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Pflegegrad 4: Voraussetzungen, Leistungen und Unterstützung für eine hohe Pflegebedürftigkeit

Geschrieben von Roman Loran

Das Pflegestärkungsgesetz II hat Anfang 2017 die bisher eingesetzten Pflegestufen durch Pflegegrade ersetzt. Was bisher Pflegestufe 1-3 war, ist jetzt Pflegegrad 1-5.

Außerdem misst man nicht mehr nur in Minuten, sondern bewertet den Pflegeaufwand als Ganzes, um den Pflegegrad zu bestimmen.

Sollten Sie oder Ihr Angehöriger erhebliche Probleme mit der Bewältigung Ihres Alltags haben, könnte es durchaus sein, dass Sie für Pflegegrad 4 qualifiziert sind.

Da für diesen Pflegegrad eine schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit vorausgesetzt wird, erhalten ihn nur Menschen mit sehr großen körperlichen oder geistigen Einschränkungen.

Diese wird in einem Gutachten nach Kriterien der Neuen Begutachtungsassessments (NBA) bewertet. Liegt die Punktzahl Ihrer Bewertung zischen 70 und unter 90 Punkten, haben Sie Anspruch auf Pflegegrad 4, sowie alle damit einhergehenden Leistungen.

Seit 2017 werden nun endlich auch kognitive Beeinträchtigungen im Pflegegutachten berücksichtigt. Zuvor galten nur körperliche Einschränkungen als ausschlaggebend. Das ist eine großartige Neuerung für z.B. Demenzkranke und deren Angehörige. Wurden diese doch vor 2017 in die Pflegestufe 0 gesetzt.

Was bedeutet Pflegegrad 4?

Der Pflegegrad ist eine Kategorisierung der Pflegekassen. Die einzelnen Kategorien sollen die Beeinträchtigung der Selbstständigkeit eines Antragstellers einschätzen.

Je höher die Beeinträchtigung, desto höher der Pflegebedarf. Dadurch weiß die Versicherung genau, welche Ansprüche und Leistungen dem Antragsteller zustehen.

Bei Pflegegrad 4 geht die Pflegeversicherung von einer "schwersten Beeinträchtigung der Selbstständigkeit" des Antragstellers aus.

Somit stehen Ihm eine breite Palette an Geld- und Sachleistungen zur Verfügung.

Worin unterscheidet sich Pflegegrad 4 zu Pflegerad 3 oder 5?

Ein höherer Pflegegrad bedeutet nicht nur einen höheren Pflegebedarf, sondern auch Anspruch auf mehr Leistungen.

Im Kern wird ein Pflegegrad dadurch bestimmt, wie stark die Beeinträchtigung der Selbstständigkeit des Antragstellers ist.

Der Unterschied zwischen Pflegegrad 3 und Pflegegrad 4 besteht laut Definition darin, dass Pflegegrad 3 eine "schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit" voraussetzt, während den Pflegegrad 4 "schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit" ausmacht.

Pflegegrad 5 geht dabei einen Schritt weiter und setzt "schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen für die pflegerische Versorgung" voraus.

Hier ein Beispiel für Pflegegrad 3:

Der Antragsteller ist aufgrund seiner Parkinson-Erkrankung sehr unbeweglich und braucht deshalb bei vielen alltäglichen Aufgaben, wie z.B. Zähneputzen, Hilfe. Zusätzlich leidet er an Depression und verlässt daher nicht das Haus.

Hier ein Beispiel für Pflegegrad 4:

Der Antragsteller ist weitestgehend bettlägerig und hat sogar Probleme zu sprechen.

Hier ein Beispiel für Pflegegrad 5:

Der Antragsteller leidet an fortgeschrittenem Alzheimer und hat zusätzlich mit schweren körperlichen Einschränkungen aufgrund von Arthrose zu kämpfen. Er ist bettlägerig und benötigt rund um die Uhr intensive Pflege und Unterstützung.

