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Das “Gewürz des Lebens” - Vorteile von Kurkuma für die Gesundheit

Profilbild von Sophia Kandah M.Sc. Medizinisch geprüft von Sophia Kandah M.Sc. am 28. Oktober 2022 | Geschrieben von Danielle Wirz
Kurkumapulver in Holzschalen und Kurkumakapseln auf einem hölzernen Hintergrund.

Kurkuma ist eine Pflanze aus der Familie der Ingwergewächse, die in frischer Form gegessen oder gekocht, getrocknet und zu einem tief orange-gelben Pulver gemahlen werden kann.

Ob im Curry, im Tee oder im goldenen Latte, Kurkuma wirkt schmerzlindernd, antibakteriell und entzündungshemmend.

Woher kommt Kurkuma?

Kurkuma ist eine Pflanze aus der Familie der Ingwergewächse, die ursprünglich aus Indien und anderen Ländern Südostasiens stammt. Seit Jahrtausenden dient Kurkuma schon als Heilmittel in der ayurvedischen Medizin und wird wegen der vielfältigen positiven Wirkungen manchmal als"Gewürz des Lebens" bezeichnet. Auch in der traditionellen chinesischen Medizin wird Kurkuma bei Leberleiden angewendet.

Was Kurkuma so vielversprechend macht, sind die entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften eines seiner Hauptbestandteile: Curcumin. Curcumin ist die geheime Superkraft des Kurkuma und wird in der Nutrazeutika-Industrie als Superfood angepriesen.

Seit Jahrzehnten wird Kurkuma von Ärzt*innen in Indien zur Behandlung von Atemwegsproblemen eingesetzt.

Sehr früh hat Kurkuma auch die Faszination der Wissenschaft geweckt, und so begann die Forschung in das Potenzial von Kurkuma als Nahrungsergänzungsmittel zur Behandlung einer Vielfalt von Krankheiten.

Was sind die Vorteile von Kurkuma?

Kurkuma wird bei entzündlichen Erkrankungen wie Arthritis eingesetzt und kann das Risiko von Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs und Alzheimer senken. Außerdem weist die Pflanze verdauungsfördernde Effekte auf und lindert Blähungen und Völlegefühl.

Es ist vor allem als Pulver erhältlich, es werden aber auch Stücke des getrockneten Wurzelstocks oder Kapseln gehandelt.

Kurkuma wirkt entzündungshemmend

Akute, kurzzeitige Entzündungen helfen dem Körper bei der Immunabwehr, reparieren Schäden und schützen vor gefährlichen Bakterien. Werden Entzündungen allerdings chronisch, können sie dem Körper schaden. Studien zeigen, dass chronische Entzündungen Krankheiten, wie das metabolische Syndrom, Krebs, Alzheimer oder Herzerkrankungen fördern, beziehungsweise verursachen können.

Das in Kurkuma enthaltene Curcumin wirkt stark entzündungshemmend und wird deshalb zur Prävention und Behandlung von Krankheiten eingesetzt.

In einigen Studien wird die Wirkkraft von Curcumin sogar mit entzündungshemmenden Arzneimitteln verglichen.

Kurkuma wirkt antioxidativ

Oxidativer Schaden entsteht durch hoch-reaktive Moleküle, sogenannte freie Radikale, die in unserem Körper Schaden verursachen und so Krankheiten verursachen und den Alterungsprozess beschleunigen. Antioxidantien schützen den Körper vor freien Radikalen. Die in Kurkuma enthaltenen Curcuminoide sind Antioxidanten und können freie Radikale neutralisieren. Zusätzlich fördert Curcumin auch die Aktivität von körpereigenen Antioxidantien. So werden freie Radikale besonders effektiv bekämpft.

Kurkuma und unser Kreislauf: Ein Herz und eine Seele

Laut einer bahnbrechenden japanischen Studie ist eine Prise Kurkuma pro Tag genauso gesund wie eine Stunde Sport für das Herz. Die Studie zeigte, dass Kurkuma gesunde Blutgefäße für einen verbesserten Blutfluss fördert, der gleiche Effekt wie regelmäßige. Bewegung.

