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Badedermatitis

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Geschrieben von
Dr. Moritz Wieser (Arzt)

Die Zerkariendermatitis (auch Badedermatitis gennant) ist ein häufig auftretender, heftig juckender, harmloser Hautausschlag . Der Hautausschlag ist Nesselsucht-artig und tritt vorwiegend an nicht bekleideten Körperstellen nach dem Schwimmen in seichten Gewässern auf.

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren einer Badedermatitis?

Auslöser der Zerkariendermatitis sind meist winzige Larvenstadien (sogennante Zerkarien) von Saugwürmern. Die erwachsenen Würmer leben in Wasservögeln (beispielsweise in Stockenten) und produzieren Eier, die mit dem Kot ins Wasser abgegeben werden. Im Wasser verlassen die Larven die Eier und dringen in Wasserschnecken ein (=Zwischenwirt), wo es zu einer Vermehrung und Verwandlung der Larven kommt. In der Schnecke verwandeln sich die Larven in Zerkarien und versuchen daraufhin im Wasser wieder an andere Wasservögel anzudocken. Hierfür haben die Zerkarien kleine Saugnäpfe am Bauch und Kopf. Bei einer Zerkariendermatitis dringen die Zerkarien in die Haut eines Menschen ein, aber sterben schon nach einigen Tagen ab, da ein Mensch ein sogenannten "Fehlwirt" für die Würmer ist.

Wissenswert

Die Zerkarien sind weit verbreitet in Oberflächengewässern der tropischen und subtropischen Zonen. Sie können sowohl in Süß- als auch in Salzwasserformen von Gewässern auftreten (beispielsweise Badeseen und Küstengewässer). Die Zerkarien treten dabei besonders häufig in Süßwassergewässern mit geringer Wassertiefe auf. Selten kommt aus auch zum Auftreten in tieferen Wasserzonen.

Gegebenheiten, welche das Auftreten von Zerkarien begünstigen, sind das Vorhandensein von Wasserschnecken und Wasservögeln, ein Schilfgürtel oder andere Wasserpflanzen, länger andauernde Perioden von Hitze, Badewassertemperaturen zwischen 26 und 28 Grad und künstliche, artenarme Freigewässer.

Was sind die Symptome einer Badedermatitis?

Mögliche Symptome der Badedermatitis sind eine leichte Rötung, beziehungsweise ein leicht brennendes Gefühl mit Kribbeln, wenige Minuten nach einem Kontakt mit Zerkarien. Nach einem wiederholten Kontakt  kommt es zu den typischen Beschwerden der Badedermatitis. Hierzu gehört ein juckender Ausschlag, welcher in der Regel einen Tag nach dem Schwimmen auftritt, und etwa eine Woche anhält. Typischerweise tritt der Ausschlag an den Füßen und Unterschenkeln auf. Bei empfindlichen Personen kann es im Zuge des Ausschlages auch zu Fieber und Kreislaufbeschwerden kommen. Eine Zerkariendermatitis ist dabei nicht von Mensch zu Mensch übertragbar.

Wie wird die Badedermatitis diagnostiziert?

Die Diagnose wird meist aufgrund der typisch klinischen Symptome (Hautausschlag, Juckreiz ) durch den behandelnden Arzt gestellt. Wichtig ist dabei auch ob man sich vor Kurzem in einem Freiwasser aufgehalten hat. Tests wie Blutabnahmen und Biopsien sind für die Diagnose im Regelfall nicht erforderlich. Differentialdiagnosen der Badedermatitis umfassen die Bilharziose , welche eine durch Saugwürmer verursachte, jedoch schwere Erkrankung ist, die aber eher in tropischen Reisegebieten wie Afrika, Brasilien oder Südostasien erworben wird.

Therapie bei Badedermatitis

Die Therapie der Zerkariendermatitis erfolgt mit lokalen Cremes, welche gegen Juckreiz wirken. Auch ohne geeignete Therapie klingt eine Zerkariendermatitis nach einigen Tagen ohne Folgen und von selbst wieder ab. Die Badedermatitis dauert dabei maximal etwa 3 Wochen an. Kurzfristig können milde Glukokortikoide (=Cortison) und entzündungshemmende Salben oder Gele angewendet werden. Manchmal wird auch ein Antihistaminikum von Arzt verschrieben, um die Reaktion an der Haut abzuschwächen. Sollte Fieber im Zuge des Ausschlags auftreten, können auch fiebersenkende Mittel zur Anwendung kommen.

Wie ist die Prognose einer Badedermatitis?

Die Zerkariendermatitis heilt normalerweise von alleine und nach einigen Tagen ab. Komplikationen der Erkrankung sind nicht bekannt.