Leistungsunterschiede von Pflegegrad 4 zu Pflegegrad 3 und 5

Pflegegrad Pflegegeld Pflegesachleistungen Tages- und Nachtpflege Vollstationäre Pflege
3 545 Euro/Monat 1.363 Euro/Monat 1.298 Euro/Monat 1.262 Euro/Monat
4 728 Euro/Monat 1.693 Euro/Monat 1.612 Euro/Monat 1.775 Euro/Monat
5 901 Euro/Monat 2.095 Euro/Monat 1.995 Euro/Monat 2.005 Euro/Monat

Wie bekomme ich Pflegegrad 4?

Den Antrag auf Pflegegrad stellen Sie bei Ihrer Krankenkasse bzw. Pflegeversicherung. Sie können zwischen schriftlicher und telefonischer Antragstellung wählen.

Ein Begutachtungsverfahren entscheidet, welchen Pflegegrad der Antragsteller bekommt. Daher ist es nicht notwendig, einen bestimmten Pflegegrad bei Antragstellung zu fordern.

Haben Sie in den letzten 10 Jahren insgesamt 2 Jahre lang in die Pflegekasse eingezahlt?

Falls nicht, haben Sie leider keinen Anspruch auf Pflegeleistungen.

Sollte Ihr Kind pflegebedürftig sein, muss einer der beiden Elternteile diese Voraussetzung erfüllt haben.

Was passiert, nachdem ich einen Antrag für Pflegegrad 4 gestellt habe?

Damit Ihnen der passende Pflegegrad zugeteilt werden kann, ist es wichtig den Umfang Ihres Pflegebedarf richtig einzuschätzen. Um dies zu gewährleisten, veranlasst Ihre Pflegeversicherung einen Termin mit einem Gutachter, der zu Ihnen nachhause kommt.

Dieser Gutachter, sei es ein Gutachter des Medizinischen Dienstes (gesetzlich versichert) oder ein Medicproof (privat versichert), wird Sie bei Ihrem regulären Tagesablauf begleiten.

Er wird sich notieren, in welchen Bereichen Sie Schwierigkeiten haben und Hilfe benötigen. Danach erstellt er ein Gutachten, welches letzten Endes den Pflegegrad bestimmt.

Was untersucht der Gutachter, wenn es um die Vergabe von Pflegegrad 4 geht?

Dem Gutachter geht es darum herauszufinden, wie stark Sie in Ihrer Selbstständigkeit eingeschränkt sind.

Begutachtungsmodule im Überblick

Bei der Begutachtung eines Antragstellers, geht der Gutachter auf die folgenden 6 Punkte bzw. Module ein:

Hier will der Gutachter wissen, wie es um Ihre Beweglichkeit steht. Damit ist zum Beispiel Treppensteigen gemeint. Oder schaffen Sie es noch alleine aus dem Bett? Können Sie Sich ohne Probleme hinsetzen und aufstehen?

Hier bewertet der Gutachter die geistige Fitness. Die örtliche und zeitliche Orientierung des Antragstellers steht hierbei im Fokus. Zudem wird bewertet, ob Risiken erkannt werden und persönliche Entscheidungen getroffen werden können. Der Gutachter interessiert sich auch dafür ob und wie sich mit Mitmenschen unterhalten wird.

Ist der Antragsteller mental in Ordnung, oder plagen ihn geistige Probleme, wie Angstzustände oder Wutausbrüche. Auch Wahnvorstellungen oder das Beschädigen von Gegenständen fließt in die Bewertung mit ein.

Der Gutachter will wissen, ob Sie oder Ihr Angehöriger sich noch selbst waschen können oder dabei Hilfe benötigen. Ferner soll herausgefunden werden ob der Antragsteller für sich selbst kochen kann und selbstständig isst. Die Körperpflege fließt auch in die Bewertung mit ein.

Brauchen Sie oder Ihr Angehöriger Hilfe beim Ausführen von ärztlichen Anweisungen? Werden Termine z.B. zur Dialyse alleine wahrgenommen oder braucht man eine Begleitung? Können Verbände selbst gewechselt werden?

Wenn der Hilfebedürftige Probleme dabei hat, den Alltag zu strukturieren, soziale Kontakte zu pflegen oder sich selbst zu beschäftigen, wird der Gutachter es in diesem Modul vermerken.

Wie geht der Gutachter bei der Vergabe von Pflegegrad 4 vor?