Kurkuma kann bei der Behandlung von Fettleibigkeit helfen

Mit der Entdeckung, dass Fettleibigkeit durch chronische Entzündungen gekennzeichnet ist, werden Phytochemikalien wie Kurkuma, die eine entzündungshemmende Wirkung haben, intensiv untersucht.

Kurkuma senkt das Risiko für Gehirnerkrankungen

Anders als die meisten Menschen vielleicht denken, können sich die Nervenzellen im Gehirn untereinander neu zu vernetzen und vermehren. Entscheidend dafür ist der Wachstumsfaktor BDNF (Brain-derived Neutrotrophic Factor). Viele neurologische Erkrankungen, wie Depressionen oder Alzheimer, wurden bereits in wissenschaftlichen Studien mit einem verminderten BDNF-Spiegel in Verbindung gebracht.

Gleichzeitig zeigen Studien, dass das in Kurkuma enthaltene Curcumin die Konzentration des Wachstumsfaktors BDNF erhöht. So kann Curcumin wirksam dazu beitragen, das Fortschreiten von Hirnerkrankungen und neurologischer Alterung zu verlangsamen oder sogar zu verhindern.

Kurkuma beruhigt den Magen

Kurkuma fördert die Fettverdauung im Magen und Darm und verhindert dadurch Völlegefühl und Blähungen nach fettreichem Essen. Vor allem das enthaltene Curcumin hilft bei Verdauungsbeschwerden und beruhigt den Magen.

Kurkuma in der Medizin

Heutzutage tauchen Artikel mit Überschriften wie "Kurkuma heilt Krebs" oder "Kurkuma reduziert das Alzheimer-Risiko" in jeder Ecke der Medizin, sowohl in den Nachrichten und sozialen Medien auf.

Forschungsgruppen auf der ganzen Welt haben bewiesen, dass Curcumin eine positive Wirkung auf Patienten haben könnte, die an Depressionen, Arthritis und einigen Formen von Krebs leiden.

Allerdings sollte man Zeitungen und Zeitschriften nicht bedingungslos vertrauen. Es ist allgemein bekannt, dass die Medien dazu neigen, nur einen Teil der Informationen aus ganzen wissenschaftlichen Veröffentlichungen wiederzugeben und so ihre Leser in die Irre zu führen.

Im Fall von Curcumin und seinen Vorteilen wurde in den Artikeln nur selten erwähnt, dass die meisten Forschungsprojekte an Labortieren durchgeführt wurden. Studien am Menschen fehlen deutlich um eine eindeutige Schlussfolgerung, dass Kurkuma tatsächlich ein wirksames und sicheres Mittel gegen die meisten menschlichen Krankheiten ist.

Warum gibts noch keine Kurkuma Wunderpille?

Das größte Problem, das einer Kurkuma-Superpille im Wege steht, ist die geringe Bioverfügbarkeit von Curcumin: Curcumin macht nur 3 % der Kurkuma aus. Das bedeutet, dass man mindestens 273 Portionen Curry essen müsste, um eine therapeutische Dosis Curcumin zu erhalten.

Ein weiterer Faktor, der die Entwicklung einer Pille gegen die Krankheit behindert, ist die Unfähigkeit des Curcuminmoleküls, die Blut-Hirn-Schranke zu passieren. Daher kann Curcumin nicht über den Blutkreislauf in das Nervengewebe gelangen.

Damit der Körper Curcumin besser aufnehmen kann, wird gerne Piperin zugesetzt. Allerdings steigert schwarzer Pfeffer die Bioverfügbarkeit von Kurkuma/ Curcumin kaum, kann jedoch ab einer Menge von über 2 Milligramm sogar gesundheitliche Risiken bergen.

Letzte Änderung: 28. Oktober 2022

Quellen

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