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Therapie und Nebenwirkungen beim Glioblastom

Der Ansatz der mehrere Fachbereiche einschließt ist bei der Behandlung des Glioblastoms für das bestmögliche Ergebnis für den Patienten unerlässlich. Zu diesem Team gehören in der Regel Neurochirurgen, medizinische Onkologen, Strahlenonkologen und andere Spezialisten.

Hinweis

Das multidisziplinäre Tumorboard ist eine Schlüsselkomponente bei der Behandlung des Glioblastoms. Dem Team gehören Vertreter aller an der Behandlung des Patienten beteiligten Subdisziplinen an.

Das Gremium trifft sich regelmäßig, um den Fall des Patienten zu besprechen und den Behandlungsplan zu entwickeln und zu koordinieren.

Operation

Hirntumore entwickeln häufig eine Flüssigkeitsansammlung um den Tumor (Ödem), die den Hirndruck erhöhen und zu neurologischen Ausfällen führt. Steroide werden häufig eingesetzt, um Ödeme vor Beginn der Behandlung zu reduzieren. Vor einer Operation müssen die Risiken und der Nutzen abgewogen werden. Einerseits sollte die Operation auf eine vollständige Tumorentfernung abzielen, andererseits sollte die Operation, insbesondere angesichts der begrenzten Prognose, nicht verstümmelnd sein:

Die Entscheidung, einen Patienten mit einem Hirntumor zu operieren, ist eine komplexe Entscheidung. Das Ziel der Operation ist es, so viel wie möglich vom Tumor zu entfernen und gleichzeitig die neurologischen Funktionen zu erhalten. Die Risiken und Vorteile einer Operation müssen in jedem einzelnen Fall sorgfältig abgewogen werden.

Es gibt Hinweise darauf, dass die vollständige Entfernung des Tumors bei Patienten mit Glioblastom mit einer verbesserten Überlebensrate verbunden ist.

Wissenswert

5-ALA ist ein fluoreszierender Farbstoff, der von den Krebszellen aufgenommen wird. Er ermöglicht es dem Chirurgen, die Tumorzellen besser zu sehen und sie vollständiger zu entfernen. Unter der verwendung eines blauen Lichtes kann der Tumor optisch dargestellt werden.

48 bis 72 Stunden nach der Operation sollte eine MRT-Untersuchung durchgeführt werden, um das Ausmaß der Tumorentfernung zu beurteilen und festzustellen, ob ein Resttumor verbleibt.

Strahlentherapie

Nach der Operation wird in der Regel eine Strahlentherapie durchgeführt, um verbleibende Krebszellen abzutöten und das Risiko eines erneuten Auftretens zu verringern.

Für die Strahlentherapie ist eine Planungs-CT erforderlich, um einen Behandlungsplan zu erstellen. Die CT-Aufnahme dient dazu, die Größe und Form des Tumors und des umgebenden normalen Gewebes zu bestimmen. Die Resektionshöhle ist das Zielvolumen und wird um einen Sicherheitsabstand erweitert

Wissenswert

Die Strahlentherapie wird in vielen Fraktionen verabreicht, in der Regel pro Woche über 6 bis 7 Wochen. Auf diese Weise kann die Gesamtdosis in kleinere Dosen aufgeteilt werden, wodurch die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen geringer ist.

Die Strahlentherapie wird in der Regel mit einer Dosis von 60 Gy in 2 Gy pro Fraktion verabreicht. Die Gesamtdosis wird in kleinere Dosen aufgeteilt, wodurch die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen geringer ist. Patienten mit reduziertem Allgemeinzustand erhalten manchmal eine niedrigere Dosis von 40 Gy in 15 Fraktionen, um die Zeit im Krankenhaus zu verkürzen

Chemotherapie

Eine Chemotherapie wird häufig zusätzlich zur Strahlentherapie eingesetzt. Die häufigsten Chemotherapeutika zur Behandlung des Glioblastoms sind Temozolomid und Carmustin.

Die Standardbehandlung für die Chemotherapie bei Glioblastom ist das Stupp-Protokoll. Dieses Protokoll beinhaltet die Anwendung von Temozolomid während und nach der Strahlentherapie.

Nebenwirkungen bei Temozolomid

Temozolomid ist in der Regel gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen sollten berücksichtigt werden.

Temozolomid kann zu Übelkeit führen, weshalb ein zur Standradtherapie auch ein MIttel gegen Übelkeit wie zum Beispriel Zofran.

Temozolomid kann zu einer Schädigung der Leber führen. Selten ist dieses tödlich und in der Regel kommt es nur zu einem Anstieg der Leberwerte in der Laboruntersuchung. Wenn die Leberenzyme um das 3-5-fache ansteigen, sollte Temozolomid pausiert werden. Es sollte eine Ultraschalluntersuchung erfolgen, um zu prüfen, ob die Leber auch als Organ geschädigt wurde.

Temozolomid kann auch die Zahl der Lymphozyten einem Teil der Zellabwehr verringern, was zu Infektionen führen kann. Eine schwere Infektion ist die Pneumocystis-Pneumonie, weshalb eine prophylaktische Antibiotikagabe empfohlen wird.

Bei der Blutkontrolle müssen vor allem die Thrombozyten überwacht werden, da diese häufig reduziert sind.

Kombination von zwei Chemotherapien bei ausgewählten Patienten

Für Patienten mit MGNT Methylierung kommt auch eine Kombination aus Temozolomid und Lomustin (CCNU) in Frage. Diesbezüglich erfolgte eine Studie des Bonner Arztes Ulrich Herrlinger, die in der renomierten Zeitrschrift Lancet 2019 veröffentlicht wurde.

Die Ergebnisse der CeTeG-Studie zeigten, dass die Kombination aus Temozolomid und CCNU bei der Behandlung von Patienten mit neu diagnostiziertem MGNT Methyliertem Glioblastom wirksamer war als Temozolomid allein. Das durchschnittliche Gesamtüberleben betrug 48 Monate in der Kombinationsgruppe im Vergleich zu 31 Monaten in der Temozolomidgruppe.

Das Überleben konnte daher um über ein Jahr verlängert werden, was insbesondere aufgrund der ohnehin schon limitierten Lebenserwartung von großer Bedeutung ist. Liegt also bei Ihnen ein Glioblastom mit einer MGNT Methylierung vor, sprechen Sie Ihren Arzt auf die Möglichkeit einer Kombinationstherapie an.

Tumor-Treating-Fields

Tumorbehandlungsfelder (TTF) sind eine neue Behandlungsmethode für Hirntumore. TTF nutzt elektrische Felder, um die Teilung von Krebszellen zu unterbrechen. TTF wird mit einem tragbaren Gerät verabreicht, das vom Patienten getragen wird.

Das Gerät liefert elektrische Felder an die Tumorstelle. Die TTF ist gut verträglich und hat nur wenige Nebenwirkungen. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Hautreaktionen und Müdigkeit . Der Überlebensvorteil von TTF liegt bei etwa 4 Monaten.

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Glioblastom Experten

Professor Peter Vajkoczy ist ein international renommierter und führender Neurochirurg. Er hat Medizin an der LMU München studiert. Seine Facharztaus...

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Prof. Dr. rer. nat. Frank Gaunitz ist Biochemiker und Leiter der Forschungslabore der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie am Universitätsklinikum...

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