Der Antragsteller muss unter "schwerster Beeinträchtigung seiner Selbstständigkeit" leiden, um für Pflegegrad 4 in Frage zu kommen.

Um den Grad der Beeinträchtigung zu erörtern, nutzt der eingesetzte Gutachter das oben aufgeführte Modulsystem. Jedem Modul werden, je nach Ausprägung, Punkte vergeben.

Liegt die Gesamtpunktzahl am Ende zwischen 70 und unter 90 Punkten, bekommt der Antragsteller Pflegegrad 4 zugewiesen.

Wie kann ich mich auf das Gutachten für Pflegegrad 4 vorbereiten?

Grundsätzlich erfordert das Gutachten keinerlei Vorbereitung. Der Gutachter wird Ihnen von selbst alle wichtigen Fragen stellen. Allerdings sollten alle, bei der Pflege beteiligten Personen, anwesend sein.

Wenn Sie dennoch auf eine kleine Vorbereitung bestehen, empfehlen wir Ihnen das anlegen eines Protokolls bzw. eines Pflegetagebuchs.

In diesem können Sie alle anfallenden Aufgaben, die für den Pflegenden erledigt werden und bei denen er Hilfe benötigt, niederschreiben.

Ich bin mit meinem Pflegegrad unzufrieden. Was kann ich tun?

Sie haben Glück! Sollten Sie mit dem Ergebnis Ihres Gutachtens nicht einverstanden sein, haben Sie das Recht Widerspruch einzulegen.

Egal, ob Sie Ihrer Meinung nach zu niedrig eingestuft wurden, oder gar keinen Pflegegrad erhalten haben - das Ergebnis des ersten Gutachtens ist nicht endgültig.

Wie lege ich Widerspruch bei Ablehnung eines Pflegegrads ein?

Widerspruch gegen den erteilten Pflegegrad legen Sie binnen 4 Wochen schriftlich bei Ihrer Pflegeversicherung ein.

Lesen Sie Ihr Gutachten ordentlich durch und gehen Sie dabei auf alle Punkte ein, die Ihrer Meinung nach nicht richtig erfasst wurden. Wenn Sie zusätzliche Hilfe bei der Begründung Ihres Widerspruchs benötigen, empfiehlt sich das Hinzuziehen eines Anwalts, oder der Rat einer professionellen Pflegekraft.

Vielleicht finden Sie sogar verwertbare Argumentationshilfe in Ihrem Pflegetagebuch!

Sie haben zwar nur vier Wochen, um den Pflegegrad Widerspruch einzureichen, jedoch haben Sie die Möglichkeit, Ihre Begründung innerhalb weiterer vier Wochen nachzureichen.

Kann ich von Pflegegrad 4 in Pflegegrad 5 wechseln?

Ein Wechsel in einen höheren Pflegegrad ist grundsätzlich möglich. Voraussetzung hierfür ist eine Veränderung des Pflegebedarfs. Nehmen wir an, Sie oder Ihr Angehöriger waren teilweise bettlägerig, können aber mittlerweile gar nicht mehr das Bett verlassen. Das erfordert logischerweise intensivere Pflege und beeinträchtigt die Selbstständigkeit des Betroffenen umso mehr.

Wenn Sie glauben, dass sich der Pflegeaufwand wahrnehmbar verändert hat, macht es Sinn einen Antrag auf Höherstufung bei der Pflegeversicherung zu stellen. Allerdings ist dadurch auch ein neues Gutachten fällig. Dieses läuft genau so ab, wie das erste Gutachten.

Leistungen bei Pflegegrad 4: was steht mir zu?

Wenn Sie oder Ihr Angehöriger Pflegegrad 4 haben, stehen Ihnen umfassende Geld- sowie Sachleistungen zur Verfügung. Ob Sie die Mittel für ambulante oder stationäre Pflegedienste aufwenden wollen, bleibt Ihnen überlassen.

Bekommt man Pflegegeld bei Pflegegrad 4?

Ja, Pflegebedürftige mit Pflegegrad 4 erhalten monatlich 728 Euro Pflegegeld.

