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Alkohol & Rauchen: Ursachen für Erektionsstörungen?

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Geschrieben von Jessica Papic

Alkohol Rauchen

Der regelmäßige Konsum von Alkohol und/oder Nikotin beeinflusst die Durchblutung des Menschen. Durch die im Alkohol und in Zigarreten enthaltenen Substanzen, kann der Blutfluss deutlich gesenkt werden. Dies gilt für alle Gefäße des Körpers, also auch für die des Penis, was zu Erektionsstörungen führen kann.

Verschiedenen Studien belegen, dass das Rauchen sowohl die kleinen sensiblen Gefäße am Penis als auch die in diesem Bereich liegenden Nervenfasern negativ beeinflussen kann. Auch die glatten Muskelzellen im Intimbereich werden dabei häufig in Mitleidenschaft gezogen. Außerdem zeigen diese Studien, dass es nicht einmal notwendig ist selbst zu Rauchen, sondern das schon Passivrauch dazu ausreicht, die Wahrscheinlichkeit des Auftretens dieser Effekte deutlich zu steigern.

Der regelmäßige Kontakt zu Nikotin gilt deshalb als eine der häufigsten Ursachen für die Entstehung einer erektilen Dysfunktion (Erektionsstörung).

Alkohol als Ursache für Erektionsstörungen

In kleinen Mengen kann der Genuss von alkoholischen Getränken die sexuelle Lust steigern. Grund dafür ist die Tatsache, dass er die Hemmschwelle herabsetzt und die Blutgefäße erweitert. Dies erhöht die Blutzufuhr in den Penis und verstärkt die Erektion.

Viele Männer werden die Auswirkungen von großen Mengen an Alkohol auf die Potenz bereits erlebt haben. Sobald der Blutalkoholspiegel einen Wert von ungefähr 0,4 bis 0,5 Promille erreicht hat, können erste Potenzstörungen auftreten. Bei einem Blutalkohol von mehr als 1 Promille entstehen heftige Einschränkungen der Erektionsfähigkeit. Dies gilt für Männer, die hin und wieder große Mengen alkoholischer Getränke zu sich nehmen.

Deutliche schwerwiegende Auswirkungen hat hingegen der regelmäßige Konsum von Alkohol. Diese können bereits bei eine durchschnittlichen Konsum von ungefähr 40 Gramm Alkohol pro Tag in Erscheinung treten.

Das bedeutet, dass bereits 1,5l Biere, 0,5l Wein oder 3 Schnäpse am Tag ausreichen, um langfristige Potenzprobleme hervorzurufen.

Auf Grund des Alkohols, können bei vielen der Betroffenen Veränderungen im Bereich des Gewebes des Penis beobachtet werden. Diese Veränderungen wiederum können eine Erektionsschwäche verursachen, die nach einiger Zeit in eine massive erektile Dysfunktion übergeht. Der chronische Alkoholmissbrauch sorgt auch dafür, dass es zu deutlichen Beeinflussungen der kleinen Nervenfasern im Bereich des Penis kommt. Auch die Muskelzellen innerhalb der Schwellkörper bleiben von dieser negativen Beeinflussung nicht verschont.

Rauchen als Ursache für Erektionsstörungen

Bei Männern, die pro Tag mehr als 20 Zigaretten rauchen, lassen sich besonders häufig weitreichende Beeinflussungen der Potenz nachweisen. Neuster Daten zufolge leiden ungefähr 56 Prozent der starken Raucher unter deutlichen Erektionsstörungen.

Die Substanzen, die während des Rauchens in den Organismus gelangen, sind dazu in der Lage, chemische Veränderungen im Bereich der Wände kleinster Arterien des Penis hervorzurufen. An eben diesen veränderten Stellen lagern sich deutlich schneller Lipide ab, die eine Arteriosklerose und die damit einhergehende Einengung des Gefäß zur Folge haben können. Auf diese Weise wird die Durchblutung des Penis langfristig gedrosselt.

Darüber hinaus wirken sich die Substanzen, die in den Zigaretten enthalten sind, schädigend auf die Schwellkörper des Penis aus. Sie beeinträchtigen die glatten Muskelfasern und schränken deren Elastizität ein. Auf Grund dessen sind sie nach einiger Zeit nicht mehr dazu in der Lage zu eregieren.

Wenn bereits Probleme aufgetreten sind, kann diese durch einen Rauchstopp zum Teil rückgängig machen. Ein Teil der durch die in den Zigaretten vorhandenen Substanzen hervorgerufenen Schäden sind demnach reversibel. Das gilt aber nicht für alle Veränderungen.

Studien zufolge ist nur bei 25 Prozent der ehemaligen Raucher eine Verbesserung der erektilen Funktion innerhalb eines Jahres möglich.

Drogen als Ursache für Erektionsstörungen

Neben Nikotin und Genuss alkoholhaltiger Getränke, können auch andere Substanzen betrichtige Auswirkungen auf die Potenz eines Mannes haben. Gerade Drogen wie Cannabus, Amphetamine, Speed, Crystal, LSD, Kokain und Ecstasy wirken sich besonders schnell auf die Erektionsfähigkeit aus und verursachen zum Teil irreversible (nicht umkehrbare) Schäden.

Im Allgemeinen werden diese Substanzen zum Beispiel deshalb zu sich genommen, weil unter deren Einfluss die Hemmschwelle deutlich abnimmt. Darüber hinaus kann bei einigen der Konsumenten eine Zunahme des sexuellen Antriebs verzeichnet werden.

Wichtig dabei ist jedoch zu wissen, dass sich Drogen nicht bei jedem Konsumenten auf gleiche Art und Weise auswirken. Die psychoaktiven Substanzen können eben auch zu Erektionsstörungen oder einem plötzlichen Verlust des sexuellen Verlangens (der Libido) führen.

Der langfristige Genuss von Drogen führt dann unweigerlich dazu, dass sich strukturelle Veränderungen im Bereich des Penis ausbilden. Das können Schädigungen der Gefäßwände kleinster Arterien und/oder Umbauprozesse glatter Muskelzellen der Schwellkörper sein. Bei den betroffenen Männern führen diese zu Erektionsstörungen, die zum Teil auch nach dem Ende des Drogenkonsums bestehen bleiben.

Einfluss auf das Hodenvolumen

Neben den weitreichenden Folgen von Alkoholkonsum und Rauchen auf die Potenz eines Mannes, kann außerdem beobachtet werden, dass das Hodenvolumen durch den Langfristigen Konsum dieser Substanzen in Mitleidenschaft gezogen werden kann. Die wiederum kann sich langfristig auf die Zeugungsfähigkeit der betroffenen Männer auswirken.

Bei Rauchern und Männern, die regelmäßig Alkohol konsumieren, reduziert sich das Hodenvolumen um durchschnittlich 5ml. Konsumieren sie hingehen Alkohol und Rauchen, können sich die dadurch hervorgerufenen negativen Beeinträchtigungen sogar addieren.

Letzte Änderung: 29. Mai 2023

Quellen
  • Informationszentrum für Sexualität und Gesundheit (ISG) http://isg-info.de
  • Leitlinien der European Association of Urology (EAU): Guidelines on male sexual dysfunktion
  • Pschyrembel:, W.: Pschyrembel – Klinisches Wörterbuch, 267. Auflage

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