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Weiblicher Orgasmus: Lust der Frau aus Sicht der Medizin

Profilbild von Jessica Papic Geschrieben von Jessica Papic
Hand einer Frau, die in Ekstase an weißen Laken zieht.

Sexuelle Lust wird sowohl bei Frauen als auch bei Männern als hormonell und neutral gesteuerte Veränderungen des körperlichen Zustandes verstanden. Aus biologischer Sicht hat die Paarung von Mann und Frau das Ziel, Nachkommen zu zeugen und die eigene Art aufrecht zu erhalten.

Bei einem Mann liegt es nahe, dass die Abläufe während des Organsmus für die Fortpflanzung essenziell sind. Nur auf diese Weise werden große Mengen Spermien ausgeschüttet, die die Wahrscheinlichkeit der Befruchtung einer reifen Eizelle deutlich erhöhen.

Bei Frauen hingegen ist zwar ein gewissen Maß an sexueller Erregung notwendig um schwanger zu werden, nicht jedoch der weibliche Orgasmus.

Es gibt eine Reihe von Studien, die belegen, dass ein besonders hohes Maß sexueller Erregung und ein Orgasmus der Frau dabei helfen können, die Spermienaufnahme zu steigern und damit die Chance Schwanger zu werden erhöhen.

Sexuelles Verlangen kann auch bei der Frau durch eine Mischung von Begehren und selbst Begehrt werden, hervorgerufen werden. Aus Sicht der Medizin wird dabei das sogenannte limbische System aktiviert. Bei dem limbischen System handelt es sich um einen sehr alten Anteil des Gehirns, der vor allem für Emotionen und das Triebverhalten verantwortlich ist.

Kommt es bei Mann oder Frau zur Erregung, wird die Aktivität des Nervensystems gesteigert. In Folge dessen werden auch verschiedene Hormone ausgeschüttet, die den Mann oder die Frau auf die bevorstehende Paarung vorbereiten sollen.

Für Frauen ist es während des Geschlechtsverkehrs nicht immer einfach, beim Geschlechtsverkehr mit dem Partner einen Orgasmus zu erleben. Dabei kann der weibliche Orgasmus auf zwei verschiedene Arten stimuliert werden: klitoral und vaginal.

Phasen des weiblichen Organsmus

Vier Phasen des weiblichen Organsmus

Im Gegensatz zum Orgasmus eines Mannes, gliedert sich der weibliche Organismus in vier Phasen, die nacheinander ablaufen müssen.

Während der sogenannten Erregungsphase baut sich die sexuelle Erregung der Frau langsam auf. Dies kann zum Beispiel durch Küsse, Berührungen der erogenen Zone oder Phantasien geschehen. Während dieser ersten Phase wird die Vagina der Frau feucht. Außerdem beginnen sowohl Klitoris und Schamlippen als auch die Brustwarzen damit anzuschwellen.

Auch der Kreislauf der Frau kommt während der Erregungsphase in Wallung. Der Puls steigt deutlich an und auch die Atemfrequenz nimmt stark zu. Gleichzeitig kommt es zu einer ausgeprägten Erhöhung des Blutdrucks. Die während dieser Phase empfundene Lust kann durch das Anspannen der Beckenbodenmuskulatur zusätzlich verstärkt werden. DIe meisten Frauen tun das ganz automatisch.

Im Anschluss an die Erregungsphase folgt die Plateauphase. In dieser Phase wird der bis dahin erreichte Spannungszustand gleichmäßig solange gehalten, bis es zum Orgasmus kommen kann. Auch während der Plateauphase nehmen Puls und Atemfrequenz weiter zu. Darüber hinaus beginnen sich die Muskeln der erregten Frau anzuspannen und sich auf den Orgasmus vorzubereiten.

Die Vagina, beziehungsweise deren Eingang, wird dabei deutlich enger und die Klitoris ist empfindlicher und kann besonders einfach stimuliert werden. Die Verängung der Vagina wird auch als „orgastischen Manschette“ bezeichnet. Sie macht es dem Mann einfacher, mit seinem eregierten Penis in die feuchte Vagina einzudringen.

Erst nach dieser Plateauphase folgt der eigentliche weibliche Orgasmus. Während des Organsmus spannen sich sowohl der Beckenboden als auch die Muskulatur der Scheide rhythmisch an. Beim weiblichen Orgasmus entlädt sich die zuvor aufgebaute Spannung und Lust also abrupt durch diese wechselnden An- und Entspannungen. Die Frau kommt zum Höhepunkt.

Nicht nur auf physischer, sondern auch auf psychischer Ebene findet dabei eine imense Gefühlsentladung statt. Während der Orgasmus bei Männern zügig abläuft, kann dieser Teil des weiblichen Orgasmus bis zu einer ganzen Minute andauern.

Während der sich an den Orgasmus anschließenden Rückbildungsphase ist es für einige Frauen möglich weitere Orgasmen zu erleben. Man spricht dann von sogenannten multiplen Orgasmen. Im Anschluss an der letzten Höhepunkt beginnen sich der Puls und die Atemfrequenz rasch zu senken. Auch der Blutdruck nimmt wieder ab und die Erregung lässt nach.

Was ist der Unterschied zwischen vaginalem und klitoralem weiblichem Organsmus?

Der weibliche Orgasmus kann sowohl durch die Stimulation der Klitoris als auch bei der Penetration der Vagina hervorgerufen werden. Die meisten Frauen erreichen jedoch eher einen klitoralen Orgasmus.

Umfragen zufolge betrifft dies ungefähr 75 Prozent der Frauen. Nur ungefähr 25 Prozent der befragten Frauen erleben ihren Orgasmus vaginal, also über den inneren Teil der weiblichen Geschlechtsorgane, der während der Penetration durch den Penis des Mannes stimuliert wird.

Letzte Änderung: 28. Oktober 2022

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