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Mangan in Lebensmitteln

Profilbild von Sophia Kandah M.Sc. Medizinisch geprüft von Sophia Kandah M.Sc. am 26. Oktober 2022 | Geschrieben von Melissa Vallant
Lebensmittel, die reich an Mangan sind, mit dem chemischen Symbol Mn für das chemische Element Mangan. Natürliche Manganquellen: Avocado, Chia, Nelken, Zimt, Pfefferkörner, Spinat, Bohnen, Sesam, Reis, Nüsse.

Mangan – ein sehr wertvolles Spurenelement

Viel ist über diesen kleinen Alleskönner noch nicht bekannt, jedoch reichen bereits geringe Mengen, um den täglichen Bedarf zu decken. Dieser, in Lebensmitteln enthaltener Mikronährstoff ist ein wichtiger Bestandteil unserer täglichen Ernährung .

Spurenelemente liefern uns zwar keine Nahrungsenergie, sind aber unentbehrlich für die Aufrechterhaltung von unseren Körperfunktionen.

In diesem kurzen Bericht geben wir Ihnen Tipps zu diesem wertvollen Spurenelement und welche Rolle es in unserer Ernährung spielt.

Mangan (Mn) ist ein chemisches Element und zugleich ein essentielles Metall, da es bei verschiedenen biologischen Prozessen eine bedeutende Rolle spielt. Dazu gehören unter anderem die Unterstützung unseres Immunsystems, die Regulierung des Blutzuckers und der Zellenergie, die Fortpflanzung, die Verdauung, das Knochenwachstum und die Knochenbildung.

Zudem trägt es auch wesentlich bei der Blutgerinnung, der Blutstillung und beim Schutz vor freien Radikalen bei. Es ist ein wichtiger Bestandteil von Dutzenden von Proteinen und Enzymen und kommt in allen Geweben vor. Die höchsten Konzentrationen sind in unserer Leber und Bauchspeicheldrüse zu finden. Auch in den Knochen sind etwa 40 % des Gesamtgehaltes gebunden.

Essentiell bedeutet Lebensnotwendig. Es ist das fünfthäufigste Metall und gelangt auf natürliche Weise in die Luft, den Boden und auch in unser Wasser, wo es schlussendlich in unseren Nahrungsmitteln gespeichert wird.

Wo kommt Mangan vor?

Mangan kommt in sehr vielen Nahrungsmitteln vor und ein Mangel, der zu einer Krankheit führt, ist sehr selten vorzufinden. In pflanzlichen Lebensmitteln finden wir höhere Gehälter von diesem essentiellen Mikronährstoff, als in tierischen Quellen.

Die höchsten Konzentrationen sind in Hülsenfrüchten, Reis, Nüssen und Vollkorngetreide enthalten, aber auch in Meeresfrüchten, Samen, Schokolade, Tee, grünem Blattgemüse, Gewürzen und einigen Früchten wie Ananas und Acai. Bereits 30 Gramm Haselnüsse decken eine angemessene Zufuhr von 2 mg pro Tag (mg/d) ab.

Im Zuge der gesellschaftlichen Entwicklung haben sich die Ernährungsgewohnheiten aber geändert, hin zu einer Ernährung mit einem hohen Anteil an verarbeiteten Lebensmitteln, Fett und Zucker. Diese Lebensmittel sind praktisch frei von diesem essentiellen Mikronährstoff.

Daher ist die Manganaufnahme über die Nahrung weltweit erheblich zurückgegangen. Vor allem in Ländern wo weniger Obst und Gemüse verzehrt wird, kann eine zu geringe Zufuhr mit negativen, gesundheitlichen Auswirkungen einhergehen.

Um die Jahrhundertwende, als die Ernährung auf Vollkornprodukten, Getreide und anderen traditionellen Nahrungsmitteln basierte, war die Aufnahme des Mikronährstoffes (8-9 mg/d) viel höher als heute (2 mg/d).

Da die wissenschaftliche Datenlage noch sehr dünn ist und das Spurenelement noch nicht ausreichend untersucht wurde, um einen durchschnittlichen Bedarf oder eine Referenzzufuhr für die Bevölkerung abzuleiten, wird eine angemessene Zufuhr vorgeschlagen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Mangan einen Schätzwert für eine angemessene Zufuhr bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen von 2,0 – 5,0 mg pro Tag. Auch das Institute of Medicine (IOM) gibt durchschnittlich 2 mg/d als angemessene Zufuhr für Erwachsene und 1,2-1,5 mg/d für Kinder an.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat festgestellt, dass eine tägliche zusätzliche Zufuhr von Mangan von 4mg (z.B. durch Supplemente) keine unerwünschten Wirkungen hervorruft.

Die obere tolerierbare Grenze wurde jedoch auf eine Tagesdosis von 9 -11 mg für Erwachsene und auf 2-6mg bei Kindern festgelegt, ohne ein Risiko für nachteilige Auswirkungen.

