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Umgang mit Demenz: Pflege von Angehörigen

Profilbild von Ina Klunk Geschrieben von Ina Klunk
ältere Frau, die einem alten Mann mit Gehstock Tabletten und ein Glas Wasser gibt.

Einführung

Mit der Diagnose einer Demenz ändert sich für viele Betroffene auf ein mal das gesamte Leben. Aber nicht nur für den Betroffenen ist eben nichts mehr so wie es ein mal war, sondern auch bei dem näheren Umkreis, insbesondere der eigenen Familie.

Dabei ist es eine große Herausforderung die richtige Balance zwischen der natürlich berechtigten Autonomie des Betroffenen und dem erforderlichen Schutz zu finden. Es stellt eben eine Gefahr dar, wenn der an Demenz erkrankte Patient kochen möchte und dabei regelmäßig die Herdplatte vergisst auszumachen, wenn er mit dem Auto fahren möchte oder auf eine Leiter steigt, um die Regenrinne zu säubern.

Oft haben die Patienten aber einen großen Wunsch für Ihre eigene Autonomie zu kämpfen und dieses dem Umfeld auch zu beweisen. Nicht selten führt dieses zu einer Spannung zwischen Ihnen und dem Umfeld.

Dieses ist natürlich besorgt, aber es kann natürlich auch schnell die Nerven stark strapazieren, wenn immer häufiger der Angehörige vor selbstverursachten Gefahren steht. Dabei wird das Umfeld schnell selbst zu einem Patienten. Der Ehepartner ist häufig nicht mehr jung und kann die Belastung auch schwer dauerhaft beweltigen.

Daher ist es wichtig, sich frühzeitig mit der Pflege bei Demenz auseinander zu setzten, um eine optimale Betreuung gewährleisten zu können, die nicht nur dem Betroffenen hilft, sondern auch seine Familie entlastet. Meistens ist der Prozess sehr schleichend, sodass der ideale Zeitpunkt, ab wann man sich externe Hilfe sucht auch sehr verschieden sein kann. Externe Hilfe ist immer dann ratsam, wenn sich das Umfeld durch den Betroffenen so sehr belastet fühlt, dass eine adequate Versorgung nicht mehr möglich erscheint.

Dieses hängt natürlich auch von der Persöhnlichkeit des Betroffenen und auch unter Umständen von der Beziehung des Betroffenen zu seinen Angehörigen vor Eintritt der Demenz ab. Viele Anghehörige erleben als stark belastend, dass es bei den meisten Demenzformen keinen Ausweg auf Besserung gibt. Es ist eben nicht eine schwere Zeit die überbrückt werden muss, sondern der Alltag des Betroffenen.

Aber die Versorgung eines Menschens mit Demenz kann auch etwas sehr schönes sein. Sie zeigt uns die Liebe für unsere Nächsten und ermöglicht es uns für die Leute da sein zu können, die uns viel bedeuten.

Welche Pflege benötigen Menschen mit Demenz?

Die Pflege bei Alzheimer stellt besondere Erfordernisse dar. Patienten mit Demenz benötigen ständige Pflege und Überwachung. Da es sich um eine präsenile Demenz handelt, leiden bereits junge, nicht eingeschränkte Menschen an der Pathologie. Dies führt dazu, dass Patienten nicht mehr in der Lage sind, weiter zu arbeiten und sich finanziell selbst zu versorgen.

Die Patienten leiden unter Gedächtnisstörungen, asozialem Verhalten, Apathie, Depression , Abulie, Bulimie. All dies führt dazu, dass eine Person mit Demenz eine Bedrohung für sich und andere darstellt, nicht in der Lage ist, für sich selbst zu sorgen, einzukaufen oder mit Menschen zu kommunizieren. Aufgrund der Verletzung der Selbstkritik erkennen die Patienten nicht, dass sie krank sind und ärztliche Hilfe benötigen.

Einen Patienten mit Demenz zu pflegen, ist sehr anstrengend. Es ist notwendig, den Patienten mit Verständnis und Sympathie zu begegnen, sie zu ermutigen, sie für kleine Erfolge zu loben und sie zu geistiger und körperlicher Aktivität anzuregen.

