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Mit Saftkur abnehmen - ist das gesund?

Saftkuren werden immer bekannter und beliebter. Auf Social Media findet man sie zurzeit überall. Viele möchten mit einer Saftkur abnehmen und versprechen sich viel von diesen sogenannten Detoxkuren. Firmen werben mit "Abnehmen in nur fünf Tagen", "Trink dich schlank" oder "Entgiftung für den Körper". Doch was steckt tatsächlich hinter Saftkuren - was bewirken sie und wie sinnvoll sind sie?

Was ist eine Saftkur?

Eine Saftkur, auch als Detox Kur oder Juice Cleanse bekannt, ist eine Entgiftungskur, die über einige Tage durchgeführt wird. Üblicherweise handelt es sich hierbei um fünf Tage, an welchen ausschließlich Obst- und Gemüsesäfte zugeführt werden.

Auf feste Nahrung wird an diesen sogenannten Safttagen vollkommen verzichtet. Neben den vorgegebenen Obst- und Gemüsesäften sind zusätzlich noch Wasser, ungezuckerter Tee und klare Gemüsebrühe erlaubt. Zudem können Massagen, Bäder, Yoga-Einheiten und Spaziergänge die entgiftende Wirkung verstärken.

Wissenswert

Heutzutage gibt es schon einige Methoden der Saftkur. Hier findest du ein paar Beispiele:

  • Master Cleanse-Entgiftungsdiät (Zitronensaft-Diät): hierbei trinkt man zehn Tage lang eine Mischung aus Zitronensaft, Cayennepfeffer, Ahornsirup und Wasser.
  • Juice Fast-Diät (Saftfasten): bei dieser Fastenmethode ernährt man sich ausschließlich von Obst- und Gemüsesäften.
  • Mono Fruit-Entgiftungsdiät: hierbei handelt es sich um eine Saftkur, bei welcher ausschließlich der Saft einer Obstsorte getrunken wird.

Nährstoffversorgung bei Saftkuren

Bei Saftkuren wird der Körper mehrerer Tage lang (meist 5 Tage) ausschließlich mit Obst- und Gemüsesäften versorgt. Eine wichtige Frage, die sich hier stellt: wird der Körper trotz stark eingeschränkter Lebensmittelauswahl ausreichend mit wichtigen Nährstoffen versorgt?

Einige Hersteller achten bei der Produktion von Saftkuren auf eine Kaltpressung der Säfte, sodass tatsächlich einige Vitamine und Mineralstoffe in den Säften enthalten sind. Dennoch ist zu erwähnen, dass bei der Herstellung durch das Entfernen der Schale auch die enthaltenen Ballaststoffe verloren gehen.

Wissenswert

Die Zufuhr von Ballaststoffe bringt eine Vielzahl an positiven Eigenschaften mit sich

  • sie regen die Darmtätigkeit an und führen somit zu einer Verbesserung der Verdauung
  • Ballaststoffe erhöhen das Sättigungsgefühl
  • sie sorgen dafür, dass der Blutzucker nicht allzu hoch ansteigt und beugen somit ernährungsbedingte Erkrankungen, wie beispielsweise Diabetes Mellitus Typ II vor

Wenn somit tagelang auf Ballaststoffe verzichtet wird, kann sich dies negativ auf die Verdauung auswirken und zu Problemen beim Stuhlgang führen.

Weiters ist zu erwähnen, dass der enthaltene Fruchtzucker in den Säften zu einer Steigerung des Triglycerid- und LDL-Cholesterin Spiegels im Körper führt. Dies kann wiederum die Herzgesundheit negativ beeinflussen.

Ein weiteres Thema ist die Gewichtsreduktion. Ja, in den meisten Fällen kommt es zu einer Gewichtsreduktion während einer Saftkur (wie bereits oben erwähnt, ist alleinig die Kalorienrestriktion für diese verantwortlich). Das Gewicht, welches in dieser Zeit verloren geht, ist jedoch hauptsächlich Wasser, das nach der Beendigung der Kur, wieder eingelagert wird und somit das Gewicht wieder ansteigen lässt.

Hilft eine Saftkur?

Einige Firmen, welche Saftkuren anbieten, werben mit einer Vielzahl an Wirkungen. Beispielsweise soll der Stoffwechsel angeregt und der Körper entschlackt werde. Weiters sollen Saftkuren bei einer Gewichtsreduktion helfen, Stress reduzieren und das Immunsystem stärken.

Doch ob diese Statements berechtigt sind, werden wir im nächsten Absatz näher erläutern.

Die Übersichtsarbeit von Klein und Kiat (2005) zeigt, dass bisher keinerlei aussagekräftige Humanstudien vorliegen, welche die oben beschriebenen Wirkungen beweisen. Eine einzige Studie zeigt, dass die sogenannte Zitronensaft-Diät zu einer Reduktion des Körpergewichts und der Insulinwerte führt.

Des Weiteren werden Risikofaktoren für kardiovaskuläre Krankheiten minimiert. Nicht beschrieben wird jedoch, welche Auswirkung die Wiederaufnahme von fester Nahrung mit sich bringt. Da eine solche Saftkur nicht für eine Langzeiternährung bestimmt ist, ist anzunehmen, dass die zuvor beschriebenen Beschwerden nach Beendigung der Diät wieder auftreten.

