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Chagas-Krankheit

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren einer Chagas-Krankheit?

Die Chagas-Krankheit (auch Morbus Chagas oder amerikanische Trypanosomiasis genannt) ist eine Erkrankung die in der Regel durch Parasiten, die Raubwanzen übertragen wird. Der Erreger ist Typanosoma cruzi und befinden sich im Blut. Am häufigsten tritt diese Krankheit in Mittel- und Südamerika auf, kann aber auch in Amerika und Europa vorkommen.

Wissenswert

Meistens infizierten sich die Betroffenen durch den Kot von Raubwanzen, die diese Krankeit übertragen. Selten kann die Infektion aber auch durch Bluttransfusionen, von der Mutter auf das Neugeborene oder über mit Wanzenkot verunreinigte Lebensmittel übertragen werden.

Überblick

Die Chagas Krankheit zählt zu den sogenannten Zoonose. Darunter versteht man Infektionen, die zwischen Tieren und Menschen übertragen werden können. Das bedeutet, dass der für die Chagas Krankheit ursächliche Erreger nicht nur beim Menschen, sondern auch bei Wild- und Haustieren vorkommen kann.

Raubwanzen sind die häufigsten Überträger der Infektion. Sie ernähren sich von menschlichem und tierischen Blut (Blutmahlzeit) und ihr Kot ist für die Ansteckung essenziell. Grund dafür ist die Tatsache, dass der Krankheitserreger mit dem Kot der Raubwanzen, den sie während des Blutsaugens ausscheiden, auf den menschlichen oder tierischen Körper gelangt. Von dort aus gelangt er über kleine Wunden in den Körper. Außerdem kann er durch Schmierinfektion über die Schleimhäute in den Organismus gelangen.

Die Übertragung des Erregers über Raubwanzen ist jedoch nicht die einzige Ansteckungsmöglichkeit. Die Chagas Krankheit kann ebenso von einer infizierten Mutter auf ihr Kind übergehen. Dies geschieht vor allem während der Geburt. Auch im Zuge einer Organtransplantation können die ursächlichen Parasiten vom Körper eines Infizierten in den Organismus eines anderen Menschen gelangen. Die Übertragung ist zudem bei einer Bluttransfusion möglich.

Bei den Betroffenen löst die Erkrankung im Verlauf eine Reihe von Beschwerden aus. Anhand dieser Beschwerden und dem Krankheitsverlauf lässt sich die Chagas Krankheit in verschiedene Stadien einteilen.

Die einzelnen Stadien der Chagas Krankheit sind:

Akute Phase:

In der akuten Phase, also unmittelbar nach der Ansteckung, kommt es im Bereich der Eintrittsstelle des Erregers zu einer örtlichen Reaktion. Dort bildet sich ein sogenanntes Chagom. AUßerdem kommt es bei den Erkrankten zu Symptomen wie Fieber , Dyspnoe , Bauchschmerzen und Durchfall . Außerdem zählt die Entstehung von Wasseransammlungen (Ödemen) vor allem an den Füßen und Unterschenkeln zu den typischen Anzeichen für eine Infektion mit den verantwortlichen Parasiten. Darüber hinaus leiden die Patienten unter Müdigkeit und einem ausgeprägten Krankheitsgefühl.

Latenzphase:

Im Anschluss daran folgt die Latenzphase, in der die Betroffenen keinerlei Symptome haben.

Chronisches Stadium:

Erst im anschließenden chronischen Stadium kommt es erneut zum Auftreten von Beschwerden. In erster Linie wirkt sich die Chagas Krankheit auf das Herz , den Darm und das Gehirn der Infizierten aus. Die Erkrankten entwickeln dann besonders häufig schwerwiegende Erkrankungen des Herzens. Im Bereich des Herzmuskels können zunehmende Ausdehnungen auftreten die unter Umständen platzen und zum plötzlichen Herztod führen können. Zum Auftreten der chronischen Chagas Krankheit kommt es in der Regel bereits einige Wochen nach der Infektion.

