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Diagnose bei Bluthochdruck

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Geschrieben von Laura Machauer

Von Bluthochdruck , oder auch „arterieller Hypertonie“ spricht man, wenn in Ruhe ein Blutdruck von 140 zu 90 mmHg oder mehr gemessen wird.

Bluthochdruck ist eine häufige Erkrankung; sie betrifft etwa 50% aller über 50-Jährigen Menschen in Deutschland.

Ein zu hoher Blutdruck macht häufig keine direkt wahrnehmbaren Beschwerden. Das führt dazu, dass die Krankheit oft lange unerkannt bleibt.

Selbst nach der Diagnose "Bluthochdruck", führt die Symptomlosigkeit dazu, dass Patient*innen ihren Bluthochdruck nicht ernst nehmen und Messungen oder sogar Medikamente auslassen.

Bluthochdruck kann aber auch ohne Symptome zu Schäden der Gefäße und des Herzens führen. Entsprechend ist es wichtig, seinen Blutdruck zu kennen und, falls notwendig, Maßnahmen gegen zu hohen Blutdruck zu ergreifen.

Wo kann man den Blutdruck messen lassen?

Ein hoher Blutdruck ist, auch wenn er im Alter bei vielen Menschen vorkommt, keineswegs immer normal und sollte mit dem Hausarzt/Hausärztin besprochen werden.

Wenn Sie den Verdacht haben, Bluthochdruck zu haben oder selbst mehrfach erhöhte Werte gemessen haben, ist der sinnvollste Weg der zum Hausarzt oder -ärztin. Diese können auch spezielle Diagnostik wie eine 24-Stunden-Messung veranlassen. Sollten Sie in einer kardiologischen Praxis angebunden sein, kann natürlich auch dort eine entsprechende Diagnostik gemacht werden.

Auch in Apotheken können Sie einfach und unkompliziert ihren Blutdruck bestimmen lassen.

Natürlich kann auch im Krankenhaus Blutdruck gemessen werden.

Wenn Sie zuhause ungewöhnlich hohe Werte messen (über 180/120 mmHg) kontaktieren Sie sofort Ihre Hausarztpraxis. Ist diese nicht erreichbar, ist es absolut gerechtfertigt, die Notaufnahme eines Krankenhauses aufzusuchen.

Wie funktioniert die 24-stündige Blutdruckmessung und warum wird sie empfohlen?

Bei einer 24-h-Messung wird eine Blutdruckmanschette getragen, mit der der Blutdruck automatisch und in regelmäßigen Abständen gemessen wird.

Der Vorteil ist die Regelmäßigkeit und, vor allem, die Möglichkeit auch im Schlaf den Blutdruck zu messen. So kann beispielsweise ein erhöhter Blutdruck aufgrund von Schlafapnoe (nächtliche Atem-Aussetzer) erkannt werden.

Die 24-h-Messung hat ansonsten die Vorteile der Selbstmessung, da sie den Blutdruck in der bekannten Umgebung und im Alltag des Patienten misst.

Warum sind kontinuierliche Messungen zu Hause oft aussagekräftiger als eine einzelne Messung beim Arzt?

Blutdruck - Selbstmessung

Auch gesunde, junge Erwachsene sollten ihren Blutdruck kennen.

Ist alles in Ordnung und verändert sich ihr Lebensstil und ihre Gesundheit nicht, genügt eine ärztliche Kontrolle nach 3 Jahren.

Sind die Werte „hochnormal“ (also 130/85 bis 139/89mmHg), sollte mindestens einmal im Jahr ärztlich kontrolliert werden.

Wenn Sie Bluthochdruck haben, ist es sinnvoll, selbst zu messen. Bewährt hat sich eine regelmäßige „Messwoche“, das heißt, einmal im Monat wird für eine Woche täglich (morgens oder morgens und abends) der Blutdruck gemessen und ein Blutdrucktagebuch geführt.

Die Selbstmessung hat einige Vorteile: Viele Menschen sind in der Arztpraxis etwas aufgeregt; ihr Blutdruck ist dadurch erhöht, der sogenannte „Weißkittel-Bluthochdruck“.

Zuhause erhalten Sie realistischere Werte. Außerdem können Sie gleich nach dem Aufstehen, und um dieselbe Uhrzeit messen - und das über mehrere Tage am Stück – die Messergebnisse sind dann, vor allem zusammengenommen, viel aussagekräftiger als eine einzelne Messung zum Zeitpunkt ihres Arzttermins.

Was versteht man unter der "blutigen Messung" des Blutdrucks?

Bei der sogenannten "blutigen Messung" wird der Blutdruck direkt im Gefäß gemessen. Das ist zum Beispiel während Operationen notwendig, in denen man permanent den Blutdruck messen möchte, um auf etwaige Veränderungen schnell reagieren zu können.

Die Blutdruckmessung verstehen: Optimal, normal, Hypertonie Grad I,II,III oder hypertensive Krise?

  • Optimal ist ein Blutdruck von unter 120/80 mmHg.
  • Von einem normalen Blutdruck spricht man, wenn dieser unter 130/85 mmHg liegt.
  • Liegt der Blutdruck zwischen 140/90–159/99 mmHg, spricht man von Hypertonie Grad I
  • bei 160/100–179/109 mmHg von Hypertonie Grad II.
  • bei ≥180/110 mmHg von Hypertonie Grad III.
  • Werte darüber sind als Hypertensive Krise zu betrachten
  • Werte über 230/120 mmHg gelten als Notfall (es sei denn, diese Werte sind chronisch, also über einen langen Zeitraum so hoch, dann spricht man von „maligner Hypertonie“, die aber natürlich auch behandelt werden muss.)
  • Eine weitere Sonderform ist die isolierte systolische Hypertonie, dabei liegt der systolische, also der erste Wert über oder gleich 140 mmHg, der diastolische, also der zweite Wert aber unter 90 mmHg.
  • Untersuchungen bezüglich des optimalen Blutdruckwertes sind Gegenstand aktueller Forschung

Der Unterschied der Messungen zwischen rechtem und linken Arm sollte maximal 20 mmHg betragen.

Allgemeine Informationen Zur Blutdruckmessung:

„Systole“ bezeichnet den Zeitraum, in dem das Herz Blut auswirft, „Diastole“ den Zeitraum in dem es sich füllt.

Die Einheit mmHg ist historisch bedingt, da der Druck, vor Einführung der heute in den Naturwissenschaften üblichen SI-Einheiten, in einer Quecksilbersäule mit dieser Einheit gemessen wurde. Ein mmHg entspricht in SI-Einheiten rund 133 Pascal oder 1,3mbar. In den USA benutzt man die Einheit Torr, die sich aber ebenfalls auf die Quecksilbersäule bezieht (ein Torr ist der Druck, der in einer Quecksilbersäule von 1mm herrscht).

Letzte Änderung: 22. September 2023

Quellen
  • Williams B, Mancia G, Spiering W, et al. 2018 ESC/ESH Guidelines for the management of arterial hypertension. Eur Heart J 2018; 39(33):3021–104. DOI: 10.1093/eurheartj/ehy339. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30165516
  • Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizini-schen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale VersorgungsLeitlinie Hypertonie – Kurzfassung, Version 1.0. 2023 [cited: YYYY-MM-DD]. DOI: 10.6101/AZQ/000502.

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