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Adipositas

Profilbild von Leyla Al-Sayegh Geschrieben von Leyla Al-Sayegh
Adipositas

Adipositas (auch „Fettleibigkeit“) bezeichnet starkes Übergewicht. Der Begriff der Adipositas leitet sich vom lateinischen Wort adeps = Fett ab. In Abgrenzung zu einer reinen Gewichtszunahme - beispielsweise durch Muskelaufbau - ist die Adipositas durch eine krankhafte Zunahme der Fettmasse charakterisiert.

Um eine Adipositas zu klassifizieren, wird der Körpermasseindex, auch Body-Mass-Index (BMI) genannt, verwendet.

Dieser errechnet sich wie folgt:

BMI = Körpergewicht [kg] / (Körpergröße [m] x Körpergröße [m]). Normalgewicht bei Erwachsenen besteht bei einem BMI von 18,5 - 24,9 kg/m². Übergewicht besteht ab einem BMI von 25 bis 29,9 kg/m² und ist somit noch keine Adipositas. Man spricht hier von einer Präadipositas (Prä = vor, also eine Vorstufe zur Adipositas).

  • Adipositas Grad I: 30 - 34,9 kg/m²
  • Adipositas Grad II: 35 - 39,9 kg/m²
  • Adipositas Grad III: 40 oder mehr - ab hier spricht man auch von "Adipositas per magna" oder "extremer Adipositas"

Im Gegensatz zum Übergewicht wird Untergewicht ab einem BMI von unter 18,5 definiert. Auch das Untergewicht stellt medizinisch gesehen ein gesundheitliches Risiko dar und sollte deswegen vermieden werden.

Der BMI steht allerdings als Maß der Adipositas in Kritik, da er nicht die Körperzusammensetzung (Wie viele Muskeln und wie viel Fett ist vorhanden?), sondern lediglich das Gewicht bewertet. Deswegen wird als weiteres Messverfahren zur Abschätzung des Körperfettanteils der Taillenumfang herangezogen. Ein Taillenumfang von >102 cm beim Mann und >88 cm bei Frauen gilt dabei als massiv erhöht. Die Vergrößerung des Taillenumfangs wird dabei mit dem größten Sterblichkeitsrisiko in Zusammenhang gebracht. Darüber hinaus gibt es noch weitere, seltenere und ungenauere Messverfahren, die manchmal ergänzend durchgeführt werden.

In der heutigen Welt stellt die Adipositas ein immer größer werdendes Problem dar. Weltweit gesehen haben sich Fälle von Adipositas innerhalb von 40 Jahren circa verdreifacht, sodass im Jahr 2016 insgesamt gesehen circa 60 Millionen Erwachsene fettleibig waren – das sind ungefähr 13 % der erwachsenen Weltbevölkerung.

In Europa werden um die 20 % der Erwachsenen als adipös eingestuft, wobei bei 2 % eine Adipositas Grad III diagnostiziert werden kann. Auch bei den Kindern steigt die Zahl der Übergewichtigen. Mittlerweile zählen circa 25 % der europäischen Schulkinder als übergewichtig.

Insgesamt steigt das Risiko, an Übergewicht zu leiden, mit dem Alter an. Das Geschlecht spielt dabei keine Rolle. Dahingegen kann festgestellt werden, dass Menschen mit niedrigem Sozialstatus vermehrt an Übergewicht und Fettleibigkeit leiden. Das ist darauf zurückzuführen, dass kalorienreiche, aber nährstoffarme Lebensmittel in der Regel billiger sind als hochwertige Nahrungsmittel. Das führt zum einen dazu, dass pro Mahlzeit mehr Kalorien aufgenommen werden und zum anderen, dass das Sättigungsgefühl nicht so lange anhält, weswegen schneller wieder etwas zu Essen gebraucht wird.

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren einer Adipositas?

Grundsätzlich entsteht Adipositas, wenn die Energiezufuhr (in Form von Essen) den Energieverbrauch (in Form von Bewegung) übertrifft. Einfach gesagt: Wer mehr Kalorien zu sich nimmt als verbrennt, nimmt an Gewicht zu.

Aus evolutionärer Sicht hat es einen großen Sinn, dass ein Überangebot an Nahrung im Körper als Fettdepot gespeichert wird und dass die überschüssigen Kalorien nicht einfach ausgeschieden werden: In der Urzeit gab es natürlicherweise Phasen, bei dem das Nahrungsangebot knapp war. Diejenigen, die sich vor diesen Mangel-Zeiten viel Gewicht und damit Fett anessen konnten, hatten größere Chancen auch mit wenig Nahrung länger zu überleben.

Bei den Ursachen der Adipositas kann zwischen primären und sekundären Formen unterschieden werden. Primär bedeutet, dass keine Adipositas-verursachende Vor- oder Grunderkrankung bekannt ist. Bei circa 95 % der Adipösen liegt die primäre Form vor. Es sind eine Vielzahl an Faktoren bekannt, die die Entstehung der primären Adipositas begünstigen.

