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Frostbeulen

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren bei Frostbeulen?

Frostbeulen (Pernionen) sind rot-bläuliche Hautveränderungen, die bei Kälteeinwirkung infolge einer verminderten Durchblutung der Haut entstehen. Sie zählen zu den Durchblutungsstörungen.

Sie treten meistens bei Temperaturen um 0°C (bis etwa 10°C) in den kalten Monaten und bei Nässe auf. Frostbeulen sind nicht mit Erfrierungen gleichzusetzen, bei denen es zu einer Eiskristallbildung im Gewebe kommt.

Durch eine starke Kälteexposition ziehen sich die Blutgefäße zusammen und es kommt zu einer Durchblutungsminderung im betroffenen Gewebe. Das führt zu einer verminderten Sauerstoffversorgung, was zu einer Gewebeschädigung und Entzündungsreaktionen führt.

Besonders betroffen sind jene Stellen des Körpers, die ohnehin schon schwächer durchblutet sind. Dazu zählen stammferne Regionen wie Hände und Füße, vor allem Finger und Zehen. Auch im Gesicht, insbesondere an Nase oder Ohren können sich Frostbeulen bilden.

Der größte Risikofaktor für die Bildung von Pernionen ist Kälte. Insbesondere beim Wintersport im Freien können sie sich ausbilden. Weiters begünstigen Nässe, zu enges Schuhwerk oder enge Handschuhe sowie unzureichende Kleidung die Entstehung von Frostbeulen.

Wissenswert

Menschen, die an einer Hyperhidrosis leiden, also vermehrt schwitzen, sind auch einem höheren Risiko ausgesetzt. Junge, dünne Frauen sowie Menschen mit niedrigem Blutdruck leiden ebenso vermehrt unter der kältebedingten Durchblutungsminderung.

Auch Menschen mit der Autoimmunerkrankungen Lupus erythematodes können ein erhöhtes Risiko für Pernionen haben. Weiters wird ein Zusammenhang zwischen Covid-Infektionen und dem Auftreten von Frostbeulen diskutiert.

Frostbeulen und Covid-19

Im Zuge von Covid-Erkrankungen wurde auffällig oft von Frostbeulen-ähnlichen Läsionen berichtet. Symptome wie schmerzhafte, verfärbte Schwellungen an den Zehen, die ohne Behandlung wieder abklangen, wurden beschrieben.

Es wird dabei von einer möglichen dermatologischen Manifestation von Covid-19-Erkrankungen ausgegangen. Ursache könnte eine vom Immunsystem ausgelöste Reaktion sein.

Was sind die Symptome bei Frostbeulen?

Frostbeulen präsentieren sich in Form von rot-bläulichen Schwellungen oder Flecken an kälteexponierten Körperregionen. Dazu zählen insbesondere stammferne Bereiche des Körpers wie Finger und Zehen, aber auch Unterschenkel oder Oberschenkelaußenseiten sowie die Ohren oder die Nase.

Es kommt außerdem zu einem allgemeinen Kältegefühl. Die Hautveränderungen können auch jucken, schmerzen oder taub sein und fühlen sich kalt oder teigig an. Auch eine Blasenbildung ist möglich.

Diese Hautveränderungen werden durch die verminderte Sauerstoffzufuhr im Gewebe ausgelöst, da sich das geschädigte Gewebe entzündet. Typisch für Frostbeulen ist, dass sie brennen, jucken oder kribbeln können, wenn die betroffenen Regionen aufgewärmt werden.

Durch die Kälteexposition können begleitend zu den Frostbeulen allgemeine Erkältungssymptome auftreten. Im Fall von begleitendem Schnupfen, Husten , Halsschmerzen oder leichtem Fieber sollten Bettruhe und körperliche Schonung eingehalten werden.

Wie werden Frostbeulen diagnostiziert?

Je nach Ausmaß der Hautveränderungen können Frostbeulen harmlos oder schwerwiegend ausfallen. Während leichte Formen unproblematisch sind und nicht unbedingt ärztlich behandelt werden müssen, kann bei schwereren Formen ein Arztbesuch unumgänglich sein.