Das Geld ist bestimmt für freiwillige Pfleger, wie Angehörige oder Freunde, die den Hilfebedürftigen zuhause unterstützen und versorgen. Oft macht das Pflegegeld die häusliche Pflege erst möglich. Die freiwilligen Pfleger sind selbst meist jobtechnisch stark ausgelastet und können dadurch Ihre Stunden etwas reduzieren, um so für Ihr Familienmitglied da sein zu können.

An wen wird das Pflegegeld ausgezahlt?

Zwar ist das Pflegegeld bei Pflegegrad 4 für Angehörige und Freunde, die für die Pflege zuständig sind, gedacht. Allerdings wird es an den Versicherten selbst in voller Höhe ausgezahlt. Wem er das Geld weitergibt, bleibt Ihm überlassen.

Bekomme ich Pflegesachleistungen bei Pflegegrad 4?

Ja, als Versicherter mit Pflegegrad 4 erhalten Sie Sachleistungen in Höhe von 1.693 Euro pro Monat.

Damit können Sie einen professionellen Pflegedienst damit beauftragen, Sie in Ihren eigenen Vier Wänden zu pflegen. Ist dieser ambulante Pflegedienst zertifiziert, müssen Sie sich nicht einmal um die Abrechnung kümmern. Diese kann der Dienst selbstständig mit Ihrer Versicherung abklären.

Können sich freiwillige Pfleger und Pflegedienste die Arbeit teilen?

Sollten sich freiwillige Pfleger die Arbeit mit einem ambulanten Pflegedienst teilen wollen, kommt die sogenannte Kombinationsleistung zum Einsatz.

Hier gilt: je mehr Pflege durch den ambulanten Pflegedienst übernommen wird, desto geringer fällt das Pflegegeld aus, deshalb auch "anteiliges Pflegegeld".

Was bedeutet "Entlastungsbetrag" und wie hoch ist er bei Pflegegrad 4?

Wie der Name schon verrät ist der Entlastungsbetrag für "Entlastungen" bestimmt. Die 125 Euro monatlich sollen dabei helfen, Entlastungs- und Betreuungsleistungen zu finanzieren, die pflegenden Angehörigen einen Teil Ihrer Bürde abnehmen.

Der Entlastungsbetrag ist zweckgebunden und darf daher ausschließlich für bestimmte Leistungen verwendet werden.

Es kann etwa eine Haushaltshilfe zur Entlastung beschäftigt werden. Auch ein Betreuer für Gespräche und Spaziergänge ist erlaubt. Zudem gibt es betreute Gruppen, denen beigetreten werden kann.

Habe ich Anspruch auf Kurzzeitpflege bei Pflegegrad 4?

Ja, jeder Versicherte mit Pflegegrad 4 hat Anspruch auf Kurzzeitpflege. Diese kann z.B. nach einem Aufenthalt im Krankenhaus notwendig sein. Auch kann sich der Gesundheitszustand des Hilfebedürftigen spontan verschlechtern und es wird ausnahmsweise eine vollstationäre Pflege nötig. Dann stehen ihm 1.774 Euro für maximal 28 Tage pro Jahr zu.

Nicht genutzte Verhinderungspflege, kann die Kurzzeitpflege ergänzen. Dan bekommen Sie statt 1.774 Euro, 3.386 Euro. Und die Dauer wird auf acht Wochen erhöht.

Auch Pflegegeld bekommen Versicherte mit Pflegegrad 4 während einer Kurzzeitpflege: nämlich 364 Euro, was der Hälfte der regulären Summe entspricht.

Erhalte ich Tages- & Nachtpflege bei Pflegegrad 4?

Ja, auch die Tages- und Nachtpflege ist eine Leistung auf die ein Versicherter mit Pflegegrad 4 Anspruch hat. Die Summe von 1.612 Euro monatlich wird Pflegebedürftigen, neben ihrem Pflegegeld, zur Verfügung gestellt.

Kann ich Verhinderungspflege bei Pflegegrad 4 erhalten?

Ja, sie haben als Versicherter mit Pflegegrad 4 Anspruch auf Verhinderungspflege. Sollte Ihr Angehöriger oder sonstiger privater Pfleger, der Sie normalerweise versorgt, verhindert sein, bekommen Sie 1.612 Euro für höchstens 42 Tage im Jahr. Damit können Sie einen professionellen Pflegedienst mit der Pflege beauftragen.