Den größten Risiko-Punkt stellt der moderne Lebensstil dar. Das Überangebot an Nahrung in der westlichen Welt hat bei vielen Personen auch die Überernährung als Folge: Menschen, deren Lebensweise zur überschießenden Kalorienaufnahme führt, werden an Gewicht zunehmen. Gleichzeitig führt die leistungsorientierte Gesellschaft, der allgegenwärtige Stress und der von vielen erlebte Zeitmangel zu einer Verminderung der körperlichen Aktivität. Die in Übermaß sitzenden Tätigkeiten in der Arbeit, aber auch im Alltag tragen darüber hinaus zum Bewegungsmangel bei.

Insgesamt essen wir also zu viel und bewegen uns zu wenig, was auf langer Sicht genau dazu führt, dass wir Fettdepots einlagern und Gewicht zunehmen. Weitere Risikofaktoren, die mit einer Erhöhung des BMIs einhergehen, sind Stress, depressive Verstimmungen, Essstörungen und Schlafmangel.

Darüber hinaus spielt die Genetik eine wichtige Rolle: Heutzutage sind einige Genveränderungen bekannt, die Übergewicht bzw. Fettleibigkeit begünstigen können. Meistens ist es so, dass viele kleine Genveränderungen schuld daran sind, dass betroffene Personen eher Fett anlegen oder vermehrt Hunger verspüren als andere. Eine familiäre Häufung an Adipositas konnte in vielen Studien bewiesen werden.

In den letzten Jahren wurde vermehrt das Ungleichgewicht der Darmflora als konkreter Faktor für die Gewichtszunahme in den Fokus gerückt. Unser Magen-Darm-Trakt ist nämlich von Millionen von Mikroorganismen besiedelt, die uns beim Verdauen der Lebensmittel helfen. Die Summe der im Darm lebenden Mikroorganismen bezeichnen wir als „Darmflora“. Neueste Studien zeigen, dass ein Ungleichgewicht dieser Bakterien im Darm eine wichtige Rolle bei der Gewichtszunahme spielen kann. Es bedarf allerdings an weiterer Forschung.

Heutzutage ist auch die Psyche ein großer Punkt, was das Gewicht betrifft: Es ist wohlbekannt, dass viele Menschen auf Stress, Einsamkeit oder Frustration mit Nahrungsaufnahme (oft Heißhungerattacken) reagieren. Dieses Phänomen ist auch wissenschaftlich bewiesen: Essen (meistens hochkalorisches) kann das Belohnungssystem aktivieren, wodurch Glückshormone ausgeschüttet werden. Das führt dazu, dass wir immer mehr wollen, um uns glücklicher zu fühlen. Der gleiche Effekt führt übrigens zu Abhängigkeit und Sucht (z.B. bei Drogen).

Sekundäre Ursachen (circa 5 %) hingegen sind jene, bei denen Adipositas durch eine Grunderkrankung ausgelöst wird: Ein Ungleichgewicht im Hormonhaushalt kann die Entwicklung der Fettleibigkeit begünstigen: Bei gewissen Problemen mit Hormonen der Schilddrüse, des Pankreas oder der Nebenniere kann Übergewicht als Folge auftreten. Beispiele hierfür sind eine Schilddrüsenunterfunktion (lat. Hypothyreose) oder das polyzystische Ovarialsyndrom, das durch ein Hormon-Ungleichgewicht im weiblichen Körper definiert ist. Auch die Zuckerkrankheit Diabetes führt zu Übergewicht, vor allem, wenn sie nicht gut behandelt ist.

Erkrankungen oder Eingriffe am Gehirn sind zwar selten, aber müssen auch als Faktoren, die zu Adipositas führen können, genannt werden: Bestimmte Hirntumore (am sogenannten Hypothalamus oder der Hypophyse im Hirn) bzw. eine dort stattgefundene Operation oder Bestrahlungstherapie können die Regulation der Kalorienzufuhr beeinträchtigen.

Es gibt auch ein paar genetische Syndrome, bei denen als Begleiterscheinung eine Fettleibigkeit auftritt. Ein Beispiel ist das sogenannte „Prader-Willi-Syndrom“, bei dem es unter anderem zu unkontrollierbaren Appetit ohne Sättigungsgefühl kommt.

Auch einige Medikamente haben erwiesenermaßen eine Gewichtszunahme als unerwünschte Wirkung. Darunter fallen Kortison, aber auch einige Medikamente, die gegen Epilepsie oder psychiatrische Erkrankungen eingesetzt werden, sowie Mittel gegen die Zuckerkrankheit oder zur hormonellen Verhütung.

Was sind die Symptome einer Adipositas?

Symptome bzw. Krankheitsbilder entstehen, die ein ernsthaftes Risiko für lebensgefährliche Erkrankungen darstellen.

Zu typischen Auffälligkeiten, die direkt durch das Übergewicht verursacht werden, zählen verminderte körperliche Belastbarkeit mit Atemschwierigkeiten, Herzrasen und raschen Ermüden, verstärktes Schwitzen und außerdem eventuell Schmerzen des Bewegungsapparats (Knie-, Hüft- oder Rückenschmerzen sind sehr häufig) und unter Umständen auch psychische Belastung. Es wird ein Zusammenhang von Depressionen und Übergewicht beschrieben.

