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HPV und Sexualität: Vor Viren schützen

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Geschrieben von Jessica Papic

3D Darstellung von HPV Viren.

Unter der Abkürzung HPV versteht man das Humane Papillomavirus, von dem es eine Reihe verschiedener Typen gibt.

Ungefähr 40 dieser HPV-Typen sind dazu in der Lage nach der Übertragung genitale Erkrankungen wie Feigwarzen oder Gebärmutterhalskrebs hervorzurufen.

Wie wirkt HPV im menschlichen Körper?

Das Humane Papillomavirus (HPV) zählt zu den sogenannten DNA-Viren. Das sind Viren, deren Erbinformationen auf einem DNA-Strang gespeichert sind. Gelangt das Virus in den menschlichen Körper, so dringt es in die Zellen der Haut- oder Schleimhäute ein, integriert ihr Erbgut in den Kern der Zellen und zwingt diese, neue Viren zu produzieren. Nach einer Weile hat die Wirtszelle soviel Viren gebildet, dass diese aufplatzt und die Viren nach Außen frei gibt. Die Wirtszelle geht dabei zugrunde.

Darüber hinaus ist das humane Papillomavirus dazu in der Lage, das Erbgut des Infizierten derart zu verändern, dass sich unkotrolliert Wucherungen im Bereich der Haut und Schleimhäute bilden.

Das HP-Virus ist weltweit extrem verbreitet. Man geht davon aus, dass ungefähr 80% aller sexuell aktiven Menschen im Laufe ihres Lebens mindestens einmal eine Infektion mit dem humanen Papillomavirus durchmachen.

Hierzulande zählt die Infektion mit dem Humanen Papillomavirus zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen.

Eine Ansteckung ist jedoch nicht nur während des Geschlechtsverkehrs möglich. Eine HPV-Infizierte Mutter zum Beispiel kann das Virus auch während der vaginalen Geburt an ihr Kind übertragen.

Wie verläuft die Infektion mit dem HP-Virus?

In den meisten Fällen verläuft die Infektion ohne sichtbare Anzeichen oder Beschwerden und heilt ohne medizinische Intervention aus.

Gebärmutterhalskrebs

Circa 10 % der infizierten Frauen bleiben jedoch Zeit ihres Lebens infiziert, wodurch sie im Verlauf Zellveränderungen im Bereich des Gebärmutterhalses entwickeln können. Von diesen Frauen entwickeln dann rund 1-3% innerhalb eines Zeitraums von mindestens 10 Jahren Gebärmutterhalskrebs.

Besonders gefährlich sind dabei die sogenannten Hochrisiko HPV-Typen. Diese können in einigen Fällen vom menschlichen Immunsystem nicht gänzlich entfernt werden und verbleiben deshalb im Gewebe des Genitaltrakts. In diesem Zusammenhang spricht man von einer sogenannten persistierenden Infektion, die letztendlich die Grundlage zellulärer Veränderungen, die zum Gebärmutterhalskrebs führen, ist.

Statistisch gesehen infizieren sich die meisten Menschen in einem Alter von bis zu 25 Jahren. In Deutschland sind ungefähr 6 Millionen junge Frauen mit dem humanen Papillomavirus infiziert.

Feigwarzen

Neben jenen HPV-Typen, die besonders häufig zu Zellveränderungen, die Gebärmutterhalskrebs hervorrufen können, führen, gibt es auch Arten des humanen Papillomavirus, die vor allem sogenannte Feigwarzen verursachen. In diesem Zusammenhang spricht man vom low-risk-HPV. Die häufigsten Vertreter dieser Form des humanen Papillomavirus sind HPV 6 und 11.

Bei den Feigwarzen (Kondylome) handelt es sich um gutartige (benigne) Wucherungen, die im Genitalbereich und am After infizierter Personen in Erscheinung treten.

Auch diese werden bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr und/oder über den direkten Kontakt zu einer Feigwarze übertragen.

Zwischen der Infektion und der Ausbildung einer solchen Warze vergeht in der Regel eine Zeit von bis zu acht Monaten (Inkubationszeit). Feigwarzen zählen zu den häufigsten gutartigen Tumoren des äußeren Genital- und Analbereichs. Sie können spontan abheilen, aber auch über Monate oder Jahre bestehen bleiben.

Therapie einer HPV-Infektion

Bei einer HPV-Infektion, die nicht von selbst abheilt, richtet sich die Therapie sowohl nach der Art als auch nach der Ausdehnung der Symptome.

Wenn sich auf Grund der Infektion mit einem low-risk HPV-Typs Feigwarzen gebildet haben, so können diese zum Beispiel mit Hilfe einer Vereisung, der sogenannten Kryotherapie, behandelt werden. Bei dieser Behandlungsmethode wird flüssiger Stickstoff mit Hilfe eines Sprays auf die Warze aufgebracht, wodurch das veränderte Gewebe abstirbt.

Darüber hinaus können Kondylome mit einem Elektrokauter abgetragen werden. Bei dieser Behandlungsmethode wird das durch das humane Papillomavirus veränderte Gewebe durch elektrischen Strom zerstört. Allerdings verbleibt sowohl bei der Vereisung als auch bei der Kauterisation das HPV-Virus im Körper und kann jederzeit erneute Hautveränderungen hervorrufen.

HPV kann während des Geschlechtsverkehrs sehr leicht übertragen werden, denn bereits kleinste Mengen viruslästiger Körperflüssigkeiten oder kleinste Hautschuppen, die auf eine verletzte Haut- oder Schleimhautoberfläche gelangen, reichen für die Weitergabe vollkommen aus.

Es zählen vor allem ungeschützter Vaginalverkehr, Anal- oder Oralsex und die Nutzung von Sexspielzeug zu den häufigsten Infektionswegen des humanen Papillomavirus.

Darüber hinaus kann eine Ansteckung über den Kontakt von Feigwarzen erfolgen. Nach aktuellem Kenntnisstand besteht keine Übertragungsgefahr beim Stillen, Küssen oder Blutspenden.

Wie schütze ich mich vor HPV?

Unter allen verfügbaren Verhütungsmitteln ist das Kondom das einzige, dass einer Übertragung des humanen Papillomavirus vorbeugen kann. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass selbst die konsequente Anwendung von Kondomen nur zu schätzungsweise 50% vor einer Ansteckung schützt.

Grund dafür ist die Tatsache, dass die Viren auch von jenen Hautstellen, die nicht vom Kondom bedeckt sind, auf den Schambereich übertreten können. Von dort ausgehend können sie sich ausbreiten und sogar bis in die Scheide und zum Gebärmutterhals vordringen.

Aus diesem Grund stellt die Impfung die sicherste Prophylaxemaßnahme gegen HPV dar. Im Idealfall erfolgt diese in Kombination mit regelmäßigen gynäkologischen Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung.

Letzte Änderung: 30. Mai 2023

Quellen

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