Manganmangel – was nun?

Ein Manganmangel ist derzeit sehr selten. Beobachtet wird jedoch, durch einseitige Ernährung von stark verarbeiteten Lebensmitteln oder strengen Diäten, eine unzureichende Aufnahme des Spurenelementes.

Eine geringe Manganaufnahme über die Nahrung führt zu Wachstumsstörungen, schlechter Knochenbildung und Skelettdefekten, abnormer Glukosetoleranz und verändertem Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel.

Bei Männern wurde beobachtet, dass eine zu geringe Aufnahme des Metalls zu Hautausschlägen oder einer verringerten Cholesterinkonzentration im Serum führte. Zudem erhöhten sich Konzentrationen von anderen Metallen im Körper wie Kalzium oder Phosphor, wohlmöglich aufgrund eines verstärkten Knochenumbaus. Unzureichende Mangankonzentrationen wirken sich nachweislich negativ auf die reproduktive Gesundheit und Entwicklung aus.

Bei Frauen konnte beobachtet werden, dass ein Manganmangel zu Stimmungsschwankungen führte und verstärkten Schmerzen kurz vor der Periode. Bei Kindern, deren Mütter einen Mangel hatten, wurde ein vermindertes Geburtsgewicht beobachtet.

Es gibt kurzfristig einen Ersatz bei Manganmangel. Magnesium kann zumindest für einen temporären Zeitraum die Rolle von Mangan im Körper übernehmen. Jedoch ist ein Magnesiummangel in unserer Bevölkerung auch sehr oft vorzufinden.

Doch kann Mangan bei höheren Aufnahmen gefährlich werden?

Der Körper ist zwar in der Lage, sich bei einer hohen Zufuhr von Mangan anzupassen und dies über die Galle und den Darm zu regulieren, jedoch wurden auch schon Überdosierungen beschrieben.

Manganvergiftungen aus Nahrungsmitteln konnten noch nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden!

Eine übermäßige Mangan Belastung ist hauptsächlich auf Umweltexpositionen zurückzuführen. Typisch dafür sind industrielle Tätigkeiten für Berufsgruppen für die ein Risiko mit einer Manganexposition in der Luft besteht. Davon betroffen sind vor allem Schweißer oder Arbeiter bei der Herstellung von Stahl oder Aluminiumlegierungen sowie Batteriehersteller.

Zudem können auch große Mengen manganreichen Trinkwassers oder hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel eine Vergiftung mit Mangan hervorrufen.

Die Folgen sind neurologische Beeinträchtigungen, die auch als Manganismus bekannt sind und ähnliche Auswirkungen zeigt, wie dies bei der Parkinson Krankheit der Fall ist.

Sind Supplemente mit Mangan wirkungsvoll?

Geworben wird für Mangan häufig im Zusammenhang mit dem Vorteil, dass dadurch vermehrt das Glückshormon Dopamin produziert wird.

Dopamin aktiviert das Belohnungssystem im Gehirn und hat vielfältige Wirkungen auf körperliche und geistige Prozesse. Es beeinflusst unter anderem unsere Konzentration, aber auch Empfindungen, wie Mut, Motivation oder unsere Lebensfreude.

Eine weitere Manganquelle sind Nahrungsergänzungsmittel und Vitamine, die aber nur eingesetzt werden sollten, wenn es Defizite in der Ernährung gibt. Mangan wird in Form von Nahrungsergänzungsmitteln bei einer Reihe von Erkrankungen, unter ärztlicher Beobachtung eingenommen, unter anderem bei Osteoarthritis und Osteoporose.

Jedoch ist es gerade bei Supplementen wichtig, auf die Höhe zu achten, da die Grenze zwischen lebensnotwendig und gefährlich schnell überschritten werden kann. Hier setzt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) daher eine generelle Höchstmengenbeschränkung für Mangan in Nahrungsergänzungsmitteln von 0,5 mg pro Tag.

Zusammenfassung

Mangan ist bis heute noch nicht ausreichend untersucht worden. Es wurde aber bewiesen, dass das Spurenelement lebensnotwendig ist, jedoch in Übermaß toxisch. Grundsätzlich kann aber eine erhöhte, gefährliche Zufuhr aufgrund von Nahrungsmitteln noch nicht nachgewiesen werden.

Mangan findet sich vor allem in pflanzlichen Lebensmittel, diese gelten als Hauptlieferanten. Mängel sind derzeit sehr selten. Bei einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung kann Mangan derzeit ausreichend über die Ernährung aufgenommen werden.

Bei Mangan kommt es schlussendlich auf die Dosis an! Die derzeitige wissenschaftliche Expertise schließt, bei einer permanent überhöhten Aufnahme des Spurenelementes, neurologischen Störungen nicht aus.

Letzte Änderung: 26. Oktober 2022

Quellen

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