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Ziehen im Unterleib während der Schwangerschaft

Profilbild von Jessica Papic Geschrieben von Jessica Papic
Gynäkolgin untersucht eine Frau mit Ultraschall.

Ein unangenehmes Ziehen im Unterleib ist bei schwangeren Frauen keine Seltenheit. Tatsächlich kann beobachtet werden, dass werdende Mütter im Allgemeinen deutlich empfindlicher gegenüber Schmerzen in der Bauchregion sind als andere Frauen.

Für das Ziehen im Unterleib während der Schwangerschaft kann es eine Reihe von Ursachen geben. In den meisten Fällen sind die Schmerzen vollkommen harmlos und bedürfen keinerlei medizinischer Intervention.

Mögliche Ursachen

Viele der werdenden Mütter beobachten im Laufe der Schwangerschaft immer mal wieder ziehende Schmerzen im Unterleib. Das Ziehen tritt dabei vor allem innerhalb der ersten Wochen und kurze Zeit vor der Geburt auf.

In der Mehrzahl der Fälle kann das Ziehen im Unterleib auf die enormen körperlichen Veränderungen und die Umstellung des Hormonsystems zurückgeführt werden. Die Ursachen sind dann zumeist vollkommen harmlos.

Da es aber auch ernstzunehmende Gründe für die Entstehung von ziehenden Schmerzen während der Schwangerschaft geben kann, sollten diese ärztlich abgeklärt werden. Das gilt vor allem dann, wenn sich die werdende Mutter große Sorgen um das ungeborene Kind macht.

Es ist immer dann ratsam, einen Gynäkologen oder eine Hebamme aufzusuchen, wenn die ziehenden Schmerzen erstmalig mit zunehmender Intensität auftreten und/oder von anderen Beschwerden, zum Beispiel vaginalen Blutungen, begleitet werden.

Die häufigsten möglichen Ursachen

Im Allgemeinen kann davon ausgegangen werden, dass die meisten Frauen während der Schwangerschaft hin und wieder ein Ziehen oder einen ziehenden Schmerz im Unterleib verspüren. Dies sind die häufigsten möflichen Ursachen:

Tatsächlich ist dieses Ziehen in vielen Fällen eines der ersten Anzeichen dafür, dass sich eine befruchtete Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut eingenistet hat. Im Zuge dessen beginnt der Körper der werdenden Mutter damit, sein Hormonsystem anzupassen. Der in den Eierstöcken zurückbleibende Gelbkörper beginnt damit das sogenannte Gelbkörperhormon (Progesteron) zu synthetisieren.

Dieses Hormon sorgt dann dafür, dass sich die Plazenta ausbilden und mit ihren wurzelartigen Auswüchsen in die Gebärmutterschleimhaut „hineingraben“ kann. Schon diese Vorgänge stellen für den weiblichen Körper eine enorme Belastung dar und können sich deshalb durch ein mehr oder weniger starkes Ziehen im Unterleib bemerkbar machen.

Zu Beginn einer Schwangerschaft können die sogenannten Mutterbänder zu unangenehmen Gefühlen im Unterleib der werdenden Mutter führen. Bei den Mutterbändern handelt es sich im flexible Bänder aus Muskelfasern, welche die Gebärmutter im Becken befestigen und stabil in ihrer anatomisch normalen Lage halten. Kommt es nun zu den für eine Frühschwangerschaft typischen Hormonumstellungen, so werden diese Bänder weicher und elastischer.

Dies ist besonders wichtig, weil der Uterus mit dem Wachstum des Kindes einen enormen Größenzuwachs durchfährt. Schmerzen im Unterleib, die von diesen Mutterbändern ausgehen, können stechend oder ziehend sein. Viele Frauen beschreiben sogar das Auftreten von starken, krampfartigen Schmerzen, die mit den Mutterbändern in Zusammenhang stehen

Die Umstellung des Hormonhaushalts hat jedoch nicht nur Auswirkungen auf die Mutterbänder. Auch der Magen-Darm-Trakt kann durch die Schwangerschaftshormone in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Folge sind häufig Verdauungsprobleme, die bei den betroffenen Frauen zu ziehenden Schmerzen im Unterleib, Verstopfungen oder Durchfall führen können.

Außerdem entwickeln ungefähr 40 Prozent der werdenden Mütter innerhalb der ersten Schwangerschaftswochen Blähungen, die durchaus auch schmerzhaft sein können.

Eine weitere absolut unbedenkliche Ursache für das Auftreten eines Ziehens im Unterleib während der Schwangerschaft ist der stetig zunehmende Platzmangel. Im Verlauf der Schwangerschaft nimmt das Kind immer mehr an Größe und Gewicht zu. In Folge dessen muss natürlich auch die Gebärmutter um ein Vielfaches größer werden. Eine Weile geht das, ohne die anderen Strukturen im Bauchraum zu bedrängen.

Je weiter die Schwangerschaft voranschreitet, desto mehr werden andere Organe von der wachsenden Gebärmutter verdrängt. Dies kann bei der werdenden Mutter ebenfalls zu einem ausgeprägten Ziehen im Unterleib führen.

Nicht zuletzt sollte beachtet werden, dass auch die Muskeln und die Haut im Zuge der Schwangerschaft enormen Kräften ausgesetzt sind. Je größer das Ungeborene wird, desto mehr werden sowohl die Muskeln als auch die Hautoberfläche der Mutter gedehnt. Alleine das kann unter Umständen schon zu einem starken Ziehen im Bauchraum führen.

Bei der werdenden Mutter kommt es immer häufiger zu unregelmäßige Kontraktionen der Gebärmutter, die als Übungswehen bezeichnet werden. Mit Hilfe dieser Wehen bereitet sich der weibliche Körper gewissermaßen auf die später anstehende Geburt vor. Übungswehen werden im Verlauf der Schwangerschaft gewöhnlich stärker und treten in immer kürzeren Abständen auf.

Ungefähr ab der 36. Schwangerschaftswoche werden die Übungswehen von den sogenannten Senkwehen abgelöst. Senkwehen sind in der Regel intensiver als Übungswehen und kommen häufig abends oder nachts vor. Häufig wird der Bauch der Schwangeren unter den Senkwehen hart.

Wenn sich eine werdende Mutter deshalb unsicher fühlt, ist es immer ratsam, einen Gynäkologen aufzusuchen und die Beschwerden abklären zu lassen. Mit Hilfe eines sogenannten CTGs kann dieser schnell und einfach ermitteln, ob die Wehen gefährlich sind.

Besonders wichtig ist es, dass das gewöhnliche Ziehen im Unterleib, nicht mit Wehen verwechselt wird. Zu Wehen kann es während einer Schwangerschaft schon ungefähr ab der 20. Schwangerschaftswoche kommen.

Letzte Änderung: 28. Oktober 2022

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