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Schwitzen im Schlaf

Profilbild von Inga Jerrentrup Geschrieben von Inga Jerrentrup
Frau liegt vor dem offenen Kühlschrank und schläft.

Im medizinischen Sprachgebrauch wird Schwitzen auch als Transpiration bezeichnet. Es handelt sich um einen natürlichen Prozess, der vor allem der Wärmeregulation dient. Über die Absonderung des salzigen Sekrets, welches zu über 99% aus Wasser besteht, kommt es zu einer Abkühlung des Körpers.

Der durchschnittliche Mensch verliert circa 100 - 200 ml Flüssigkeit täglich durch das Schwitzen, diese Angabe bezieht sich auf normale Temperaturen ohne starke körperliche Belastung.

Sowohl die Außentemperaturen als auch die körperliche Aktivität haben jedoch erheblichen Einfluss auf die Schweißproduktion und können den Flüssigkeitsverlust dadurch deutlich erhöhen. Auch bei Fieber, nach scharfem Essen oder der Einnahme von Medikamenten und Alkohol kann es zu verstärktem Schwitzen kommen.

Symptome bei Nachtschweiß

Zunächst ist Schwitzen im Schlaf ein normaler, gesunder Prozess. Jedoch kann es zu einer krankhaften Steigerung kommen, welche man dann als Nachtschweiß bezeichnet. Betroffene schwitzen nachts dann unter Umständen so stark, dass die Nachtwäsche und auch die Bettwäsche klitschnass sind und teilweise mehrfach nachts gewechselt werden müssen.

Aufgrund der dadurch stark eingeschränkten Schlafqualität kommt es als Folge dessen tagsüber oft zu ausgeprägter Müdigkeit.

Ursachen von übermäßigen Nachtschweiß

Ursachen im Überblick

Zu den häufigsten Ursachen zählen unter anderem ungünstige Schlafbedingungen, wie zum Beispiel eine zu hohe Temperatur in den Schlafräumen, stickige Luft mit zu hoher Luftfeuchtigkeit oder eine zu warme Bettdecke. Auch das Material der Bettwäsche kann einen Einfluss haben.

Nachtschweiß ist ein Teil einer Symptomtrias, die als B-Symptomatik bezeichnet wird. Zu ihr gehören der ausgeprägte Nachtschweiß, unklares Fieber und ein ungewollter Gewichtsverlust. Bei Auftreten dieser Symptomtrias sollte stets an das Vorliegen einer bösartigen Erkrankung gedacht werden und eine ausführliche Anamnese sowie körperliche Untersuchung durchgeführt werden. Eine zeitnahe Abklärung dieser Beschwerden ist sehr wichtig.

Der Verzehr von Alkohol oder stark gewürzten Speisen, sowie der Konsum von Nikotin am Abend kann nächtliches Schwitzen fördern.

Viele Frauen berichten über verstärktes Schwitzen, auch nachts, während der Wechseljahre. Die natürlicherweise abnehmende Konzentration an dem Sexualhormon Östrogen kann zu einer veränderten Temperaturregulation führen und somit mit einer gesteigerten Schweißproduktion einhergehen.

Das Gleiche gilt auch für andere hormonelle Veränderungen, die zum Beispiel im Rahmen von hormonellen Erkrankungen wie der Schilddrüsenüberfunktion oder unter dem Einfluss oraler Kontrazeptiva auftreten können.

Kommt es während eines akuten Infekts, zum Beispiel im Rahmen einer Grippe-Infektion (Influenza), zu einer Bekämpfung des Erregers und daher zu einer Aktivierung des körpereigenen Immunsystems, so kann dies mit Fieber einhergehen und somit zu Nachtschweiß führen. Dies gilt für jede Art von Fieber, so zum Beispiel auch im Rahmen von Autoimmunerkrankungen.

Psychische Erkrankungen, wie zum Beispiel Angststörungen oder ausgeprägte Erregungszustände können durch eine Stoffwechselaktivierung ebenfalls zu einer Erhöhung der Körpertemperatur und somit zu vermehrtem Schwitzen führen.

Auch die Einnahme bestimmter Medikamente hat Einfluss auf die nächtliche Schweißproduktion: So kommt es zum Beispiel bei der Einnahme von fiebersenkenden Medikamenten, wie zum Beispiel Paracetamol oder Novalgin, häufig zu einem vorübergehenden Hitzegefühl mit verstärktem Schwitzen. Auch die Einnahme von Psychopharmaka kann nächtliches Schwitzen verstärken.

Therapie von Nachtschweiß

Da es sich bei Nachtschweiß nicht um eine eigenständige Erkrankung, sondern viel mehr um das Symptom zahlreicher vielfältiger Erkrankungen handelt, gibt es keine allgemeinen Therapieratschläge. Viel mehr sollte die Abklärung der zu Grunde liegenden Ursache erfolgen, sodass der Nachtschweiß durch die optimale Therapie der Grunderkrankung gemindert werden kann.

  • Generell hilfreich ist die Anpassung der Schlafbedingungen: Es sollte auf eine atmungsaktive Bettwäsche geachtet werden. Weiterhin empfiehlt sich ein Wechsel der Bettdecke je nach vorherrschender Jahreszeit und Temperatur. Ein intensives Lüften vor dem Schlafengehen kann die Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer reduzieren und zu einer Abkühlung führen. Generell fördern kühlere Temperaturen in den Schlafräumen das Einschlafen und können helfen, den Nachtschweiß zu verbessern.
  • Bei psychischen Erkrankungen und Erregungszuständen als Ursache des starken nächtlichen Schwitzens können Entspannungstechniken, wie zum Beispiel autogenes Training, eine Verbesserung erzielen. Weiterhin empfiehlt sich die regelmäßige sportliche Betätigung sowie Bewegung an der frischen Luft. Dies führt zu einem entspannteren Schlaf und somit auch zu einer Reduktion der Schweißproduktion.
  • Stellen bestimmte Medikamente die Ursache des Nachtschweißes dar, sollte zunächst Rücksprache mit dem Hausarzt gehalten werden und gegebenenfalls über ein Absetzen der Medikation nachgedacht werden.
  • Kommt es im Rahmen von Infektionserkrankungen zu verstärktem nächtlichen Schwitzen, ist davon auszugehen, dass es im Rahmen des Heilungsprozesses auch zu einer erneuten Reduktion kommt. Dies kann je nach Infektionserkrankung unterschiedlich viel Zeit in Anspruch nehmen.

Hausmittel und Homöopathie bei starkem Schwitzen

Es existieren einige Hausmittel, deren Einnahme einen lindernden Effekt auf das Bestehen des Nachtschweißes haben kann. Dazu zählen unter anderem homöopathische Mittel, wie zum Beispiel Carbo animalis, Calcium carbonicum oder Sepia.

Auch der Verzehr von Salbei, meist in Form von Salbeitee, kann bei der Schweißreduktion hilfreich sein.

Letzte Änderung: 28. Oktober 2022

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