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Welche Inkontinenzformen gibt es? Unterschiede & Merkmale

Bild das Welche Inkontinenzformen gibt es? Unterschiede & Merkmale veranschaulicht.

Die Blasenschwäche (Harninkontinenz) beschreibt den unwillkürlichen Verlust von Urin. Dem Betroffen fehlt die Fähigkeit diesen bewusst in der Harnblase zu halten.

Hinweis

Menschen, die an Harninkontinenz leiden verlieren nicht bloß Urin, sie müssen auch deutlich häufiger die Toilette aufsuchen. Vor allem während der Nacht kommen sie durch das ständige Aufwachen kaum zur Ruhe.

Die Harnblase des Menschen stellt als Hohlorgan einen wichtigen Bestandteil des Harntrakts dar. Sie dient der Zwischenspeicherung des Urins und kann, in Abhängigkeit von der Körpergröße eines jeden Menschen, zwischen 900 und 1500 ml fassen. Neben ihrer Speicherfunktion ist die gesunde Blase dazu in der Lage den Harn zu einem gewünschten Zeitpunkt kontrolliert abzugeben. Dies geschieht sobald sich die Mukulatur der Blase anspannt und der Schließmuskel am Übergang zur Harnröhre erschlafft.

Das Halten und Abgeben von Urin bedarf aus diesem Grund einer streng kontrollierten Zusammenwirkung von Blasenmuskulatur und Schließmuskel. Wenn sich in diesem Zusammenwirken eine Störung einstellt, kann es zur Entstehung einer Blasenschwäche kommen.

Formen einer Inkontinenz definiert

Subtypen der Harninkontinenz

Anhand verschiedener Kriterien wird die Harninkontinenz in Subtypen eingeteilt. Nach der International Contenence Society kann man fünf Formen der Harninkontinenz voneinander unterscheiden.

Dranginkontinenz

Eine Draninkontinenz zeichnet sich durch das plötzliche Auftreten eines besonders starken und kaum unterdrückbaren Harndrangs aus. Menschen, die unter einer Dranginkontinenz leiden, entwickeln diesen starken Drang wasserzulassen typischerweise mehrmals pro Stunde.

Vor allem Frauen entwickeln im Laufe ihres Lebens diese Form der , sodass rund 33% der Frauen ab 80 Jahren davon betroffen sind.

Belastungsinkontinenz

Bei sehr hoher körperlicher Anstrengung kann der Harn nicht mehr gehalten werden. Die Belastungsinkontinenz tritt typischerweise beim , Niesen, Lachen, Tragen schwerer Gegenstände und beim Treppensteigen in Erscheinung

Unbewusste Inkontinenz

Bei dieser Form der Blasenschwäche kommt es zu einem Harnverlust, der weder wahrgenommen wird, noch mit Harndrang einher geht.

Post-miktionelles Tröpfeln

Der Begriff "Post-miktionelles Tröpfeln" beschreibst den tröpfchenweisen Verlust zusätzlichen Urins nach dem Wasserlassen.

Kontinuierlicher Harnverlust

Betroffenen verlieren kontinuierlich Urin.

Ursachen einer Blasenschwäche

Eine Blasenschwäche kann verschiedene Ursachen haben, die sich teilweise auch zwischen den Geschlechtern deutlich voneinander unterscheiden.

Auslöser einer Blasenschwäche

Außerdem zeigen sich zwischen den einzelnen Formen der Blasenschwäche unterschiedliche Auslöser. Unabhängig von deren Ursache führen jedoch sämtliche Ursachen zu einer Störung der regelrechten Blasenfunktion.

Bei der Belastungsinkontinenz ist der Beckenboden derart geschwächt, dass er einem Anstieg des intraabdominellen Drucks, also einer Druckerhöhung im Bauchraum, nicht mehr standhalten kann. Eine solche Schwächung des Beckenbodens entsteht in den meisten Fällen bei Frauen, die ein oder mehrere Kinder ausgetragen haben. Werden die Muskeln im Bereich des Beckenbodens nach einer Schwangerschaft nicht ausreichend gestärkt, hat das häufig eine Beckenbodenschwäche zur Folge.

Darüber hinaus kann die Belastungsinkontinenz durch einen mangelhaften Verschluss der Harnblase im Bereich zwischen dem Blasenhals und der Harnröhre hervorgerufen werden. Vor allem Verletzungen, die im Bereich des Beckenbodens entstehen, können den Blasenverschluss negativ beeinträchtigen.

Ein hohes Risiko für die Entstehung einer derartigen Verletzung besteht bei Operationen der Prostata. Aber auch verschiedene Traumata können dazu führen, dass der Verschlussmechanismus zwischen Blasenhals und Harnröhre nicht mehr adäquat funktioniert.

Eine weitere Ursache für das Auftreten einer Belastungsinkontinenz ist eine Vorwölben der Harnblase.

