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Postmenopausale Osteoporose

Was bedeutet postmenopausale Osteoporose?

Die postmenopausale Osteoporose ist eine Form der Osteoporose, die bei Frauen nach Eintritt der Menopause auftritt.

Bei einer Osteoporose handelt es sich um eine Erkrankung, die durch eine verringerte Knochendichte definiert wird. Dies kann ein erhöhtes Risiko für Frakturen bedingen. Die Menopause beschreibt eine Phase im Leben einer Frau nach dem letzten Menstruationszyklus. Dies tritt in der Regel bei Frauen im Alter zwischen 45 und 55 Jahren auf. Nach Eintritt der Menopause sinkt der Östrogen-Spiegel im Blut einer Frau deutlich ab. Neben vielen anderen Mechanismen hat Östrogen eine wichtige Rolle zum Erhalt eines Knochens. Dementsprechend führt ein abnehmender Östrogen-Spiegel zu einem Verlust der Knochendichte, was die Entstehung von poröseren Knochen zur Folge haben kann. Hierbei steigt das Risiko für einen Bruch substanziell an. Bei der postmenopausalen Osteoporose handelt es sich um eine ernstzunehmende Erkrankung, da sie das Risiko für Brüche bei Frauen im mittleren Alter deutlich erhöhen kann.

Welche Faktoren erhöhen das Risiko für postmenopausale Osteoporose?

Der nach Beginn der Menopause normalerweise sinkende Östrogenspiegel kann, abhängig von verschiedenen Risikofaktoren, sich individuell unterschiedlich auf den Knochen der betroffenen Frau auswirken.

Geringere Knochenmasse

Eine geringere Knochenmasse der Betroffenen führt schon bei geringerer Beeinträchtigung zu einem Verlust der Stärke und Stabilität des Knochens. Eine niedrige Knochenmasse ist häufig genetisch bedingt.

Gestörte Mikroarchitektur des Knochens

Auch eine gestörte Mikroarchitektur des Knochens, dieses bezieht sich auf Veränderungen in den inneren Strukturen des Knochens, hat einen starken Einfluss auf Festigkeit und Elastizität des Knochens. Hier ist der Knochen auf Brüche deutlich anfälliger und ein postmenopausaler Östrogenabfall kann eher zu einer Knochenfraktur führen.

Langfristige Amenorrhoe

Ein Ausbleiben der Menstruation wird als Amenorrhoe bezeichnet. Bei manchen Frauen tritt durch eine Funktionsstörung der Eierstöcke, die sogenannte Ovarialinsuffizienz, ein früherer und häufig stärkerer Östrogenabfall auf, was das Risiko für eine Osteoporose deutlich erhöhen kann. Dementsprechend stellt eine langfristige Amenorrhoe ein erhöhtes Risiko für eine postmenopausale Osteoporose dar.

Medikamente

Die Anfälligkeit des Knochens kann auch durch Medikamente erhöht werden. Kortison kann bei einer Langzeittherapie, die häufig für Entzündungen oder Autoimmunerkrankungen indiziert ist, die Knochenbildung hemmen und den Knochenabbau fördern.

Welche Symptome sind typisch für eine postmenopausale Osteoporose?

Die Osteoporose verläuft in der Regel stumm und Symptome treten erst bei Brüchen auf. Frauen mit postmenopausaler Osteoporose haben ein erhöhtes Frakturrisiko, insbesondere an der Wirbelsäule, dem Oberschenkelhals und dem Unterarm.

Ein Bruch kann zu starken Schmerzen führen und Abhängig der Lokalisation des Bruches zu unterschiedlichen Funktionseinschränkungen. An der Wirbelsäule kann ein Bruch zu einer Veränderung des Rückens führen und in einem schlimmeren Fall zu einer Kompression des Rückenmarks, was durch die Wirbelsäule läuft. Dort befinden sich lange Nervenfasern, mit denen das Gehirn den Körper steuert.

Eine Kompression des Rückenmarks kann daher zu substantiellen Funktionseinschränkungen führen. Bei einem Bruch des Oberschenkels kann es zu einem starken Funktionsausfall mit fehlender Mobilisation des Beins kommen.

Wie wird postmenopausale Osteoporose diagnostiziert?

