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T-Score: Knochendichte-Messung bei Osteoporose

Was ist der T-Score bei Osteoporose?

Der T-Score ist das Ergebnis eines medizinisch-technischen Verfahrens zur Bestimmung der Knochendichtemessung. Dieses Verfahren ermöglicht eine frühzeitige Diagnosestellung im Rahmen der Osteoporose , sowie der Osteopenie, bevor es zu osteoporosetypischen Symptomen, sowie dem Auftreten von Knochenbrüchen kommen kann. Die gängigste klinisch verwendete Methode zur Knochendichtemessung stellt dabei die Dual Energy X-Ray Absorptiometry (DXA), mittels niedriger dosierter Röntgenstrahlung dar. Die DXA ist klinisch sehr etabliert und von der Weltgesundheitsorganisation sowie dem Dachverband Osteologie e.V. empfohlen und gehört als sogenannter Goldstandart zum klinischen Alltag in der Osteoporose Diagnostik und Therapie. Der T-Score wird dabei jedoch nicht nur für die Prädiagnostik zur Risikoeinschätzung der Ausbildung einer Osteoporose oder Osteopenie eingesetzt, sondern auch bei bereits vorliegenden Frakturen, um zum einen die Diagnose der Osteoporose zu sichern, aber auch den Schweregrad des Knochenschwundes im Rahmen der Erkrankung zu bestimmen.

Somit kann der T-Score auch wichtig für Kontrollmessungen im Verlauf der Behandlung sein, die Wirksamkeit der Therapiemethoden erfassen und zu einer gesteigerten Therapietreue seitens des Patienten führen.

Wie relevant die Bestimmung eines T-Scores sein kann, zeigt sich, wenn man schaut, wie die Veränderungen der Knochendichte mit dem Frakturrisiko korreliert. Bei einer Abnahme der Knochendichte um 10% kann es, je nach Region des Auftretens, zu einer Verdoppelung bis Verdreifachung des Frakturrisikos kommen, was sowohl für die Diagnostik, als auch die Therapieentscheidung von enormer Bedeutung sein kann.

Wie wird der T-Score bei Osteoporose gemessen?

Die Bestimmung des T-Scores, als wichtigste Messgröße der Knochendichtemessung, mittels der klinisch gängigen DXA-Methode ( Dual Energy X-Ray Absorptiometry), wird in der Regel an der Hüfte oder im Lendenwirbelbereich durchgeführt.

Bei dieser Untersuchung werden zwei Röntgenstrahlen von unterschiedlicher Intensität durch den zu untersuchenden Knochenbereich des Patienten entsandt.

Wissenswert

Anschließend wird die Menge an Röntgenstrahlung gemessen, die durch den Knochen des Patienten gelangt ist, woraus man mittels einer einfach Gleichung die die Knochendichte errechnen kann: T-Score = Gemessene Knochendichte - durchschnittliche Knochendichte bei jungen, gesunden Erwachsenen / Standartabweichung der Knochendichte bei jungen, gesunden Erwachsenen.

Es gilt der Grundsatz: Je geschädigter der Knochen, desto durchlässiger wird er für die Strahlung.

Was bedeutet ein niedriger T-Score bei Osteoporose?

Das Ergebnis der DXA-Messung, also der T-Score, wird in Gramm pro Quadratzentimeter angegeben. Er vergleicht die Werte der Knochendichte des Patienten mit den Standartwerten der Knochendichte von jungen, gesunden Erwachsenen im alter von 25-35 Jahren des selben Geschlechts.

Das Ergebnis der Messung des T-Scores ist demenstsprechend keine absolute Zahl, sondern eine Standartabweichung zu dieser jungen, gesunden Referenzgruppe, welche die "maximale Knochendichte" darstellt.

Ein Wert von höher oder gleich -1 gilt als Normalwert. Bei solchen T-Scores kann davon ausgegangen werden, dass die Knochen des Patienten nicht von Osteoporose oder einer Osteopenie betroffen sind. Beim Wert zwischen -1 bis -2,5 liegt noch keine Osteoporose vor. Allerdings kann bereits von einer Vorstufe der sogenannten Osteopenie (einer verminderten Knochendichte) gesprochen werden. Hier kann es bereits unter Umständen erforderlich sein, eine medikamentöse oder anderweitige Therapie zu beginnen. Ausschlaggebend dafür sind auch Risikofaktoren sowie Lebensumstände des Patienten. Hierbei gilt es für den Patienten, gemeinsam mit dem Arzt eine individuelle Therapieentscheidung zu treffen. Messwerte unter -2,5 gehen mit der Diagnose einer Osteoporose einher. Auch hier bedarf es einer für den Patienten im Einzelfall abgestimmten Behandlungsstrategie, welche mit dem behandelnden Arzt ausgearbeitet werden sollte.