Als Grund wird hauptsächlich die gesellschaftliche Intoleranz gegenüber Fettleibigen, die zu Mobbing und Hänseleien führen. Daneben wird der innerliche Druck bzw. Wunsch „schlank zu sein“ gemischt mit der Frustration bei misslungenen Abnehmversuchen als Faktor für Depressionen und Angststörungen beschrieben.

Weitere Symptome richten sich dann eben nach der Entwicklung von Nebenerkrankungen. Das Risiko, an Begleiterkrankungen zu leiden, steigt mit der Zunahme an Gewicht massiv an. Studien zeigen, dass das Sterberisiko bei einem BMI von 35 oder mehr gegenüber normalgewichtig verdoppelt ist.

Daher ergeben sich die Symptome, die bei Adipositas auftreten, vor allem aus den Begleiterkrankungen, die durch das Übergewicht ausgelöst werden. Dies sind vorwiegend internistische oder orthopädische Erkrankungen oder Tumore. Die meisten Adipösen sind multimorbid, das bedeutet, dass sie an mehreren Übergewicht-assoziierten Erkrankungen leiden.

Im Endeffekt führen alle Veränderungen des Körpers, die durch Fettleibigkeit begünstigt werden, zu einer Erhöhung des kardiovaskulären Risikos. Das bedeutet, dass die im Normalfall elastischen Blutgefäße versteifen, verengen oder sogar ganz verschließen, sodass das Blut nicht mehr ungestört durchfließen kann. Das verursacht früher oder später wiederum Herzinfarkte, Hirnschläge oder anderen, schwerwiegenden Blutgefäßerkrankungen.

Folgeerscheinungen von Übergewicht

Im Folgenden findet sich eine Zusammenfassung der durch Fettleibigkeit begünstigten Folgeerscheinungen, die sich teilweise gegenseitig begünstigen können.

Das metabolische Syndrom wird durch das Auftreten von mehreren Krankheitsbildern definiert: Adipositas, erhöhte Blutfettwerte, erhöhter Blutdruck und erhöhte Blutzuckerwerte. Alle dieser Faktoren führen an sich zu einem kardiovaskulären Risiko, durch die Kombination wird dieses Risiko natürlich nochmals erhöht.

Die Fettleber („non-alcoholic steatosis hepatis“) ist eine der 1. Veränderungen bei Übergewicht. Durch die Fettleber entstehen auch erhöhte Blutfettwerte, Fettstoffwechselstörungen und Insulinresistenz. Das Risiko zur Entwicklung von Diabetes Typ 2 und Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt dadurch an.

Eine andere häufige Folge von Übergewicht ist die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ 2). Die Zuckerkrankheit ist durch die Erhöhung des Blutzuckers („Blutglucose“) definiert. Das Hormon Insulin ist sozusagen der Schlüssel, den unsere Körperzellen brauchen, um den Zucker aus dem Blut aufnehmen zu können. Beim Typ-2-Diabetes werden unsere Zellen allerdings immun gegen das Insulin, weswegen nicht mehr so viel Zucker aufgenommen werden kann. Der Zucker bleibt dann im Blut zurück.

Eine erhöhte Fettmasse fördert diese sogenannte „Insulinresistenz“ durch komplexe, vor allem hormonelle Abläufe im Körper. Darüber hinaus führt die ständige Zufuhr von Zucker zu einem grundsätzlich erhöhten Blutzuckerspiegel. Die ersten Symptome bei Diabetes mellitus sind Leistungsminderung und Müdigkeit, vermehrter Harndrang und Durstgefühl, Sehstörungen, Wadenkrämpfe und Juckreiz. Beim Fortschreiten der Erkrankung kann es zu schweren Entgleisungen der Körperregulation bis hin zum Koma kommen.

Erhöhte Blutfette („Dyslipidämie“) finden sich bei fast allen übergewichtigen Menschen. Sowohl die Triglyceridwerte als auch das Gesamtcholesterin und LDL („low density lipoprotein“) - das „schlechte Cholesterin“ - steigen, während HDL („high density lipoprotein“) - das „gute Cholesterin“ - sinkt. Diese Blutfettänderung wird an sich nicht gespürt, begünstigt aber wiederum das Risiko an einem Herz-Kreislauf-Leiden zu erkranken, da sich das überschüssige Blutfett an den Gefäßwänden ablagern kann, wodurch die Blutgefäße nach der Zeit verengt werden.

Der Bluthochdruck („Hypertonie“) ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen der Menschen. Bei adipösen Menschen findet sich der Bluthochdruck allerdings eindeutig öfter als bei einer normalgewichtigen Vergleichsgruppe. Der Bluthochdruck entsteht, wenn das Herz mehr Kraft aufwenden muss, um ausreichend Blut in den gesamten Körper pumpen zu können. Rein mechanisch erfordert die durch Adipositas bedingte Vermehrung der Körpermasse einen größeren Druck am Herzen, um genug Blut zu allen Zellen bringen zu können. Auf längere Sicht kann das zu einem Herzversagen führen.

