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Medikamente gegen Regelschmerzen

Profilbild von Jessica Papic Geschrieben von Jessica Papic

Ungefähr die Hälfte aller Frauen leidet regelmäßig an stark krampfartigen Schmerzen während der Periode (Dysmenorrhoe). In vielen Fällen gehen die Unterleibsschmerzen mit weiteren Beschwerden wie zum Beispiel Kopfschmerzen oder Verdauungsproblemen einher.

Da die Regelschmerzen so stark sein können, dass sie den Alltag der Betroffenen negativ beeinflussen, spielen schmerzlindernde und krampflösende Arzneimittel eine entscheidende Rolle in der Behandlung.

Welche Medikamente können zur Linderung von Regelschmerzen eingesetzt werden?

Besonders gut geeignet zur Linderung von periodenbedingten Schmerzen im Unterleib sind Schmerzmittel, die der Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) zugeordnet werden können. Ibuprofen und Naproxen stellen die am häufigsten eingenommenen Vertreter dieser Arzneimittelgruppe dar. Schmerzen wirken sich unter anderem auf die Bildung der schmerzfördernden Botenstoffe der Prostaglandine aus. Prostaglandine provozieren im Bereich des Uterus die Ablösung der alten Schleimhaut. Außerdem induzieren sie die Kontraktion der Muskulatur, welche für die Abstoßung der Schleimhaut notwendig ist.

Je höher die Prostaglandinkonzentration, desto stärker sind die Regelschmerzen. Eine Hemmung der Synthese sorgt deshalb dafür, dass Schmerzen während der Monatsblutung abnehmen oder gar vollständig verschwinden. Neben den nicht-steroidalen Antirheumatika gilt auch Paracetamol als besonders beliebt zur Behandlung von Menstruationsbeschwerden. Darüber hinaus lassen sich die Krämpfe im Unterleib mithilfe sogenannter Spasmolytika lindern. Spasmolytika wie Butylscopolamin sind Arzneimittel, die die Krämpfe der Uterusmuskulatur lindern und auf diese Weise auch die von den betroffenen Frauen wahrgenommenen Schmerzen stillen. Da vor allem junge Frauen, bei denen kein Kinderwunsch besteht, an starken Menstruationsbeschwerden wie Unterleibsschmerzen leiden, kann auch die Antibabypille zur Therapie verwendet werden.

Welche Nebenwirkungen können Medikamente gegen Regelschmerzen haben?

Obwohl die gängigen Vertreter der nicht-steroidalen Antirheumatiker besonders gut zur Behandlung von Menstruationsbeschwerden, wie starken Unterleibsschmerzen, geeignet sind, müssen deren mögliche Nebenwirkungen bei der Einnahme beachtet werden.

Ibuprofen und Naproxen sind vor allem dafür bekannt, dass sie Schleimhautentzündungen, Geschwüre sowie Blutungen im Bereich des Magen-Darm-Trakts hervorrufen können. Auch Erkrankungen der Nieren zählen zu den typischen Nebenwirkungen der nicht-steroidalen Antirheumatiker. Einige Vertreter dieser Arzneimittelgruppe können sich darüber hinaus auch auf das Herz-Kreislauf-System auswirken. Sie sorgen unter anderem dafür, dass das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, signifikant ansteigt. Aspirin, welches ebenfalls häufig als Schmerzmittel eingesetzt wird, hingegen wirkt sich aufgrund seiner blutverdünnenden Eigenschaften senkend auf das Infarktrisiko aus. Ob es unter der Einnahme von nicht-steroidalen Antirheumatikern tatsächlich zu Komplikationen kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wichtig dabei sind vor allem die Einnahmedauer und die Dosierung der Medikamente. Wenn man nicht-steroidale Antirheumatiker zur Linderung von Unterleibsschmerzen einnimmt, sollte man deshalb eine möglichst geringe Konzentration verwenden. Die sogenannten Spasmodiker sind Medikamente, die den Sympathikus, also unser Stresssystem, aktivieren. Neben der Tatsache, dass sie deshalb Regelschmerzen effektiv lindern können, rufen sie auch andere für den Sympathikus typische Reaktionen hervor.

