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Ständige und extreme Müdigkeit trotz ausreichend Schlaf

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Geschrieben von
Inga Jerrentrup (Ärztin)

Nach langen, durchgemachten Nächten oder ausgeprägten körperlichen Anstrengungen fällt es vielen am nächsten Tag häufig schwer, die Augen offen zu halten. Man fühlt sich unkonzentriert, ist unter Umständen schlecht gelaunt und hat häufig nur einen Wunsch: zurück ins Bett.

Doch manche Menschen werden von einer ständigen und extremen Müdigkeit begleitet, welches sich nicht durch einen Mangel an Schlaf oder eine Überbelastung erklären lässt.

Für krankhafte Müdigkeit gibt es zahlreiche mögliche Auslöser, die sowohl physischer als auch psychischer Natur sein können. Einige dieser Ursachen sollen in diesem Artikel erläutert werden.

Symptome von Müdigkeit

Bei Müdigkeit handelt es sich zunächst um keinen krankhaften Zustand. In bestimmten Situationen ist sie eine gesunde Körperreaktion, um eine benötigte Ruhepause anzuzeigen. Doch wie äußert sich Müdigkeit genau?

Wie vielen bekannt ist, ist Gähnen ein typisches Anzeichen. Müden Personen fällt es häufig schwer, das reflexartige Gähnen zu unterdrücken. Ebenso kann es zu Problemen kommen, die Augen offenzuhalten oder ein kurzzeitiges Einschlafen zu verhindern. Betroffene fühlen sich oft abgeschlagen, unkonzentriert und können sich nur schwer für Dinge begeistern oder motivieren. Die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit kann somit stark eingeschränkt sein.

Hinweis

Häufig kommt es auch zu einem gesteigerten Hungergefühl mit vermehrter Nahrungsaufnahme.

Diagnostik bei ausgeprägten Müdigkeitszuständen

Kommt es zu häufiger, starker Müdigkeit, die über das normale Maß hinausgeht und nicht durch körperliche Aktivität oder einen Mangel an Schlaf und Ruhepausen erklärt werden kann, sollte eine diagnostische Abklärung erfolgen. So ist eine Vorstellung beim Hausarzt anzuraten, der nach einem ausführlichen Anamnesegespräch und einer körperlichen Untersuchung, sowie eventuell einer Blutuntersuchung weitere Schritte einleiten kann.

Hinweis

Eine Vielzahl körperlicher und psychischer Erkrankungen kann mit krankhafter Müdigkeit einhergehen. Eine frühe Ursachenforschung und Diagnose ermöglicht damit in vielen Fällen eine Therapie der Grunderkrankung und damit eine Besserung der Müdigkeitssymtpomatik sowie der Lebensqualität der Betroffenen.

Körperliche Ursachen von ausgeprägter Müdigkeit

Zu den häufigen Ursachen von starker Müdigkeit zählen diverse Mangelzustände:

  • Allen voran ist dabei der Flüssigkeitsmangel, der bei starker Ausprägung auch als Exsikkose bezeichnet wird, zu nennen. Diese tritt vor allem bei älteren Menschen häufig auf und führt zu einer Einschränkung der kognitiven Leistung, welche mit starker Müdigkeit bis hin zur Desorientierung einhergehen kann. Ein Ausgleich des Flüssigkeitsmangels kann in diesen Fällen eine schnelle Besserung der Symptomatik bewirken.
  • Auch ein Mangel an anderen Vitaminen und Spurenelementen kann zu Müdigkeit führen. Unter anderem ein Mangel an Eisen, Folsäure oder Vitamin B12 kann zu einer Beeinträchtigung der Blutbildung führen, sodass sich im Blutbild eine sogenannte Anämie, eine Blutarmut, zeigt. Da eine ausreichende Anzahl funktioneller roter Blutkörperchen jedoch essentiell für die Sauerstoffversorgung des Körpers ist, geht eine Blutarmut häufig mit Müdigkeitszuständen und allgemeinem Unwohlsein einher.

Hormonelle Störungen, vor allem eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose), können ursächlich für krankhafte Müdigkeit sein. Hormone sind Botenstoffe in unserem Körper, die den optimalen Ablauf des Stoffwechsels gewährleisten. So können Störungen des hormonellen Gleichgewichts weitreichende komplexe Folgen haben. Auch ein niedriger Blutdruck kann mit dem Gefühl eingeschränkter Leistungsfähigkeit und Müdigkeit einhergehen.