Außerdem führen hormonelle, nervöse (also die Nerven betreffend) und anatomische Anpassungsänderungen ebenfalls zu einer Erhöhung des Blutdrucks. Eine Hypertonie ist an sich nicht schmerzhaft, grundsätzlich ist allerdings gut erforscht, dass ein erhöhter Blutdruck stark mit Herz- oder Blutgefäßerkrankungen zusammenhängt: Eine Hypertonie ist einer der Haupt-Risikoparameter für das Erleiden eines Herzinfarkts, Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen, Verkalkungen der Blutgefäße und des plötzlichen Herztods.

Die Erhöhung der Harnsäure („Hyperurikämie“) im Blut entsteht in Kombination mit dem metabolischen Syndrom hauptsächlich dann, wenn zu viele sogenannte Purine mit der Nahrung aufgenommen und nicht mehr ausreichend über die Niere ausgeschieden werden können. Purine finden sich vermehrt in Fleisch und Bier. Eine Ernährung mit viel Alkohol und Softdrinks sowie ein hoher BMI begünstigen darüber hinaus das Auftreten einer Hyperurikämie. Erhöhte Harnwerte können einen Gichtanfall auslösen. Dieser ist geprägt durch schmerzhafte, plötzliche Entzündung in genau einem Gelenk. Typischerweise ist das Gelenk des großen Zehs betroffen, manchmal auch das Sprunggelenk. Das betroffene Gelenk zeigt eine Rötung, Überwärmung, Schwellung und ist sehr schmerzhaft.

Magen-Darm-Erkrankungen, wie Sodbrennen und Oberbauchschmerzen sind die häufigsten vom fettleibigen Betroffenen wahrgenommenen Schmerzen. Diese sind zum einen auf eine Verdrängung der Organe durch zunehmende Fettmasse zurückzuführen, zum anderen werden bei adipösen Menschen häufiger Gallensteine oder Leberveränderungen sowie Erkrankungen des Darms diagnostiziert. Gallensteine können beispielsweise mit massiven, kolikartigen Schmerzen im rechten Oberbauch einhergehen und erfordern meistens eine sofortige Operation.

Auch die Lunge kann durch vermehrte Fetteinlagerungen ein wenig verdrängt werden, was zu Atemproblemen führen kann. Häufig leiden fettleibige Personen überdies an einer obstruktiven Schlaf-Apnoe, also einem Atemstillstand (bis zu 120 Sekunden) während des Schlafens. Durch die Fetteinlagerungen im Kopf-Hals-Bereich, kann während des Schlafens der Atemweg im Rachenbereich nämlich versperrt werden. Patienten erwachen dann in der Regel – es kann nicht mehr durchgeschlafen werden. Diese Schlaf-Atemstillstände führen zu Tagesmüdigkeit, erhöhte Unfallgefahr, Achtsamkeits- und Konzentrationsstörungen und morgendlichen Kopfschmerz sowie zur Erhöhung des Herz-Kreislauf-Erkrankungs-Risikos wegen physiologischer Veränderungen im Körper, die durch den kurzzeitigen Sauerstoffmangel bedingt sind.

Für Personen mit Kinderwunsch ist die adipositasbedingte Schwangerschaftsproblematik besonders relevant. Es werden einige Probleme, die mit Adipositas in der Schwangerschaft in Verbindung gebracht werden, häufig genannt: Entwicklung von Schwangerschaftsdiabetes, Bluthochdruck oder Präeklampsie, genauso wie Frühgeburtlichkeit, Terminüberschreitungen und Wochenbettkomplikationen. Gerade für schwangere Patientinnen mit erhöhtem BMI sind daher regelmäßige Kontrollen beim Frauenarzt/-ärztin außerordentlich wichtig.

Es werden auch Krebserkrankungen im Zusammenhang mit Adipositas gebracht. Studien zur Häufigkeit und zum möglichen Entstehungsmechanismus von Tumorerkrankungen bei Adipositas konnten ein eindeutiges Krebserkrankungsrisiko für Fettleibige zeigen. Zu den häufigsten Krebsarten gehören dabei: Brustkrebs (bei Frauen), Dickdarm- und Enddarm-Krebs und Gebärmutterschleimhaut-Krebs (bei Frauen), aber auch andere Tumorformen werden bei Fettleibigkeit häufiger gefunden.

Zusammengefasst kann man sagen, dass Adipositas an sich zwar Probleme (zum Beispiel Schmerzen des Bewegungsapparats, Atemprobleme und Leistungsminderung) mit sich bringt, aber erst die dadurch entstehenden Begleiterkrankungen, die vor allem das Herzkreislaufsystem betreffen, die größten Komplikationen machen. Durch Adipositas bzw. die Adipositas assoziierten Krankheiten entstehen häufig Herzinfarkte, Durchblutungsstörungen, Lungeninfarkte, Schlaganfälle und Krebserkrankungen. Der Überschuss an Gewicht an sich kann allerdings die Lebensqualität durch verminderte Leistungsfähigkeit, Gelenkschmerzen und psychische und soziale Faktoren massiv einschränken.