Der Abfall des Östrogenspiegels im Blut ist das zentrale Element zur Diagnose einer postmenopausalen Osteoporose. Bei der Untersuchung des Blut sollten auch die Laborwerte für Kalzium und Vitamin d3 überprüft werden.

Ferner sollten die standardmäßig durchgeführten Untersuchungen einer Osteoporose wie die Bestimmung der Knochendichte durchgeführt werden. Zur Messung der Knochendichte wird eine Dual-Röntgenabsorptionsmetrie (DXA) durchgeführt.

Dabei wird der Mineralsalzgehalt des Knochens durch Röntgenstrahlen an der Lendenwirbelsäule und am Hüftknochen gemessen. Die Strahlenbelastung ist sehr gering. Die Knochendichte wird als T-Score angegeben. Die Definition einer Osteoporose wird in der Regel am T-Score festgemacht, der eine manifeste Osteoporose definiert. Um mögliche Knochenbrüche nachweisen zu können, ist eine herkömmliche Röntgenuntersuchung des verdächtigen Knochens hilfreich.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es für postmenopausale Osteoporose?

Da der Schlüsselfaktor bei der Entstehung einer postmenopausalen Osteoporose der Abfall des Hormons Östrogen ist, spielt ein Ersatz des Östrogens durch eine Substitution eine entscheidende Rolle.

Die Substitution, also das künstliche Hinzufügen von Östrogen in Form von Medikamenten, kann den Knochenabbau hemmen und damit die Knochenstruktur stärken. Dadurch können Knochenbrüche verhindert werden. Die Rolle von Vitamin D und Calcium ist nicht gesichert, aber wissenschaftliche Studien sehen potentiell einen Vorteil. Eine Kombination aus Östrogen, Vitamin D3 und Calcium schien in Studien bei der Behandlung der postmenopausalen Osteoporose hilfreich zu sein. Auch klassische Osteoporose-Medikamente, die dem Knochenabbau entgegensteuern können, wie Bisphosphonate oder Raloxifen, scheinen insbesondere bei fortgeschrittenen Erkrankungen hilfreich zu sein. Ein gesunder Lebensstil, der eine ausgewogene Ernährung und Sport einschließt, ist vorteilhaft.

Wie kann das Risiko für eine postmenopausale Osteoporose reduziert werden?

In Zusammenschau mit dem großen Risiko für Brüche und der damit verbundenen starken Einschränkung der Lebensqualität kommt der frühe Einsatz der Therapie und insbesondere der Prävention eine große Bedeutung zu.

Dabei spielt der Lebensstil eine entscheidende Rolle. Sport, insbesondere Ausdauersport, kann zu einer Stärkung der Knochen führen. Die adäquate Einnahme von Vitamin D und Calcium als Grundlagen der Knochensubstanz scheint vorteilhaft zu sein. Bei Risikopatienten kann eine Hormonersatztherapie in Erwägung gezogen werden und konnte in vergleichenden Studien das Risiko für Brüche reduzieren. Bei Patientinnen mit sehr hohem Risiko sollte zeitnah eine medikamentöse Osteoporose-Therapie mit zum Beispiel Bisphosphonaten eingeleitet werden.

Zusammenfassung

Die postmenopausale Osteoporose entsteht bei Frauen nach der letzten Menstruation mit einem Abfall des Hormons Östrogen. Neben vielen weiteren Funktionen spielt Östrogen eine entscheidende Rolle in unserem Knochenstoffwechsel. Der Wegfall von Östrogen kann zu poröseren Knochen in Form von einer Osteoporose führen. Dies erhöht das Risiko für Brüche. Brüche stellen eine deutliche Gefahr für eine entscheidende Reduktion der Lebensqualität dar. Neben der standardmäßigen Diagnose einer Osteoporose kann bei einer postmenopausalen Osteoporose ein niedriger Östrogenspiegel im Blut festgestellt werden. Die Therapie richtet sich nach dem Ausmaß der Erkrankung. Eine Östrogenersatztherapie in Kombination mit Vitamin D und Kalzium scheint vertretbar zu sein. Die Vorsorge richtet sich nach dem individuellen Risikoprofil. Ein gesunder Lebensstil ist für alle Frauen empfehlenswert und kann über eine Östrogensubstitution oder eine medikamentöse Osteoporosetherapie ergänzt werden.

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