Vorbeugung:

Bestimmte Verhaltensweisen beim Baden in einem Freigewässer, können das Risiko an einer Zerkariendermatitis zu erkranken senken. Hierzu gehören ein Schwimmen in tieferen Bereichen des Gewässers, ein sorgfältiges Abtrocknen direkt nach dem Schwimmen, das Spülen nasser Badekleidung direkt nach dem Baden und fetthaltige Cremen (beispielsweise gibt es einen gewissen Schutz durch die Verwendung von Sonnencreme).

Neue Ansätze und Alternativmedizin ggf. Haushaltsmittel (wenn möglich):

Empfehlungen zur Nachsorge bei einer Badedermatitis

Eine Nachsorge ist in der Regel nicht notwendig. Gegebenenfalls kann eine Kontrolle beim Hausarzt einige Tage nach der Diagnosestellung erfolgen.

Zusammenfassung

Die Zerkariendermatitis (auch Badedermatitis genannt) ist ein häufig auftretender, juckender, harmloser Hautausschlag, welcher meist durch das Baden in seichten, warmen Gewässern erworben wird. Der Ausschlag wird durch sogennante Zerkarien (=Larven von Saugwürmern) verursacht, welcher normalerweise Vögel befallen, aber sich auch in die Haut von Menschen "verirren" können. Die Badedermatitis benötigt keine spezielle Therapie sondern heilt in der Regel innerhalb von einigen Tagen ab; gegebenenfalls können lokal-wirksame, juckreizstillende Cremes zur Anwendung kommen.

Häufig gestellte Patientenfragen, beantwortet

Zerkarien sind für Menschen harmlos. Nach einer Infektion der Haut, sterben Zerkarien innerhalb von einigen Tagen ab, da der Mensch ein sogenannter "Fehlwirt" für die Wurmlarven ist. Die Saugwürmer befallen im Regelfall Wasservögel (wie beispielsweise Stockenten).

Zerkarien treten besonders häufig in seichten, warmen Gewässern auf, welche von Wasservögeln bewohnt werden. Generell können Zerkarien in allen Badegewässern auftreten, wobei das Auftreten von Zerkarien keine Rückschlüsse auf die Wasserqualität zulässt. Das Schwimmen in tieferen Abschnitten des Gewässers kann zur Vorbeugung einer Badedermatitis beitragen.

Badedermatitis Karteikarte

Erkrankung zusammengefasst

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Badedermatitis

Zerkariendermatitis

Risikofaktoren

  • Schwimmen in Süßgewässern

Ursachen

  • Parasiten (Zerkarien)

Symptome

  • Juckreiz
  • Rötung
  • Hautveränderungen
  • Papeln

Diagnose

  • Anamnese
    • Haben sie ein Gefühl von Prickeln auf der Haut?
    • Leiden sie an Juckreiz?
    • Ist ihre Haut gerötet?
    • Haben sich Quaddeln auf ihrer Haut ausgebildet?
    • Zeigen sich kleine Hautknötchen (Papeln) auf ihrer Haut?
  • Körperliche Untersuchung
    • Inspektion der Hautveränderungen
  • Laboruntersuchung
    • Blutuntersuchung: Untersuchung auf Antikörper gegen Larvenbestandteile

Therapie

  • Medikamente

Präventionsmaßnahmen

  • meiden von flachen Uferzonen
  • nach dem Baden abduschen
  • gut abtrocknen
  • nasse Badekleidung wechseln
  • wasserfeste Sonnencreme auftragen

Prognose

  • Die Prognose ist gut
  • Die Badedermatitis ist nicht ansteckend.
  • Erkrankung i.d.R. nach 10 bis 20 Tagen abgeheilt.

Begriffe

Bilharziose

Die Bilharziose ist eine durch Schistosoma (Pärchenegel) ausgelöste Wurmerkrankung. Die Infektion erfolgt durch den Kontakt mit infektiösem Süßwasser, insbesonder stehende Gewässer in den Tropen sind häufig befallen.
Von Fieber spricht man immer dann, wenn die Körpertemperatur über das normale Maß hinaus erhöht ist. Normalerweise liegt die Körpertemperatur des Menschen zwischen 36,0 und 37,4 Grad Celsius.
Ein Hautausschlag ist ein Zustand, den jeder Mensch kennt. Hautausschläge können sich in unterschiedlichster Form, Farbe, Verlauf, Ausprägung und Dauer zeigen.
Juckreiz ist ein unangenehmes Gefühl der Haut, das den Drang zum Kratzen hervorruft. Er ist ein charakteristisches Merkmal vieler Hautkrankheiten und ein Anzeichen für einige systemische Krankheiten.

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