Wie wird die Adipositas diagnostiziert?

Der erste Hinweis auf ein starkes Übergewicht zeigt schon das äußere Erscheinungsbild. Zur Diagnosestellung der Fettleibigkeit sollte zuerst aber auch immer eine genaue Anamnese, also ein ärztliches Gespräch über die Entstehung der Erkrankung, genauso wie des sozialen und familiären Umfelds und eventuellen Beeinträchtigungen des Alltags durchgeführt werden. Dabei sollte vor allem auf die Ernährung und sportliche Aktivitäten, sowie vorangegangene Erkrankungen und eventuelle Medikamenteneinnahme genauer eingegangen werden. Auch Vor- und Begleiterkrankungen und familiär gehäufte Krankheiten sind in diesem Zusammenhang unbedingt zu nennen.

Zur genaueren Diagnose werden verschiedene Mittel, die gleichzeitig als Klassifikationsparameter der Adipositas dienen, verwendet. Zum einen wird der BMI ermittelt – also das Körpergewicht [kg] durch die Körpergröße [m] x2. Normalgewicht bei Erwachsenen besteht bei einem BMI von 18,5 - 24,9 kg/m². Alles darüber wird als Übergewicht oder als Fettleibigkeit (Grad 1, 2 oder 3) gewertet. Als weitere diagnostische Maßnahme kann die Messung des Taillenumfangs herangezogen werden. Anzustreben wären <94 cm bei Männern und <80 cm bei Frauen – Werte darüber bringen ein erhöhtes Risiko für Begleiterkrankungen mit sich. Eine Vergrößerung des Taillenumfangs zeigt das Vorhandensein von tief liegenden, „viszeralen“ Bauchfett an, das laut heutigem Wissen am meisten mit einem erhöhtem Sterberisiko zusammenhängt.

Außerdem gibt es weitere Messverfahren, die zum Einschätzen des gesundheitlichen Risikos, das durch Übergewicht entstehen kann, gerne herangezogen werden. Beispiele sind das „Hüfte zu-Größe-Verhältnis“ oder das „Hüfte-zu-Taille-Verhältnis“, sowie die Hautfaltenmessung. Letzteres wird ermittelt, indem mithilfe einer speziellen Zange an bestimmten Körperpunkten (Armen, Rücken und Bauch) die Dicke des Fett- und Hautgewebes erfasst wird.

Des Weiteren kann zur Messung der Gewebezusammensetzung des Körpers auch ein Bioimpedanzanalyse durchgeführt werden. Dafür müssen sich Patienten barfuß auf eine spezielle Waage stellen, während sie sich mit den Händen an Griffen festhalten. Innerhalb einiger Sekunden wird dann mittels elektrischen Wechselstrom der Anteil an Muskel-, Fett- und Knochenmaske sowie der Wassergehalt des Körpers gemessen. Bei einem Körperfettanteil von über 30 % bei Frauen bzw. über 20 % bei Männer wird von Adipositas gesprochen. Die Ergebnisse der Bioimpedanzanalyse müssen allerdings mit Vorsicht interpretiert werden, da es einerseits verschiedenste genauere bzw. ungenauere Versionen am Markt gibt und andererseits bei starker Fettleibigkeit die Werte verfälscht sein könnten.

Wichtig bei diagnostizierter Fettleibigkeit ist es, den Grund der Entstehung herauszufinden, genauso wie möglicherweise bestehende Begleiterkrankungen zu erfassen. Im Endeffekt zählt nämlich nicht das Vorliegen eines höheren Fettanteils an sich, sondern das dadurch entstehende Risiko frühzeitig schwer zu erkranken oder sogar zu versterben.

Deswegen ist neben einem tiefergreifenden Gespräch eine Blut- und Urinuntersuchung und ein „gesamtheitliches Durchchecken“ – z.B. mit Blutdruck- und Pulsmessung, Herzultraschall, EKG, Ultraschall des Bauchs, Lungenfunktion – unbedingt notwendig. Auch auf die psychische Gemütslage sollte unbedingt eingegangen werden, damit etwaige Therapiemöglichkeiten bei Bedarf angeboten werden können.

Therapie bei Adipositas

Die Therapie der Fettleibigkeit besteht in erster Linie immer aus einer Gewichtsabnahme durch Lebensstil-Modifikation. Dafür werden 3 Säulen zur Basistherapie angewandt:

  • Ernährungsumstellung mit Kalorienreduktion
  • Bewegungstherapie
  • Verhaltenstherapie

Hier wird schon verdeutlicht, dass die Therapie eine lebenslange Lifestyle-Umstellung, mit Änderung von Ernährungs- und Lebensgewohnheiten, mit sich bringt. Die Patienten müssen hier einen aktiven Part spielen, um ihr Ziel zu erreichen. Betroffene können zum einen selbst versuchen, diese Umstellung für sich durchzuführen, oder über Spezialisten/Innen oder in spezialisierten Zentren, z.B. Adipositas-Ambulanzen im Krankenhäusern mit Ernährungsberatung, Physiotherapie, Ergotherapie, etc., Unterstützung erfahren.

