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Stadien bei Demenz: Ein Verlauf in 4 Phasen

Den Verlauf von Demenzerkrankungen kann man in vier Phasen unterteilen.

Die folgende Darstellung gibt eine vereinfachte Abfolge wieder, die sich am ehesten der Demenz vom Alzheimer-Typ zuordnen lässt.

Phase 1: Mild Cognitive Impairment (MCI)

In der ersten Phase spricht man noch nicht von einer bestehenden Erkrankung. In der Fachliteratur hat sich der Begriff "Mild Cognitive Impairment" (MCI), also die leichte kognitive Störung, durchgesetzt.

Wie es der Begriff schon sagt, liegen bei dem Patienten Gedächtnisveränderungen vor, die ihm nicht unbedingt auffallen und aus seinem Umfeld nicht bemerkt werden, aber in neuropsychologischen Tests nachweisbar sind.

Bei dem Mild Cognitive Impairment ist, wie gesagt, noch keine Demenzerkrankung vorhanden. Die Wahrscheinlichkeit für ein späteres Auftreten ist jedoch deutlich erhöht.

Das Mild Cognitive Impairment beschreibt einen Zustand, bei dem die kognitiven Fähigkeiten schlechter sind als im alterstypischen Zustand, aber die Alltagsbewältigung ohne fremde Hilfe möglich ist.

Die Betroffenen machen sich Merkhilfen wie kleine Zettelchen oder konzentrieren sich etwas mehr, um die gewohnten Leistungen erbringen zu können.

 

Phase 2: Frühes Stadium der Demenzerkrankung

Im der zweiten der vier Phasen ist die Demenzerkrankung in einem frühen Stadium vorhanden, das sich durch Auffälligkeiten im Kurzzeitgedächtnis auszeichnet. Das Langzeitgedächtnis ist in der Regel noch nicht betroffen.

Das heißt, der Betroffene weiß, wo er herkommt, er weiß über wichtige Lebensereignisse Bescheid, wann die Kinder geboren sind, wann die Hochzeit war und wie alt er ist.

Aber wenn es darum geht, etwas Neues zu lernen, dann wird es schwierig. Der Schlüssel wird verlegt, man weiß nicht mehr, was man gerade eben im Moment noch machen wollte, es kann dazu kommen, dass einem ein Wort nicht einfällt. Im Gespräch verliert man den Faden, man kann sich außerhalb der eigenen vier Wände nicht mehr so gut orientieren und dementsprechend zieht man sich gerne in den Privatbereich zurück.

Der Betroffene merkt, dass etwas nicht stimmt, dass seine Fähigkeiten nachlassen und auch das Umfeld kann die Defizite registrieren. Das geht nicht spurlos an einem vorbei. Oft haben früh Demenzerkrankte Stimmungsschwankungen, sind reizbar und können sogar depressive Symptome entwickeln.

 

Phase 3: Mittleres Stadium der Demenzerkrankung

Im mittleren Stadium der Demenzerkrankung ist nun auch das Langzeitgedächtnis betroffen, was die selbstständige Lebensführung nicht mehr möglich macht.

Sich in Raum und Zeit zu orientieren, wird zunehmend schwieriger.

Das kann auch bei Angehörigen dazu führen, dass sie sehr betroffen sind, wenn sie nicht mehr von ihrer Mutter, ihrem Vater, ihrer Oma, ihrem Opa erkannt werden.

Im Gegensatz zum frühen Stadium, bei dem einfache Tätigkeiten wie Kochen, Wäschemachen, Einkaufen noch möglich sind, braucht im mittleren Stadium der Demenzerkrankte bei kognitiv leichten wie auch schweren Aufgaben Unterstützung.

Der Schlaf-Wach-Rhythmus ist schwer gestört, die Betroffenen können desorientiert sein. Diese Irritation können bei den Betroffenen dazu führen, dass sie weglaufen und einen erhöhten Bewegungsdrang verspüren. Auch Halluzinationen sind möglich.

 

Phase 4: Spätes Stadium der Demenzerkrankung

Im letzten, dem späten Stadium, zeigt sich der Verfall der neuronalen Netzwerke, also der Rückgang der Hirnmasse sehr eindrücklich, wenn man das Gehirn als Steuerzentrale des menschlichen Körpers und seiner Prozesse begreift.

Die Koordination von Bewegungen wird immer schwieriger und selbst einfache Reflexe, wie das Schlucken, können die Nahrungsaufnahme erschweren. Die Mimik ist abgeflacht. Inkontinenzen und deutlich seltener andere neurologische Störungen wie Muskelstarren und Krampfanfälle können auftreten.

Der Mensch ist zunehmend immobiler und verfällt in die Bettlägerigkeit, wodurch auch die Anfälligkeit für Infektionserkrankungen steigt. Viele Demenzerkrankte versterben letztlich an einer Lungenentzündung, der Pneumonie.

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