Das ist zum Beispiel bei anhaltenden Taubheitsgefühlen oder Missempfindungen sowie offenen Wunden der Fall, da sich diese leicht entzünden können. Auch bei wiederholtem Auftreten von Frostbeulen sollte ein Arzt konsultiert werden, um bleibende Folgeschäden des Gewebes zu verhindern und systemische Ursachen der Pernionen-Ausbildung auszuschließen.

Bei der Diagnosestellung durch den Haus- oder Hautarzt werden betroffene Regionen inspiziert. Die Haut wird auf Veränderungen, Schwellungen oder Fleckenbildung sowie Blasenbildung und Farbe untersucht.

Hinweis

Besteht der Verdacht einer generellen Durchblutungsstörung, müssen weitere Untersuchungen durchgeführt werden. Dazu können Blutdruckmessungen, Blutuntersuchungen zur Bestimmung von Antikörpern oder die Faustschlussprobe zählen.

Dabei wird beurteilt, wie schnell das Blut bei Faustschluss in die Finger zurückfließt. Mithilfe einer Oszillometrie kann der arterielle Puls der Fingerarterien gemessen werden. Eine Plethysmografie misst die Durchblutung der Fingerkuppen mit einem Lichtstrahl, was ebenfalls auf Durchblutungsstörungen hinweisen kann.

Therapie bei Frostbeulen

Je nach Ausmaß der Frostbeulen werden sie nur in Form von ausreichender Wärmezufuhr oder zusätzlich medikamentös behandelt. Die bei Frostbeulen auftretenden Hautveränderungen stellen Gewebeschädigungen und Entzündungen dar.

Diese werden deshalb meist mit Kortison in Form von Salben, Cremen oder in schwereren Fällen Tabletten behandelt. Da sich Frostbeulen infolge einer Gefäßverengung bilden, können gefäßerweiternde Medikamente zum Einsatz kommen. Kommt es durch Frostbeulen zu Schmerzen, können Schmerzmittel und bei Juckreiz Antihistaminika eingesetzt werden.

Die Hautveränderungen können steril mit Wundauflagen abgedeckt werden. In der Heilungsphase der Frostbeulen sollte auf zu enge Kleidung verzichtet werden, um Reibung an den betroffenen Regionen zu vermeiden. Wichtig ist, auf ausreichende Wärme in jeglicher Form zu achten.

Im Akutfall können betroffene Körperregionen mit lauwarmem Wasser erwärmt werden. Auf Maßnahmen wie Föhnen oder sonstiges starkes Erhitzen sollte verzichtet werden, um eine zusätzliche Beanspruchung des Gewebes oder Verbrennungen zu vermeiden.

Wärmende Speisen oder Getränke können den ausgekühlten Körper von innen aufwärmen. Warme, wetterfeste Kleidung sowie gutes Schuhwerk sollten bei kalten Temperaturen getragen werden. Aktivierbare Wärmepads oder Schuhsohlen können bei einem Aufenthalt im Freien verwendet werden, um ein starkes Abkühlen der stammfernen Körperregionen zu unterbinden.

Da es sich bei Frostbeulen um die Folgen einer verminderten Durchblutung handelt, kann Sport als Therapieoption hilfreich sein. Insbesondere Ausdauersport kann nämlich für eine gute Durchblutung in den Gefäßen sorgen.

Wie ist die Prognose bei Frostbeulen?

Frostbeulen heilen in der Regel innerhalb einiger Wochen von selbst ab. Im Gegensatz zu Erfrierungen sind sie meist harmlos. Es kann in Folge von Frostbeulen jedoch zu anhaltenden Schmerzen oder Narben kommen. Selten können auch Infektionen, Geschwüre oder bleibende Gewebeschäden auftreten.

Auch eine Durchblutungsstörung, die zu einer Infektion und zum Absterben der betroffenen Region führen kann, ist in seltenen Fällen möglich. Eine Kälteexposition sollte bis zur vollständigen Abheilung von Pernionen weitgehend vermieden werden, um eine Chronifizierung der Frostbeulen zu verhindern.