Messwert Osteoporose
≥ -1 Nein
-1 bis -2,5 Osteopenie
< -2,5 Ja

Der T-Wert, als Vergleich der individuellen Knochendichte mit den Normwerten junger, gesunder Patienten, kann jedoch auch problematisch werden. Patienten mit zunehmendem Alter müssten immer häufiger als krank eingestuft werden. Beispielsweise würden fast 50% der 70-75 Jährigen Menschen in Deutschland trotz einer altersgerechten Knochendichte, aufgrund ihres niedrigen T-Werts als krank eingestuft werden. Zur Einordnung der individuellen Messwerte wird somit zusätzlich der Z-Wert eingeführt. Der Z-Wert vergleicht die Patienten mit der Knochendichte gesunder Menschen des gleichen Alters und Geschlechts.

Eine Person mit einem Z-Wert, der größer als –1 ist, zeigt eine altersgemäße Knochendichte an. Somit wird der Z-Wert besonders mit zunehmendem Alter immer relevanter für die Therapieentscheidungen, sowie zur Einordnung des Bedarfes einer medikamentösen Therapie des Patienten. Aufgrund der physiologischen, alterskonformen Steigerung des Risikos für Knochenbrüche rät man bei einem niedrigen T-Wert, bei einem regelhaften Z-Wert, oftmals von einer medikamentösen Therapie ab, um eine übermäßige Medikation bei älteren Menschen zu vermeiden.

Z-Wert Bedeutung
> -1 altersgemäße Knochendichte
< -1 niedrige Knochendichte

Wie beeinflusst der T-Score die Behandlung von Osteoporose?

Lange Zeit beruhte die Diagnostik der Osteoporose auf dem Nachweis von klinischen Symptomen, wie haptsächlich Frakturen und der einordnung der Krankengeschichte und den persönlichen Patienteninformationen.

Heutzutage kann man mittels der Knochendichtemessung und der Interpretation des T-Scores die Osteoporose bereits in einem frühen Stadium feststellen, welches oftmals noch asymptomatisch ist. Die niedrige Knochendichte als wichtigster Risikofaktor für Osteoporose-assoziierte Frakturen kann somit bereits bei einem nicht klinisch auffälligen Bild ausschlaggebend für den Beginn einer Therapie in einem frühen Stadium sein.

Beispielsweise zeigte die Therapie mit Bisphosphonaten eine ausgeprägte positive Wirkung auf den T-Score bereits nach wenigen Monaten. Dies beweist dass die DXA eine sehr zuverlässige Methode ist, um den Therapieerfolg bei der Osteoporose zu dokumentieren und somit zum einen dem Behandelnden Arzt Informationen zur Anpassung des Therapieverfahrens liefert, aber auch dem Patienten Sicherheit und Motivation in der Osteoporosetherapie gibt.

Wer sollte zur Knochendichtemessung gehen und ab wann zahlt dies die Krankenkasse?

Die Frühphase einer sich entwickelnden Osteoporose bleibt oftmals unerkannt, da Patienten eine lange Zeit ohne Beschwerden oder Schmerzen bleiben. Erst wenn es zu den ersten Frakturen oder zu skelettalen Problematiken kommt, gehen die betroffenen Patienten zu den behandlenden Ärzten und die Diagnose der Osteoporose wird gestellt. Mittels der DXA könnte die Diagnostik bereits in einem deutlich früheren Staduim gestellt werden und der Krankheitsverlauf durch eine deutlich früher begonnene Therapie postiv beeinflusst werden.

Eine Knochendichtemessung kostet um die 40-50€ und sollte bei dem geringsten Verdacht einer Osteoporose oder bei einem erhöhten Risko für Osteoporose unbedingt in betracht und mit dme zuständigen Arzt diskutiert werden.

Die Kostenübernahme der GKV einer DXA war lange Zeit erst vorgesehen, wenn der Patient bereits Frakturen im Rahmen der Osteoporose hatte und ein begründeter Verdacht aufgrund anderer Befunde bestand. Seit 2014 wird die Knochendichtemessung seitens der GKV übernommen, wenn der Arzt eine medikamentöse Behandlung des Patienten beabsichtigt und eine Knochendichtemessung dahingehend als sinnvoll erscheint.

Folglich wird die klinisch sehr etablierte Knochendichtemessung (DXA) auch heute erst bei sehr fortgeschrittenem Krankeitsstadium der Osteoporose durch die Krankenkasse übernommen. Aufgrund der Möglichkeit die Erkrankung mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit bereits vor dem Eintreten von Symptomen diagnostizieren zu können, wäre eine Messung oftmals deutlich früher sinnvoll und unbedingt mit dem Arzt einmal zu dikutieren, auch aufgrund der vergleichsweise kostengünstigen, schnellen und riskioarmen Möglichkeit der Diagnostik.

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