Hat man im laufenden Jahr noch keine Kurzzeitpflege genutzt, kann man diese Leistungen teilweise auf die Verhinderungspflege transferieren. Somit würde man 2.418 Euro für 6 Wochen erhalten.

Auch steht Ihnen die Hälfte des Pflegegeldes innerhalb dieses Zeitraums zu.

Häusliche Pflege bei Pflegegrad 4: stehen mir weitere Leistungen zu?

Wohnraumanpassung, Hausnotruf und Pflegehilfsmittel zum Verbrauch

Folgende Leistungen werden bei häuslicher Pflege mit Pflegegrad 4 ebenfalls gewährt:

Ein barrierefreier Wohnraum wird mit zunehmendem Alter immer wichtiger. Durch schwindende Mobilität werden Hürden, wie Treppen und Badewannen, zu Verletzungsrisiken. Daher wird Pflegeversicherten mit Pflegegrad 4 einmalig eine Zahlung von 4.000 Euro bewilligt. Damit sollen möglichst alle Maßnahmen zur Barrierereduzierung finanziell abgedeckt werden. Falls sich jedoch in Zukunft ergeben sollte, dass sich der Hilfebedarf erhöht hat, kann ggf. ein weiterer Zuschuss gewährt werden.

Ein weiterer Anspruch, den Hilfebedürftige mit Pflegegrad 4 zuteil wird, ist der Zuschuss für einen Hausnotruf. Darunter fallen auch der Anschluss sowie der Betrieb eines solchen Systems. Er fällt unter die Kategorie "technische Pflegehilfsmittel", d.h. dem Versicherten werden 25,50 Euro monatlich hierfür bereitgestellt.

Bis zu 40 Euro monatlich wird Pflegebedürftigen für den Kauf von "zum Verbrauch vorgesehener Pflegemittel" zugeschossen. Dazu gehören z.B medizinische Schutzmasken, Einweghandschuhe oder Desinfektionsmittel.

Des weiteren findet man bei der jeweiligen Krankenkasse ein Hilfsmittelverzeichnis oder Hilfsmittelkatalog, um nachzulesen, welche Produkte ebenfalls mit diesem Zuschuss erworben werden können.

Bekomme ich Geld für ein Pflegeheim bei Pflegegrad 4?

Versicherten mit Pflegegrad 4 stehen 1.775 Euro monatlich für die Unterbringung in einem vollstationärem Pflegeheim zur Verfügung. Die Differenz muss leider aus eigener Tasche bezahlt werden.

Zusätzlich müssen alle Bewohner "einrichtungseinheitliche Eigenanteile" (EEE) an das Pflegeheim zahlen. Diese bestimmen sich nicht über die Höhe des Pflegegrad, sondern sind für alle Bewohner gleich.

Fallbeispiel für Pflegegrad 4

Herr Müller ist 68 Jahre alt und lebt alleine in seiner Wohnung. Er leidet an verschiedenen gesundheitlichen Problemen, darunter Diabetes, Bluthochdruck und Arthrose. Dadurch ist seine Mobilität stark eingeschränkt und er kann nur noch kurze Strecken ohne Unterstützung gehen. Sein Rollator hilft ihm sich in der Wohnung frei zu bewegen.

Selbstverständliche Aktivitäten, die Herr Müller damals noch eigenständig hinbekam, sind für ihn mittlerweile eine Herausforderung geworden. Er braucht Hilfe beim An- und Ausziehen, beim Waschen und beim Kochen. Selbst einkaufen zu gehen oder andere Besorgungen zu machen, ist nicht mehr möglich.

Herr Müllers Situation macht eine dauerhafte Versorgung durch einen ambulanten Pflegedienst notwendig. Dieser unterstützt ihn Tag für Tag bei der Körperpflege, bei der Verabreichung seiner Medikamente und bei der Überwachung seines Blutzuckerspiegel. Sogar beim Essen muss Herr Müller unterstützt werden.

Der Gutachter sieht bei Herr Müller "schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit" und gibt Ihm 83 Punkte. Damit hat Herr Müller Anspruch auf Pflegegrad 4 und alle damit verbundenen Leistungen.

Letzte Änderung: 5. Oktober 2023

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