Die Verhaltenstherapie wird von dazu ausgebildeten Psychotherapeuten durchgeführt und zeigt ausgezeichnete Erfolge bei der Unterstützung der Lebensstil-Umstellung. Das wichtigste Kriterium ist, dass man für sich selbst einen nachhaltigen und gesunden Lebensstil schafft, der eine kalorienreduzierte, nährstoffreiche Ernährung, eine sportliche Aktivität, die Spaß macht und regelmäßig ausgeführt werden kann und eine positive Einstellung zur Gewichtsabnahme und dem Leben im Generellen mit sich bringt.

Des Weiteren stehen einige Medikamente für eine Gewichtsreduktion zur Verfügung. Diese ersetzen eine Lebensstil-Änderung allerdings nicht, sondern sollen eine unterstützende Maßnahme sein. Zu den häufig eingesetzten Medikamenten gehören Orlistat (hemmt die Fettspaltung im Darm, wodurch Fett nicht aufgenommen werden kann), im Gehirn wirksame Appetitzügler (z.B. Sibutramin) und auch Diabetesmedikamente, wie Liraglutid. Nebenwirkungen und Unverträglichkeiten kommen leider recht häufig vor und reichen von leichten Bauchbeschwerden, bis hin zu Fettstühlen, starke Blähungen, zentrale Erregung, Bluthochdruck und Herzrasen, Beeinträchtigung des Schlafs und des Reaktionsvermögens bis zur Abhängigkeit.

Eine weitere Alternative stellt die chirurgische Therapie („Gewichtsreduktions-Operation“ oder „bariatrische Operation“) dar. Diese sollte aber erst in Erwägung gezogen werden, wenn es sich um massive Adipositas mit BMI >40 kg/m2 oder einem BMI von >35 kg/m2 mit Vorhandensein von oben erwähnten Begleiterkrankungen handelt und die anderen therapeutischen Maßnahmen nicht zielführend waren.

Die am häufigsten durchgeführten Operationsverfahren sind das Anlegen eines oder das Durchführen eines Magenbypasses. Bei der Schlauchmagen-Operation Schlauchmagens wird der größte Teil des Magens entfernt, sodass schon bei kleinen Portionen ein Sättigungs- bzw. Völlegefühl einsetzt. Beim Magenbypass wird sowohl ein Teil des Magens entfernt, damit schon kleinere Nahrungsmengen zur Sättigung führen, als auch ein Teil des Darms umgangen, um die Aufnahme der zugeführten Nahrung im Darm zu verringern. Es gibt auch noch weitere, mögliche Operationen, die seltener durchgeführt werden. Nebenwirkungen (z.B. Sodbrennen oder Unterzuckerung) sind häufig, vor allem bei nicht einhalten der Diät-Vorgaben nach der Operation.

Im Weiteren richtet sich die Behandlung nach den Nebenerkrankungen, wobei eine Gewichtsreduktion häufig auch eine Besserung der Begleitkrankheiten mit sich bringt. Es gibt sehr gut erforschte und wirksame Medikamente gegen hohe Blutfett- und Blutzuckerwerte sowie für hohen Blutdruck.

Auch etwaige psychische Probleme sollten bei der Behandlung nicht vernachlässigt werden. Hierfür können Medikamente sowie Psychotherapien angeboten werden.

Wie kann man einer Adipositas vorbeugen?

Natürlich wäre es von Vorteil, gar nicht erst an Übergewicht zu erkranken, was durch eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität und das Führen eines gesunden Lebensstils durchaus gut verhinderbar ist. Darüber hinaus sollte Stress und Schlafmangel so gut es geht vermieden werden. Depressive Verstimmungen, Schlafmangel oder Essstörungen sollten möglichst früh von psychotherapeutischer Seite behandelt werden.

Eine Formel für die eine richtige Ernährung wurde leider trotz intensiver Forschung noch nicht gefunden. Es gibt unzählige Ratgeber und Ernährungstipps als Buchformat oder auf Internetplattformen. Im Endeffekt muss man für sich einen Weg finden, um einen nachhaltigen und gesunden Lebensstil zu schaffen.

Darüber hinaus ist in jedem Fall eine regelmäßige Untersuchung beim Hausarzt auf jeden Fall empfehlenswert, um Erkrankungen frühzeitig erkennen und behandeln zu können.

Wie ist die Prognose einer Adipositas?

Bei Übergewicht (BMI von 25-29 kg/m2) ist das Sterblichkeitsrisiko an sich nicht erhöht.

Es ist allerdings wohlbekannt, dass Adipositas (BMI >30 kg/m2) mit einer erhöhten Sterblichkeitsrate einhergeht, die vor allem von den Begleiterscheinungen abhängt.

Insgesamt gesehen können Studien belegen, dass das Sterblichkeitsrisiko von Fettleibigen um 50 300 % erhöht ist. Zur ungefähren Abschätzung liegen Daten einer Studie vor, bei der gezeigt wurde, dass das Leben von Personen mit einem BMI von 30-35 kg/m2 um 2-4 Jahre und bei jenem mit einem BMI von 40-45 kg/m2 sogar um 8-10 Jahre verkürzt ist.