Häufigkeit

Die Chagas-Krankheit tritt vornehmlich in ländlichen Gegenden in Süd- und Mittelamerika auf. Weltweit lassen sich schätzungsweise sieben Millionen Menschen, die mit Trypanosoma cruzi infiziert sind, finden.

Ursprünglich war das Auftreten der Chagas-Krankheit lediglich auf Mittel- und Südamerika begrenzt. Mittlerweile lässt sich eine Infektion mot dem verantwortlichen Krankheitserreger hingegen immer öfter auch in anderen Gebieten der Welt nachweisen. Betroffene leben zum Beispiel in den USA, in Kanada, in mehreren europäische und einigen westpazifischen Ländern.

Grund für die zunehmende Verbreitung der Chagaskrankheit ist die zunehmende Mobilität der Menschen und die steigende Migration. Betroffene infizieren sich, vereisen und übertragen die Parasiten dann in einem eigentlich nicht durchseuchten Land. Alleine in den Vereinigten Staaten leben mittlerweile bis zu 300.000 infizierte Menschen.

Inkubationszeit

Die Inkubationszeit, also der Zeitraum zwischen der Ansteckung und dem Auftreten der ersten Beschwerden, liegt bei der klassischen Übertragung der Chagas-Krankheit durch Raubwanzen zwischen fünf und vierzehn Tagen. Wenn die ursächlichen Erreger im Zuge einer Bluttransfusion oder Organspende übertragen werden, so kann sich die Inkubationszeit sogar auf einen Zeitraum von bis zu sechs Wochen verlängern.

Was sind die Symptome einer Chagas-Krankheit?

Von der Infektion bis zu den Symtomen vergehen in der Regel 5 bis 20 Tage. Bei 3 von 4 Infizierten treten keine Beschwerden auf. Akute Beschwerden bei einer Chagas-Krankheit sind eine Hautreaktion an der Einstichstelle, Fieber , Durchfall und Lymphknotenschwellung. Die typsiche Hautveränderung wird Chagom genannt: es kommt zu einer Entzündung und flüssigkeitsgefüllten roten Schwellung um die Einstichstelle, die häufig im Gesicht ist. Auch kann ein Romaña-Zeichen autreten, bei dem es zu einer einseitigen Schwellung des Ober- und Unterlids eines Auges kommt und das betroffene Auge zusätzlich gerötet sein kann.

Anschließend kommt es zu einer beschwerdefreien Phase, die in den meisten Fällen lebenslang andauert.

Hinweis

Selten (bei 10-30%) treten verzögert Beschwerden auf, es kann zu Organschäden kommen, wobei häufig das Herz betroffen ist: Herzrhythmusstörungen , Herzversagen und Herzmuskelveränderungen sind häufig. Auch der Magen-Darmtrakt kann betroffen sein und selten auch die Lunge oder das Gehirn .

Wie wird die Chagas-Krankheit diagnostiziert?

Die Diagnostik der Chagas Krankheit gliedert sich in der Regel in verschiedene Abschnitte.

Festgestellt werden kann die Chagas-Krankheit durch die typischen Symptome, die zusammen mit einem Aufenhalt oder die Herkunft in einem Land in dem die Krankheit auftreten (Reiseanamnese). Außerdem kann eine Blutuntersuchung erfolgen, bei der ein Blutstropfen unter dem Mikroskop untersucht wird oder ein immunologischer Nachweis, mittels Antikörpertest, erfolgt. Sollte in seltenen Fällen das Gehirn betroffen sein, kann dies mit einer Magnetresonanztomographie (MRT) Untersuchung des Kopfes festgestellt werden.

Therapie bei Chagas-Krankheit

Die Infektion direkt behandeln kann man aktuell nur in der akuten Phase. Die Medikamente die zur Anwendung kommen sind häufig Benznidazol und Nifurtimox, die jedoch sehr viele Nebenwirkungen haben. In der chronischen Phase kann man dann nur noch die Beschwerden lindern und die Organschäden behandeln, zum Beispiel mit einer Herztransplantation.