Es gibt eine Reihe von Faktoren, sogenannte Risikofaktoren, die die Entstehung einer Belastungsinkontinenz deutlich wahrscheinlicher werden lassen. Einige dieser Faktoren können aktiv beeinflusst werden. So können zum Beispiel Menschen mit starkem Übergewicht durch eine Gewichtsreduktion das Risiko der Entstehung einer Belastungsinkontinenz deutlich senken.

Risikofaktoren

  • chronischer Husten
  • Übergewicht
  • häufiges Heben schwerer Lasten
  • Bewegungsmangel und eine daraus resultierende Beckenbodenschwäche
  • Absinkende Beckenorgane bei Frauen
  • Schwangerschaft

Sowohl Belastungs- als auch Dranginkontinenz zählen zu den häufigsten Formen der Blasenschwäche.

Für die Entstehung der Dranginkontinenz kann es verschiedene Ursachen geben. Dabei ist die motorsiche von der sensorischen Dranginkontinenz abzugrenzen. Im Falle der motorischen Variante kommt es zu einer Störung der Hemmung jener neuronaler Impulse, die ausgehend von der Blasenmuskulatur zum laufen. In Folge dessen beginnen die Muskeln der Blase damit, sich immer wieder unkontrolliert zusammenzuziehen. Bei den betroffenen Personen geht mit jeder Kontraktion schwallartig eine Menge Urin ab.

Die motorische Dranginkontinenz kann zum Beispiel als Folge der Multiplen Sklerose in Erscheinung treten.

Bei der sensorischen Dranginkontinenz hingegen liegt der Fehler nicht auf Ebene der neuronalen Hemmung. Vielmehr sind jene Rezeptoren, die den Füllungszustand der Harnblase ermitteln, beeinträchtigt. Aus diesem Grund werden falsche Informationen bezüglich der Harnblasenfüllung an das weitergeleitet. Da das Gehirn davon ausgeht, dass die Blase vollständig gefüllt ist, leitet es deren Entleerung ein. Aus diesem Grund wird die Dranginkontinenz auch als überaktive Blase bezeichnet.

Eine sensorische Dranginkontinenz kann zum Beispiel in Folge rezidivierender Blasenentzündungen entstehen. Aber auch oder verschiedene neurologische Erkrankungen (unter anderem und ) können eine überaktive Blase zur Folge haben.

Ursachen der Dranginkontinenz in der Übersicht:

  • Nervenschäden und -reizungen durch operative Eingriffe
  • neurologische Erkrankungen
  • rezidivierende Harnblasenreizungen
  • unbehandelter
  • psychische Ursachen

Die Reflexinkontinenz wird in der Medizin auch als neurogene Harninkontinenz bezeichnet. Grund für das Auftreten dieser Form der Blasenschwäche ist eine Verletzung von Nervenfasern, die im Bereich des Gehirns und des Rückenmarks lokalisiert sind.

Eine Reflexinkontinenz kann vor allem bei Menschen, die eine Querschnittslähmung erleiden, beobachtet werden. Es ist jedoch ebenfalls möglich, dass relevante Nervenschäden im Zuge einer neurologischen Erkrankung, zum Beispiel bei Multipler Sklerose, entstehen.

Vergrößerungen der Prostata sowie Verengungen der Harnröhre können dazu führen, dass der Ablauf des Urins aus der Harnblase nicht mehr problemlos möglich ist. In einem solchen Fall kann es zur Entstehung der sogenannten Überlaufinkontinenz kommen.

Auch Tumore, die sich im Bereich des Urogenitaltrakts bilden, können auf Grund ihrer Größe auf die Harnblasenöffnung und/oder die Harnröhre drücken und auf diese Weise zu einer Ablaufbehinderung führen.

Die extraurethralen Inkontinenz ist angeboren und lässt sichauf eine Fehlbildung der Harnleiter zurückführen, wie z.B. eine falsche Mündung der unteren Harnleiter, eine Vorwölbung der Blase oder eine unphysiologische Anlage der Harnröhre.

Diagnose

Darüber hinaus können bei Menschen, die an Blasenschwäche leiden, verschiedene bildgebende Verfahren zum Einsatz kommen. Vor allem Röntgenaufnahmen können Aufschluss über mögliche Fehlfunktionen geben.

Zu diesem Zwecke wird eine sogenannte Kontrastmittelaufnahme angefertigt. Die Blase und/oder der der betroffenen Patienten werden im Zuge dieser Untersuchungsmethode mit Kontrastmittel gefüllt. Im Anschluss werden während des Wasserlassens oder beim Stuhlgang Röntgenaufnahmen angefertigt.

Mit Hilfe dieser Aufnahmen lassen sich die Abläufe kontrollieren und mögliche Fehlfunktionen aufdecken. Auch Veränderungen der Schleimhautoberfläche oder Vorfälle, die zu einer Harninkontinenz führen können, sind auf den Röntgenaufnahmen sichtbar.

Schweregrade einer Harninkontinenz

"verlorene" UrinmengeSchweregrad
<50 ml Tröpfcheninfektion
50-100 mlGrad 1
100-250 mlGrad 2
> 250 ml Grad 3

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