Außerdem konnte bei vielen adipösen Patienten eine erniedrigte Lebensqualität – sowohl körperlicher als auch psychischer Natur – nachgewiesen werden.

Alternativmedizinische Behandlungsmöglichkeiten und Haushaltsmittel bei einer Adipositas

Die beste Therapieoption ist eine Änderung des Lebensstils. Die 3 Säulen der Basistherapie (Ernährungsumstellung mit Kalorienreduktion, Bewegungstherapie und Verhaltenstherapie) stellen dabei einen guten Anhaltspunkt dar. Natürlich muss man die Lebensstil-Modifikation nicht alleine durchstehen, es gibt professionelle Stellen und Zentren, die eine optimale Unterstützung anbieten können.

Es gibt zahlreiche Ratgeber und Internetplattformen, die einen Ansatz für das Gelingen der Gewichtsreduktion bringen, wobei von Crash-Diäten dringend abgeraten wird.

Als pflanzliche Mittel, die bei der Gewichtsreduktion helfen sollen, werden Meerträubel, Apfelwein oder Brennnessel erwähnt. Zudem werden Unmengen an homöopathische Mittel, die eine Gewichtsreduktion vermitteln sollen, angeboten. Solche Zusatzstoffe sollten allerdings nur in Kombination mit der Basistherapie oder medikamentöser Behandlung angewandt werden, um ausreichend Erfolge zu erzielen.

Empfehlungen zur Nachsorge bei einer Adipositas

Regelmäßige Gewichtskontrollen in spezialisierten Zentren (z.B. Adipositas-Ambulanzen in Spitälern) oder beim Hausarzt/der Hausärztin können einen Motivationsschub bringen und dabei helfen, die Ziele schneller zu erreichen.

Außerdem ist es für Patienten, die übergewichtig oder adipös sind, besonders wichtig, regelmäßige Untersuchungen beim Hausarzt/der Hausärztin durchzuführen, um möglichst bald auf ein eventuelles Entstehen von Begleiterkrankungen aufmerksam zu werden und frühzeitig handeln zu können.

Je nach gewählter Therapie ist eine Nachsorge nach ärztlichem Ermessen erforderlich. Die Wirkung bzw. unerwünschte Wirkung von Medikamenten sollte auf jeden Fall regelmäßig und vor allem anfangs in kurzen Abständen geprüft werden. Ebenso ist eine Erfolgskontrolle und die Überprüfung von Komplikationen nach bariatrischen Operationen unbedingt engmaschig beim behandelnden Arzt/Ärztin durchzuführen.

Zusammenfassung

Die Adipositas („Fettleibigkeit“) bezeichnet einen Zustand starken Übergewichts, der durch eine krankhafte Zunahme der Fettmasse charakterisiert ist. Auftretende Symptome sind vermehrtes Schwitzen, Gelenkschmerzen (v.a. Rücken, Hüfte, Knie), verminderte Leistungsfähigkeit und schnellere Ermüdbarkeit sowie ein (massiv) erhöhtes Risiko, Begleiterkrankungen – allen voran Herzkreislauf-Erkrankungen, wie Herzinfarkten oder Schlaganfällen – zu entwickeln.

Diagnostiziert und klassifiziert wird das Maß der Fettleibigkeit in erster Linie über das Ermitteln des BMI, aber auch über den Taillenumfang und die Therapie besteht in erster Linie aus Lebensstil-Modifikationen (Ernährung, Bewegung, Verhalten), aber auch aus unterstützenden Medikamenten und im Fall von schwerer Fettleibigkeit aus Gewichtsreduktionsoperationen.

Quellen
  • Herold, G. 2019. Innere Medizin. De Gruyter.
  • Prentner, A. 2017. Heilpflanzen der Traditionellen Europäischen Medizin. 1 ed.: Springer.
  • Riedl, B. 2017. Basiswissen Allgemeinmedizin 1ed.: Springer.
  • Bhagavathula, A. S., K. Vidyasagar, and J. Khubchandani. 2022. "Organic Food Consumption and Risk of Obesity: A Systematic Review and Meta-Analysis." Healthcare (Basel) 10 (2). https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/35206846.

Adipositas Ratgeber durch deine Erkrankung

Häufig gestellte Fragen

Laut eines Beschlusses der Europäischem Gerichtshof von 2014 kann Adipositas als Behinderung gelten, wenn sie eine Einschränkung im Berufsleben mit sich bringt.

Adipositas ist eine der drei wichtigsten Gründe für Erkrankungen und Todesfälle in der westlichen Welt. Neben der Adipositas zählen hierzu das Rauchen und der Alkoholismus. Allgemein ist Adipositas ein Risikofaktor für viele andere Erkrankungen, z.B. auch für einen schweren Verlauf bei einer Covid-Infektion.  Eine lang bestehende Adipositas führt zu einer deutlichen Verschlechterung der Lebensqualität und auch zu einer verkürzten Lebensdauer. Natürlich ist das Ausmaß der Adipositas hierbei entscheidend. Allgemein gilt aber: Bei bestehender Adipositas sollte - wenn möglich gemeinsam mit dem Hausarzt/der Hausärztin oder Spezialisten/Innen - ein Therapieplan erstellt werden, um auf gesundem Wege Gewicht zu verlieren.