Alternativmedizinische Behandlungsmöglichkeiten und Haushaltsmittel bei Frostbeulen

Der Einsatz von Hausmitteln ist bei Frostbeulen nicht wissenschaftlich belegt. Dennoch können nach Absprache mit dem behandelnden Arzt gewisse Maßnahmen, die dem Körper guttun, angewandt werden, um Symptome von Frostbeulen zu lindern. Dazu können regelmäßige Saunagänge oder Wechselduschen sowie Kneippgüsse zählen.

Körperliche Bewegung in Form von Ausdauersport kann helfen, die Durchblutung zu fördern. Allerdings sollte nach dem Schwitzen ein zu langer Aufenthalt im Freien vermieden werden, da die Verdunstungskälte den Körper abkühlt, was sich wiederum negativ auf die Bildung von Frostbeulen auswirken kann.

Empfehlungen zur Nachsorge bei Frostbeulen

Nach dem Abklingen von Frostbeulen sollten die betroffenen Hautstellen weiterhin mit Cremes zu behandeln, um Folgeschäden zu vermeiden. Auch wenn Frostbeulen in der Heilungsphase jucken können, sollte nicht gekratzt werden, um die Heilung nicht zu stören.

Im Allgemeinen ist bei Frostbeulen eine Vorsorge jedoch besser als eine Nachsorge. Da Frostbeulen vor allem durch Kälteexposition ausgelöst werden, sollte besonders bei Aufenthalten im Freien auf ausreichende Wärme geachtet werden.

Das kann in den Wintermonaten in Form von warmer, schützender Kleidung geschehen. Es ist wichtig, die Körperkerntemperatur möglichst konstant zu halten. Eine Kopfbedeckung kann helfen, einer Auskühlung entgegenzuwirken.

Weiters sollte auf Nikotin und Alkohol verzichtet werden, da sie sich negativ auf die Blutgefäße auswirken können. Um die Blutzirkulation nicht zu behindern, sollte auf einengende Kleidungsstücke wie zu enge Socken, Schuhe oder Handschuhe, einen engen Gürtel oder Hosenbund verzichtet werden.

Zusammenfassung

Frostbeulen (Pernionen) sind rot-bläuliche Hautveränderungen, die durch eine Minderdurchblutung im Gewebe nach Kälteexposition auftreten. Sie präsentieren sich in Form von Schwellungen oder Flecken, die schmerzen und jucken können.

Der wichtigste Faktor für die Therapie und Prophylaxe ist eine ausreichende Wärmezufuhr, um Komplikationen wie bleibende Gewebeschäden zu verhindern.

Häufig gestellte Patientenfragen, beantwortet

Perniones sind sogenannte Frostbeulen auf der Haut. Sie bilden sich im Zuge einer Kälteexposition durch eine verminderte Durchblutung im Gewebe. Es kommt zu einer verminderten Sauerstoffzufuhr, was zu Gewebeschädigungen und Entzündungen in den betroffenen Regionen führt. Sie sind nicht mit Erfrierungen gleichzusetzen, da es bei Frostbeulen nicht zu einer Eiskristallbildung im Gewebe kommt.

Winterzehen ist der umgangssprachliche Begriff für Frostbeulen. Sie treten hauptsächlich in den kalten Wintermonaten bei Kälteexposition auf und betreffen oftmals neben dem Gesicht und den Fingern auch die Zehen. Es kommt infolge einer Gefäßverengung zu einer Minderdurchblutung im betroffenen Gewebe. Das führt zu Hautveränderungen wie schmerzhaften, verfärbten Schwellungen, die jucken und kribbeln können.

Bei Frostbeulen kommt es zu schmerzhaften Schwellungen der betroffenen Region. Die Haut kann sich kalt oder feucht anfühlen und jucken, kribbeln oder prickeln sowie empfindlich auf Druck reagieren. Es kann zu stechenden Schmerzen kommen. Missempfindungen in Form von „Ameisenlaufen“ können auftreten. Insbesondere beim Erwärmen kann es zu einem starken Juckreiz oder Brennen kommen.

