgesellschaft entstehen. Für den Forschungsprozess können Fachzeitschriften aber sehr förderlich sein: Beispielsweise, in dem Einreichformate wie Registered Reports eingerichtet werden, oder das Teilen von Daten – in den Fällen, wo es möglich und sinnvoll ist – eingefordert wird.

Wie können digitale Plattformen und Tools zur Förderung der Kollaboration und des Wissenstransfers in der medizinischen Forschung beitragen?

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Das Aufbereiten und Teilen von Forschungsergebnissen für die Öffentlichkeit ist ein großes Potenzial von digitalen Plattformen. Hier können Leser:innen direkt erreicht werden. In Zeiten der Pandemie war dies eine wichtige Möglichkeit, rasch hochqualitative Informationen zu teilen. Es ist selbstverständlich wichtig, die Qualität der Quelle vor Teilen gut zu prüfen.

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