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Behandlung bei Leberkrebs

Profilbild von Dr. med. Danny  Jazmati Geschrieben von Dr. med. Danny Jazmati

Die Therapie beim Leberkrebs richtet sich danach, ob der Krebs auf die Leber begrenzt ist oder auch schon in andere Organe gestreut hat, wie der Allgemeinzustand des Betroffenen ist und wie die Funktion der Leber ist.

Da die Leberzirrhose die Ursache für einen Leberkrebs ist, ist die Leber häufig in der Funktion stark reduziert. Eine reduzierte Leberfunktion kann dazu führen, dass nicht alle möglichen Therapieoptionen angewendet werden können.

Operation

Die Therapie der Wahl bei einem Frühstadium der Erkrankung ist die Operation. Chirurgie, einschließlich Lebertransplantation ist nach wie vor die wirksamste Behandlung von Patienten mit Leberkrebs .

Allerdings kommen nicht alle Patienten mit Leberkrebs für eine Operation in Frage. Vor allem wegen der Vielzahl der Läsionen, die oft im Zusammenhang mit einer chronischen Lebererkrankung auftreten und dem damit reduzierten Allgemeinzustand können viele Patienten nicht operiert werden.

Es gibt die Möglichkeit den Teil der Leber, in dem der Tumor ist herauszuscheiden oder die Leber komplett auszutauschen. Da häufig die Leber die Ursache des Problems ist, ist eine Transplantation häufig wünschenswert. Es erfordert aber einen sehr guten Allgemeinzustand.

Eine Lebertransplantation ist ein medizinisches Verfahren, bei dem einem Patienten eine kranke Leber entnommen und durch eine gesunde Leber eines Spenders ersetzt wird. Die Ergebnisse der Lebertransplantation bei großen inoperablen Tumoren waren vor 1996 enttäuschend, mit einer hohen Rezidivrate innerhalb der ersten Monate oder Jahre nach der Transplantation.

Daher werden Transplantationen nur noch nach entsprechenden MILAN Kriterien durchgeführt. Maximal ein Tumorherd unter 5 cm sein oder 3 Tumorherde, die aber alle unter drei cm sein müssen.

Nach der Veröffentlichung der Milan Kriterien stieg die Erfolgsquote der Lebertransplantation deutlich an. In jüngster Zeit ist die Erfolgsquote jedoch wieder gesunken, was auf die Verlängerung der Wartezeit zurückzuführen ist.

Wenn keine Operation möglich ist und der Tumor noch nicht gestreut hat, kommen weitere Therapien in Frage:

Radiofrequenzablation (RFA)

Die Radiofrequenzablation ist ein medizinisches Verfahren, bei dem ein Tumor wird um Krebszellen zu zerstören.Die Tumorablation ist ein minimalinvasiver Ansatz, der häufig bei der Behandlung von Lebertumoren eingesetzt wird.

Bei der Ablationstherapie wird das Gewebe mit Hilfe von Energie erhitzt , um eine Nekrose (Zelltod) zu bewirken. Die Radiofrequenzablation (RFA) und die Mikrowellenablation (MWA) sind zwei der am häufigsten verwendeten Ablationsverfahren.

Jede dieser Technologien hat ihre eigenen Stärken und Schwächen, wenn es um die Behandlung von Tumoren in der Leber geht. INsgesamt sind diese Verfahren vor allem für Patientinnen und Patienten gedacht, die einen sehr kleinen Tumor haben.

Mit der Größe des Tumors sinkt auch die Chance, den Tumor über die RFA kontrollieren zu können. Auch die Lage kann ein Grund dafür sein, dass keine RFA mehr durchgeführt werden kann.

TACE

Die TACE ist eine Behandlung für inoperable Leberkarzinome. Bei der TACE wird über einen Katheter eine Chemotherapie und eine Suspension an einen Tumor über ein Gefäß angebracht. Die Suspension ist quasi ein Verschluss des Gefäß, dass zu dem Tumor führt. Der Verschluss der Leberarterien führt zum Untergang des Tumors, da diese Arterien den Krebs mit Nährstoffen versorgen.

Außerdem verbleiben hohe Konzentrationen der gleichzeitig eingesetzten Chemotherapeutika über einen längeren Zeitraum in den Tumoren, was die anschließende Nekrose (Tumorzelluntergang) verstärkt.. Leider ist das Risiko, dass der Tumor nach einer TACE zurückkommt ziemlich hoch.

SIRT

Die selektive interne Strahlentherapie (SIRT) ist eine Art der Krebsbehandlung, bei der radioaktive Mikrokügelchen eingesetzt werden, um Krebszellen gezielt zu töten. Die Mikrokugeln werden über die Leberarterie in den Tumor eingebracht und reichern sich bevorzugt im Tumorgewebe an.

Auf diese Weise kann eine hohe Strahlendosis auf den Tumor fokussiert werden, während die Belastung des umliegenden gesunden Gewebes minimiert wird. Die SIRT hat sich bei der Behandlung verschiedener Krebsarten als wirksam erwiesen und wird häufig als erste Behandlungsoption für Patienten mit HCC im mittleren Stadium eingesetzt, die für andere Behandlungen nicht in Frage kommen.

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie der Leber insbesondere bei Patienten mit Leberzirrhose stellt eine Herausforderung dar. Erst durch die technischen Möglichkeiten der modernen Strahlentherapie ist eine Bestrahlung von Lebertumoren überhaupt möglich geworden.

Die Leber ist einerseits ein strahlensensibles Organ, bei einer zu hohen Belastung kommt es zu Funktionsausfällen des Organs. Auf der anderen Seite ist der Leberkrebs Dosis abhängig. Das bedeutet dass die Dosis hoch genug sein muss um den Tumor kontrollieren zu können.

Die optimale Strahlentherapie stellt also einen Kompromiss zwischen der erforderlichen Dosis für den Tumor und der Schonung des gesunden Gewebesda. Die moderne Strahlentherapie kann dieses optimal ermöglichen. Die strahlentherapie scheint keiner der vorherigen Methoden unterlegen zu sein und stellt eine sichere und effektive Methode dar.

Fortgeschrittene Erkrankungen

Auch wenn der Tumor schon gestreut hat (Fernmetastasen) oder nicht mehr durch die oben genannten Maßnahmen kontrolliert werden kann, gibt es Therapiemöglichkeiten. Im Gegensatz zu den oben genannten sogenanten lokalen Verfahren, wird hier ein systemischer Ansatz durchgeführt.

Das bedeutet, dass ein Medikament in das Blut gegeben wird. Es gibt eine Kombination aus einer Immuntherapie und einem Wachstumshemmer (Atezolizumab und Bevacizumab), die sehr vielversprechend ist. Das etablierteste Medikament ist der Tyrosinkinasehemmer wie Sorafenib.

Zusammenfassung

Die Therapie der Wahl ist die Operation. Aufgrund der ursächlichen Leberzirrhose kann eine Lebertransplantation erwogen werden. Insbesondere bei Patientinnen und Patienten, die maximal einen Tumor unter fünf Zentimeter, oder maximal drei Tumore von denen keiner über drei Zentimeter ist, haben.

Ist eine Operation nicht möglich kommen andere Verfahren in Frage, die den Tumor lokal kontrollieren sollen. Häufig wird eine RFA, eine TACE, eine SIRT oder eine Bestrahlung angewendet.

Bei fortgeschrittenen Erkrankungen sollte ein Medikament gegeben werden.

Letzte Änderung: 5. November 2022

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