Unter der Einnahme von Spasmodikern kann es deshalb zu Mundtrockenheit, Störungen bei der Blasenentleerung, Herzrasen und Nervosität kommen.

Können Medikamente gegen Regelschmerzen, auch gleichzeitig ein Verhütungsmittel sein?

Starke Schmerzen und Unterleibskrämpfe während der Periode treten vor allem bei Frauen unter 30 auf. Gerade bei Jugendlichen und jungen Frauen besteht häufig noch kein Kinderwunsch.

Aus diesem Grund ist es möglich, die Antibabypille zur Therapie der Regelschmerzen einzunehmen. Neben ihrer kontrazeptiven Wirkung wirken sich die künstlichen Hormone auch auf die Häufigkeit und die Intensität der Periodenblutung aus. Bei Frauen, die an besonders starken Beschwerden leiden, ist es zudem möglich, die Antibabypille als sogenannte Langzeittherapie einzunehmen. Das bedeutet, dass die Hormone nicht nach 21 Tagen pausiert werden und in diesem Zeitraum die Abblutung einsetzt.

Wird die Pille in Form einer Langzeittherapie angewendet, müssen die Tabletten durchgängig eingenommen werden. In der Regel ist dies über ungefähr zwölf Wochen, also drei komplette Zyklen, möglich. Erst nach dem Ablauf dieses Zeitraums muss eine Pillenpause eingelegt und das Abstoßen der abgelösten Gebärmutterschleimhaut zugelassen werden. Frauen, die an starken Regelschmerzen leiden, werden deshalb deutlich seltener beeinträchtigt. Zudem wirkt sich die Pille auch auf die Intensität der Blutung und somit auf die wahrgenommenen Menstruationsbeschwerden aus.

Gibt es natürliche Alternativen zu Medikamenten gegen Regelschmerzen?

Regelschmerzen lassen sich bei vielen Frauen auch durch natürliche, nicht medikamentöse Behandlungsmethoden lindern. Besonders hilfreich dabei ist die lokale Anwendung von Wärme in Form eines Wärmekissens oder einer Wärmflasche. Wenn zum Beispiel eine Wärmflasche auf den Unterbauch gelegt wird, kommt es zu einer Lockerung der verkrampften Muskulatur, wodurch die Schmerzen häufig nachlassen. Wärme zur Behandlung von Menstruationsbeschwerden kann aber auch auf andere Weise angewendet werden. So empfinden viele der Betroffenen zum Beispiel ein heißes Bad als besonders angenehm. Auch beim Baden wird die Muskulatur des Uterus entspannt und auf diese Weise die Schmerzen gelindert. Frauen, die an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung leiden, sollten die Anwendung heißer Bäder jedoch unbedingt mit ihrem Arzt besprechen. Grund dafür ist die Tatsache, dass sich die Wärme auch auf das Herz-Kreislauf-System auswirken kann. Neben der lokalen Anwendung von Wärme empfehlen viele der Betroffenen Kamilleauflagen. Bei dieser natürlichen Therapie-Methode wird ein Tuch in eine Lösung aus warmem Wasser und Kamille eingelegt. Nach einer Weile kann dieses Tuch auf den verkrampften Unterleib gelegt und mit einem trockenen Handtuch fixiert werden. Die Kamille ist ebenfalls dazu in der Lage, die Unterleibsschmerzen zu lösen.

Letzte Änderung: 20. November 2023

Quellen
  • Armour M, Ee CC, Naidoo D et al. Exercise for dysmenorrhoea. Cochrane Database Syst Rev 2019;
  • Chen CX, Draucker CB, Carpenter JS. What women say about their dysmenorrhea: a qualitative thematic analysis. BMC Womens Health 2018; 18
  • Blödt, S. et al.: Self-acupressure for women with menstrual pain. Am J Obstet Gynecol 2018
  • Uhl, B.: Gynäkologie und Geburtshilfe compact. Thieme Verlag, 2017
  • Weyerstrahl, T. und Stauber, M.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme Verlag, 2013

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