Müdigkeit ist weiterhin ein Symptom diverser Lebererkrankungen, wie zum Beispiel der Hepatitis, einer Leberentzündung. Bereits eine alte Volksweisheit besagt "Müdigkeit ist der Schmerz der Leber", da Lebererkrankungen häufig schmerzlos erfolgen und aufgrund der zahlreichen Stoffwechselfunktionen der Leber weitreichende Konsequenzen haben können, die ursächlich für eine extreme Müdigkeit sein können.

Kommt es im Rahmen eines Infekts oder zum Beispiel nach einer Impfung zu einer Aktivierung des Immunsystems kann auch diese mit einer gesteigerten Müdigkeit einhergehen.

Müdigkeit kann ebenso eine Nebenwirkung zahlreicher Medikamente sein, wobei dabei vor allem antiallergische Mittel, Schlaf- und Beruhigungsmittel sowie blutdrucksenkende Arzneien bedacht werden müssen. Auch der Konsum von Genussmitteln und Drogen kann Müdigkeit auslösen.

Neben einem Schlafmangel können auch andere schlafbezogene Faktoren für gesteigerte Müdigkeit verantwortlich sein: So kann aufgrund zahlreicher Umstände die Schlafqualität eingeschränkt sein, sodass es trotz einer ausreichenden Schlafdauer nur zu einer eingeschränkten Erholung kommt.

Hinweis

Ebenso können Erkrankungen, wie zum Beispiel das Schlafapnoe-Syndrom, eine extreme Form des Schnarchens, welche mit nächtlichen Atemaussetzern und dadurch einer Minderversorgung des Körpers mit Sauerstoff einhergeht, eine starke Tagesmüdigkeit bedingen.

Viele Krebserkrankungen sowie auch entzündlich-rheumatische Erkrankungen gehen häufig mit einem speziellen Müdigkeitssyndrom einher, welches auch als Fatigue-Syndrom bezeichnet wird.

Das Fatigue-Syndrom

"Leg dich doch mal hin und ruh dich aus!"

Sätze wie diese können Betroffene des Fatigue-Syndroms meist nicht mehr hören, denn nicht immer bringt eine Ruhepause eine Besserung von Müdigkeit.

Das Fatigue-Syndrom bezeichnet einen Symptomkomplex, der häufig im Rahmen von Krebserkrankungen oder entzündlich-rheumatischen Erkrankungen auftritt und dadurch gekennzeichnet ist, dass es zu ausgeprägten Müdigkeitszuständen, häufig in Verbindung mit Schmerzen und depressiver Stimmung, kommt, welche nicht durch ausreichend Schlaf und Erholung gemindert werden können.

Das Gegenteil ist der Fall: Die wirksamste Möglichkeit, die krankhafte Müdigkeit zu verbessern, ist eine Steigerung der körperlichen Aktivität. Auch eine kognitive Verhaltenstherapie kann eine Linderung der Symptomatik ermöglichen.

Wissenswert

Die genaue Ursache des Fatigue-Syndroms ist bis heute ungeklärt. Es stellt jedoch für Betroffene meist eine enorme Einschränkung der Lebensqualität dar und wird daher nicht selten zu einer größeren Belastung als die Grunderkrankung selbst.

Psychische Ursachen von ausgeprägter Müdigkeit

Neben den zahlreichen körperlichen Ursachen, die eine gesteigerte Müdigkeit bedingen können, gehen auch eine Vielzahl psychischer Erkrankungen mit einem permanenten Erschöpfungsgefühl einher.

Dabei sind unter anderem Depressionen zu nennen, aber auch Erschöpfungssyndrome, wie das Burnout-Syndrom, Angststörungen oder Essstörungen zählen dazu. Generell kann eine chronische Stressbelastung eine wichtige Rolle in der Entstehung von Müdigkeit spielen.

Was kann gegen die ausgeprägte Müdigkeit helfen?

Wie aus diesem Artikel hervorgeht, sind die möglichen Ursachen einer gesteigerten Müdigkeit sehr vielseitig, sodass es keine einheitlichen Therapieansätze gibt.

Sollten Sie das Gefühl haben, betroffen zu sein, sollte eine Vorstellung beim Hausarzt erfolgen, um den Auslöser ausfindig zu machen. Nach der Diagnosestellung geht eine optimale Therapie der Grunderkrankung dann meist mit einer Linderung der Müdigkeit einher.

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