Kommt es bei Kälteexposition immer wieder zur Ausbildung von Frostbeulen, können sie sich chronifizieren und die Symptome noch lange Zeit bestehen bleiben. In diesem Fall können gefäßerweiternde Medikamente oder spezielle Salben indiziert sein. Bei einem Aufenthalt im Freien können in den kalten Monaten aktivierbare Wärmepads oder Schuhsohlen, warme Kleidung oder durchblutungsfördernde Salben zum Einsatz kommen, um die Ausbildung von Frostbeulen zu verhindern. Regelmäßige Bewegung, insbesondere Ausdauersport, kann außerdem die Durchblutung verbessern und Frostbeulen entgegenwirken.

Der Begriff Frostbeulen bezeichnet Schwellungen oder Erhebungen, die sich in Folge von Frost bilden können. Von Frost spricht man bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, bei dem Pernionen meistens auch auftreten. Insbesondere in den kalten Wintermonaten und bei Nässe ist das Risiko für die Bildung solcher Frostbeulen erhöht. Als „Frostbeule“ wird umgangssprachlich auch ein Mensch bezeichnet, der schnell friert.

Der größte Risikofaktor für die Bildung von Frostbeulen ist Kälte. Insbesondere im Winter kann es bei Temperaturen um den Gefrierpunkt zu einer Verengung der Blutgefäße und infolgedessen zu einem Sauerstoffmangel im betroffenen Gewebe kommen. Das führt zu Entzündungsreaktionen im Gewebe, die sich in Form der typischen Hautveränderungen äußern. Einem hohen Risiko sind junge, dünne Frauen, Menschen mit niedrigem Blutdruck sowie Raucher ausgesetzt. Auch im Rahmen der Autoimmunerkrankung Lupus Erythematodes kann das Risiko erhöht sein.

Frostbeule Karteikarte

Erkrankung zusammengefasst

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Frostbeule

Perniones

Epidemiologie

  • besonders betroffen sind Hautareale die dem Knochen aufliegen (z.B. Fingerknöchel)

Risikofaktoren

  • Arbeiten im Freien
  • Wintersport
  • hohe Luftfeuchtigkeit
  • Wind
  • schlechte Durchblutung

Ursachen

  • Temperaturen </= 10 Grad Celsius
  • Kälteeinwirkung auf die Haut
  • Zusammenziehen der Blutgefäße

Pathophysiologie

  • Kälteeinwirkung > Zusammenziehen der Blutgefäße > sichtbare Hautveränderung

Symptome

  • Schwellung
  • Rötung
  • Schmerzen
  • Brennen
  • Juckreiz

Komplikationen

  • Erfrierungen

Diagnose

  • Körperliche Untersuchung
    • Inspektion der Hautveränderungen

Therapie

  • Konservative Behandlung

Präventionsmaßnahmen

  • Tragen warmer Kleidung
  • Handschuhe
  • Mütze
  • Verzicht auf Alkohol
  • Verzicht auf Nikotin

Begriffe

Fieber

Von Fieber spricht man immer dann, wenn die Körpertemperatur über das normale Maß hinaus erhöht ist. Normalerweise liegt die Körpertemperatur des Menschen zwischen 36,0 und 37,4 Grad Celsius.
Als Husten bezeichnet man die Reaktion des Körpers, auf eine Reizung des Rachens oder der Atemwege.
Juckreiz ist ein unangenehmes Gefühl der Haut, das den Drang zum Kratzen hervorruft. Er ist ein charakteristisches Merkmal vieler Hautkrankheiten und ein Anzeichen für einige systemische Krankheiten.
Der Lupus erythematodes ist eine chronisch entzündliche Autoimmunerkrankung und Teil der Kollagenosen – einer Gruppe von Autoimmunerkrankungen, die auf einer (noch) ungeklärten Ursache fußen. Bei diesen richtet sich das Immunsystem gegen körpereigenes Bindegewebe, wodurch praktisch jedes Organ betroffen sein kann.
Eine Hautverletzung in Form einer Wunde und dessen Heilung bringen als Folge eine Narbenbildung mit sich. Narben sind in den meisten Fällen nur minimal von dem umliegenden Gewebe zu unterscheiden und bringt keine Beschwerden mit sich.

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