Die Betreuung eines demenziell erkrankten Patienten umfasst:

  • Einhaltung der persönlichen Hygiene des Patienten - der Patient muss gewaschen, gepflegt und seine Kleidung gewaschen werden;
  • Einhaltung einer ausgewogenen Ernährung - der Patient benötigt eine abwechslungsreiche Ernährung, Vitamine, Mineralien und Omega-Säuren;
  • ständige medizinische Überwachung und Einnahme von Medikamenten - es ist notwendig, sich regelmäßig von einem Psychiater untersuchen zu lassen, um den Therapieprozess zu kontrollieren und den Patienten an die Einnahme von Medikamenten zu erinnern;
  • den Patienten mit Sorgfalt und Aufmerksamkeit zu behandeln - der Patient sollte sich nicht als Last und einsam fühlen, sein psychologischer Komfort verringert die Wahrscheinlichkeit von Verhaltens- und psychischen Störungen;
  • ständige Aktivitäten mit dem Patienten - um das Fortschreiten der Demenz zu verhindern, ist es notwendig, dem Patienten zu helfen aktive körperliche und geistige Aktivitäten durchzuführen - Sprachen lernen, tanzen, singen oder zeichnen.

Gibt es Wohnheime für Menschen mit Alzheimer-Demenz?

Für Patienten mit Demenz gibt es teilweise auch spezialisierte Wohnheime, die eine qualifizierte Betreuung und Behandlung von Patienten mit Demenz anbieten. Es können sowohl öffentliche als auch private Wohnheime sein. Die Wahl einer solchen hängt von den finanziellen Möglichkeiten der Angehörigen und den Leistungen der Unterkunft ab.

Die Unterbringung eines Patienten mit Demenz in einem Wohnheim ist sowohl für den Patienten als auch für seine Angehörigen eine gute Lösung. Die Krankheit eines geliebten Menschen und seine Pflege werden für die Angehörigen mit Zeit zu einer schwierigen Prüfung, sodass sie oft selbst psychologische Unterstützung benötigen. Zu Hause ist es äußerst schwierig, dem Patienten die notwendige Pflege und den nötigen Komfort zu bieten.

Angehörige wissen im Gegensatz zu Spezialisten nicht, wie sie die Anzeichen der Krankheit erkennen, richtig mit dem Patienten kommunizieren, seine kognitiven Funktionen entwickeln usw. Die Wohnheime beschäftigen qualifizierte Mitarbeiter, die dem Patienten ständige Betreuung, Kommunikation, Medikamente und nicht- medikamentöse Behandlung bieten können.

Die Vorteile von Wohnheimen für Patienten mit Demenz sind:

  • ständige Überwachung (24 Stunden am Tag) für den Patienten;
  • individuelle komplexe Therapie, einschließlich medikamentöser und nicht medikamentöser Behandlung;
  • psychologische Betreuung des Patienten;
  • Einhaltung einer ausgewogenen Ernährung;
  • Einzelunterricht zur Entwicklung und zum Training von Gedächtnis, Denken, Wahrnehmung und Wiedergabe von Informationen;
  • ständige Überwachung (Beobachtung) des Zustands des Patienten;
  • Individuelles Rehabilitationsprogramm, Sportveranstaltungen.

Sind geistige Behinderungen (Oligophrenie) und Demenz dasselbe?

Oligophrenie und Demenz sind völlig unterschiedliche Pathologien. Oligophrenie ist eine angeborene Demenz, die sich in einem frühen Alter (bis zu drei Jahren) manifestiert und irreversibel ist. Die Ursache der Oligophrenie kann Hypoxie (Sauerstoffmangel) des Fötus, Stoffwechselstörungen, Chromosomenanomalien, Infektionskrankheiten der Mutter (während der Schwangerschaft), Hormonmangel einer Frau während der Schwangerschaft sein.

Bei der Oligophrenie sind Denken, Gedächtnis, Lernfähigkeit, Aufmerksamkeit, Wahrnehmung und Informationsspeicherung des Kindes und die Persönlichkeit als Ganzes zerstört. Ein charakteristisches Merkmal dieser Pathologie ist auch die vollständige Beeinträchtigung aller Aspekte der mentalen Funktionen. Oligophrenie schreitet nicht voran und bei richtig ausgewählter Therapie wird teilweise ein positiver Trend beobachtet.

Letzte Änderung: 27. Oktober 2022

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