Beim Übergewicht (BMI 25 - 29,9 kg/m²) konnte kein erhöhtes Sterblichkeitsrisiko festgestellt werden. Ab einem BMI von 30kg/m2 – also ab „Adipositas“ – steigt das Sterblichkeitsrsisiko allerdings massiv an. Bei schwerster Adipositas ist sogar eine Lebenszeitverminderung von bis zu 20 Jahren festgestellt worden.

Ja, adipöse Patienten/Innen können mit dem richtigen Lebensstil, eventuell kombiniert mit Medikamenten oder einer Gewichtsreduktionsoperation wieder ein gesundes Normalgewicht erreichen.

Der Körper reagiert auf eine Vermehrung der Körperfettmasse auf verschiedenste Art. Erstens führt die mechanische Belastung bei Zunahme des Körperfetts allein schon zu Problemen. Beispielsweise werden Organe durch Bauchfett verdrängt, sodass häufig Sodbrennen (durch Druck auf den Magen) oder Atemstörungen (durch Druck auf die Lunge) auftreten. Außerdem werden Gelenke durch das Mehrgewicht übermäßig beansprucht, was zu häufigeren Gelenksschmerzen führt. Zweitens spielt das Fettgewebe eine sehr wichtige Rolle im Hormonhaushalt des Körpers: Zum einen produziert Fett selbst Hormone, die die Nahrungsaufnahme steuern, zum anderen kann es wichtige Stoffwechselhormone, wie Insulin, stark beeinflussen. Drittens führt eine Fettzunahme zu Veränderungen des Körpers, die das Risiko für Herzkreislauferkrankungen erhöhen. Das Herz muss sich mehr anstrengen, um Blut herauszupumpen, damit dieses auch jede Zelle erreicht. Im Blut sammeln sich mehr Blutfette und Blutzucker, die auf längere Sicht gefährlich für die Blutgefäße werden können, wodurch Herzinfarkte oder Schlaganfälle schneller auftreten.

Die Therapie der Fettleibigkeit besteht in erster Linie immer aus einer Gewichtsabnahme durch eine Modifikation des Lebensstil. Dafür werden 3 Säulen zur Basistherapie angewandt:

  • Ernährungsumstellung mit Kalorienreduktion
  • Bewegungstherapie
  • Verhaltenstherapie

Als unterstützende Maßnahmen stehen Spezialisten/Innen bzw. spezialisierte Zentren (z.B. Adipositas-Ambulanzen in Krankenhäuser) zur Verfügung, bei denen gemeinsam ein Therapieplan mit Ernährungsberatung, Bewegungs- bzw. Physiotherapie und Lebensstilberatung erstellt wird. Über ärztliche Beratung können auch Medikamente als unterstützende Mittel zur Gewichtsreduktion eingesetzt werden. Als nachhaltigste Methode hat sich die Gewichtsreduktions-Operation bewährt, die allerdings nur bei schwerster Fettleibigkeit und nach genauem Abwägen und bei konservativen Therapieversagen eingesetzt werden sollte.

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Adipositas einfach erklärt

Fettleibigkeit

Häufigkeit

  • Prävalenz: 28.8% der weiblichen und 43.3% der männlichen Bevölkerung

Risikofaktoren

  • genetische Veranlagungen
  • Stress
  • Medikamente
  • Hormonstörungen
  • Schwangerschaft
  • Nikotinverzicht

Ursachen

  • verschiedene Ursachen

Symptome

  • Vermehrung von Fettgewebe
  • verminderte Leistungsfähigkeit
  • Atemnot
  • Schwitzen
  • Gelenkschmerzen
  • Rückenschmerzen

Komplikationen

  • Stoffwechselerkrankungen (z.B. Diabetes mellitus)
  • Gicht
  • Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems
  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Koronare Herzkrankheit
  • ischämischer Schlaganfall

Diagnose

  • Anamnese
    • Haben sie deutlich an Körperfett zugenommen?
    • Sind sie schneller ermüdbar als früher?
    • Entwickeln sie beim Laufen schnell Atemnot?
    • Schwitzen sie stark?
    • Leiden sie an Gelenkschmerzen?
    • Leiden sie an Rückenschmerzen?
    • Haben sie an Gewicht zugenommen?
  • Körperliche Untersuchung
    • Erhebung von Größe und Gewicht, Ermittlung des BMI

Therapie

  • Lebensstiländerung
  • Psychotherapie
  • Operation

Präventionsmaßnahmen

  • gesunden Umgang mit Lebensmitteln erlernen
  • regelmäßige Bewegung
  • Sport

Prognose

  • Fälle nehmen weltweit zu
  • Adipositas begünstigt eine Unmenge anderer Erkrankungen

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