Eine weitere Übersichtsarbeit (Obert et al. 2017) beschreibt die Effektivität und die möglichen Risiken von verschiedenen Diäten. Unter anderem wurden hierfür Detox Diäten, die Paleo-Diät und das Intermittierende Fasten herangezogen.

Bei allen untersuchten Diäten konnte eine Gewichtsreduktion erzielt werden. Die Autoren sind jedoch zu dem Entschluss gekommen, dass die Herangehensweise bzw. welche Art von Diät hierbei angewendet wird, nicht relevant ist. Ob Detox Diät, Paleo-Diät oder Intermittierendes Fasten - die Kalorienrestriktion, die bei allen Diäten erzielt wird, ist der alleinige Grund für den Gewichtsverlust.

Positive Effekte einer Saftkur

Im Fokus einer Saftkur sollte die Entlastung der Verdauungsorgane stehen. Die Gewichtsreduktion sollte nicht als Ziel einer solchen Kur herangezogen werden. Dies ist meist ein kleiner positiver Nebeneffekt, der jedoch nach der Beendigung wieder aufgehoben wird.

Auch für starke Raucher eignet sich eine Saftkur, um auf Nikotin zu verzichten und diese Kur als Startschuss in das Nichtraucherleben zu sehen. Weiters kann auch der Kaffeekonsum durch Saftkuren eingeschränkt werden, da während der Kur ein Verzicht auf Koffein vorgeschrieben ist.

Zusätzlich lernt man in der Zeit der Saftkur seinen Körper von einer ganz neuen und anderen Seite kennen. Man spürt etwa Hungergefühl und nimmt Kälte und Wärme viel intensiver wahr.

Ablauf einer Saftkur

Eine Saftkur besteht aus mehreren Phasen. Schon vor Beginn der offiziellen Saftkur sollte man sich auf die nächsten Tage vorbereiten.

1-2 Tage vor dem Fasten

Diese Tage dienen dem Körper zur Vorbereitung auf die Safttage. An diesen 1-2 Tagen ist es wichtig, den Organismus nicht "vollzustopfen" und üppige Mahlzeiten zu vermeiden. Ideale Lebensmittel für diese Tage sind beispielsweise gekochter Reis, Vollkornflocken und gekochtes Obst und Gemüse. Der Kaffee und Nikotin Konsum sollte in diesen Tagen bereits eingestellt werden.

Fastentage/Safttage (meist 3-5 Tage)

Wenn du das Saftfasten richtig durchführen möchtest, ist eine Darmentleerung vor dem ersten Safttag sinnvoll. Hierbei kommt es in der Regel zur Anwendung von Glaubersalz (erhältlich in der Apotheke). Alternativ können auch Abführtee oder Abführtropfen verwendet werden. Personen, welche diesen Mitteln gegenüber abgeneigt sind, können diesen Schritt auch auslassen und direkt mit der Saftkur beginnen.

Dann geht es auch schon los mit dem Saftfasten. Die einfachste und unkomplizierteste Methode ist die Verwendung von fertigen Säften, welche von verschiedensten Firmen angeboten werden.

Wichtig während der Zeit der Safttage:

  • Ausschließliche Zufuhr der Säfte
  • Neben den Säften darf zusätzlich Leitungswasser, stilles Mineralwasser und ungesüßter Tee getrunken werden
  • bei starkem Hungergefühl darf Fastensuppe gegessen werden
  • Kein Konsum von Nikotin oder Koffein
  • Bewegung an der frischen Luft und Entspannungseinheiten (z.B. Yoga) sinnvoll

Fastenbrechen

Dies findet am letzten Tag der Saftkur statt. Hierbei wird ein kleiner Apfel oder ein gekochtes Apfelkompott ganz langsam gegessen. Achte darauf, den Apfel bewusst zu essen und zu genießen. Am Abend des Fastenbrechens wird eine Gemüse-Kartoffel-Suppe (nicht püriert) empfohlen, sodass der Körper sich langsam wieder an feste Nahrung gewöhnen kann.

Aufbautage (ca. 5 Tage lang)

In den Tagen nach der Saftkur empfiehlt es sich, langsam wieder schrittweise an seinen Kalorienbedarf heranzutasten. Sehr fett- und zuckerreiche Lebensmittel solltest du in den ersten Tagen nach dem Saftfasten mit Vorsicht genießen. Idealerweise wird in diesen Tagen eine pflanzliche Ernährungsform ausgeführt, welche Vollkornprodukte, Obst, Gemüse und Samen und Nüsse beinhaltet.

Langfristige Ernährung

Nach Abschluss der Aufbautage wird eine bewusste, nährstoffreiche Ernährung in Kombination mit Bewegung empfohlen.

Auf folgende Dinge sollte geachtet werden:

  • Pflanzliche, ballaststoffreiche Lebensmittel, wie Vollkornprodukte, Obst, Gemüse, etc. bevorzugen
  • Fleischkonsum reduzieren
  • Koffein in geringen Mengen zuführen
  • Bewegung in den Alltag integrieren
  • Bewusst Zeit nehmen und langsam essen

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