Außerdem spielt die Linderung der für die Erkrankung typischen Symptome eine entscheidende Rolle in der Therapie. Zur Senkung des Fiebers können zum Beispiel fiebersenkende Medikamente eingenommen werden. Besonder geeignet dazu sind die Wirkstoffe Paracetamol und Ibuprofen .

Wie ist die Prognose einer Chagas-Krankheit?

Unbehandelt ist die Chagas-Krankheit bei 1 von 10 Menschen tödlich. Besonders hoch ist das Risiko für einen schweren Verlauf bei Baby, Kleinkindern oder Patienten mit schwachem Immunsystem. Jährlich sterben ca. 12.000 Menschen an der Infektion.

Alternativmedizinische Behandlungsmöglichkeiten und Haushaltsmittel bei einer Chagas-Krankheit

Besonders weil aktuell die Therapie der Chagas-Krankheit noch sehr eingeschränkt ist, ist es besonders wichtig die Infektion zu verhindern. Durch den Einsatz von Insektiziden, Moskitonetze und einer gesicherten Wohnsituation lässt sich das Risiko deutlich reduzieren. Außerdem sollten Nahrungsmittel gewaschen, Blutkonserven kontrolliert und Kinder von infizierten Müttern untersucht werden.

Aktuell untersuchen Studien die Wirksamkeit eines Antimykotikums (Antipilzmittel) Poscaconazol in der chronischen Phase. 

Empfehlungen zur Nachsorge bei einer Chagas-Krankheit

Aktuell ist keine Impfung verfügbar. Die Chagas-Krankheit ist nicht meldepflichtig.

Zusammenfassung

Die Chagas-Krankheits ist eine durch den Erreger Trypanosoma cruzi ausgelöste Erkrankung und durch die Raubwanze übertragen wird. In der akuten Phase zeigt sich häufig eine typische Hautreaktion im Gesicht, das sogennante Chagom. Da es keine Impfung und nur begrenzte Therapieoptionen gibt, ist die Bissprävention von hoher Bedeutung.

Häufig gestellte Patientenfragen, beantwortet

Bettwanzen verkriechen sich in Nischen und kommen zur Blutmahlzeit um Menschen zu beißen.

Bettwanzen treten in der Regel nicht bei Hunden auf. Bettwanzen sind eher beim menschen, Fledermäusen und Vögeln zu finden.

Das wäre untypisch, da sie am Menschen "nur" die Blutmahlzeit einnehmen und die Fortpflanzung und Eiablage eher in dunklen Nischen geschieht.

Durch die Wanze kann der Erreger Trypanosoma cruzi übertragen werden, der die CHagas-Krankheit auslösen kann. In der chronischen Phase kann es zu Organschäden kommen, die letal sein können. Besonders gefährdet sind dabei Babys, Kleinhinder und Menschen mit Immundefekten.

Bettwanzen-Bisse lassen sich in der Regl nur schwer von anderen Insektenstichen unterscheiden. Typischerweise sind mehrere Bisse nebeneinander zu finden, treten nachts auf und können in Straßen angeordnet sein.

Die Chagas-Krankheit ist eine Parasitose, eine durch Raubwanzen übertragene Krankheit, die durch den Erreger Trypanosoma cruzi ausgelöst wird.

Ja, allerdings versuchen sie sich in der regel in dunklen Ecken und Ritzen zu verstecken.

Auch wenn in Studien multiple Erreger in den Bettwanzen nachgewiesen wurden, gibt es bisher keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass sich die Erreger auch in den Wanzen vermehren und tatsächlich Menschen infizieren können. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass zum Beispiel eine Übertragung von Hepatitis-B möglich ist.

In der Regel löst der Biss bei Menschen nur einen Juckreiz aus, der Speichel enthält jedoch auch gerinnungshemmende Enzyme und Blutgefäß erweiternden Stoffe.

Chagas-Krankheit Karteikarte

Erkrankung zusammengefasst

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Chagas-Krankheit

Morbus Chagas

Betroffene

Organe(e):

Lunge
Magen-Darm-Trakt

Epidemiologie

  • in ländlichen Gegenden in Süd- und Mittelamerika
  • USA: bis zu 300.000 infizierte Menschen
  • in Lateinamerika: 8 bis 10 Millionen Menschen

Risikofaktoren

  • Aufenthalt in Risikogebieten
  • Bluttransfusionen
  • Organtransplantationen

Ursachen

  • Parasiten (Trypanosomen)

Pathophysiologie

  • Raubwanze> Raubwanze beißt Mensch/Tier> Raubwanze setzt Kot ab> Kot mit Parasiten gelangt über Verletzung in Mensch
  • Raubwanze> Raubwanze beißt Mensch/Tier> Raubwanze setzt Kot ab> Mensch fasst Kot an> Mensch nimmt FInger ins Gesicht> Kot mit Parasiten gelangt über die Schleimhäute in den Organismus

Symptome

  • Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • Hautveränderungen
  • Schwellung um die Augen
  • Atemnot
  • Abgeschlagenheit

Komplikationen

  • Herzmuskelentzündung
  • Herzinsuffizienz
  • plötzlichen Herztod

Diagnose

  • Anamnese
    • Waren sie in den letzten Wochen in Lateinamerika?
    • Haben sie Fieber?
    • Leiden sie an Durchfall?
    • Sind ihre Lymphknoten geschwollen?
    • Hatten sie einen Insekten Stich/Biss?
    • Hat sich diese Stelle im Anschluss gerötet?
  • Laboruntersuchung
    • Parasitennachweis im Blut
  • Spezifische Tests
    • Antikörpernachweis
  • MRT
    • Bei Gehirnbeteiligung

Differenzial Diagnose

  • Malaria
  • Herzmuskelentzündung

Therapie

  • Medikamente

Präventionsmaßnahmen

  • Meidung von Risikogebieten
  • Schutz vor Insekten

Mögliche Vorsorgemaßnahmen

  • Meidung von Risikogebieten
  • Schutz vor Insekten

Prognose

  • Unter Behandlung gute Prognose

Begriffe

Bauchschmerzen

Unter dem Begriff Bauchschmerzen versteht man Schmerzempfindungen, die sich im Bereich des Ober- und Unterbauchs bemerkbar machen. Für die Entstehung der Schmerzen kann es eine Vielzahl von Ursachen geben.
Durchfall gilt im eigentlichen Sinne als Symptom und stellt eigentlich keine eigenständige Erkrankung dar. Es gibt diverse auslösende Erkrankungen, die Durchfall als Symptom zeigen können.
Atemnot (Dysnoe) ist das subjektive Empfinden einer Person, keine Luft zu bekommen. Dieses subjektive Empfinden geht in der Regel mit einem tatsächlichen Sauerstoffmangel einher. Für das Auftreten der Atemnot kann es eine Vielzahl von Ursachen geben, denen auf jeden Fall nachgegangen werden muss.
Von Fieber spricht man immer dann, wenn die Körpertemperatur über das normale Maß hinaus erhöht ist. Normalerweise liegt die Körpertemperatur des Menschen zwischen 36,0 und 37,4 Grad Celsius.
Herzrhythmusstörungen liegen dann vor, wenn das Herz verhältnismäßig zu langsam, zu schnell oder unregelmäßig (Arrhythmie) schlägt.
Ibuprofen ist als entzündungshemmendes, fiebersenkendes und schmerzlinderndes Mittel unverzichtbar ist. Die Behandlung sollte jedoch so kurz wie möglich erfolgen. Von langfristiger Anwendung sollte man, wenn es möglich ist, absehen.
Jeder Mensch ist hin und wieder von Müdigkeit betroffen. Dabei besteht auch erstmal kein Grund zur Sorge, denn besonders in stressigen Lebensphasen kommt die Nachtruhe bei einer Vielzahl der Menschen zu kurz.

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